Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Tagesarchiv für den 13. September 2009

SCAMMED VICTIM/REF/PAYMENTS CODE: 02007 $2.500,000,00.USD.

Sonntag, 13. September 2009

Wow, da versucht aber ein Betrüger mit dem Absender Dr. Roland James [todo2000 (at) yahoo.cn] offiziell auszusehen (siehe weiter unten):

Dear Beneficiaries
SCAMMED VICTIM/$2.500,000,00. BENEFICIARIES.
REF/PAYMENTS CODE: 02007 $2.500,000,00.USD.

Schon klar, kennt nicht einmal meinen Namen und faselt von Millionen! Geld gibt man ja am liebsten irgendwelchen Unbekannten.

This is to bring to your notice that We have been having a meeting for the passed 7 months which ended 2 days ago with the former secretary to the UNITED NATIONS. On this faithful recommendations, I want you to know that during the last U.N. meetings held at ACCRA, Federal Republic of GHANA, it was alarmed so much by the world in the meetings on the lost of funds by various individuals to scams artists operating in syndicates all over the world today. In other to compensate these victims, the U.N Body is now paying 221 victims of this operators $2.500,000,00.USD

[Dieser Absatz endet im Original so.]

Also kurz gesagt: Wer einmal auf den Vorschussbetrug irgendwelcher vorgeblicher nigerianischer Bankangestellter reingefallen ist, der fällt bestimmt noch ein zweites Mal darauf herein. Doof bleibt schließlich doof, da helfen keine Pillen. Und wer so richtig doof ist, der wird nicht einmal aus Schaden klug. Der kriegt eine total anonym gehaltene Mail mit einem Absender beim chinesischen Yahoo-Ableger, weil es so viel überzeugender wirkt, dass diese tolle Mail von den Vereinten Nationen kommt. Die können sich ja schließlich keine eigene Domain und keine Mailadressen leisten, weil sie ihr ganzes Geld ausgeben, um Munition zu kaufen, mit der Löcher in den Schweizer Käse geschossen werden. Und natürlich geben sie ihr ganzes Geld aus, um es irgendwelchen steinblöden Betrugsopfern zuzustecken, weil sie von den ganzen Betrügereien so alarmiert sind.

Wer so richtig doof ist, der fühlt sich so geschmeichelt, dass die Vereinten Nationen für ihn da sind, dass er gar nicht erst auf die Idee kommt, so etwas zu hinterfragen. Der ist bis zur Geisteskrankheit narzisstisch. Genau solche völlig merkbefreiten Deppen brauchen die Vorschussbetrüger als Opfer für ihre dreisten Nummern.

each in accordance with the U.N recommendations. Due to the corrupt and in-efficient Banking Systems in Federal Republic of GHANA, the payments are to be paid by International Commercial Bank Ghana as corresponding paying bank under funding assistance by United Nation body. Benefactor will be cleared and recommended for payment by International Commercial Bank Ghana. According to the number of applicants at hand, 184 Beneficiaries has been paid, half of the victims are from the United States ,we still have more 37 left to be paid the compensations of $2.500,000,00.USD each. Your particulars was mentioned by one of the Syndicates who was arrested as one of their victims of the operations, you are hereby warned not to communicate or duplicate this message to him for any reason what so ever as the U.S. secret service is already on trace of the other criminals. So keep it secret till they are all apprehended.Other victims who have not been contacted can submit their application !
as well for scrutiny and possible

[Der Beginn des Absatzes und die vereinsamte Zeile am Ende entspricht ebenso wie die inkonsistente Zeichensetzung dem Original. Die Betrüger geben sich wirklich so wenig Mühe, wenn sie sich als Vereinte Nationen ausgeben!]

Und obwohl jetzt wohl Millionen von Empfängern diesen Drecksbrief in ihrem virtuellen Postfach gefunden haben, soll man darüber Stillschweigen behalten. Der Idiot, der auf so etwas reinfällt, soll glauben, dass sich sogar die ganz geheimen Geheimdienste der USA mit seiner Dummheit beschäftigen und alles ganz geheim ist – so geheim, dass man nicht einmal die Mail verschlüsselt oder signiert…

Und jetzt das Wichtigste…

You can receive your compensations payments via, DRAFT/CHEQUE PAYMENTS. You are advised to contact Mr.PAUL DOSU of International Commercial Bank Ghana, as he is our representative in GHANA, contact him immediately for your Cheque/International Bank Draft of $2.500,000,00.USD This funds are in a Bank Draft for security purpose ok? so he will send it to you and you can clear it in any bank of your choice. Therefore, you should send him your full Name and telephone number/your correct mailing address where you want him to send the Draft to you.

