Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Mastodon“

Digital Marketer

Mittwoch, 3. Juni 2026

Was passiert eigentlich, wenn man sein WordPress-Blog mit dem dafür gebauten Addon zu einer Fediverse-Instanz macht, die auch über ActivityPub kommunizieren kann? Nun, unter anderem bekommt man eine für Blogs neue Art von Spam.

Warum man so etwas überhaupt tun sollte?

Leider ist inzwischen eine Generation nachgewachsen, die mit RSS intellektuell überfordert ist. Statt mit guter Software Feeds abzurufen, verwendet sie allerlei Social-Media aller Art, um auf dem Laufenden zu bleiben, falls sie nicht schon längst den intellektuellen Schiffbruch erlitten hat und zwischen Tiktok, 𝕏 und Youtube Shorts im Schleim und immer prägenderem Gnobbelmatsch herumdümpelt, um auf die vollumfängliche Verwirklichung der Idiocracy zu warten. Guckt euch den Film heute noch mal an, nur zwanzig Jahre später, nicht erst nach fünfhundert Jahren Kälteschlaf! Die brachial-lustige und eigentlich eher flache Satire mit repetitiven Slapstick-Elementen ist inzwischen überraschend gruselig geworden. 😐️

Ich habe übrigens damals schon gesagt, dass „Idiocracy“ die erste in meinen Augen glaubwürdige Sciencefiction sei. Ich wollte, ich hätte damit Unrecht gehabt. Grüße auch an Donald Trump, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Aber egal: Früher, als die Twitter-API noch offen war, ihre Nutzung noch kostenlos war und der tote blaue Vogel noch Twitter hieß, hat zum Beispiel auch Unser täglich Spam getwittert¹, indem ein Hinweis auf jeden neuen Post mit Überschrift und Link veröffentlicht wurde.

Damit habe ich schon lange vor der Übernahme Twitters durch Elon Musk aufgehört, weil Twitter für gewöhnliche Nutzer ohne technische Kenntnisse im Laufe der Jahre durch allerlei Verscheißbesserungen immer unbrauchbarer gemacht wurde. Statt einer einfachen, chronologisch absteigend sortierten Liste von Tweets der Kanäle, denen man folgte, gab es schließlich eine nach willkürlich erscheinenden und völlig undurchsichtigen Kriterien für bestmögliche Werbeplatzvermarktung und Aufmerksamkeitsfesselung sortierte, endlos scrollbare Timeline, die durch Shadowbans noch kaputter für menschliche Kommunikation gemacht wurde. Damit ist der tote blaue Vogel erstmals so richtig unheilbar krank und unbrauchbar geworden. Ich nannte diesen Prozess „Verfratzenbuchisierung“. Der Rest des Niedergangs war dann nur folgerichtig.

Das inzwischen durchaus beachtliche Fediverse entspricht ungefähr dem toten blauen Vogel, hat seine eigenen Nachteile und Nachteile, eine leider oft etwas raue und ausgrenzende Kultur des Miteinanders mit Menschen, die dort manchmal eine erschreckende Reinheitsgesinnung ausbilden, oft ganz genau wissen, was richtig und was falsch ist und das auch durchsetzen wollen… und eine deutlich kompliziertere API. Nein, etliche APIs, je nach dem, welchen Teil man verwendet: ActivityPub, DFRN, Diaspora, OStatus, ZOT, Open Cloud Mesh sind die zurzeit wohl meistverwendeten Protokolle. Das unter anderem von Mastodon verwendete ActivityPub ist das verbreitetste, und Open Cloud Mesh ist wegen eines völlig anderen Anwendungsfalles eher ein Grenzfall.

Eine zentrale Spambekämpfung gibt es dort nicht. Das Bekämpfen von Spam ist zum größten Teil menschliche Handarbeit, und Spammer können sich mit Leichtigkeit neue Accounts eröffnen oder eigene neue Instanzen aufsetzen. Das macht das Fediverse auch für Spammer attraktiv, obwohl es dort nicht so viel „Zielgruppe“ gibt. Selbst das recht unbeachtete Pixelfed wird immer wieder einmal mit dümmstmöglicher Spam geflutet.

