Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Merz Friedrich

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Perlen der täglichen Kommentarspam

Heute mal wieder etwas richtig Dummes.

Merz Friedrich – also bis auf eine alternative Namenskomponentenreihenfolge ganz ähnlich wie der amtierende Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – nannte sich das krepelige und mutmaßlich nicht so gut hirnentwickelte Gesäuge mit seiner deutschen IP-Adresse eines größeren britischen Dienstleisters (die Abuse-Mail ist schon draußen), das gestern abend um halb sieben zwei Kommentare zur Einleitung eines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber dabei natürlich mal wieder an der Spamfilterung gescheitert ist. Obwohl das Spamskript gar nicht so schlecht war. Aber der Inhalt spottet nun einmal jeder Beschreibung… 🤭️

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Merz Friedrich

Ohne weitere Worte.

Émilia Emilia2000

Sonntag, 30. November 2025

Perlen der täglichen Kommentarspam

Émilia Emilia2000: So nannte sich die Gestalt mit ihrer IP-Adresse eines Dienstleisters aus den USA, die heute morgen um 7:03 Uhr den folgenden Kommentar zur Einleitung eines Vorschussbetrugs hier auf Unser täglich Spam ablegen wollte, aber trotz guten Spamskripts aus inhaltlichen Gründen scheiterte:

Bestes Kreditangebot

Hallo Frau/Herr [Name], diese Nachricht richtet sich an alle Privatpersonen, die einen Kredit benötigen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Suchen Sie einen Kredit, um Ihr Unternehmen wiederzubeleben, ein Projekt zu finanzieren oder eine Wohnung zu kaufen, aber Ihre Bonität ist negativ oder Ihr Kreditantrag wurde abgelehnt? Ich bin ein privater Kreditgeber und biete Kredite von 2.000 € bis 800.000 € zu einem Zinssatz von 3 % an, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

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Wie, heute nur 800.000 € Kredit ohne Bonität? Das gibts nur bei der GMail-Bank, die keine Firmierung hat und keine Website betreiben mag, weil sie jeden Cent an irgendwelche Leute verleiht, die eine Mail schreiben können. Egal, ob das Geld zurückkommt oder nicht. Bitte die E-Mail an eine privatsphäreninvasive Freemaileradresse nicht verschlüsseln, es geht ja nur um ein bisschen Geld! Das kann man offen auf Postkarten machen. Da braucht man keinen Datenschutz und keine Diskretion.

Natürlich gibt es da keine Darlehen. Wer darauf reinfällt, darf nur Vorleistungen bezahlen. Es fängt mit einem relativ kleinen Betrag an, man muss aber schon bald substanzielle Beträge über anonymisierende Verfahren wie Western Union oder Kryptogeld bezahlen. Erfahrene Betrüger wissen, wie ungern Menschen bereits bezahltes Geld abschreiben, selbst wenn es nur hundert Euro sind. Wenn für die Betrügerbande nichts mehr zu holen ist, bricht der Kontakt plötzlich ab, und das Opfer bemerkt, wie übel ihm die ganze Zeit mitgespielt wurde. Das finanzielle Problem ist danach natürlich noch größer. Wer mir das nicht glauben will, weil so ein Blogger aus der dritten Reihe im geduldigen Web ja alles mögliche behaupten kann und deshalb lieber einem verheißungsvoll klingenden Spamkommentar glaubt… gut so! Niemand muss mir glauben. Einfach mal bei der Polizei fragen, was von Kreditangeboten in Spams zu halten ist! Die Beamten in der nächsten Dienststelle können ein Liedchen davon singen.

(Na ja, wenigstens hat sich das Spamskript mit einem Versuch begnügt und ist gleich zur nächsten Website mit offenem Kommentarbereich weitergezogen, als die Spam nicht erschienen ist. Inzwischen können einige dieser Betrügerbanden auch halbwegs gute Skripten einkaufen oder selbst coden, die sich nicht mehr ganz so auffällig verhalten. Das Spamskript ist so gut, dass ich davon ausgehe, dass diese Spam in einigen Blogs oder Foren erscheint. Im Moment ist die Spamkampagne noch ein bisschen zu frisch für die Suchmaschinen, aber das Rinnsal kann noch zur Flut werden.)

1,500,000.00 EUR

Freitag, 28. November 2025

Nee, so viel habe ich gerade nicht rumliegen. Oder bekomme ich das mal wieder geschenkt? Wer schreibt mir überhaupt?