…denn man soll ja noch an 25.000 grüne Lappen mit Herrn Franklin vorne und der Independence Hall hinten drauf kommen. Deshalb kann man mit diesen Halunken Kontakt aufnehmen und ihnen ganz nebenbei mal mitteilen, wie man überhaupt heißt – denn das wissen die nie, wenn sie solche Beträge über die Welt regnen lassen. Eine solche Kontaktaufnahme wird Folgen haben. Freundliche Menschen werden telefonisch einen sehr persönlich wirkenden Kontakt aufbauen und über Wochen hinweg allerlei Probleme inszenieren, die verhindern, dass das (gar nicht vorhandene) Geld überwiesen werden kann, und alle diese Probleme lassen sich nur lösen, wenn das Opfer ein bisschen in Vorleistung tritt. Aber was sind schon zwanzig- oder dreißigtausend Euro (es fängt klein mit ein paar Hundertern an und wird immer größer) im Vergleich zu den Millionen. Ideal für diesen Betrug sind vollenthirnte Rückenmarksdenker, die sich auch niemals daran stoßen, dass diese ganzen Vorleistungen auf gar keinen Fall über Banken gehen sollen, sondern immer schön bar mit Western Union oder MoneyGram durch die Welt befördert werden. Schließlich hat man bei den Vereinten Nationen auch keine Bankkonten, ist ja klar. Und so ein Nichthirner als ideales Opfer denkt sich auch niemals etwas dabei…

Bank Name: INTERNATIONAL COMMERCIAL BANK.
PERSON TO CONTACT: Mr.PAUL DOSU
E-MAIL: unitednation1 (at) neu.com.cn
PHONE: +233-27-543xxxx

[Telefonnummer von mir unkenntlich gemacht]

…dass er so eine Mail nicht einfach beantworten kann, indem er in seinem Mailprogramm auf „Antworten“ klickt. Er wundet sich auch gar nicht über die seltsame Mailadresse. Er ist Nichthirner und tut das einfach ohne darüber nachzudenken.

Und weil Nichthirner so blindgläubig sind…

Thanks and God bless you and your family.
Hoping to hear from you as soon as you receive your payment.
Making the world a better place.

…machen sich ein paar blindfromme Sprüche gar nicht schlecht zum Abschluss des betrügerischen Vortrages. Die Welt würde übrigens ganz schnell ein besserer Ort, wenn es mal wieder so richtig Feuer auf solche heuchlerischen Halunken regnen würde.

Regards,
Mr. Koffi Annan
Former Secretary (UNITED NATIONS).

Wie „Kofi“ seinen Vornamen schreibt, lernt er wohl auch noch. :mrgreen:

http://www.un.org/sg
SCAMMED VICTIM/REF/PAYMENTS CODE: 02007 $2.500,000,00.USD.

Und zum Abschluss des Betrugsversuches bekommt man noch einmal die Domain der Vereinten Nationen präsentiert und darf sich noch einmal darüber wundern, warum eigentlich keine Mailadressen in dieser Domain verwendet werden. Wer es denn immer noch nicht bemerkt, ist wirklich ein ideales Opfer für diesen betrügerischen Grabsch.

Referer-Spam

Sonntag, 13. September 2009

Es gibt immer noch eine ganze Menge Blogs und vergleichbarer dynamischer Sites, die irgendwo öffentlich anzeigen, von welchen Websites sie verlinkt werden – diese Information wird in der Regel aus dem Referer [im HTT-Protokoll aus historischen Gründen falsch geschrieben] einer HTTP-Anfrage ermittelt. Häufig werden diese Referer dann auch noch als Links dargestellt.

