Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Allgemein“

Spam-Splitter (1)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Da holt man mal für ein paar Tage keine Mail ab, weil man etwas viel Wichtigeres zu tun hat, und schon sammelt sich der Wahnsinn kübelweise im virtuellen Postfach. Hier meine Spam-Splitter, frisches Gammelfleisch aus der Spam-Hölle.

„Wir wissen, was Frauen wollern“ – so steht es in der Betreffzeile einer Müllmail, die „Viiiaaaggra“ und „Ciiiaaaaaallis“ verkaufen will. Abgesehen vom zusätzlichen „r“ im Betreff hatten die Spammer dieses Mal die überaus „geistreiche“ Idee, nun nicht mehr nur die „i“ und „a“ zu vervielfachen, sondern weitere zusätzliche Buchstaben in die Produktnamen zu setzen, damit die Nullinfo durch den Spamfilter komme. So schreiben sie „Viagra“ jetzt mit doppeltem „g“ und „Cialis“ mit doppeltem „l“, natürlich ohne Erfolg. Hätte ich nicht im schleimigen Sieb des Spamfilters nachgeschaut, so wäre meinem „Lebem“ (diesen Fehler hat der Text seit über sechs Monaten) die Spam völlig erspart geblieben. Gebt es einfach auf und geht sterben, Spammer! Ich würde euren Müll und eure windigen Betrugsversuche gewiss nicht vermissen.

„Medications that you need“ – mit so einem Betreff ist natürlich das gemeint, was ich garantiert nicht brauche, nämlich Cialis. Das soll ich ohne jede Verschreibung und ganz „direkt“ bekommen, wenn ich auf einen Link klicke, der mich zu einer kostenlosen Website bei GeoCities führt. Nicht nur, dass man mit gefälschtem Absender mailt, man hält es jetzt bei der Spam-Mafia wohl auch nicht mehr für nötig, eine eigene Domain zu betreiben, um wenigstens ein bisschen überzeugend zu wirken. Ein einziger Klick auf einem besonders gesicherten System (bitte niemals nachmachen, wenn man nicht weiß, auf welche Weise ein Computer besonders gesichert werden kann!) zeigte mir eine nachgemachte Fehlerseite. Diese enthielt in einem eingebetteten Frame einen Angriff gegen ältere Versionen des Internet Explorer, der gewiss eine aktuelle Kollektion von Trojanern auf den Rechner schaufelt. Man kann gar nicht genug davor warnen, auf ein Spam-Angebot einzugehen.

„300% Bonus für ihre erste Einzahlung“ – Auch das regelmäßigen Lesern dieses Blogs wohlbekannte Royal Super Duper Magic Vegas Jackpot VIP Casino Kasino mit den täglich zwei Mal gewechselten Domains sucht wieder mit Spam nach Opfern für den Betrug. Zum Brüllen: „Stellen Sie sich wahrheitsgetreue Grafiken, so wie in den alten Casinos, vor […]“ verbindet sich mit gefälschtem, gar nicht wahrheitsgetreuen Absender für die millionenfache Müllpost. Der Domainmangel bei diesen modernen Nomaden des Internet hält natürlich an, inzwischen verwendet man den Link http://www.kenettcasino.com/lang-de/. Die Masche ist aber die gleiche wie immer: Geld einzahlen, virtuelle Jetons bekommen, betrogen sein und das verschwundene „Casino“ vergeblich suchen. Hoffentlich sterben die Dummen bald aus!

„Bonus 555eu“ – Einmal eine etwas andere Casino-Spam. Diesmal geht der Link auf Google, und bringt über „Auf gut Glück“ direkt den ersten Treffer in den Browser. Das ganze Vorgehen ist so ausgeführt, dass die mit Spam beworbene URL gar nicht im Link erscheint. Wer sich so verbirgt, hat ganz gewiss auch etwas zu verbergen. Da die wenigsten Menschen misstrauisch gegenüber einem Link auf Google sind, ist diese neue Masche sehr gefährlich und wird bestimmt noch ihre Opfer finden. Dass ein mit hoher krimineller Energie ausgeführter Missbrauch einer Suchmaschine keine Empfehlung für ein Spielchen ist, sollte eigentlich auch dem Dümmsten noch einleuchten.

