Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Sonstiges“

Schmerzinteressiert!

Dienstag, 4. Dezember 2007

Wenn man ein Forum mitbetreibt, kann man auch so einiges erleben – und zwar auch dann, wenn das Forum kaum benutzt wird. Den Spammern ist jede Wand recht, um darauf ihre Schrottbotschaft zu schmieren, wenn sie nur eine Chance sehen, dass die so erzeugten Links das Google-Ranking verbessern könnten. Was der eigentliche Zweck der zugemüllten Site ist, interessiert sie überhaupt nicht.

So findet man sich jeden Tag darin wieder, diese ganzen Müll-Anmeldungen zu löschen, weil man in der Datenbank eines Forums lieber Beiträge als Müll sammeln möchte. Aber manchmal kann man sich dabei auch ein Grinsen nicht verkneifen:

Interessen: Schmerzen

Spammer, wenn du so an Schmerzen interessiert bist, denn sollten wir uns wirklich mal treffen. Ich hätte dir jede Menge Schmerz anzubieten, du Arschloch! 👿

Sparda-Bank: Kontoauszug-Überrumpelung

Freitag, 30. November 2007

Ich frage mich ja schon manchmal, ob es eine gute Entscheidung war, innerhalb dieses Blogs die illegale Spam zusammen mit den normalen und legalen Formen der Werbung zusammen zu behandeln. Was mich in dieser Entscheidung bestärkt, sind vor allem drei Tatsachen: Erstens ist die normale, legale Werbung in ihrer einseitigen Kommunikation genau so dumm, zweitens verfolgt sie die gleichen Ziele wie Spam und drittens kommt auch normale, legale Werbung oft in einer Form bei der Zielgruppe an, die sich auch bei allem Entgegenkommen der Betrachtung nicht leicht von den plumpen Versuchen der Spammer unterscheiden lässt, Menschen mit völlig unerwünschten Belästigungen zu überrumpeln.

Die Wirkung solcher üblen, überfallartigen Werbeformen musste von einigen Tagen C. erfahren, eine Frau aus Hannover. Sie gehört nach einer längeren Krankheitsgeschichte zu den Neuen Armen und krepelt am Existenzminimum. Dass bei solchen Lebensumständen auch im Verkehr mit der eigenen Bank – es handelt sich hier um die Sparda-Bank Hannover – nicht alles so freundlich und fair und lächelnd ist, wie dies in der Hochglanz-Werbung der Banken gern suggeriert wird, sollte jedem klar sein.

Vor zehn Tagen hat sich C. einen Kontoauszug aus dem Drucker geholt. Dabei bemerkte sie, dass einige Seiten mehr als erwartet ausgedruckt wurden. Das hat sie zunächst für eines ihrer „normalen“ Probleme gehalten und deshalb erwartet, dass sie auf diesem Wege mechanisch freundlich darum „gebeten“ würde, zu einem so genannten „Gespräch“ mit einem Angestellten der Bank zu erscheinen. Mit diesem Kontext erscheint der letzte Absatz des Textes auf dem Kontoauszug – auf dem nach einigem Blah schließlich eine solche Aufforderung erwartet wird und der deshalb die erste Aufmerksamkeit auf sich zieht – schon ziemlich erschreckend:

Entbindung von der Schweigepflicht…

Zum besseren „Genuss“ sei dieser Text noch einmal flugs abgetippt:

Entbindung von der Schweigepflicht
Mir ist bekannt, dass der Versicherer – soweit hierzu ein Anlass besteht – Angaben über meinen Gesundheitszustand, zur Beurteilung der Risiken eines von mir beantragten Vertrags, überprüft. Zu diesem Zweck befreie ich Ärzte, Zahnärzte, Angehörige anderer Heilberufe sowie Angehörige von Krankenanstalten und Gesundheitsämtern, die mich in den letzten 10 Jahren vor Antragstellung untersucht, beraten oder behandelt haben, von ihrer Schweigepflicht – und zwar auch über meinen Tod hinaus – und ermächtige sie, dem Versicherer die erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Diese Ermächtigung endet 5 Jahre nach Antragstellung. Von der Schweigepflicht entbinde ich auch zur Prüfung von Leistungsansprüchen im Falle meines Todes.