Von: مهرائيل رفعت هارون عريان <Mohrael.Reefat.D01161@f-arts.helwan.edu.eg>

Kenne ich nicht.

Was schreibt es denn?

Hallo,

Aha, es kennt mich auch nicht.

Ich stehe übrigens nicht als Empfänger in der Mail. Es ist eine ganz klare Spam. Dieser E-Müll aus der Trickbetrügerhölle geht an ganz viele Empfänger gleichzeitig, vermutlich an hunderttausende. Man muss kein Wort vom eigentlichen Inhalt gelesen haben, um das zu bemerken. Die Spam wird zum Glück auch relativ deutlich von Spamfiltern erkannt, es könnte aber passieren, dass sie bei nicht ganz so strikter Filterung mal durchflutscht. Außerdem ist es ein neuer Text, Grund genug, einmal mehr darüber zu bloggen.

Mein Name ist Prof. Dr. Karla Barros.

Im Namensteil der Absenderadresse steht aber etwas von Mohrael Reefat, und leider kann ich das arabische Skript nicht so locker lesen, wie ich gern möchte. Aber ich wäre nicht überrascht, wenn da nochmal ein anderer Name stünde. Es sieht für mich allerdings nicht so aus. Immerhin stimmen das „M…r“ und das „R“.

Die Mail wurde über eine US-amerikanische Mailadresse…

$ whois 52.101.72.121 | grep -i ^orgname
OrgName:        Microsoft Corporation
$ _

…aus dem IP-Bereich von Microsoft versendet. Vermutlich handelt es sich um den Missbrauch eines Freemailers. Meine Abuse-Meldung ist schon draußen. Microsoft ist ja nicht Google, die tun auch etwas. (Ja, es fällt mir schwer, ausgerechnet Microsoft zu loben! Das ich es tun muss, liegt allerdings an Google.)

Gemäß Artikel 47 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union […]

Nun, ich will es mal so sagen: Mir sind keine durch EU-Recht garantierte Rechte und „Freiheiten“ verletzt worden. 😁️

Eine kurze Abschweifung: Warum ich „Freiheiten“ in Anführungszeichen schreibe? Weil sie nicht die Freiheit sind. Freiheit ist unteilbar. Davon gibt es keinen Plural. „Freiheiten“ sind von Herrschenden unter Vorbehalt gnädigst eingeräumte und im Zweifelsfall (Krieg, Witze über die Herrschenden, Profitschwund bei den Freunden der Herrschenden, Angstattacken der Herrschenden) schnell unter Vorwänden wieder entzogene oder eingeschränkte selbstbestimmte Lebensmöglichkeiten, sind das Zuckerbrot in Ergänzung zur Peitsche des Zwingherrn, sind also das genaue Gegenteil von Freiheit. So, jetzt aber zurück zur Spam:

[…] und den einschlägigen Bestimmungen zum finanziellen Ausgleich nach geltendem europäischen und internationalen Recht bin ich verpflichtet, eine Entschädigung in Höhe von 1,500,000.00 EUR zu zahlen.

Spamprofessorchen, und dann kennst du von mir nur den Namen „Hallo“? Und schreibst nicht einmal meine Mailadresse als Empfänger in deine Spam?

Übrigens: Jeder Dolmetscher fürs Deutsche in Einrichtungen der Europäischen Union wird wissen, wie man in der deutschen Sprache dieses Ding mit den Kommas und Punkten bei nummerischen Angaben macht: Das Komma trennt die Dezimalstellen ab – das deutsche Wort dafür lautet übrigens: Nachkommastellen – und der Punkt trennt die Tausender in längeren Ziffernfolgen, um die Größenordnung schnell einschätzen zu können. Also genau umgekehrt, wie es dieser aufdringlich mit Banknoten wedelnde, vom europäischen Recht faselnde Spammer macht. In der deutschsprachigen Schweiz macht man es nochmal anders und für meine Augen viel hübscher und klarer, weil Verwechslungen gar nicht möglich sind. Aber mich fragt ja niemand. Sonst wäre auch die letzte Rechtschreibreform ganz anders gelaufen. Zum Beispiel hätte ich den barocken Sonderbuchstaben „ß“ und die auch für Muttersprachler oft schwierige Groß-Kleinschreibung abgeschafft. Letztere ist nämlich die wahre Front ziemlich unnützer Schwierigkeit. Dass in einer Sprache, deren Sprecher sich bei Bedarf einfach neue Wörter bilden, nicht immer klar ist, was man zusammen- und was man getrennt schreibt, ist klar. Ich hätte es einfach entreguliert und den Schreibern überlassen, ob sie „autofahren“ oder „auto fahren“, ob sie „radfahren“ oder „rad fahren“ schreiben wollen (Kleinschreibung im Beispiel beachten, es fällt doch kaum auf). Gegen Stil oder einen Mangel daran helfen keine pedantischen DIN-Normen. Aber ich hatte heute schon etwas mit Freiheit und „Freiheiten“, ich bleibe mal besser bei der Spam:

Diese Zahlung erfolgt im Zusammenhang mit früheren Finanztransaktionen, bei denen Ihnen nachweislich Kosten und Ausgaben entstanden sind, Sie aber aufgrund verwaltungstechnischer oder verfahrenstechnischer Probleme nicht die Ihnen zustehenden Mittel erhalten haben.

Aha, ich kriege ganz viel Geld, weil ich schon einmal auf einen Trickbetrug reingefallen bin, dass ich ganz viel Geld kriege und dafür eine Vorleistung nach der anderen bezahlt habe.

Das ist übrigens bei mir nicht der Fall.

Die Entschädigung wird daher nach einem formellen Überprüfungsverfahren gewährt, das die Grundsätze der Fairness, Transparenz und angemessenen Entschädigung nach EU-Recht gewährleistet.

Aha! Wird das Orakel befragt, oder handelt es sich um eine Lotterieziehung? Der Satz sagt in ganz vielen aufgeblähten Worten gar nichts und soll nur beeindrucken.

Bitte antworten Sie auf diese Nachricht, um detaillierte Anweisungen zum Erhalt dieser Mittel zu erhalten.

Ich denke, du bist verpflichtet, Spamprofessorchen! Dann tu mal was!

Aber ich sehe schon:

ERFORDERLICHE INFORMATIONEN:
Vor- und Nachname:
Land:
Adresse:
Telefonnummer:
Beruf:
Zahlungsreferenznummer: NRTB/JH2025/28392DV/EUR

Ich muss dem „europarechtlich verpflichteten“ Vorschussbetrüger erstmal mitteilen, wie ich heiße, wo ich wohne und was ich arbeite (daran können die Betrüger grob abschätzen, wie viel Geld sie aus einem rausleiern können und wie viel Aufwand sich lohnt, denn sie arbeiten auch nicht so gern). Ach ja, und eine Quatschnummer muss ich noch abschreiben. Das ist sicherlich eine ganz geheime Geheim-Quatschnummer, denn wer die hat, kriegt ja 1,5 Megaeuro, wenn er seinen Namen dazuschreibt. Schade, dass sie in einer unverschlüsselten Mail so offen wie auf einer Postkarte mitgeteilt wird – und wegen des Verzichts auf eine digitale Signatur der Mail auf dem gesamten Transportweg beliebig verändert werden kann.

Übrigens ist die Angabe einer Telefonnummer aus Sicht der Spammer wichtiger als die Angabe einer IBAN für die Überweisung. Zur Überweisung kommt es ja eh nicht. Aber am Telefon kommen die geübten, gewerbsmäßigen Trickbetrüger erst richtig zur Hochform. In gut eingespielten Aufführungen faseln sie das Gehirn ihrer Opfer so lange weich, bis sie es auslöffeln können und die Opfer eine finanzielle Vorleistung nach der anderen bezahlen, am besten über anonymisierende Verfahren wie Western Union oder auch mal mit Kryptogeld. Dabei haben die Opfer immer anderthalb Millionen Euro vor Augen, und den Gedanke, dass sie betrogen werden, vermeiden sie, weil sie dann ja das ganze bereits bezahlte Geld abschreiben müssten. Es fängt mit kleinen Beträgen an, und…

Eine alte Karikatur, die den auf einem Esel reitenden Tod zeigt, der dem Esel mit einer Angelleine eine Karotte vor Augen hält, damit er weiter geht. Der Esel rennt gierig auf den Abgrund zu.
Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain

…findet erst ein Ende, wenn nichts mehr zu holen ist oder doch mal einer zu ahnen scheint, dass er betrogen wird. Mittlere sechsstellige Schäden sind schon vorgekommen, ein paar Tausender sind eigentlich immer weg. Viele Opfer verschulden sich sogar, weil sie glauben, in Kürze mit Leichtigkeit zurückzahlen zu können. Ja, man muss ein bisschen naiv sein, um darauf reinzufallen, aber dass einer naiv ist, macht es noch lange nicht legitim, dass man ihm so übel mitspielt!