„Canadian Pharmacy“ – Offenbar ist diese Spamfirma inzwischen so „beliebt“, dass andere auf diesem Zug aufspringen. Denn jetzt geht der angebliche CP-Link auf eine kostenlose GeoCities-Homepage, die ebenso wie die anderen Missbräuche von GeoCities einen wenig erquicklichen Angriff auf den heimischen Computer durchführt. Das ist geradezu die Krone der Spamhölle. Ein krimineller Spammer tarnt sich als ein anderer krimineller Spammer. Langsam wird es realdadaistisch…

„MY OFFER“ – Auch die Vorschussbetrüger haben nicht geschlafen und sich neue Stories ausgedacht. „Naveed Jafar“ erzählt in stilsicherem und gekonnt frömmelnden Englisch, dass er langsam an unheilbarem Krebs verkrepelt, aber noch so versteckte 17 Millionen Dollars rumliegen hat, die er nicht mehr selbst bewegen kann. Natürlich hat so ein reicher Mann keine Bediensteten, denen er vertrauen kann, und deshalb sucht er mit millionenfacher Spam nach Leuten, die für ihn etwas Geld zu wohltätigen Organisationen transferieren. Denn irgendwelche anonymen Spam-Empfänger sind ja bekanntlich viel vertrauenswürdiger als jede Bank. Die Gläubigen dieser Betrugsmasche sollen 20 Prozent vom Geld abbekommen, wenn sie auf diesen Gierappell reinfallen. Klar, dass die vorher ordentlich in Vorleistung treten müssen, sehr zur Freude der Betrüger. Dass der Absender „sehr vertrauenswürdig“ ist, sieht man allein schon an seiner Bitte, die Mail über eine andere Adresse als die Absenderadresse zu beantworten. :mrgreen:

Zweihundert Opfer-Klicks

Dienstag, 27. November 2007

Ich zitiere in diesem Blog ja weidlich und mit oft bösem Kommentar die Spam und andere Formen der Massenwerbung. Gerade bei der Spam weise ich aber auch immer wieder darauf hin, dass es sich gar nicht um eine fröhliche und harmlose Angelegenheit handelt und dass die betrügerischen Geschäfte der Spammer nur eine Seite dieses Wahnsinnes sind. Tatsächlich ist jeder Klick auf einen Link in einer Spam gefährlich. Sehr häufig werden auf diesem Weg die Sicherheitslöcher der aktuellen Browser ausgenutzt, um heimlich Schadsoftware zu installieren und auf diese Weise den Rechner zu übernehmen. Die Kriminellen, die so vorgehen, sind auf dem neuesten technischen Stand, sie sind auch den Herstellern der ganzen „Antiviren“-Lösungen einen Schritt voraus, und sie hoch motiviert, da es in ihrem Geschäft um viel Geld geht. Deshalb gelingt es ihnen relativ häufig, auf diese Weise einen Rechner zu übernehmen.

Solche übernommenen Rechner werden dann häufig (aber nicht nur) zum Spamversand verwendet. Dem Spammer ist es völlig gleichgültig, dass sie den Computer und die Internet-Verbindung bezahlen, er betrachtet diese Resourcen nach der Übernahme als sein Eigentum – und sie sitzen vor einem „Computer anderer Menschen“. Dabei kann es ihnen durchaus passieren, dass sie ins Visier polizeilicher Ermittlungen geraten, da sie mit ihrer IP-Adresse als Mittäter bei illegalen Tätigkeiten in Erscheinung treten. Die Tatsache, dass die Rechtsprechung in solchen Fällen in der Definition der Sorgfaltspflichten eines Internet-Nutzers noch keine eindeutigen Maßstäbe gefunden hat, kann im schlimmsten Fall sogar bedeuten, dass sie verurteilt werden und für einen angerichteten Schaden haften müssen oder – im Falle illegaler Formen der Pornographie – sogar mit recht drastischen Strafen rechnen müssen. Im Falle der so genannten „Kinderpornographie“ ist es bereits strafbar, wenn sich entsprechendes Material auf ihrem Rechner findet, und sie kommen schnell in die wenig erfreuliche Situation, nachweisen zu müssen, dass dieses Material ohne ihre Kenntnis auf ihrem Rechner kam. Da die technische Kompetenz vieler Gerichte zu wünschen übrig lässt, handelt es sich dabei um ein Glücksspiel, bei dem sie vieles aufs Spiel setzen und nur verlieren können. Spätestens, wenn die Ermittler auch an ihrem Arbeitsplatz auftauchen, befinden sie sich als Opfer der Spam-Mafia in einer Erklärungsnot, die sich kein Mensch wünschen kann.