Wie ein solcher Text in der beschriebenen Situation wirkt, sollte auf der Stelle einleuchten. Natürlich war auch ein Platz vorgesehen, wo C. unterschreiben sollte.

Der gesamte Kontext der erschreckenden MitteilungEs handelte sich hier allerdings um eine Form der Werbung für eine Versicherung durch die Sparda-Bank. Dabei handelt es sich auch nicht etwa um eine „Information“, sondern um einen Vertragstext, der gleich auf dem Kontoauszug unterschrieben werden kann. Die erschreckende zweite Seite war ein Nachtrag zum Vertragstext, und zwar so auf einer zweiten Seite gedruckt, dass bei der Unterschrift nicht einmal klar wird, dass er ein Bestandteil des Vertrages ist – allein das ist schon formal bedenklich und lässt vermuten, dass die Werber, die sich so etwas ausdenken, sehr wohl darum wissen, wie ein erschreckender Text an unerwarteter Stelle die Aufmerksamkeit erzwingt. Dass eine solche, unaufgeforderte Zustellung eines Vertragstextes in erster Linie eine Werbung für die Leistung ist, die im Vertrage angeboten wird, ist klar.

Der zusätzliche Text auf dem Kontoauszug war allerdings in keiner Weise als Werbung gekennzeichnet, damit er auch bloß nicht als solche abgetan, sondern als Bestandteil eines Kontoauszuges – es könnte ja etwas Wichtiges sein – gelesen und aufgenommen werde. Wer sich mit eigenen Augen von dieser Tatsache überzeugen möchte, kann dies gern an Hand des gesamten Textes tun – ich habe keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen und lediglich jene Bestandteile unkenntlich gemacht, die eine Identifizierung von C. durch die Sparda-Bank ermöglichen. Diese sind nur die beiden Angaben der Kundennummer von C.

Selbst ohne den betrüblichen Hintergrund von C. ist diese Art der Werbung gewiss von einem überrumpelnden und eher fiesen Charakter, der ganz sicher nicht dazu geeignet ist, einen Eindruck von Seriosität zu erwecken. Allein das sollte Grund genug für die Sparda-Bank sein, von solchen Methoden in Zukunft Abstand zu nehmen, vielleicht sogar im Sinne des gegenwärtigen claims „freundlich & fair“ über eine Entschuldigung gegenüber jenen nachzudenken, die durch diese doch eher kalte und unfaire Werbeform dazu gedrängt wurden, unverlangte Werbetexte mit erhöhter Aufmerksamkeit zu lesen.

Für mich bedeutet dieser Vorgang nur eines: Wenn ich zurzeit eine Bank suchte, käme die Sparda-Bank für mich nicht mehr infrage.

Einen fröhlichen Dank an C., die mir dieses bemerkenswerte Dokument des „Kundendienstes“ zur Verfügung stellte.

Verbrecher tarnen sich mit Google

Samstag, 10. November 2007

Der neueste Wahnsinn aus der Spam-Hölle kann bei heise online nachgelesen werden. Da die mafiös organisierten Kriminellen auf immer weniger Menschen treffen, die jeden Link in einer Spam anklicken, suchen sie nach neuen Wegen, die ihre Verweise auf Malware-Schleudern wenigstens vertrauenswürdig aussehen lassen. Dabei scheuen diese Kriminellen auch nicht davor zurück, die Suchmaschine Google in ihre Machenschaften hineinzuziehen – kaum jemand begegnet einem Link auf Google mit Misstrauen:

Mit einem simplen Trick versuchen Spammer, Links zu Malware-verseuchten Webseiten als harmlose Links zu Google-Suchergebnisseiten zu tarnen. Darauf weist die Internet-Sicherheitsfirma Trend Micro hin. Sie machen sich zunutze, dass die Suchmaschine bei Verwendung der Suchoption „Auf gut Glück“ automatisch zum ersten Suchtreffer weiterleitet. Auf diese Weise können Angreifer den guten Ruf der Suchmaschine für ihre Zwecke nutzen, weil das Misstrauen gegenüber Google-Links überwiegend sehr gering ausfallen dürfte.