So nutzlos so ein Feature für normale Leser ist, so sehr freuen sich Spammer darüber, können sie doch auf diese Weise recht einfach ihre fragwürdigen Angebote im Internet verbreiten. Dabei wird – wie bei jeder Form der Spam üblich – mit Schrotmunition vorgangen, und auch ein Blog, das keine Referer anzeigt, wird mit solchen Informationen zugemüllt. Diese Liste von Referern hat sich etwa heute auf meiner Website für den Download einer deutschen Sprachdatei für das Forensystem bbPress breitgemacht:

Referer-Spam

Angesichts der Tatsache, dass der Betreiber einer Website für verlinkte Inhalte haftbar gemacht werden kann, würde ich jedem von einer offenen Darstellung verlinkender Websites abraten. Diese Information lässt sich kinderleicht und ohne besondere Programmierkenntnisse fälschen, und Spammer tun dies auch. Außerdem: Warum sollte man einem kriminellen Spammer eine Chance für sein asoziales „Geschäft“ geben?

In eigener Sache

Sonntag, 13. September 2009

Wer hier regelmäßig hineinschaut (man kann ja nie genug von der Spam kriegen), der hat es schon gemerkt: Das Design dieses Blogs wurde verändert, nachdem es in den letzten Tagen einige Basteleien gab.

Dieses Design soll nicht „toll“ aussehen. Es handelt sich um eine schnelle Bearbeitung des Standard-Themes „Kubrick“. Immerhin sind Kubrik-basiserte Bloglayouts inzwischen so selten, dass sie mit etwas Gestaltung durchaus einen Wiedererkennungswert haben.

Der Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass sich das alte Design bei Updates des Kernsystemes von WordPress sehr „zickig“ anstellen konnte. Die jüngste XSS-Schwachstelle in WordPress hat mir deutlich gemacht, dass so etwas in Zukunft vermieden werden muss.

Aus „Unser täglich Spam“ sind jetzt viele Elemente herausgenommen worden, die von Lesern nur selten genutzt wurden. Insbesondere gibt es hier jetzt keine komplexe, auf AJAX basierende Navigation mehr, die beinahe nie verwendet wurde, doch durch die Übertragung großer Mengen JavaScripts das Blog für Nutzer schmalbandiger Internetzugänge verlangsamt hat. Natürlich wurde so auch sinnloser Traffic auf dem Server verursacht.

Zum Glück ist Herausnehmen viel einfacher als Einbauen. 😉

Die vertrauten Navigationselemente in „Unser täglich Spam“ sind geblieben. Allerdings ist auch darin eine kleine Änderung zu verzeichnen.

Unter der Überschrift „Beliebte Spam“ findet sich jetzt nicht mehr eine Liste der meistgelesenen Einträge seit Eröffnung dieses Blogs, sondern nur noch die beliebteste Spam der letzten sechs Monate, so dass in Zukunft etwas mehr Bewegung in diese Liste kommen wird. Die positive Rückkopplung der vorherigen Lösung führte leider dazu, dass eine einmal in der Liste aufscheinende Spam durch die prominete Platzierung in der Navigation kaum noch durch eine andere Spam verdrängt werden konnte.

Die Prozentzahlen vor den Einträgen zeigen die „Beliebtheit“ der Spams an. Der nach Zugriffen und Kommentaraktivität beliebteste Eintrag erhält den Wert „100%“, und diese Angaben weisen diese Parameter in Relation zu den erfolgreichsten Einträgen aus. Da durch die jahrelange prominente Platzierung einer Handvoll Einträge diese Statistik erheblich verzerrt ist, sind diese Prozentzahlen relativ gering. Sie geben dennoch einen Eindruck davon, wie einschlagend eine aktuelle Spam-Masche ist, und sollte diese Prozentzahl einmal deutlich über 10 Prozent steigen, so handelt es sich schon um einen wirklich viel gelesenen Text und damit um eine offensichtlich höchst penetrante Spam.

Ferner werde ich in Zukunft die Spam auch mit Schlagwörtern auszeichnen, um eine Navigation jenseits der etwas unflexiblen Kategorien zu ermöglichen. In einigen Monaten, wenn genügend verschlagwortetes Material vorhanden ist, werden diese Schlagwörter wohl auch in die Seitennavigation aufgenommen, vielleicht werden sie sogar die Kategorien ersetzen.

Was hier aber unverändert ist: Es gibt auch in Zukunft jede Menge lecker lecker Spam!