Für WordPress gibt es ein recht beliebtes Addon, das ein Blog auch über ActivityPub kommunizieren lässt. Das Blog wird damit Bestandteil des Fediverse, es kann dort gelesen, seine Texte können dort weitergegeben und es kann dort auch kommentiert werden, was dann dazu führt, dass ein Kommentar im Blog erscheint. Auch Spammer sind darüber hocherfreut, haben sie doch endlich eine weitere Möglichkeit, die Websites anderer Leute in eine Litfasssäule für ihre Betrügereien, Abzockereien und Affiliate-Geschäftemachereien umzubauen. Das gilt zum Beispiel auch für „Digital Marketer“, ein Gekrieche mit der IP-Adresse eines großen Hosters aus der Bundesrepublik Deutschland (hoffentlich wurde Vorkasse genommen), das gestern abend um 19:28 Uhr auf einer von mir betriebenen Website den folgenden Kommentar mit Link auf seinen Mastodon-Kanal in der Instanz mastodon.social über ActivityPub ablegte:

Greetings!

Checked your product earlier and honestly it feels like something Reddit users would naturally talk about because the underlying problem already gets discussed there often.br /> But right now there’s almost no visibility around your brand itself yet.
Just wondering, are you mainly relying on SEO and ads currently?
I think people on reddit would actually discuss this

So so, der hat „mein Produkt“ also schon ausprobiert… und findet, dass es zu wenig sichtbar ist. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich gar kein Produkt verkaufe und so etwas auch nicht beabsichtige. Sich selbst macht er durch solche Spam sichtbar. Wer solchen Leuten für ihre „Dienstleistung“ Geld gibt, kann auch seine Wohnung durch Anzünden von Banknoten beheizen. Das hätte sogar den Vorteil, dass man mit seinem Geschäftsauftritt nicht die Reputation eines illegal und asozial vorgehenden Spammers bekommt. Denn Spammer mag niemand, und das ist auch gut so. Diese Steckdosenbefruchter sind widerliche Erzekel.

Spam ist nämlich asozial und kriegt alles kaputt, was noch nicht kaputt ist. Ach ja, dumm ist sie auch noch.

¹Das war anfangs sehr einfach. Mein erstes Skript für das alte Twitter war ein Shellskript, also nicht einmal richtige Programmierung. Es war ein Einzeiler mit curl am Ende der Pipeline. Jeder Mensch, der auch nur ein bisschen lernwillig war, konnte auf dieser API aufsetzen, was immer er wollte. So einfach war sie. Es war übrigens auch der Grund für den überraschenden Erfolg des blauen Vogels, dass man so leicht experimentelle Dinge darauf aufsetzen konnte. Twitter war eine durchaus lustige Spielwiese. Bis das Geld kam, bis die API immer mehr verrammelt wurde, bis die Journalisten, Politikerbüros, Marken, Werber und Propagandisten aller Art kamen. Ja, Twitter wurde dabei auch robust und hatte nicht mehr jeden Tag seine Downtime, aber es hat in diesem Prozess alles verloren. Der blaue Vogel war schon ganz schön krank, bevor er endgültig starb. Er hatte eine Geldvergiftung. Geld ist ein Gift für die menschliche Psyche, das alles vergiftet, was damit in Berührung kommt.

@Bundesregierung­@social.bund.de

Freitag, 30. Januar 2026

Nein, Unser täglich Spam wird nicht zum Politikblog. Es geht hier weiterhin um Spam, Spam, Spam und Spam auf allen Kanälen, die mir übern Weg laufen. Und dazu natürlich Spam. Über Politik kann man lange streiten, aber dass die „Kommunikationsform“ der Spam verachtenswert und asozial ist, fällt eigentlich jedem denkenden und fühlenden Menschen auf, wenn er mit Spam belästigt wird.