Auch, wenn Google diesem Missbrauch demnächst einen Riegel vorschieben sollte, bleibt die folgende Regel für den Umgang mit Spam in jeder Form bestehen: Niemals auf einen Link in einer Spam klicken! Egal, ob die Spam als Mail daherkommt, ob sie ein fragwürdiger Foreneintrag ist, ob sie in den Kommentaren eines Blogs auftaucht, ob sie in einem „Web 2.0″-Dienst transportiert wird oder irgend einen anderen Weg genommen hat. Nach Möglichkeit jede Spam sofort löschen! Das ist der einzige und zuverlässigste Schutz gegen die Machenschaften dieser Kriminellen.

Splogger

Dienstag, 6. November 2007

Zum Randbereich der Spam gehören die „Splogger“, die Spam-Blogger. Dies sind widerliche Zeitgenossen, die ein Blog aufsetzen und vollständig mit Texten aus anderen Blogs füllen. Dank der RSS-Feeds lässt sich dieser Vorgang „elegant“ automatisieren. Diese Inhalte werden in den Splogs mit überreich dargebotener Werbung vergällt, auf das sich die Übernahme von Inhalten für den Betreiber auch so richtig lohne.

Damit so ein Spam-Blog auch von Google und anderen Suchmaschinen indiziert und damit gelesen werde, werden „hübsche“ Spam-Trackbacks an die ausgeweideten Blogs gesendet:

Drei aufeinanderfolgende Spam-Trackbacks eines Sploggers

Besonders „erfreulich“ sind solche Trackbacks natürlich für die betroffenen Blogger, weil sie so gleich mitbekommen, dass dort jemand ein automatisiertes Geschäft mit ihren Texten betreibt. Das ist ja auch viel einfacher, als selbst etwas zu schreiben. Und darauf kommt es ja an in einer kapitalistischen Welt, in der jede Form des Gelderwerbes gleich gültig und damit auch gleichgültig ist. Der Kaufkraft des Geldes tut es jedenfalls keinen Abbruch, wenn das Geld auf die hinterfotzigste Weise erworben wurde.

Das Geschäft mit den Splogs wird in der Regel über das AdSense-Programm von Google gemacht. Wer meint, dass man sich als vom Inhaltsklau betroffener Blogger an Google wenden könnte, um diesem recht dreisten und asozialen Geschäft die monetäre Grundlage zu entziehen, hat sich allerdings geschnitten. Google antwortet stets mit freundlichen, aber in der Sache klaren und entschiedenen Mails, die besagen, dass Google keinerlei Verantwortung für die Inhalte fremder Sites übernimmt und dass man sich für ein solches Anliegen mit dem jeweiligen Site-Betreiber auseinandersetzen soll. Übrigens ist das eine völlig verständliche Haltung, da sonst ein immenser personeller und zeitlicher Aufwand betrieben werden müsste. Dieser Site-Betreiber sitzt natürlich in aller Regel im Ausland und ist gar nicht so leicht greifbar. Auch ist mein Russisch nicht nur eingerostet, sondern gar nicht erst vorhanden.

