So nannte sich der Honk mit seiner IP-Adresse aus den Niederlanden, der die folgende Anpreisung der E-Mail-Bank ohne Benutzung eines Spamskriptes, also eigenhändisch über die Zwischenlage, ins Kommentarfeld kopiert und abgesendet hat:
Benötigen Sie eine Finanzierung? Erhalten Sie einen Kredit ohne Vorkosten!
Sie haben ein großes Projekt zu finanzieren (z. B. Bauarbeiten, einen Kauf oder unerwartete Ausgaben) und suchen nach einer schnellen und unkomplizierten Kreditlösung ohne Vorlaufkosten?
Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail an die folgende Adresse:
jordi.wiedeman1@cash4u.com
Oh, ein Kauf ist ein großes Vorhaben? So teuer ist es beim Aldi aber doch noch nicht. 😁️
Natürlich gibt es bei diesem Spammer, der nicht einmal eine Website, sondern nur eine Mailadresse betreibt, keine Darlehen, sondern einen Vorschussbetrug.
Was an dieser Spam ungewöhnlich ist: Es wurde diesmal keine Mailadresse von GMail verwendet, dem sonst so treuen und zuverlässigen Kumpel und Komplizen des Spammers und Trickbetrügers, der nicht einmal eine Website betreibt, sondern eine Mailadresse in der lustigen Domain cash4u (punkt) com verwendet.
Wenn man nachschauen will, ob es in dieser Domain auch eine Website gibt, stellt man fest…
$ mime-header http://cash4u.com/ HTTP/1.1 301 Moved Permanently date: Tue, 06 Jan 2026 10:55:14 GMT last-modified: Tue, 06 Jan 2026 10:55:14 GMT accept-ranges: none content-type: text/html location: https://www.world.com/ connection: close $ _
…dass es dort statt einer Website nur eine Weiterleitung zur Website eines in meinen Augen etwas fragwürdigen Dienstleisters gibt, der „Premium-Domains“ und „SEO“ anzubieten hat. Dieser Dienstleister wird allerdings mit dem Vorschussbetrüger nichts zu tun haben. Jeder Mensch, der einen Webserver aufsetzen kann – und das kann der Betreiber von cash4u (punkt) com ganz offenbar, denn sonst käme gar nichts zurück und ich hätte eine Fehlermeldung, dass die Website nicht verfügbar ist – kann auch mit Leichtigkeit eine solche Weiterleitung einrichten, und zwar zu jeder anderen Website im Internet. Die meisten Menschen setzen freilich einen Webserver auf, um damit eine Website zu betreiben, denn dafür macht man das ja eigentlich. Der mit der Erstellung einer Website verbundene Zusatzaufwand ist diesem Trickbetrüger mal wieder zu mühsam. Da müsste man sich ja irgendwo ein Websitegerüst holen und da ein bisschen Text reinschreiben, der halbwegs überzeugend aussieht. Oder den Text mit einem angelernten neuronalen Netzwerk generieren lassen, was übrigens bei entsprechendem Prompt auch gleich mit halbwegs korrektem HTML-Markup geht. Das überrascht nicht, denn wenn so ein Spammer sich Mühe geben wollte, brauchte er ja gar nicht zu spammen und zu betrügen, sondern könnte einfach arbeiten gehen.
Diese lustige Domain ist mir schon hin und wieder einmal in E-Mail-Spam aufgefallen, in denen mir völlig grundlos ein Millionenbetrag geschenkt werden sollte, obwohl ich nur „Hallo“ heiße und eine Mailadresse habe, etwa in der Spende der angeblichen Judith R. Faulkner. Natürlich ist auch das ein Betrug.
Ich deute das so, dass der regelmäßige und von Google nicht bekämpfte Missbrauch von GMail-Mailadressen inzwischen dazu führt, dass Kommentare mit einer GMail-Adresse inzwischen immer häufiger pauschal als Kommentarspam ausgefiltert werden. Das ist natürlich ärgerlich, wenn jemand kein anderes Geschäftsmodell als Spam und Betrug hat, da muss man sich dann etwas überlegen. Und so versuchen einige Vorschussbetrügerbanden inzwischen ihr Glück mit anderen Domains, vielleicht auch mit solchen, die sie schon ein bisschen länger „herumliegen“ haben.