Wichtige Informationen: Bitte senden Sie die oben genannten Informationen direkt an die offizielle E-Mail-Adresse des technischen Supports der Europäischen Union:
europeanaidinfo@europe.com

Bitte nicht an die Absenderadresse antworten, wie man das sonst bei jeder E-Mail macht, denn die Absenderadresse ist gefälscht.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Karla Barros
Leitende Entschädigungsbeauftragte
Referat für humanitäre Entschädigung
Europäische Union
E-Mail: europeanaidinfo@europe.com

Mit Winkewinke vom Trickbetrüger.

Leider fällt immer irgendwer darauf rein.

Action Required Urgently

Samstag, 22. November 2025

Meint wer?

Von: ronald@mrempowerment.ng
An: Recipients <ronald@mrempowerment.ng>
Antwort an: sarah.breeden@englandbankcx.info

Keine weiteren Fragen. Es handelt sich…

$ host englandbankcx.info
englandbankcx.info has address 44.227.76.166
englandbankcx.info has address 44.227.65.245
englandbankcx.info mail is handled by 1 smtp.google.com.
$ country 44.227.76.166
44.227.76.166 is from United States of America (US) United States of America (US) 
elias@esprimo [~] $ _

…um eine sehr „englische“ Bank. Die schreibt mir ihre drängend wichtige Mail auch frei von der Leber weg in einem einzigen Absatz:

Hello this is to inform you that there are unclaimed funds under your name. To proceed with your claim, kindly contact Sarah Breeden Deputy Governor of the Bank of England for Financial Stability for confirmation. Please provide your full name when reaching out to her via email at sarah.breeden@englandbankcx.info

Dass da irgendwas auf meinem Namen gutgeschrieben ist, wirkt doch gleich viel glaubwürdiger, wenn ich ganz platt und informell der Herr Hallo bin, der dann darum gebeten wird, doch bitte erstmal seinen Namen zu nennen. 🤣️

Bitte nicht an die Absenderadresse antworten! Das ist bei der Bank of England völlig unüblich. Deshalb steht ja auch eine Antwortadresse drin. Läuft über Google. Ist ja nur Geldkram, wer will da schon Diskretion?

Nein, ich habe keine Lust, Google den Missbrauch seiner Dienstleistungen durch Trickbetrüger zu melden. Es ist sinnlos. Da kann ich es auch der nächsten Wand erzählen. Google ist Kumpel und Komplize, wie ich das immer sage.

Ohne Betreff

Dienstag, 18. November 2025

Mir schreibt also jemand, der nicht in den Betreff reinschreiben möchte, um was es geht. Wer ist das denn?

Von: Marlene Engelhorn <gab.saude@boavista.rr.gov.br>
Antwort an: Marlene Engelhorn <msmarlenegelhorn@gmail.com>

Marlenchen schreibt mir. Allerdings möchte sie alle weitere Kommunikation über eine anonym und kostenlos eingerichtete Mailadresse beim GMail von Google, dem dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers haben. Und nicht an die gefälschte Absenderadresse. Natürlich kenne ich Marlenchen nicht. Und in dieser wundersamen Mail aus der Tiefe des Internetklos stehe ich auch nicht als Empfänger drin. Niemand steht als Empfänger drin. Sie ging übrigens an eine Mailadresse, die ich seit Jahren nicht mehr aktiv benutze, weil sie völlig spamverseucht war. Da hat wohl jemand eine alte Datenbank gefunden oder sich im Darknet für teuer Geld andrehen lassen. Ich habe seit mindestens fünf Jahren keine Spam mehr auf dieser Adresse gehabt. Na ja, es können ja auch nicht nur die Opfer der Trickbetrüger um ihr Geld betrogen werden. 😁️

Die Spam wurde über eine IP-Adresse aus Uruguay versendet. Das ist ein relativ seltener Gast im Glibbersieb des Spamfilters. Aber Spammer haben auch VPNs. Trotzdem: Wenn ich Spammer wäre und meine Zielgruppe wären naive und dumme Menschen in Deutschland, dann würde ich eine IP aus der Bundesrepublik Deutschland verwenden. Die wird sicherlich nirgends geblockt.

Und, was schreibt Marlenchen so?