Und so steht der vom Sploggen betroffene Blogger vor einer wirklich hässlichen Situation. Zum einen werden seine Texte an anderer Stelle exakt dupliziert, was dazu führt, dass den Texten in Googles PageRank-Verfahren ein Malus gegeben wird, dass die eigenen Texte also schwieriger über Google zu finden sind und damit auch weniger Leser finden. Zum anderen erhält der Zeitgenosse, der einem solche Nachteile durch übles und gieriges Verhalten an den Hals zaubert, für diese Tätigkeit auch noch aus dem AdSense-Programm von Google hübsche Briefe mit Schecks darinnen. Dass die Spam-Trackbacks für eine tausendfache Verlinkung eines Splogs sorgen, ist gewiss gut für das Geschäft. Auf diese Weise wird das Internet zu einem Raum umgestaltet, in dem diese Art der Spam und des Inhalte-Klauens sehr attraktiv gemacht wird, während ein „richtiger Autor“ in die Röhre schaut.

Die „Kreativität“ und die Dreistheit der Spammer sind schier unerschöpflich, wenn es um das Beschreiten neuer Wege zur Umgestaltung des Netzes in eine große Litfaßsäule für ihre dummen Formen der Kommunikation geht. Skrupel kennen sie nicht, Respekt haben sie nicht, sie gehorchen nur ihrer zügellosen, unbeschränkten Gier. Schäden sind ihnen egal. Es stört den Splogger auch nicht, dass er durchaus legale Formen der Werbung über das AdSense-Programm mit seinem Missbrauch beschädigt. Ein Internet ohne Spammer ist ein besserer Ort.

Und deshalb muss auf jeder Ebene gegen Spam vorgegangen werden. In allen ihren Formen. Ohne Kompromisse. Auch im geschäftlichen Interesse, da sonst bald ein Zustand entsteht, in dem das Internet nicht mehr für seriöse Geschäfte taugt.

Suchmaschinen-Spam abgestraft

Freitag, 26. Oktober 2007

Eine hier wenig zur Sprache kommende Form der Spamseuche ist das Manipulieren von Suchmaschinen durch Linkhandel. Diese Form der Spam wird vom normalen Internet-Nutzer gar nicht bemerkt, sie beeinflusst unsichtbar im Hintergrund die Reihenfolge, in der die Ergebnisse einer Internet-Suche dargestellt werden. Und damit ist diese Form der Spam sehr wirksam.

Erfreulich, dass Google jetzt energisch gegen diese Form der Spam vorgegangen ist. Seiten, die zum Marktplatz für Links geworden sind, wurden mit einer Herabstufung ihres PageRanks abgestraft. Und diese rigorose Aktion betrifft keineswegs nur kleine, private Seiten, auch ein paar ganz große der Content-Industrie mussten voller Panik feststellen, dass sie in den Google-Ergebnissen plötzlich unter „ferner liefen“ erscheinen. Das kommt davon, wenn man sich dazu entscheidet, ein Spammer zu werden – aber leider kommt es viel zu selten.

Der Vorteil für uns alle: In Zukunft könnten die Google-Suchergebnisse wieder viel besser werden. Allzu oft fanden sich in den Spitzenpositionen schon diese Seiten, die fremde Inhalte zur Ansicht oder zum Download anboten, um dieses Angebot mit überreich dargebotenen Werbelinks zu vergällen. Dass diesen Schmarotzern das Geschäft aus der Hand genommen wird, ist ein Segen.

Pall Mall!

Dienstag, 25. September 2007

Meint ihr diesen Versuch auf euren gegenwärtigen Streichholz-Briefchen mit aufgedruckter Reklame wirklich ernst?

PALL MALL - NEW YORK'S TASTE SINCE 1899 - NEW YORK GOES FRESH!