Der offizielle Mastodon-Account, oder besser gesagt, der kraftlos und aufwandsarm um Weichreite und Weitertröten flehende Verlautbarungskanal der Bundesregierung bei Mastodon, ist von… ähm… ziemlich spamartiger Anmutung. Um es so milde wie möglich zu sagen. Worum es dort definitiv nicht geht, das ist irgendeine Form des Austauschs.

Es folgt ein Vollzitat von @rainer@friendica.sokoll.com, nicht als Aneignung, sondern nur, um daran interessierten Lesern das Freischalten von Javascript für die verlinkte Diasporainstanz zu ersparen:

Meine Beherrschung habe ich wohl verloren.

Es geht um den Account @Bundesregierung, dem ich seit einigen Wochen folge, vermutlich aus denselben Gründen wie die anderen Follower auch: Man erhofft sich Informationen und Dialog, zumal das ja in der Selbstbeschreibung steht:

Herzlich willkommen auf dem offiziellen Mastodon-Account der Bundesregierung. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!

Komplette Lüge. Es gibt keinen Austausch, ich habe nie irgendeine Reaktion deses Accounts gesehen. Die Accountbetreiber lesen die Reaktionen gar nicht. Beweis: In social.bund.de/@Bundesregierun… wird ein falscher Link gesetzt, kann ja passieren. In den Kommentaren wird darauf hingewiesen, sogar der richtige Link angegeben, es passiert: nichts.

Was zur Frage führt: Was sind das für Menschen, die diesen Account befüttern? sind es. Morgens entleeren sich sich zu Hause, dann zu Mastodon. Gewissen- und rückgratlose Kretins, die alles verbreiten, was ihnen in der morgendlichen Dienstberatung befohlen wird, sie handeln ja auf Anweisung. Deutsche wie es sie auf der ganzen Welt gibt: dienstbeflissen werden sie JEDEN Inhalt verbreiten, solange das Gehalt stimmt. Ob hier oder im Völkischen Beobachter oder bei Russia Today.

Was sie effektiv bewirken, und es ist ihnen völlig egal: Sie fördern aktiv Politikverdrossenheit. Denn nicht nur, daß der Acccount ein reines Megaphon ist: Das, was da verbreitet wird, ist auch handwerklich so unfaßbar schlecht, eine Werbekampagne eines Taubenzüchtervereins stelle ich mir ähnlich rasant vor. Diese Politikverdrossenheit hat Auswirkungen, man kann sie in den Wahlprognosen sehen.

Mit anderen Worten: Der Account @Bundesregierung fördert die , und vermutlich ist den Betreibern das völlig egal, der Bausparvertrag muß abgezahlt werden.

Es ist naiv auf Änderung zu hoffen und deshalb meine Bitte an alle Admins: Blockt den Server oder zumindest den Account. Wenn nicht aus politischen Gründen (eine Zensur findet nicht statt), dann aus einem ganz einfachen: Der Account postet nachgewiesenermaßen ausschließlich Spam. Das sollte zum Blocken reichen.

Screenshot aus dem Administrationsfrontend von Friendica: Der Mastodon-Account der Bundesregierung ist wegen Spam blockiert

Also bitte. Für die Demokratie!

Und nein, es ist nicht so, dass sich die amtierende Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nicht ein paar gut dafür bezahlte und angemessen im Fediverse kommunizierende Leute leisten könnte, die sich um den Kanal kümmern. Die wollen sich diese Leute nicht leisten. Die wollen Einwegkommunikation. Genau diese halbmechanisch ins Fediverse gekübelte Politspam ist der politische Wille von CDU, SPD und CSU. Es sind Spampolitker, die Spampolitik machen. Leider nicht nur im Fediverse, sondern auch in Berlin. Zum Schaden der allermeisten Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.

Ich rate übrigens strikt davon ab, irgendwelchen „offiziellen“ Accounts irgendwelcher Parteien, Unternehmen, Rundfunkanstalten, Presseerzeugnisse oder Institutionen in S/M¹ zu folgen. Die haben regelmäßig kein Interesse an irgendeiner Kommunikation. Die wollen nur spammen und so billig wie möglich Reklame für ihr Getue verbreiten.