Es ist nun aber so, dass ich die Spam zitiere, wenn ich sie kommentiere. Sonst weiß man ja nicht, welche Spam ich meine. Mein Zitat ist in der Regel vollständig und enthält auch die angegebenen URLs der mit Spam beworbenen Sites.

Als ich mit meiner Mitarbeit an diesem Blog anfing, habe ich noch alle Links und URLs entfernt, um nicht den Spammern zuzuarbeiten. Leider geht dadurch häufig auch etwas Inhalt der Spam verloren, da die verwendeten Domains zuweilen strunzdoof oder aber mit besonderer Heimtücke ausgewählt werden. Auch werden bestimmte Muster der Spam gar nicht richtig sichtbar, wenn man die URLs verschweigt – noch vor einigen Monaten liefen viele der Angriffsversuche über kostenlose Websites bei GeoCities, was sich aber in letzter Zeit – zum Glück – gelegt hat. Da ich glaube, dass die Einsicht in solche Muster vielleicht manche Menschen von einer Dummheit abhalten kann, habe ich irgendwann damit begonnen, die URLs in meine Zitate aufzunehmen, dies aber zunächst so, dass der Link auf eine harmlose Seiteging.

Die Vorgehensweise als solche war gut, aber die dafür verwendete Seite empfand ich bald schon als unpassend. Sie enthielt einfach keinen deutlichen Hinweis, warum man nicht auf einen Link in einer Spam klicken sollte. Deshalb habe ich mich irgendwann hingesetzt und eine spezielle Seite erstellt (hier bewusst nicht verlinkt), auf die sämtliche Links aus einer zitierten Spam gelenkt wurden. Diese enthält einen einfach formulierten Text, aus dem hervorgeht, dass ein Klick in eine Spam niemals eine gute Idee ist und warum das so ist.

Als ich damit fertig war, hat mir die Zugriffsstatistik des Webservers schnell gezeigt, dass diese Hinweisseite doch etwas häufiger aufgerufen wird. (Sie wird übrigens nicht von den Suchmaschinen indiziert, so dass alle Aufrufe aus den zitierten Spams in diesem Blog erfolgen.) Um einen etwas klareren Einblick in das Klickverhalten zu bekommen, führe ich für diese Seite seit dem 13. September 2007 einen eigenen Zugriffszähler.

Dieser hat vorgestern, also nach nicht einmal einem Vierteljahr, den zweihundersten Zugriff registriert. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine JavaScript-Lösung handelt, die nur solche Zugriffe zählt, bei denen einem relativ ungesicherten Browser das „Zurückfunken“ gewisser Informationen ermöglicht wird, weiß ich, dass es wahrscheinlich noch mehr Zugriffe gegeben hat.

Die zweihundert gezählten Zugriffe kamen allerdings aus prinzipiell angreifbaren Rechnern. Und. Damit aus Opferrechnern der Spam-Mafia. Deshalb hat diese Zahl doch eine gewisse Aussagekraft. Und. Sie ist für mich durchaus auch alarmierend.

Ich frage mich, was diese Menschen motiviert hat, auf einen solchen Link zu klicken.

Wenn man die Links in einem zeitgemäßen Browser mit der Maus überstreicht, denn erscheint ein Tooltip mit dem völlig klaren Text „Nicht klicken!“ – und doch klicken Menschen darauf. Obwohl aus dem Kontext heraus völlig klar ist, von welcher Natur die Mitteilung ist, in der dieser Link auftaucht. Und. Obwohl damit klar ist, dass es sich um ein Angebot im Internet handelt, das kriminellen Ursprungs ist.

