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Warum Bitcoins genau wie Gold sind – Jetzt rein

Samstag, 31. Dezember 2022, 21:05 Uhr

Nein, Bitcoin ist nicht genau wie Gold. Gold ist materiell, hat materielle Eigenschaften wie Strom- und Wärmeleitfähigkeit, hat eine Dichte, man kann es in die Hand nehmen, man kann Dinge daraus fertigen, es hat eine Farbe und so weiter. Ich will jetzt nicht den elementaren Physik- und Chemieunterricht wiederholen, nur eine kleine Erinnerung daran geben. Bitcoin hat nichts davon. Bitcoin besteht „nur“ aus Daten in einem weltweit dezentral geführten und mit hohem Aufwand manipulationssicher gemachten Buchungssystem, das übrigens einen obszön hohen Energieverbrauch verursacht. Für einen einzigen Bezahlvorgang in Bitcoin – sagen wir mal: So etwas wie den Kauf einer Kugel Eis an einem warmen Sommertag – werden zurzeit im Durchschnitt rd. 2.200 Kilowattstunden Strom in erfreulich nutzlose Wärme verwandelt. Wenn mehr Leute am Bitcoin-System teilnehmen, wird die Bilanz noch schlechter. 😲️

Nicht nur, dass Bitcoin kein Gold ist, sondern nur aus Daten besteht; es ist auch als Zahlungsmittel völlig ungeeignet. Deshalb wird Bitcoin auch – außerhalb krimineller Schattenwirtschaften, in denen man Wert auf leicht verschleierbare Geldflüsse¹ legt, versteht sich – kaum noch als Zahlungsmittel genutzt, obwohl das der einzige Anwendungsfall ist, für den Bitcoin überhaupt entworfen wurde. 💩️

Es gibt keinen anderen Anwendungsfall. Wirklich nicht. Man kann da nichts draus formen und schön oder interessant ist es auch nicht. Bitcoin ist ein Bezahlverfahren. Und zwar eines, das sich in der Praxis zum alltäglichen Bezahlen als ziemlich unbrauchbar erwiesen hat. Was nach diesem Scheitern übriggeblieben ist, das ist eine Tulpenmanie des 21. Jahrhunderts. Und auch der Vergleich hinkt, denn die Tulpen waren ja im Gegensatz zu Bitcoin richtig hübsch. 🌷️

Der gesamte jetzige Preis für eine Verrechnungseinheit in diesem gescheiterten Zahlungssystem, für einen Bitcoin, zurzeit sind es rd. 15.460 €, ist rein spekulativ. Es ist ein selbstbezüglicher Wettzettel auf seine eigene zukünftige Quote. Oder noch genauer: Eine Wette darauf, wie viele Leute so dumm sind, noch mehr für einen Bitcoin zu bezahlen. Denn auf einem Markt entsteht kein Geld, sondern es wird nur Geld umverteilt. Und zu allem Überfluss entsteht dieser rein spekulative Bitcoin-Kurs auf einem weitgehend unregulierten Markt. Der auch eine Menge recht unseriöser Anbieter anzieht, und natürlich auch eine Menge Leute, die Programmierfehler ausbeuten wollen, um sich daran zu bereichern. Und im Fahrwasser dieser großen Casino-Dampfer dümpeln noch richtige Betrüger herum, die ihren Opfern keine Bitcoin verkaufen, sondern irgendwo in einer Bullshit-Software angezeigte Zahlen und große Gewinne, da muss man doch gleich noch was nachschießen, kann ich ihnen als ihr persönlicher Berater nur empfehlen, das läuft ja richtig gut gerade! Die werden übrigens vor allem über Spam und Reklame bekannt. Ich würde da ja lieber ein paar Kleinbarren Gold kaufen. 😉️

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Wie, heute noch? Da fragt man sich aber schon ein bisschen, wie eigentlich so eine Million aussehen wird… 🤭️

Abbildung einer Notgeld-Banknote der Stadt Weimar aus dem Jahr 1923 über eine Million Mark.
[Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei]

Diese E-Mail beinhaltet Informationen für folgenden Nutzer:

Och, habt ihr meinen Namen vergessen? 😁️

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VIDEO ANSCHAUEN

Seien sie so dumm, und fangen sie an, mit Betrugstrader betrogen zu werden! Betrugstrader ist eine Gruppe, die für Leute reserviert ist, die anderen Leuten ein paar hundert Euro geben, weil sie so eine schöne und wohlformulierte Spam versenden können und die schon eine Menge Geld damit verloren haben, sich aber jeden Tag mit offenem Mund die Zahlen anschauen, die ihnen von einer Software angezeigt werden. Opfer von Betrugstrader werden oft das erste Mal aufmerksam, wenn sie ihr Geld mal in Zentralbankswährung abholen wollen und dafür noch eine gesalzene Gebühr latzen sollen. Betrugstrader wird von einer Betrügerbande gemacht, die nicht mehr arbeiten muss, weil viele Leute sogar noch die gesalzene Gebühr für die Auszahlung latzen, immer noch voller Glauben an die Zusicherungen gewerbsmäßiger Betrüger. Betrugstrader lebt sehr gut vom Geld anderer Leute, ohne jeden Tag so eine lästige, anstrengende Arbeit zu machen, und die anderen Leute leben halt nicht so gut. 😐️

Ich habe jetzt keine Lust, mir auch noch den Kürzstfilm dieser Betrüger anzuschauen. Die dumme Spam reicht mir. Ich habe in der Vergangenheit etliche dieser Videos archiviert, falls sich jemand mal einen Eindruck davon machen möchte, wie so etwas aussieht. Es hat einen Grund, weshalb diese Reichwerdexperten aus der Spam Videos machen: Wer leicht und flüssig lesen kann, ist oft schon ein bisschen zu intelligent für ihren Betrug. Dementsprechend sind natürlich auch die Videos. 🤪️

Aber jetzt der absolute Oberhammer:

This e-mail is private and should not be shared.

So ein Spruch unter einer Spam, die an ein paar Millionen Mailadressen geht, ist einfach an der Grenze zur Genialität. Was habe ich gelacht! 😂️

¹Wer verstehen möchte, wie das geht – es gibt natürlich Dienstleister dafür, man kann also auch seine Geldflüsse ohne vertieftes Verständnis verschleiern – ist leider auf die englischsprachige Wikipedia zurückgeworfen. Eine gute deutsche Einführung kenne ich nicht. Der englische Wikipedia-Text ist zurzeit für eine Einführung viel zu kompakt.

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