Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Du wurdest angestupst

Montag, 27. Juni 2016, 12:17 Uhr

Hallo n,

Na ja, sagen wir es mal so: Eine Zuordnung von Name zu Mailadresse, die die Spammer einmal haben, verschwindet niemals wieder aus dem Posteingang. Egal, wie unplausibel sie ist.

Du wurdest von Lena angestupst.

Auf der gleichen Mailadresse – die spammenden Vollidioten sind also immer noch nicht dazu imstande, Dubletten aus ihrem Datenbestand zu entfernen – kam mit gleichem Text auch noch die folgende Kollektion von Frauennamen an:

  • „Du wurdest von Kerstin angestupst“
  • „Du wurdest von Nora angestupst“
  • „Du wurdest von Celina angestupst“
  • „Du wurdest von Marleen angestupst“
  • „Du wurdest von Anna angestupst“
  • „Du wurdest von Lisa angestupst“
  • „Du wurdest von Eva angestupst“
  • „Du wurdest von Leonie angestupst“

Die stupsen mich ja wund, diese Frauen aus der Namensliste eines Dating-Spammers! :mrgreen:

Unser Tipp: Folge einfach diesem Link um zu sehen, wer Dich angestupst hat!

http://www.mailing33.xyz/[ID entfernt]/

Der Link führt nach der üblichen Kaskade von Weiterleitungen in die Domain mit dem schönen Namen seitensprung (strich) treffen (punkt) com, wo es das immer noch unveränderte WhatsFuck-Design der Dating-Betrüger gibt. Dieses Design ist offenbar die vorläufige Krone des schöpferischen Geistes dieser intellektuell unbewaffneten Stümper, die wohl immer noch recht erfolgreich nach den Enthirnungsresten aus der Generation Jamba angeln. Es hatte allerdings viel miesere Vorgänger mit genau so blöden Namen: FriendBook, FunBook und WhatsSexy. Natürlich jeden Tag in einer anderen Domain, denn die Spamfilter lernen schnell. Andere Experimente der gleichen Bande wie etwa ganz geheime Geheimtricks, mit denen jeder notgeile Honk ganz viel ficki ficki machen kann, waren offenbar auch beim Bodensatz der Totalverdummten nicht erfolgreich genug, als dass die Spammer davon ihre eigenen Bordellbesuche hätten bezahlen können. Warum sollte man sich für „Tipps“ auch irgendwo anmelden und namentlich registrieren? Und das kleine Problemchen mit dem peinlich fehlenden Foto im Ficki-Berater von ebenfalls dieser Bande hat diese Bande leider binnen zweier Monate nicht behoben bekommen. Dafür hätte man ja HTML können müssen. Und damit sind diese vorgeblichen Betreiber eines Dating-Portals überfordert. Das liegt daran, dass sie gar kein Dating-Portal betreiben, sondern nur Affiliate-Opferakquise für einen anderen Dating-Betrüger machen.

(Ich gehe übrigens davon aus, dass sämtliche Kontakt-, Sex- und Datingangebote im Web Beschiss sind. Es ist eine sinnvolle Annahme. Wenn dieses pauschale Urteil zu hart erscheint: Jene Fleischmärkte, die mit illegaler und asozialer Spam beworben werden, sind mit Sicherheit Beschiss.)

Was einem blüht, wenn man auf spambeworbene Dating-Betrüger reinfällt, habe ich vor fünf Jahren mal ausprobiert und hier dokumentiert. Ich weiß nicht, ob die Methoden immer noch so plump sind, aber da mit den momentanen Spamfluten und den dazwischengestellten Dreckssites wirklich nur sehr naive Opfer angesprochen werden, kann das durchaus sein. Leider ist die Mutter der Dummen immer schwanger.

Lieben Gruß,
Dein Paarship-Team

So so, sich „Paarship“ nennen, aber eine Website namens „WhatsFuck“ betreiben.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

3 Kommentare für Du wurdest angestupst

  1. Frank Eckert sagt:

    Ach wie schön, von denen hab ich auch eine bekommen. Bei „anstubsen“ denk ich immer an einen stock, den man verwendet, um bei reglos auf dem boden liegenden lebewesen durch „anstubsen“ ein lebenszeichen hervorzubringen – oder auch nicht. Exitus.

  2. benedikt sagt:

    Wie kommen die Spammer denn auf den Trichter, du hießest „n“? :D

    Nach der Geschichte mit den „smarten Windeln“ gestern ist es jetzt m. E. schwierig, zu sagen, wer von Spammern und Werbern denn jetzt die dümmeren sind… ;)

    • Wie kommen die Spammer denn auf den Trichter, du hießest „n“?

      Na, wenn ich mal schauen will, was die abziehen, gebe ich denen doch nicht meinen richtigen Namen. „n“ habe ich mich genannt, als ich mal sehen wollte, was mir ein Reichwerdexperte für ein tolles E-Book übers Reichwerden andrehen wollte. Seitdem (also so seit drei Jahren) wird die Mailadresse mit diesem Namen gehandelt und bekommt zurzeit jeden Tag die neusten Website-Versuche der Dating-Spammer… ;)

      Der „Klaus-Peter ck“ (ich wollte damals eigentlich erst „Fick“ schreiben, aber dann fiel mir ein, dass es ein zwar seltener, aber doch plausibler Name ist), der sich vor fünf Jahren bei einem russischen Fleischmarkt angemeldet hat, ist inzwischen draußen aus den Sammlungen. Bei den Russen versteht man es offenbar, die Daten mal halbautomatisch auf Plausibilität zu testen und Müll auszusortieren. Diese Leute hingegen, die vermutlich aus Deutschland kommen, verstehen das nicht. Ist halt alles Neuland. ;)

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