Sehr geehrte/r Begünstigte/r,

Genau mein Name! Und eines von den beiden Geschlechtern habe ich auch noch! Da bin ich voll persönlich gemeint. 👍️🤡️

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie für eine Förderung im Rahmen unseres offiziellen Stipendienprogramms ausgewählt wurden.

Student bin ich jedenfalls nicht. Als Wort für eine finanzielle Förderung – zum Beispiel von jungen Wissenschaftlern, Künstlern, Sportlern – ist „Stipendium“ zwar im Deutschen noch ein bisschen gebräuchlich, dürfte aber für viele Sprecher schon etwas missverständlich sein. Die meisten Menschen verwenden hier das modernere Wort „Förderung“.

Aber schön, dass ich endlich mal Geld für Musik kriege! Ich habe neulich schon ersthaft darüber nachgedacht, einfach mal Ballermann-Sauflieder¹ zu schreiben, aber Bummsfallera plem plem! 😅️

Ich bin Österreicherin und möchte mein Erbe zur Unterstützung der Gemeindeentwicklung und zur Hilfe für bedürftige und benachteiligte Menschen einsetzen.

Wie, du hast was vererbt, du Österreicherin, und du schreibst trotz Eintreten deines erfreulichen Ablebens noch Mails? Oder wie soll ich das Wort „mein Erbe“ verstehen? 😀️

Klicken Sie auf den Link, um die Bestätigung dieses Angebots zu erhalten:
https://www.bbc.com/news/world-europe-67935463

Ach, du hast geerbt! Schreibt jedenfalls die BBC – in den österreichischen Medien hat das wohl nicht so eine große Rolle gespielt, die Kronen Zeitung (mit echtem Deppen Leer Zeichen) hatte etwas wichtigeres zu vermelden oder der Vorschussbetrüger konnte kein Deutsch lesen – und willst 25 Megaeuro verteilen. Oder genauer gesagt: Du wolltest das. Die BBC-Meldung ist vom 10. Januar 2024, also inzwischen 678 Tage alt. Leute, die sich für Geld interessieren, gibt es regelmäßig mehr, als es Geld gibt. Die Milliönchen werden sich schon schnell verteilt haben.

Aber das bestätigt gar nichts. Das bestätigt nicht einmal, dass das echte Marlenchen der Absender ist, Marlenchen. Dafür gäbe es digitale Signaturen, bei denen man sich nicht nur vergewissern kann, dass der Absender im Besitz eines privaten Schlüssels ist, sondern die es auch unmöglich machten, die Mail auf dem Transportweg zu manipulieren. Ist ja beides schon manchmal wichtig. Zum Beispiel, wenn es um ein bisschen Geld geht. Eine Millionenerbin sollte das eigentlich wissen.

Seien Sie versichert, dass dieses Angebot seriös und legitim ist.

Schön, Marlenchen, dass du es noch einmal reinschreibst. Ich habe schon echte Zweifel daran bekommen! 🤣️

Mit freundlichen Grüßen,
Marlene Engelhorn

Bitte nicht an die gefälschte Absenderadresse antworten, sondern an eine schnell, kostenlos und anonym eingerichtete GMail-Adresse! Und bitte trotz der Lüge mit der Absenderadresse ganz feste daran glauben, dass das mit dem Geld stimmt!

Entf! 🗑️

¹Nein, das war nicht ernstgemeint. Ich kann das nicht. Ich kann keine Dinge machen, vor denen mir ekelt. Oder genauer: Ich tue mich damit sehr schwer. Aber vielleicht sollte ich mal dran arbeiten…

Ich habe mich entschieden, in Ihrem Namen 1.500.000,00 € zu spenden.

Montag, 17. November 2025

Hallo
Ich bin Maria Elisabeth Schaeffler, eine deutsche Unternehmerin, Investorin und Philanthropin. Ich bin Vorstandsvorsitzende von Wipro Limited. 25 % meines Privatvermögens sind für wohltätige Zwecke bestimmt. Ich habe mich außerdem verpflichtet, die restlichen 25 % bis 2025 an Privatpersonen zu spenden. Ich habe mich entschieden, in Ihrem Namen 1.500.000,00 € zu spenden. Bei Interesse an meiner Spende kontaktieren Sie mich bitte für weitere Informationen.
Weitere Informationen zu mir finden Sie unter folgendem Link:
https://cs.wikipedia.org/wiki/Maria-Elisabeth_Schaeffler
Mit freundlichen Grüßen
Geschäftsführerin von Wipro Limited
Maria Elisabeth Schaeffler
E-Mail: mariaeliisabethschaefflerr1@gmail.com

Keine Lust auf weitere Worte. 😅️

Daniel

Samstag, 15. November 2025

So nannte sich der Kommentator mit seiner IP-Adresse – nein, diesmal nicht Nigeria, diesmal ist es Litauen – der heute um 12:31 Uhr den folgenden handgeschriebenen Kommentar zur Einleitung eines Vorschussbetruges auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber natürlich gescheitert ist:

Hallo,

ich biete internationale Kredite an.