Kleine Ergänzung: Social-Media-Nutzung der politischen Parteien in der Bundesrepublik Deutschland vor und nach einer Bundestagswahl am Beispiel Finster-Gram. Politspam, ich sagte es ja schon. Das ist alles, wofür die das machen: Um zu spammen.

S/M ist meine Abk. für social media. Aus Gründen.

Phishing im Fediverse (Mastodon)

Samstag, 2. August 2025

So sieht aktuelles Phishing auf Mastodon aus:

@Mxxxie 🚨 URGENT: ACCOUNT VERIFICATION REQUIRED! -- Hey there! -- We’ve tightened up security, and now everyone needs to verify their account. Yours is still on the "unverified" list—but don’t sweat it, this’ll only take a sec! --CLICK HERE NOW: -- 🔗 https://verify.9113432.icu/8T3F7xxx2B6 -- ⏰ MOVE FAST! Ignore this, and soon you won’t even be able to sneeze without restrictions! -- Thanks for helping us keep Mastodon secure! -- — The Mastodon Team

(Die Anonymisierung im Screenshot ist von mir, ich habe auch den Link unbrauchbar gemacht.)

Solche Aufforderungen werden automatisiert von Bots getrötet, wenn man Beiträge verfasst hat. Natürlich handelt es sich um Spam. Weder Mastodon als ganzes noch der jeweilige Podmin haben etwas damit zu tun. Alle Daten, die man angibt, gehen zu Verbrechern; alle Software, die man von dort herunterlädt, kommt von Verbrechern. Bitte niemals darauf hereinfallen. Es gibt im Fediverse keine Verifikationen. Diese wären wegen der dezentralen Struktur und der offenen Protokolle auch recht sinnlos. Man benötigt gar nicht viel technisches Hintergrundwissen, um von solchen Versuchen einen Anfall gebieterischer Heiterkeit zu bekommen. Trotzdem fallen Menschen darauf herein. Mir wurde mitgeteilt, dass man sich über die Scheckkarte „verifiziert“, alternativ sei auch PayPal und Google Pay möglich… aber ich habe das nicht überprüft.

Instagram Follower kaufen: Der schnelle Weg zu mehr Reichweite und Erfolg

Samstag, 14. September 2024

Die frühen Zehner Jahre möchten gern ihre Twitterspam für irgendwelche Spamhilfsmittel auf Social Media zurückhaben, aber jetzt bitte lieber im Fediverse, wo sie nicht leicht und automatisiert bekämpft werden kann:

Screenshot Mastodon: Tarnkappe.info -- @tarnkappeinfo@social.tchncs.de -- 📬 Instagram Follower kaufen: Der schnelle Weg zu mehr Reichweite und Erfolg -- #Empfehlungen #Gastartikel #Follower #Followerkaufen #followervibede #Instagram https://sc.tarnkappe.info/xxxxxx -- Tarnkappe.info · 2 Std. -- Instagram Follower kaufen: Der schnelle Weg zu mehr Reichweite und Erfolg -- Nichts los bei Deinem Instagram Account? Beim Kauf von Followern ist es wichtig, auf seriöse Anbieter zu achten. Ein Gastbeitrag. -- 14. Sept. 2024, 10:43 ·  · TarnPosting · -- 2 -- · -- 0

Ich wünsche den angehenden contentindustriellen Journalisten von „Tarnkappe“ alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg und lege ihnen nahe, doch besster Finstergram für mehr Weichreite und Erfolg zuzuspammen – übrigens eine vom verurteilten Spammer Facebook betriebene S/M-Website. Dass es so wichtig ist, beim Spamdienstleister auf seriöse Anbieter zu achten, schreiben sie ja selbst in ihrer Spam… 💩️

Ach ja: Geht sterben!

