Diese Mail wurde über eine IP-Adresse aus Italien versendet. Sie wurde bei mir völlig sicher als Spam erkannt, was bei den inhaltichen „Werten“ auch nicht weiter überrascht.
Von: L.Wancyk <matriz@automotivapneus.com.br>
Antwort an: wanczykooo006@gmail.com
Nicht an die Absenderadresse antworten! Die ist natürlich gefälscht. (Wie schon gesagt: Die Mail kommt auch nicht aus Brasilien, sondern aus Italien.) Alle weitere Kommunikation über ein kleines bisschen Geld soll mittels einer kostenlos und anonym eingerichteten Mailadresse bei GMail laufen, dem größten Kumpel und Komplizen der Kriminellen im Internet. In unverschlüsselter E-Mail ohne digitale Signatur, die auf dem gesamten Weg gelesen und manipuliert werden könnte, ohne dass man etwas davon bemerkte. Ist ja nur so ein kleines bisschen Geld, um das es hier geht.
Hello,
Das ist mal wieder genau mein Name.
I‘m Mrs. Mavis Wanczyk, […]
Aber immerhin: Das Absender kennt seinen eigenen Namen. Und das Absender hat neben seinem Namen etwas noch viel besseres, nämlich…
[…] the mega winner of $758 Million in Mega Millions Jackpot, […]
…Geld! So schönes Geld!
I am donating to 5 random individuals if you get this email then your email was selected after a spin ball.
Ich will aber, dass meine E-Mail aus der Lostrommel gezogen wird! So eine große Lostrommel für so viele Mailadressen!
(Dass diese Spender sich immer so lustige Verfahren ausdenken, wie sie auf meine Mailadresse kommen, um mir ein paar Milliönchen zu schenken! Manche beten, manche finden sie mit Google, manche holen sie aus omninösen Datenbanken förderungsbedürftiger Individuuen und manche drehen am Rad… ähm… drehen Kugeln. Aber sie können ja auch nicht schreiben „Du gehörst zu den fünfzig Millionen Mailadressen aus dem Darknet, wo ich das Postfach mit meinem Betrugsversuch vollkacke“. Das wäre ja schlecht für das eigene Geschäft.)
I have spread most of my wealth over a number of charities and organizations.
Ich vermute, dass du in Wirklichkeit den größten Teil deines Geldes im Bordell und für übermotorisierte Autos ausgibst, Spammer.
I have voluntarily decided to donate the sum of $10 Million USD to you as one of the selected 5, […]
Oh, zehn Megadollar bekomme ich heute? Wie immer völlig grundlos? Von jemanden, der nicht einmal weiß, wie ich heiße, obwohl man das sehr leicht herausbekommen kann? Weil ich so eine schöne Mailadresse habe? Ich hätte beinahe vor Freude gegähnt. 🥱️
[…] to verify my winnings via YouTube page below.
WATCH ME HERE: https://email.units-nwchicago.com/[überlanger URI von mir weggemacht]
Mit Verlaub, edles Spendery, das ist nicht YouTube. Aber hey, hauptsache das mit dem Geld stimmt! 😅️
THIS IS YOUR DONATION CODE: F207162
Reply with the DONATION CODE to this email: wanczykooo006@gmail.com
Das ist ja mal wieder ein hochsicheres Sicherheitsverfahren aus der Klapsmühle des Internet. Einfach einen ganz geheimen Geheimcode auf eine Postkarte schreiben, hoffen, dass der nicht irgendwo auf dem Weg gelesen wird, weil man ihn ja ganz offen lesen kann und dazu auffordern, den gleichen Code auf eine Postkarte an eine andere Adresse zurückzusenden und darauf zu hoffen, dass nicht jemand das geheime Authentifikationsverfahren über Postkarten mitliest. Gut, hier nicht mit Postkarten, sondern mit E-Mail, die genau so „zugänglich“ sind, und deshalb läuft es auf das Gleiche hinaus. Nur, dass man bei E-Mail wirksame Kryptografie zur Verfügung hätte, die sowohl das Mitlesen als auch die Manipulation praktisch unmöglich macht. Aber dafür muss man klicken können. Trickbetrüger wissen aus ihrer Berufserfahrung heraus, dass Menschen, die einen Computer sicher und zielgerichtet bedienen können, in aller Regel nicht auf so einen plumpen Betrug reinfallen, und deshalb wird in solchen Spams immer auf Kryptografie verzichtet. Man könnte den „Sicherheitscode“ genau so gut an eine Wand sprühen. Es wäre genau so sicher.
Hope to make you and your family happy.
Von meiner Familie weiß ich nichts, denn ich habe keine, aber deine Mutter schießt deinetwegen schon immer mit der Zwille nach dem Klapperstorch.
Regards,
Mrs. Mavis L. Wanczyk.
Grüß mir die Mülltonne! Entf! 🗑️

Ein bisschen einfache Sicherheit lohnt sich übrigens. Phishing gehört auch im Jahr 2024 immer noch zu den häufigsten Trickbetrugsformen im Internet. Wenn man für jedes Benutzerkonto bei irgendwelchen Unternehmen, bei denen es um Geld geht – also Banken, Zahlungsdienstleister, Auktionsplattformen, Handelsplattformen etc. – eine eigene Mailadresse für die Registrierung und den Mailverkehr benutzt, kann man ein Phishing sofort, sehr einfach und zweifelsfrei erkennen. Selbst, wenn man einmal aus anderen Gründen unter persönlichem Stress stehen sollte oder eine gesenkte Aufmerksamkeit hat. Und wenn man plötzlich ganz allgemeine Spam oder klares Phishing auf dieser eigens eingerichteten Adresse hat, weiß man genau, dass da
…die schon wegen Spam und Trickbetrugs auf allen Blacklists steht. Dort gibt es – die meisten modernen Webbrowser müssten eigentlich vorher sehr deutlich warnen, aber wer sich auf diese „gefühlte Sicherheit“ verlässt, ist verlassen, weil die Blacklists oft etwas Zeit benötigen und man gedrängt wird, schnell zu machen – ein „liebevoll“ nachgemachtes Login von „PayPal“, aber die dort eingegebenen Zugangsdaten gehen natürlich nicht zu PayPal, sondern zu einer Betrügerbande, die erst das Konto leerräumen und es anschließend für allerlei betrügerische Geschäfte benutzen wird. Dabei entsteht schnell ein fünfstelliger Schaden.
So nennt sich der Trickbetrüger mit seiner IP-Adresse aus dem brummenden Nigeria, der vermutlich von sich selbst glaubt, ein ganz Schlauer zu sein. Er verzichtet auf Spamskripten und arbeitet lieber von Hand, wenns auch ein bisschen stupide ist. Den folgenden Text hat er in der Zeit von 4:18 Uhr bis 4:20 Uhr gleich siebenmal eigenhändisch über die Zwischenablage ins Kommentarfeld hier bei Unser täglich Spam kopiert, um ihn abzusenden – und weil er offenbar glaubte, es könne am Namen liegen, dass sein Kommentar nicht erscheint, hat er sich zwischendurch auch mal „Kredit“ und „Kredit Lening“ genannt. Natürlich mit dem gleichen Erfolg. Er hat dann ja auch aufgegeben. Der Kommentar wurde aus inhaltlichen Gründen automatisch aussortiert und in den Müll geschoben. Es ist schon ziemlich dumm, das gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.