Das Kapital dient der Vergabe von Krediten zwischen Privatpersonen in Höhe von 2.000 € bis 5.000.000 €, sowohl kurz- als auch langfristig. Ich vergebe Kredite an alle ernsthaften Personen mit einem echten Bedarf. Der Zinssatz beträgt 2,7 % pro Jahr. Ich biete Finanzkredite, Immobilienkredite, Investitionskredite, Autokredite und Privatkredite an. Ich stehe Ihnen innerhalb eines Tages nach Eingang Ihrer Anfrage zur Verfügung.

Nur ernsthafte Interessenten!

Schnelle Antwort: bie████daniel1@gmail.com
WhatsApp: +371259████6

Au ja, ich nehme mal die fünf Millionen. Ich bin da sehr ernsthaft dran interessiert. Ehrenwort. Und ernst. 😂️

Nein, bei diesen WanzApp- und GMail-Banken ohne Website und Firmierung – die spammen gerade wie die Verrückten die Kommentare voll – gibt es keine Darlehen. Da kann man nur Vorleistungen bezahlen, bis die Betrügerbande nichts mehr aus einem rausdrücken kann. Dann bricht der Kontakt plötzlich ab, das Geld ist weg und das Geldproblem noch größer.

Kredit

Dienstag, 11. November 2025

Perlen der täglichen Kommentarspam

Kredit: So nannte sich das Spammchen mit seiner IP-Adresse aus dem brummenden Nigeria, dass heute nacht zwischen 1:18 Uhr und 2:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in guter, alter Handarbeit (also völlig ohne Spamskript) gleich sechs gleichlautende Kommentare zur Einleitung eines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber natürlich sechsmal auf der Stelle aus inhaltlichen Gründen aussortiert wurde:

Benötigen Sie einen Kredit für ein Auto, zur Begleichung von Rechnungen, für den Hauskauf oder für zusätzliches Kapital? Wir bieten Privatpersonen und Unternehmen Kredite aller Art von 10.000,00 € bis 10.000.000,00 € zu einem günstigen Zinssatz von 2 % an. Interessierte Antragsteller können sich jetzt mit dem untenstehenden Antragsformular bewerben:

E-Mail des Kreditgebers: agenthinson@gmail.com
Oder
WhatsApp: https://wa.me/message/U3GQDWIXH4GR1J

Bitte geben Sie für Ihre Bewerbung folgende Informationen an:

Kreditbetrag:
Laufzeit:
Telefonnummer:
Land:
Beruf:
Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?

[Ich habe in diesem WanzApp-Link ein paar Buchstaben und Ziffern geändert.]

Die Darlehen von dieser anonymen WanzApp- und GMail-Bank, die nicht einmal eine Firmierung oder eine Website hat, sind sicherlich die Allerbesten! Da ist es auch regelmäßig wichtiger, dass man die Telefonnummer angibt, unter der die Betrügerbande das Gehirn bis zur Löffelfähigkeit weichquasseln kann, als dass man die IBAN für die Überweisung des 10-Millionen-Euro-Darlehens zum mal wieder richtig Durchkaufen nennt. Denn ein Darlehen gibt es dort ja eh nicht. Man wird nur abgezogen, indem man eine Vorleistung nach der anderen zahlt. Hinterher ist das Geldproblem noch größer. Und alle Daten, die man den Betrügern gegeben hat, werden für andere Betrugsgeschäfte benutzt, so dass man hinterher auch noch jahrelang den Ärger mit dem Identitätsmissbrauch hat.

Aber diese Frage, wie ich darauf aufmerksam geworden bin, die ist ja mal originell. So erkennt man gleich die Dümmsten der Dümmsten der Dümmsten, die da „Ich habe das Formular in einem Spamkommentar in einem Blog gelesen“ antworten. 😅️