Was denken sich nur diese Menschen, die so bedenkenlos klicken?

Verlassen diese Menschen sich völlig auf installierte Software, die „Sicherheit“ verspricht, aber doch immer hinter den aktuellen Angriffen hinterherhinkt? Das ist eine sehr dumme Haltung, denn auch die ausgereifteste Software kann nicht den eigenen Verstand ersetzen. Auch wenn man eine kugelsichere Weste trägt, sollte man nicht ohne Not einen kleinen Spaziergang an der Front machen. Wer einsieht, dass man im Geschosshagel besser nach Deckung schaut, der sollte wenigstens die elementaren Einstellungen an seinem Browser vornehmen (JavaScript generell abschalten, Plugins generell abschalten). Mit dieser Vorsichtsmaßnahme wäre es hier auch nicht zur Zählung gekommen.

Oder sind diese Menschen „einfach nur neugierig“? Können sie nicht ruhig schlafen, wenn sie nicht wissen, was sich hinter einem Link verbirgt? Müssen sie auf alles klicken, was nur irgend klickbar ist? Dass ist noch dümmer, denn solche Menschen machen die Spam-Mafia reich und sorgen durch ihren ungelenken Erlebnishunger dafür, dass die Spam, die Seuche des gegenwärtigen Internet, niemals ein Ende finden wird. Spam ist kein Spiel, sondern ein illegales Geschäft, das mit großer krimineller Energie und unter sehr hohem Aufwand betrieben wird.

Oder wollten diese Leute einfach nur sehen, was hier „gebastelt“ wurde? Haben sie gemerkt, dass der Link auf eine interne Seite geht und wollten sie einfach nur sehen, wie diese Seite aussieht? Obwohl da deutlich „Nicht klicken“ als Tooltip erscheint?

Es gibt Fragen zur Nutzung einer Website, die der beste Zugriffszähler nicht beantworten kann.

Aber es gibt auch Fragen, die der Zugriffszähler beantwortet. Zum Beispiel die Frage, welche der vielen Links dazu führten, dass auch geklickt wurde. Und die Antwort ist ziemlich eindeutig.

Von den 200 Zugriffen auf die Warnseite gingen über drei Viertel von einer zitierten Spam aus, die offen für pornographische Angebote warb. Dieses Ergebnis steht nicht im Verhältnis zur Häufigkeit, mit der ich solche Spam zitiere.

Den kriminellen Spammern ist natürlich auch bekannt, dass das Blut für die Erektion des Penis im Gehirn zu fehlen scheint. Sicher, ganz so direkt ist der körperliche Zusammenhang nicht, aber jeder Mann wird bestätigen, dass mit der sexuellen Erregung eine gewisse Unvernunft einher geht. Von daher sind gerade solche Angebote besonders gefährlich. Wenn zusammen mit ein paar Bildchen etwas Software nachgeladen wird, die im Hintergrund die schlimmsten Ausflüsse der derzeitigen Computer-Kriminalität auf dem Rechner installiert, wird das am ehesten noch einem Wichser entgehen, der mit angeregter Selbstreibung ganz andere Ausflüsse hervorbringen will.

Deshalb nur das eine: Es gibt niemanden, der über Spam kostenlose Pornographie anbietet. (Es geht mir hier auch keineswegs um ein allgemeines Werturteil über Pornographie oder masturbatorische Betätigung, sondern um die Gefahren der Spam und des unreflektierten Klickens auf Links in einer Spam. So viel persönliches vielleicht am Rande: Wenn ich nicht wichsen könnte, säße ich schon längst wegen eines Sexualdeliktes im Gefängnis.) Für kostenlose – oder auch nur preiswerte – Pornographie ist kaum Werbung nötig, und schon gar nicht eine überrumpelnde und asoziale Werbeform wie die millionenfache Müllmail, die durch ihren Schrotmunitions-Charakter auch die virtuellen Postfächer von Frauen und Kindern verstopft. Solche Angebote sprechen sich wie von allein herum, da es sich um ein allgemein begehrtes Gut handelt.

Egal, wie erregend das Angebot aus der Spam klingt: Niemals darauf hereinfallen!

