Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Allgemein“

„Like-it-Button“ jetzt auch hier

Samstag, 15. Mai 2010

Dieser komische „Button“ mit der Aufschrift „Like“ unter den Artikeln ist meine Reaktion auf das fragwürdige Facebook-Geschäftsmodell, das auf offene Spamwerbung nach außen und Nachrichten mit gefälschtem Absender nach innen setzt und auch ansonsten den Menschen mit allerlei Unverschämtheiten und Dreistigkeiten gegenübertritt. Der Text, der damit verlinkt ist, ist für Facebook nicht gerade schmeichelhaft, und er soll es auch nicht sein.

Wenn jemand Gefallen an diesem Button findet: Es handelt sich um ein WordPress-Plugin, das ich zum freien Download gestellt habe und unter Piratenlizenz lizenziere, damit damit auch wirklich jeder machen kann, was er mag. Es ist ein sehr einfaches Plugin, das auch sehr leicht angepasst werden kann.

So viel Arbeit!

Sonntag, 9. Mai 2010

Ich habe die Mail zwar schon einmal erwähnt, aber weil es im Moment die ganz aktuelle Spamwelle ist, hier noch einmal.

Diese Spams kommen mit dem Betreff „Arbeit“, „RE: Arbeit“, „Hallo“, „Hi“ [sic!], „Arbeitsgesuch“, „Arbeitsmoeglichkeit“, „Nebenjob“, „Anfrage“ daher. Der Absender ist immer gefälscht, und die Spammer geben sich keine Mühe, diesen Fakt zu verbergen, sondern fordern dazu auf, eine eventuelle Antwort an eine andere Mailadresse (immer bei einem kleineren und deshalb unbekannten Freemail-Provider) zu senden. Der Text ist immer identisch. Auf den zurzeit 40 Mailadressen, die ich hier nebenbei überwache, kommen im Moment ca. einhundert dieser Spams pro Tag.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir suchen zur Zeit aktive Mitarbeiter fuer lang und kurzfristige Arbeit in den Bereich Testeinkaufer und Kurier landesweit. Die Stellen sind ab sofort frei und sofort zu belegen.

Sie fragen sich bestimmt wie wir auf Sie aufmerksam geworden sind. Die Bundesagentur fur Arbeit hat uns Ihre Personaldaten ubermittelt, damit wir selbst mit Ihnen in den Kontakt treten konnten. Leider konnen wir auf der Etappe noch nicht eine personalisierte Anwerbung vornehmen und bitten Sie hoflichst um eine Entschuldigung und um Ihr Verstandnis fur die Tatsache, dass wir Sie nicht angerufen haben oder Sie noch nicht bei Ihrem Namen nennen.

Voraussetzungen die Sie mitbringen sollten:

- Computer-Grundkenntnisse Internet, Email, Drucken
– Puenktlichkeit und Genauigkeit
– telefonische erreichbarkeit
– Volljaehrig

Was wir Ihnen bieten:
– Abwechslungsreiche Taetigkeit
– Flexible Arbeitszeiten auch in Teilzeit
– Fortlaufendes Training durch verschiedene Aufgaben
– 5 Tage-Woche
– Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld

Die Arbeitszeit betraegt 2-3 Stunden 5 Tage die Woche. Der Verdienst betraegt 1150 Euro pro monat netto. Sie koennen die Taetigkeit auch als Zweit-Beruf ausfuehren. Fuer Rentner sind die Stellen besonders gut geeignet. Ein Firmenfahrzeug stellen wir Ihnen auf Wunsch zur Verfuegung. Weitere Informationen gibt es nach einer kurzen Bewerbung.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann freuen wir uns auf Ihre Antwort mit kurzen Bewerbungen an unsere Bewerbung-Stelle: annewerden (at) orbita.co.il

Dass es hier nicht gerade um eine Arbeitsstelle im gewöhnlichen Sinne des Wortes geht, sollte schon wegen dieser Anpreisung einleuchten. Mit diesen (und später vielleicht ähnlich formulierten) Mails sucht die organisierte Internet-Kriminalität ein paar dumme Gehilfen. Diese Gehilfen sollen unter ihrem eigenen Namen und ihren eigenen Zugangsdaten diverse „Geschäfte“ für die Kriminellen machen, und dabei erworbene Waren über einen Kurierdienst und eingenommene Gelder über Western Union an die Spammer weiterleiten. Alle diese „Geschäfte“ sind betrügerisch. Der Gehilfe wird eingeschaltet, um die Anschrift und andere Spuren der Betrüger gegenüber den Ermittlungsbehörden zu verschleiern. Auf Deutsch heißt das: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Leute, die diese „Arbeit“ machen, und zwar wegen Betruges und eventuell – bei Annahme und Weiterleitung von Geld – auch wegen Geldwäsche. Angesichts der Tatsache, dass der kriminelle Charakter der ausgeführten Tätigkeiten schon dem „gesunden Menschenverstand“ offensichtlich ist, wird kein Richter Arglosigkeit bei der Mithilfe am massenhaften Betrug organisierter Krimineller annehmen, und eine Verurteilung ist so gut wie sicher. Neben der Strafe, die auch leicht eine Haftstrafe sein kann, kommen weiter Forderungen nach Schadenersatz auf die „Arbeitnehmer“ zu. Nährere Fragen zu diesem Komplex wird die Kriminalpolizei gern beantworten.