Wollt ihr deutschen Rauchern wirklich erzählen, dass der Geschmack von New York (also „New York’s taste“) für so einen Raucher wirklich etwas erstrebenswertes ist? Der Geschmack einer Stadt, wo man zum Rauchen vor die Tür gehen muss, um kein Bußgeld zu kassieren? Wo man aber nicht sein Getränk mit rausnehmen darf, wenn es ein bisschen Alkohol enthält, weil man sonst dafür ein Bußgeld bekäme? Wo man im Umkreis von gut drei Metern um eine Telefonzelle nicht rauchen darf? (Aber natürlich in jeder Entfernung mit einem lauten Atmosphärenkonverter Auto vorbeifahren darf?) Glaubt ihr wirklich, dass das eine gute Werbung für eure karzinogenen Nikotineinheiten ist? Dass solche Zustände jene Frische sind, die wir auch hier brauchen?

*hust* Denn ist ja gut… :mrgreen:

Aber mich könnt ihr mit solcher Werbung kaum erreichen. Ach so, ihr zielt eh auf Deppen? Ich sag doch: ist ja gut…

Spam 2.3 von WordPress Deutschland

Dienstag, 25. September 2007

Wichtiger Nachtrag: WordPress Deutschland hat auf die anhaltende Kritik reagiert und eine sehr vernünftige Entscheidung getroffen. Die deutsche WP-Version wird jetzt ohne das LinkLift-Plugin ausgeliefert. Näheres im Blog von WordPress Deutschland. Dieser Beitrag verbleibt hier zu Archivzwecken. WordPress Deutschland ist das erste mir bekannte Beispiel, dass Spammer zur Einsicht kommen können, wenn sie ein entsprechendes Feedback kriegen. Leider sind die meisten Spammer feige und bleiben anonym.

Noch ein wichtiger Nachtrag: Es gibt jetzt auch eine offizielle Stellungnahme von LinkLift in dieser Angelegenheit.

Wer Spam (also massenhaft und automatisch über das Internet verbreitete, unerwünschte Werbung) unter die Leute bringen will, ist zwar einseitig in seiner Absicht, kann aber doch technisch durchaus kreativ werden. Die Verbreitung von Spam über EMail ist eigentlich schon lange auf dem absteigenden Ast, zu sehr haben sich Menschen daran gewöhnt, mit dieser Seuche umzugehen. Dafür wird Spam im so genannten „social web“ immer verbreiteter.

Eine ganz neue Form der Spamseuche – wie eingangs schon gesagt, Spam ist eine massenhaft und automatisch über das Internet verbreitete Form der unerwünschten Werbung – wird gerade von WordPress Deutschland ausprobiert. Als wenn man sich dortens den Ruf noch nicht gründlich genug damit ruiniert hätte, dass man ein Blogsystem mit einem unnötigen Datenschutzproblem ausliefert und danach in einer Weise mit kritischen Stimmen umgeht, die durchaus als beleidigend, arrogant und herabsetzend empfunden werden kann! Nein, da muss man auch noch ein paar hunderttausend unverlangte Werbungen mit dem Download ausliefern!

Die hausgemachten Probleme sind der selbst ernannten „Deutschen WordPress Community“ offenbar noch nicht groß genug und deshalb wird die „deutsche Version“ von WordPress 2.3 auch noch mit unverlangter Werbung vergällt. Zum Standardumfang dieser Version gehört nämlich ein zusätzliches Plugin zum mühelosen Einbetten der Geschäftsmöglichkeiten für den Anbieter LinkLift. Die Spam besteht hier darin, dass unverlangte Werbung für ein Angebot als Plugin in die Standardauslieferung (und damit in den Funktionsumfang) einer an den deutschen Sprachraum angepassten Version eines Open-Source-Projektes aufgenommen wird. Es ist durchaus davon auszugehen, dass dieses Angebot nur wegen dieser Form der Auslieferung von vielen Tausend Menschen einmal ausprobiert wird. Schließlich ist diese Form der Spamwerbung noch neu und unverbraucht, und bei den Menschen gehen die Alarmglocken noch nicht an.