Informationsbьro Deutsche Messen

Donnerstag, 22. November 2007

Dieser Eintrag wurde von mir gelöscht.

Das existierende IBDM Informationsbüro Deutsche Messen GmbH hat mich heute, am 23. Februar 2009, um die Löschung dieses Eintrages gebeten. Es hat nach glaubwürdigen, eigenen Angaben nichts mit der hier zuvor zitierten Spam zu tun. Vielmehr geht man im IBDM davon aus, dass es sich um eine negative PR-Maßnahme eines Konkurrenten handelt, um den Ruf des Unternehmens zu schaden. Eine solche, verachtenswerte Form des „negativen Marketings“ wird von mir an dieser Stelle nicht auch noch unterstützt werden, indem ich den von kriminellen Marktteilnehmern gewünschten, falschen Eindruck erwecke, dass das IBDM Spam versenden würde.

Für mich, der ich meine Spam nicht einfach nur hinnehme, sondern auch darüber im Internet schreibe, ist so etwas der „größte anzunehmende Unfall“, das genaue Gegenteil meiner Absichten – ich will die Kriminalität im Internet nicht fördern, sondern ihr etwas entgegen setzen. Ich muss daraus als Lektion lernen, dass ich in Zukunft sehr viel aufmerksamer mit Spammails umzugehen habe, die den Verdacht erwecken, dass hier gezielt der Ruf einer Firma beschädigt werden soll.

Gegenüber IBDM Informationsbüro Deutsche Messen GmbH bitte ich um Entschuldigung dafür, dass ich in diesem Blog eine derartige Schmutzkampagne mitgetragen habe und bedanke mich für die freundliche Mitteilung, die mich zum sofortigen Löschen des ursprünglichen Posts geführt hat.

Eine technische Anmerkung

Samstag, 10. November 2007

Ich habe gerade gemerkt, dass die Kommentarfunktion in diesem Blog gestört war. Es war zwar möglich, einen Kommentar zu verfassen, aber wenn man diesen Kommentar absendete, kam es zu einer recht hässlichen Fehlermeldung. Der Kommentar wurde dennoch gespeichert, er wurde aber erst beim Neuladen der Seite sichtbar.

Dieser Fehler stand im Zusammenhang mit einem Plugin, dass in diesem Blogsystem benutzt wird, um die Liste der „Beliebten Spam“ anzuzeigen – dies sind die meistgelesenen Beiträge. Dieses Plugin hatte ich vor einigen Tagen gegen eine aktuelle Version ausgetauscht, um den irgendwann kommenden Update auf die nächste Version des Blogsystemes vorzubereiten. (Mich drängt dabei noch nichts.) Leider war diese Version mit etwas zu heißer Nadel gestrickt und führt zu diesem Fehler. Zum Glück hat der Plugin-Entwickler den Fehler bereits behoben und eine neue, vorläufige Version bereitgestellt. Ein erster Test hat mir gezeigt, dass das Kommentieren jetzt fehlerfrei funktioniert.

Aber was mir schleierhaft ist: Keiner hat mich auf diesen Fehler hingewiesen. Nimmt man solche Rauigkeiten der Software im flutschebunten „Web 2.0″ jetzt schon als etwas Normales und Unabänderliches hin?

Domainmangel eines Spammers

Samstag, 3. November 2007

Auch wenn ich wegen der völligen Einfallslosigkeit der Spamtexte nicht mehr viel darüber schreibe, dieses gewiss hoch kriminelle „Magic Euro VIP Super Duper Vegas Jackpot Kasino Cash Royal Casino“ mit seiner Schrotmunition-Spam, es ist immer noch unter den aktiven Spammern.

Dieses „Casino“ zeichnet sich vor allem durch eine ganz besondere Eigenschaft aus. Es benutzt zwar für jede Spamwelle die gleichen blöden Texte…

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…wenn sich auch manchmal das „C“ vom Casino in ein „K“ verwandelt und die Reihenfolge der Textbausteine etwas verändert wird. (Das Zitat war eine heutige Version.) Aber es hat jeden Tag zwei neue Domains, zu denen sich die von Spam angefixten Zocker hinklicken sollen. Es ist eben ein „Casino“, das besonders gern im Internet umzieht – und das bestimmt einen guten Grund dafür hat, dass es nicht zu einer Kundenbindung über eine konstante Internet-Adresse kommt. Ob da wohl schon manches Opfer dieser Spamverbrecher auf leerer weißer Seite die Walzen der virtuellen Slotmachines gesucht hat, für die so viel Geld überwiesen wurde?