Also: Auf keinen Fall auf ein Jobangebot eingehen, dass mit anonymer Anrede als millionenfache Massenmail versendet wurde. Das gilt auch für anders formulierte Texte. Ein kurzes Nachdenken sollte auch zeigen, dass das Arbeiten bei einem „Arbeitgeber“, der sein „Personal“ mit asozialer, illegaler und krimineller Methodik (Ja, Spam ist illegal!) anwirbt, keine erstrebenswerte Aussicht ist.

Wer schon auf diese Masche hereingefallen ist und zurzeit eine Tätigkeit als „Kurier“ oder „Testkäufer“ ausübt, sollte – schon, um sich selbst vor den Folgen zu schützen – sofort Kontakt zur Polizei aufnehmen.

Die Handschelle aus der Cloud

Dienstag, 20. April 2010

Es ist leider eine Seltenheit, dass die Fahnder Erfolg dabei haben, kriminelle Spammer dingfest zu machen. Um so größer ist meine Freude, wenn es ihnen doch einmal gelingt:

Wie das Magazin Wired berichtet, hat das FBI im letzten Jahr Spam-Versender mit Informationen überführt, die aus deren Account bei Google Docs stammten. Laut Wired dürfte dies der erste Fall sein, in dem die Behörden vom zu großen Vertrauen der Beschuldigten in Cloud Computing profitieren.

Levi Beers und Chris de Diego wurden verdächtigt, Betreiber der Firma Pulse Marketing zu sein, die mit einer Mail-Kampagne illegal für ein Diät-Präparat namens Acai Pure geworben haben soll. Am 21. April 2009 erging ein Durchsuchungsbeschluss, der sich auch auf alle E-Mails und Dokumente erstreckte, die die beiden bei Google abgelegt hatten.

Google übergab das Material nach 10 Tagen an die Ermittlungsbehörden. Darunter befanden sich Tabellen, die den Versand von über 3**Millionen Werbe-Mails belegten, sowie eine Aufstellung von 8000 Yahoo-Mail-Accounts, die mit falschen Informationen angelegt worden waren, was gegen US-Gesetz (CAN-SPAM Act) verstößt.

[Weiterlesen bei heise online]

Etwas getrübt wird diese Freude allerdings dadurch, dass diese Spammer vor allem wegen ihrer Dummheit gefasst wurden. Es ist schon sehr dumm, persönlich identifizierbare Spuren bei einem großen Diensteanbieter wie Google zu hinterlassen, wenn man im großen Umfang Geschäfte mit Internetkriminalität machen will. Die 8000 mutmaßlich automatisch angelegten Mailkonten und die große Menge der versendeten Mails belegen jenseits jeden vernünftigen Zweifels, dass hier vorsätzlich und mit großer krimineller Energie vorgegangen wurde.

Leider werden andere Spammer weniger leichtsinnig sein.

Wie peinlich für Microsoft…

Freitag, 16. April 2010

Betreff: Beste Software fuer Ihren PC!

Noch gleicher und nocht bedenkenloser, als je zuvor! Wir akzeptieren alle Kreditkarten, die Sie verwenden. Sie erhalten Ihre Software sofort, ohne zu Warten.

* OneNote 2007: €23.95
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http://biddable0351.spaces.live.com

Wie peinlich für Microsoft, dass die Spammer auch nicht davor zurückschrecken, ihre nicht lizenzierten Softwarekopien von Microsoft-Programmen über Microsofts eigenes spaces (punkt) live (punkt) com feilzubieten. So kann es eben kommen, wenn man im Hype des Web 2.0 unbedingt einen Dienst anbieten muss und es auch nach etlichen Monaten noch nicht hinbekommen hat, den massenhaften, mechanischen Missbrauch dieses Dienstes durch kriminelle Spammer in den Griff zu bekommen.

Aber nach vielen Monaten unter derartiger Spamlast glaube ich mittlerweile, dass das Microsoft noch gleicher als je zuvor ist und dass man diesen Missbrauch völlig bedenkenlos in Kauf nimmt. Aus dem zivilisierten Internet hat sich live (punkt) com in meinen Filtereinstellungen schon längst verabschiedet – diese Zeichenfolge führt dazu, dass ich Blogkommentare und Mails als Spam aussortiere und mechanisch in den Sondermüll verschiebe. Ich gehe davon aus, dass es nicht nur bei mir so aussieht – Microsoft könnte also diesen Dreck, für den ich noch nie eine legitime Anwendung gesehen habe, getrost und zum Gewinn für die Menschheit abschalten, wenn das Spamproblem nicht anders zu bewältigen ist.

Spam kommt gut an

Donnerstag, 25. März 2010

Kein Spam, sondern ein Link zu einem Artikel auf Heise Online: Spam kommt gut an. Einfach nur zum gruseln:

[…] denn nach wie vor gibt es offenbar mehr als genug Anwender, die allen Gefahrenhinweisen zum Trotz auf alles klicken, was irgendwie interessant aussieht.