Nichtsdestotrotz, es handelt sich um eine neue Form der Spam. Genauso verachtenswert und asozial wie die bisherigen Formen der Spam. Sie wird nicht weniger aufdringlich dadurch, dass man das Plugin ja nicht installieren und auch nicht aktivieren muss – die meisten Menschen werden einfach im Vertrauen auf die deutsche WordPress-Distribution alles auf ihrem Webserver aufspielen, und viele Menschen werden geneigt sein, die ausgelieferten Plugins einfach auszuprobieren.

Aber was ist dieses „LinkLift“? Es handelt sich um eine Werbeschleuder, die ihr Treiben dahinter versteckt, dass sie „Link Marketing“ leicht machenwill.

Das Logo von LinkLift

Am Logo dieses Anbieters erfreut nicht nur das fröhliche Web 2.0-Getue einschließlich Beta-Sönnchen. Man muss bei der Betrachtung auch seinen Zynismus zügeln, weil das Wort „Links“ in Anführungszeichen geschrieben wird, als wüssten die Macher solchen Geschäftes genau, dass es sich eben nicht um Links im gewöhnlichen Sinn des Wortes handelt. Tatsächlich versteht sich LinkLift selbst als ein Marktplatz, auf dem „Links“ gekauft und verkauft werden – und das Wort „Links“ meint in klarer deutscher Sprache eben vor allem Werbung und Werbeplätze.

Das Internet wird von diesen Leuten in erster Linie als Platz für die Anreicherung durch die einseitige und dumme Kommunikationsform der Werbung verstanden. Dass sich dieser Anbieter für Werbung und Werbeplätze durch die offenbar eigens für ihn erfundene Form der Spamwerbung durch Plugin-Spam in einer WordPress-Version bekannt macht, sollte eigentlich eine klare Empfehlung sein, auf solche Dienste zu verzichten.

Wer spammt, disqualfiziert sich. (Ich nehme alles zurück, wenn LinkLift keinen Einfluss auf diese Form der Spam hatte, wenn es sich um eine Geschäftsschädigung durch einen Konkurrenten von LinkLift handelt. Denn Werbung durch Spam ist eine Geschäftsschädigung, da das eigene Geschäft in den Bereich des Unseriösen, Asozialen und der Halbwelt-Geschäftchen herabgezogen und damit besudelt wird.)

Ich habe mich mal mit folgender Frage an LinkLift gewandt (für volle Größe einmal draufklicken):

Frage an LinkLift: Was habt ihr WordPress Deutschland dafür bezahlt, dass ihr dort ein Standard-Plugin geworden seid? Mir reicht die ungefähre Größenordnung des Betrages.

Meine Frage: „Was habt ihr WordPress Deutschland dafür bezahlt, dass ihr dort ein Standard-Plugin geworden seid. Mir reicht die ungefähre Größenordnung des Betrages.“

Ich bin ja mal gespannt, ob ich darauf eine Antwort kriege. Es ist das wahrscheinlich einzige Mal, dass ich meine Mailadresse jemanden gegeben habe, der mich mit unverlangter Werbung belästigt hat – weil ich wirklich „heiß“ auf die Antwort auf meine Frage bin. Übrigens sind solche Fragen an LinkLift von mir durchaus zur Nachahmung empfohlen, so lange es wirkliche Fragen bleiben und es sich nicht um eine Form der Sabotage durch DoS handelt.

„WordPress“ Deutschland hat es hingegen geschafft, in meinem Ansehen auf das Niveau der durchschnittlichen Spamsau herabzusinken. Wer sich dort engagiert, fühlt sich vielleicht ein wenig auf dem Schlips getreten, aber wenn der Fisch vom Kopf her zu stinken beginnt, ist es vielleicht Zeit, dass sich an der Basis etwas in bessere Richtungen bewegt.

Auf jeden Fall sind es trübe Wasser, durch die das Blogsystem WordPress gerade fährt.