Das erklärt übrigens auch die Sache mit dem „K“.

Irgendwann gingen diesen Betrügern einfach die Domainnamen aus, in denen Casino mit „C“ geschrieben wird, und da haben sie lustig noch einmal die gleichen Domainnamen verwendet, nur dass Casino dort mit „K“ geschrieben wurde. Diese Spammer leiden also langsam unter Domainmangel. Und damit das im normalen Text der Müllmails nicht so auffällt, haben sie da einfach die gleiche Falschschreibweise verwendet.

Aber wer jetzt meint, dass denen langsam die Domainnamen ausgehen müssten, dass vielleicht sogar diese äußerst lästige Spam ein Ende finden könnte, der hat sich geschnitten. Heute kam die nächste „kreative Schreibweise“ eines gebräuchlichen Fremdwortes zur Bezeichnung einer Spielstätte, jetzt soll man bei einem…

http://www.eurovipkazino.com/lang-de/

…sein bitter erworbenes Geld an Verbrecher geben, um dafür virtuelle Jetons zu bekommen. Ja, ganz richtig gelesen, bei einem Kazino.

Und als stiller Beobachter und genervter Zaungast dieses an sich recht primitiven Betruges frage ich mich, wann wohl aus dem jetzt recht frischen „Kazino“ über die Zwischenstufe des „Cazinos“ ein „Kazyno“ oder später gar ein „Kazynu“ wird. :mrgreen:

Wer diesem lichtscheuen Gesindel auch nur einen einzigen Eurocent in den Rachen wirft, ist selbst schuld.

WordPress: Trackback-Spam vermeiden

Montag, 22. Oktober 2007

Ein wundervoller und verblüffend einfacher Tipp gegen die Trackback-Spam in einem WordPress-Blog findet sich heute bei F!XMBR: Trackback-URL ändern.

Die Vorgehensweise ist sicherlich anspruchvoll, da die Quelltexte von WordPress bearbeitet werden müssen. Aber die Erklärung ist so gut, dass jeder Mensch die Änderungen vornehmen kann, wenn er mit einem Editor umgehen kann.

Jetzt auch als MP3

Freitag, 19. Oktober 2007

Der „Einfallsreichtum“ der kriminellen Spammer kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, zur Spamabwehr eingerichtete Filtersysteme zu überwinden. Man könnte dort natürlich auch einfach akzeptieren, dass Menschen keine Müllmails wollen, aber das ist im „Geschäft“ der Spammer nicht vorgesehen. Die neuste, höchst asoziale Masche in diesem täglichen Versuch der Überrumpelung ist – wie heise online berichtet – die Einbettung von MP3-Ansagen zur Börsenmanipulation in eine Mail:

Nicht nur in Form verschwommener GIF- und JPG-Bildchen sowie als PDF- und Excel-Dateien verbreiten Spammer Aktien-Kauftipps, sondern neuerdings auch als MP3-Dateien. E-Mail-Anhänge mit Namen wie „elvis.mp3″, „bspears.mp3″ oder „loveyou.mp3″ sollen Anwender dazu verleiten, das entsprechende Wiedergabeprogramm zu starten und sich in dürftiger Qualität (16 kbps), mit verfremdeter Stimme und in englischer Sprache vorgelesene Aktientipps anzuhören. […]

Besonders unerfreulich ist diese Idee für die Benutzer schmalbandiger Internet-Zugänge und für Menschen mit Postfächern, die in ihrer Größe beschränkt sind…

Die Anhänge sind jedoch mit etwa 150 Kilobyte deutlich größer als sonstige Spam-Mails […]

…da die Spammer jetzt schon 150 KB benötigen, um etwas zu transportieren, was in Textform locker in 1000 Zeichen passt. Durch die base64-Codierung der angehängten Binärdaten wird dieser Umfang dieses Datenmülls noch einmal um 25 Prozent aufgebläht.