[…] Nach den Erkenntnissen der Anti-Spam-Experten haben mehr als die Hälfte (57 %) der befragten Erwachsenen ausgesagt, bereits auf Spam in einer Weise reagiert zu haben, die dem Treiben der Täter Vorschub leistet. Dazu gehören neben dem Öffnen der E-Mail das Weiterleiten oder das Anklicken von URLs in den Spam-Mails. Fast die Hälfte dieser Gruppe (46 % und somit rund ein Viertel der Gesamtheit) tat dies in voller Absicht, also im Wissen, dass es sich nicht um ein seriöses Angebot handelte.

[…] jeder achte Empfänger (12 %) klickt darin trotz eines mulmigen Gefühls auf einen Link, der eine Austragung aus der Mailingliste verspricht.

Und diese Dummheit etlicher völlig merkbefreiter Zeitgenosse ist der Grund dafür, warum die Postfächer, Foren und Kommentarmöglichkeiten unter der Last der täglichen Spam explodieren. Erst wenn niemand mehr so auf eine Spam reagiert, wie es sich die Spammer wünschen, kann diese Pest des Internet ein Ende finden.

Jeder Klick in eine Spam ist ein Fehler. Jeder Klick in eine Spam ist auch gefährlich, denn die Verbrecher sind auf dem aktuellen technischen Stand und die scheinbare „Sicherheit“ durch eine „personal firewall“ und ein Virenschutzprogramm kann sehr trügerisch sein. Und „aus der Mailingliste austragen“ kann man sich nicht, man zeigt damit den Spammern nur, dass die Spam auch ankommt und gelesen wird – und das wird Folgen haben.

Die Polizei ermittelt…

Mittwoch, 17. März 2010

Es kann sich wirklich lohnen, die Spam nicht nur einfach so hinzunehmen, sondern im Falle gefährlicher Phishing-Versuche auch einmal die Öffentlichkeit zu suchen. Wie der Münchener Merkur auf seiner Internetsite berichtet, hat die Anfrage dieser Zeitung dazu geführt, dass die Müchnener Polizei Ermittlungen gegen die Spammer aufgenommen hat – und hoffentlich führt dieser Vorgang auch zu einer Information der möglicherweise betroffenen Packstation-Kunden, um Schäden durch gephishte Zugangsdaten zu verhindern:

Unbekannte versuchen derzeit, mit fingierten E-Mails Daten von Packstation-Kunden der Post auszuspähen.

Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Münchner Polizei nun Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Die Betrüger verschicken offenbar im großen Stil E-Mails an Bürger, in denen diese informiert werden, dass angeblich alle Packstation-Zugänge innerhalb der Stadt vorübergehend deaktiviert werden müssen.

Münchener Merkur

Nun, einen kleinen Fehler hat dieser Artikel allerdings, und dieser liegt im Worte „derzeit“ – die Masche mit dem Packstation-Phishing ist nicht gerade neu und hat viele Gesichter. Und auch andere angeblich von DHL kommende Mails sind hoch gefährlich.

Wer Kunde irgendeines Unternehmens ist und eine Mail ohne persönliche Anrede bekommt, sollte immer von einem Betrugsversuch ausgehen. Und selbst bei persönlicher Anrede kann es im Zweifelsfall besser sein, einfach einmal zum Telefon zu greifen und dort anzurufen – aber die Telefonnummer nicht aus der Mail nehmen, sondern besser im Telefonbuch nachschlagen.

Keine Chance den Phishern!

Wirtschaftliche Leichenfledderei

Sonntag, 24. Januar 2010

Keine Spam, sondern ein Link auf die Wochenschau von Hal Faber bei Heise Online zusammen mit einem kleinen Zitat über eine besonders widerwärtige Form der Werbung:

Das Honorar für diese kleine Wochenschau geht diesmal an Ärzte ohne Grenzen, die mit ihren „Plug&Play-Hospitals“ in Haiti helfen. Nein, das ist kein Spiel. Wer die Ärzte nicht mag, kann sich ja hier beteiligen. Wer pleite ist am Monatsende, sollte für die Zukunft zumindest ein Nichtkaufen-Häkchen bei den Firmen setzen, die mit der Katastrophe Werbung machen. Den Vogel schießt diesmal die schwedische Firma Anoto ab, deren PR-Meldung so beginnt: „Die schrecklichen Bilder in Haiti führen es wieder vor Augen: Bei Massenereignissen geht es zuallererst um schnelle und effiziente Hilfe vor Ort. Die mobilen Sanitätseinheiten der Schweizer Armee setzen daher bereits seit Anfang des Jahres auf eine ausgeklügelte Lösung für die rasche Erfassung und Verarbeitung von Patienteninformationen. Elementare Bestandteile sind dabei die digitalen Stifte…“

„Gut, dass Geld nicht blutet“, hat sich wohl der Werber beim Verfassen dieses wertneutral beflissenen Textes gesagt. Bäh!