Nachtrag: Es ist jetzt Mittwoch, ein ganz normaler Werktag. Wir haben es 15:00 Uhr, meine Anfrage ist dort also angekommen. Eine Antwort in irgendeiner Form habe ich bis jetzt noch nicht erhalten. Deshalb meine Frage: Weiß jemand von WordPress Deutschland, wie viel Geld WordPress Deutschland dafür erhalten hat, dass diese kreative neue Form der Spam erfunden wurde? Bitte einfach in den Kommentaren mitteilen, anonymes Kommentieren ist für mich kein Problem. Vielleicht bequemt sich WordPress Deutschland ja auch im Support-Forum zu einer Antwort

Nachtrag Zwei: Obwohl LinLift auf seiner Website zusichert, Anfragen binnen 24 Stunden zu beantworten, habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Das wirft kein besonders gutes Licht auf den Kundendienst bei diesem Anbieter, fügt sich aber lückenlos in den Spam-Eindruck. Warum sollte in irgendeiner Weise möglichen Kunden und ihren Anfragen begegnen, wenn man auf die Massenwirkung automatisch verbreiteter Reklame setzt? Damit ist klar, was hinter der bunten und zunächst seriösen Fassade der Website steht.

Nachtrag Drei: Ich habe jetzt eine Antwort von LinkLift auf meine Anfrage erhalten. Diese Antwort ist kurz und klar. Es wird mitgeteilt, dass man keine Informationen zu geschäftlichen Kooperationen gibt. (Es hätte mich auch gewundert, wenn sie das getan hätten.) Dass eine Kooperation vorliegt, sieht man ja nur beim Hinschauen, von daher ist mir die nähere Information gleichgültig. Eine klare Stellungnahme zur Problematik der Spam-Werbung wurde noch nicht gegeben, da aber auch bei LinkLift nur Menschen arbeiten und es sich doch um empfindliche geschäftliche Interessen handelt, habe ich durchaus dafür Verständnis, wenn das ein bisschen dauert. Wenn aber nichts kommt, ist auch die Kälte des Schweigens eine beachtenswerte Form der Antwort – und in meinen Augen nicht gerade eine Empfehlung.

Politische Suchmaschinen-Spam

Montag, 3. September 2007

Natürlich sind nicht nur Verbrecher und windige Kaufleute, sondern auch fragwürdige politische Insitutionen zuweilen geneigt, ihre Propaganda mit Hilfe von Spam in das Bewusstsein der Internet-Nutzer zu zwingen. Dass es den mit Sendungsbewusstsein ausgestatteten Überbringern irrationaler Ideologien in politischer Einkleidung nicht gefallen kann, wenn sich die kritsche Auseinandersetzung mit diesen Lehren schon auf der ersten Seite einer  allgemeinen Google-Suche zu einem Thema findet, ist auch für die stumpfeste Einsicht offensichtlich. Deshalb verwundert es auch nicht, dass Google systematisch mit eigens dafür errichteten Blogs beeinflusst werden soll, deren Aufgabe darin besteht, für eine große Menge von Links „aus dem Internet“ zu sorgen, um auf diese Weise den Ranking-Algorithmus Googles auszutricksen.

Dass sich auch die in Deutschland medial schon sehr einflussreiche „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ offenbar solcher Methoden zu bedienen scheint, zeigt, dass beim Kampf um Aufmerksamkeit und Einfluss die angewendeten Mittel zunehmend gleichgültiger werden. Da stört es nicht, dass man einerseits „neusozial“ (eine nahe liegende Wortschöpfung von mir, nicht die Sprache der INSM) sein will, auf der anderen Seite jedoch antisoziale Methoden der Werbung benutzt. Auch scheint es niemanden zu stören, dass die in dieser Werbeform sichtbare methodische Nähe zu Anbietern illegaler Glücksspiele, fragwürdiger Medikamente, Pornografie und betrügerischer Geschäfte aller Art durchaus so verstanden werden könnte, dass sie auch eine ethisch-moralische Nähe der ideologisch verblendeten Spammer zu diesem lichtscheuen Gesindel zeigt.