Mastodon vollgespammt

Donnerstag, 22. Februar 2024

Es geht hier nicht um eine Spam, sondern um einen Hinweis auf einen im Kontext des täglichen Spamwahnsinns interessanten Artikel bei Heise Online über die jüngste Spamflut im Fediverse:

Obwohl die jüngste Spamwelle im sozialen Netzwerk Fediverse [sic!] und vor allem bei Mastodon maßgeblich auf Discord organisiert und mit dort verfügbaren Werkzeugen ausgeführt wurde, hat der Messaging-Dienst bislang nicht reagiert. Das berichtet TechCrunch unter Berufung auf eine Software-Entwicklerin, die Discord kontaktiert hat, um eine Sperrung zu erreichen. Der vor allem übers Wochenende massenhaft versendete Spam dürfte Admins von Instanzen im Fediverse wegen des damit verbundenen Traffics und der Serverkosten viel Geld gekostet haben, hat sie gegenüber Discord beklagt. Die einzige Verbindung zwischen den Nachrichten sei ein Discord-Server, der weiterhin online ist. Bei Mastodon wird derweil an einem Gegenmittel gearbeitet

[…] Laut verschiedenen Erfahrungsberichten im Fediverse liefen die Angriffe vollautomatisch ab. TechCrunch zitiert nun die Entwicklerin Emelia Smith mit der Zusatzinformation, dass dafür Bots genutzt wurden, die tief mit Discord verzahnt waren. Die haben demnach alles erledigt – um den Angriff voranzutreiben, war demnach ab einem gewissen Punkt überhaupt kein Spezialwissen mehr nötig

Spammern sind die Folgen ihres Tuns immer egal. Wenn sie dabei etwas kaputtmachen, stört es sie nicht. Spammer sind asozial. Richtig asozial, also nicht einfach nur arm, grob, ungebildet und von nur wenig zivilisierter Kultur beleckt, sondern offen feindlich und widerlich. Hauptsache, die Spam ist einfach, kann nur mühsam bekämpft werden und entfaltet die größtmögliche Wirkung für die jeweilige, für den Rest der Welt meist völlig unerfreuliche Absicht der Spammer.

Im Moment werden als schnell angelegter Notverband für die blutende Spamwunde auf den meisten Mastodoninstanzen die Benutzerregistrierungen durch CAPTCHAs abgesichert. Oder anders gesagt: Blinde und andere schwer körperbehinderte Menschen sind jetzt an vielen Stellen von einer Registrierung ausgeschlossen oder bedürfen hierfür einer Assistenz. Für alle anderen Menschen ist eine zusätzliche Hürde aufgerichtet worden, die im besten Fall nur nervt, im schlimmsten Fall aber – ich habe zumindest schon wirklich unlösbare CAPTCHAs gesehen – frustriert und letztlich sogar aussperrt. Wegen des Missbrauchs der ursprünglichen Offenheit durch Spammer.

Spammer lassen sich leider nicht einmal wirksam abhalten, wenn ein etwas fern der Aufmerksamkeit liegender Bestandteil des Fediverse nahezu gar nicht benutzt wird, wie ich es mir das eine ums andere Mal auf Pixelfed anschauen durfte. Mit dem Niedergang Twitters und der Abwanderung erheblicher Nutzermengen zu dem, was Journalisten immer wieder als eine „Twitteralternative“ erklärten, also zu Mastodon, ist Spam ein ernsthaftes Problem geworden. Die Menschen, die sich in ihrer Freizeit dieses Problemes annehmen, haben zurzeit nahezu keine technische Unterstützung. Kein Wunder, das die erste richtige Spamflut in ActivityPub so verheerend wurde.

Und Discord – ich warte immer noch auf den ersten Menschen, der mir erklärt, welchen Vorteil Discord im Vergleich zum ollen IRC oder zum etwas multimedialer nutzbaren XMPP hat, der die mit Discord einhergehenden Nachteile wieder aufwöge – als ein weiteres Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell jenseits von Überwachung, Datensammelei und möglicher Monetarisierung durch Reklameplatzvermarktung hilft gern den organisierten Spammern bei ihrem zerstörerischen Werk. Da wächst ja mal wieder vorzüglich zusammen, was zusammen gehört! Je mehr irgendwelche Internetdienstleister auf social machen, desto schimmer wird das Ergebnis anti-social.