Beinahe jeder dritte Leser dieses Blogs (es sind fast genau 30 Prozent) ist mit einem schmalbandigen Internet-Zugang unterwegs (Einwahl über Modem oder ISDN). Das Abholen einer solchen Müll-Mail vom POP3-Server benötigt mit einem solchen Zugang über 30 Sekunden, und das für eine wirklich nicht erwünschte Information, die in der Regel sofort in die virtuelle Mülltonne wandert.

Kleine, aber meines Erachtens sehr wichtige Offtopic-Anmerkung: Ja, lieber Leser, das stimmt wirklich. Es hat nicht jeder DSL. Wer sich intensiver mit Auswertungen für seine Website befasst, der kann angesichts der offenbar von vielen Zeigenossen nur wenig beachteten Informationen aus allen Wolken fallen. Ich glaube, dass die Leserschaft dieses Blogs durchaus typisch für die Zusammensetzung der deutschen Internet-Nutzer ist, schließlich hat jeder ernsthafte Internet-Nutzer schon einmal Spam bekommen. Die weitaus meisten der Leser dieses Blogs kommen hierher, weil sie mit Google weitere Informationen zur erhaltenen Spam suchen, sie verwenden als Suchbegriff in der Regel eine Phrase aus dem Text der Spam. Wer so vorgeht, kann sogar schon als Teil einer gewissen „Elite“ betrachtet werden. Und von diesen Menschen hat jeder dritte eine schmalbandige Anbindung an das Internet. Darüber sollte jeder nachdenken, der Webdesign macht – sonst ist schnell ein Drittel der möglicherweise interessierten Leser ausgesperrt. Wer gar ein Geschäft im Internet machen will, kann es sich gar nicht leisten, jeden dritten Kunden an der Tür abzuweisen. Es käme ja auch niemand ernsthaft auf die Idee, Nutzer des unsäglichen Microsoft Internet-Explorer auszuschließen. Aber die gar nicht so große Kunst, eine für alle Menschen zugängliche, informationsbasierte Internet-Arbeit mit relativ schmalen Websites zu machen, ist unter dem Hype des traffic-intensiven Mitmach-Internets, auch als „Web 2.0″ bezeichnet, immer mehr verloren gegangen – auch und gerade dort, wo Unternehmungen ein Geschäft machen wollen. Der Grundsatz sollte im Zweifelsfall lauten: Design ist nichts, Inhalt ist alles. Ende der Offtopic-Anmerkung.

Wenn sich bei einem Menschen mit schmalbandigem Zugang gar einmal 40 bis 60 solcher Müll-Mails ansammeln, ist das virtuelle Postfach und damit die Möglichkeit zum preisgünstigen und einfachen menschlichen Austausch vorrübergehend zerstört worden. Solche Massen von Spam sind wirklich keine Seltenheit, ich habe auf dem Höhepunkt der gierigen Kampagnen solche Börsenspams in Textform und als PDF-Anhang schon in hundertfacher Ausführung an einem einzigen Tag bekommen. Den Spammern sind diese Folgen ihres asozialen Handelns vollkommen egal, die verstehen leider nur noch einen beherzten Tritt in die Fresse und einen Strick um den Hals. Es wäre mir lieber, diese Arschlöcher hätten Respekt vor den Menschen. Den haben sie aber nicht. Deshalb wird es höchste Zeit, dass sie wenigstens Angst um ihr erbärmliches, von gierigem Zucken und vampiristischer Lust geprägtes Arschloch-Dasein bekommen. 👿

Nicht einmal bei heise online glaubt man, dass die aktuelle Entwicklung das Ende der kriminellen Energie der Spam-Mafia ist:

Dass Videos zum Verschleiern von Spam-Inhalten herhalten müssen, dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Dann werden aber selbst 150 Kilobyte pro Spam-Mail nicht mehr ausreichen.

Vor allem ist, wenn es in den nächsten Tagen so weit gekommen ist, für viele Menschen die schnelle und praktische EMail als Mittel der Kommunikation zerstört worden. Von Menschen, die den Frieden verachten und nur ihre eigene Gier kennen.

Zur Hölle mit den Spammern!