definitiveconso

Montag, 18. Dezember 2023

Nachdem ich so oft lesen durfte, was für eine tolle Twitteralternative dieses Mastodon ist, durfte ich endlich auch die Folgen dieser journalistisch erzeugten Aufmerksamkeit erleben: Leute wie dieser definitiveconso, die alle möglichen anderen Leute mit ihrem onlyfans content vollspammen:

Check out https://spicy.gallery/?utm_source=mast for Оnlуfаnѕ content! @cbssports @sand @anglipol @markets @svtnyheter @mackayim2022 @darkchocobo @BumblingDragon @RAlpenstern @yogipritch @AroundTheNFL @bahianoticias @goebelmasse @elyth @itisiboller @hamburg2022 @DigitalRefugee

Mal schauen, wie gut das Fediverse mit solchen Spammern klarkommt.

Kryptogeldspam auf Mastodon

Freitag, 12. Mai 2023

Es war ja zu erwarten: Nachdem Twitter einmal von Elon Musk mit Schmackes gegen die Wand gefahren wurde und nachdem ganz viele Journalisten aus Presse, Funk und Glotze immer wieder erwähnt haben, dass Mastodon eine „Twitter-Alternative“ sei¹, sind nicht nur etliche erfreuliche Menschen ins Fediverse geströmt, sondern auch die unerfreulichen. Und diese senden zurzeit massenhaft private Nachrichten an Nutzer, dass man jetzt ganz viel Geld erhalten kann, wenn man nur einmal auf einen Link klickt und auf einen Kryptogeld-Betrug reinfällt. Zum Beispiel so etwas:

Hi Elias! New account: yen2023 Password: aa139520 Current balance: 639619 USDT Do not share with anyone, official website: [Link von mir entfernt]

Dies ist nur ein aktueller Text. Es sind auch weitere Texte in Gebrauch. Aber es handelt sich zurzeit immer um persönliche Nachrichten. Offenbar gehen die Betrüger aus ihrer „Berufserfahrung“ heraus davon aus, dass mit der Anpreisung durch den Journalismus auch genug Naivität und Dummheit ins Fediverse einziehen. Und ich befürchte, damit könnten sie recht haben. 😐️

Das Traurige daran: Spambekämpfung und Moderation im Fediverse sind im Wesentlichen Handarbeit, die von Menschen in ihrer Freizeit erledigt wird. Gut, es sind immer „nur ein paar Klicks“, aber niemand kann so schnell klicken, wie ein dummer Bot Accounts anlegt und die Kommunikation der richtigen Nutzer mit Spam verpestet. Spam ist leider schnell, einfach und billig. Wo sich Spam lohnt, gibt es bald nur noch Spam. 💩️

Bitte niemals auf so etwas hereinfallen! ⚠️

Lasst die Betrüger einfach verhungern! 😡️

Und nein, Geld entsteht nicht spontan aus dem Nichts und tröpfelt einfach durch die Internetleitung. Auch nicht bei der Verwendung von Kryptogeld. Egal, welches Zauberverfahren oder welche Lüge sich derartige Betrüger ausdenken: Man muss nur diese eine Sache wissen, um niemals auf so einen Betrug reinzufallen. 💡️

¹Es handelt sich bei Mastodon weder um eine Twitter-Alternative (eine solche will das Fediverse aus vielerlei Gründen auch gar nicht sein) noch um eine „Plattform“, sondern um eine der vielen verteilten Anwendungen, die das dezentrale Protokoll ActivityPub bedienen. Das geht natürlich auch mit anderen Anwendungen, es ist ja ein offenes Protokoll. Das könnte ein Journalist durch altmodische Recherche, zum Beispiel Benutzung einer Suchmaschine mit naheliegenden Suchbegriffen, leicht herausbekommen, wenn er nur wollte, aber dazu hat der Journalist in der Regel keine Lust, und dementsprechend ist das contentindustrielle Tintengekleckse auch immer. Ich glaube übrigens nicht, dass es in anderen Bereichen, über die Journalismus berichtet, auch nur eine Spur besser aussieht.