Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Fwd: Information

Montag, 22. April 2013, 0:03 Uhr

Es geht doch nichts über einen Betreff, der schon beim Überfliegen klar macht, um was es in der Mail geht. Na ja, Spammer mögen dieses einfache Konzept der Kommunikation weniger gern, weil ihr Rotz sonst gar nicht mehr gelesen würde.

Guten Morgen,

Ich weiß zwar nicht, wer sie sind…

Wenn Sie Geld brauchen aus welchen Gründen auch immer können wir Ihnen von 2 000 bis zu 100 000 Euro anbieten unter:

…aber das hindert mich nicht daran, einfach Unbekannten eine riesige Menge Geld anzubieten. Egal, wofür die es brauchen. Warum das egal ist? Na, weil sie das Geld eh nicht bekommen.

http://tinyurl.com/bwrhegq

Meine tolle Website verstecke ich lieber hinter einem URL-Kürzer. Nicht, weil das jetzt kürzer ist als dieses www (punkt) ckredit (punkt) net, wohin der Link führt, sondern weil ich genau weiß, dass eine Erwähnung meiner hochfragwürdigen Betrugssite sonst in wenigen Minuten durch keinen Spamfilter dieser Welt mehr durchkäme. Und das wäre doch schade. Also jetzt: Schade für mich. Denn auf meiner tollen Seite kannst du einen kompletten Datenstriptease ablegen. Wer die Daten kriegt? Laut Impressum eine obskure Internacional Web LTD. [Boah, was für eine tolle Firmierung!] in BZ – Central Amerika, aber so richtig ohne jede weitere Adressangabe. Einer Klitsche aus Belize, die behauptet, einen „Schweizer Sofort Kredit“ anzubieten, und von der du ansonsten gar nichts weißst, kann du doch ruhig alles anvertrauen. Vor allem, wenn diese Klitsche ein Angebot hat, das nur durch Spam bekannt wird. Das sind so richtig ehrenhafte Ehrenleute, darauf mein ganz großes Spammerehrenwort, geschworen beim gefälschten Absender!

Also keine Angst vor Identitätsmissbrauch oder halbseidenen Geschäftspraktiken. Komm, du bist neugierig! Da kannst du zu einer Katze im Sack doch nicht „Nein“ sagen. Schon gar nicht, wenn die Katze einfach so mit einer Spam kommt. Miau.

Die Domain wurde übrigens am 21. April 2013 um 0:36 Uhr UTC eingerichtet, und diese Spam wurde nur 16 Minuten später versendet. Als ganz großer Wohltäter weiß ich genau, dass schnelles Handeln angesagt ist, wenn man Menschen von ihrem Geld befreien will (für eventuelle Vorleistungen) und eine ordentliche Datensammlung zum Verkaufen aufbauen will. Natürlich weiß ich auch, dass man seine Registrierungsdaten lieber über WhoisGuard anonymisiert, obwohl das für einen geschäftlichen Webauftritt mehr als nur ein bisschen seltsam wirkt. Wer so schlau ist, diese öffentlichen Informationen einzusehen, ist eh zu schlau, um auf eine Spam reinzufallen.

Aber immerhin, ich biete dir auch an, dich aus meinem niemals abonnierten „Newsletter“ auszutragen. Alles, was du dafür tun musst, ist…

E-Mail aus Newsletter austragen http://tinyurl.com/bwrhegq

…genau auf den gleichen Link zu klicken, der dir die ganz großen und extragünstigen Darlehen für jedermann anbietet. Schweizer Darlehen. Aus Belize.

Diese Spam wurde mir von meinem Leser F. F. zugesendet

3 Kommentare für Fwd: Information

  1. wh sagt:

    zu Fwd: Information
    22. April 2013
    die gleiche Spam Mail von ckredit.net erhalten (gmx.de)
    Interessant ist die Reply-Adresse „Chiara Meier“
    und das To: slackerow@gmx.de
    Die Mail-Adressen scheinen wohl direkt von GMX zu stammen.

    Zur Information Mail-Header:
    ———————————————————————
    Return-Path: bxv@hotmail.com
    Received: from plima.jp ([71.1.200.188]) by mx-ha.gmx.net (mxgmx012) with
    ESMTP (Nemesis) id 0Lsg0X-1UeWr53hYP-012G07 for ; Sun,
    21 Apr 2013 05:43:45 +0200
    Received: by %17.0.138.124; Sat, 20 Apr 2013 23:34:04 -0500
    From: „Chiara Meier“
    Reply-To: „Chiara Meier“
    To: slackerow@gmx.de
    Date: Sun, 21 Apr 2013 00:36:04 -0400
    Content-Transfer-Encoding: 7Bit
    Content-Type: text/plain;
    Envelope-To:
    Subject:*** GMX Spamverdacht *** Kredit auch ohne Schufa bis zu 100 000 Euro
    X-GMX-Antispam: 6 (nemesis text pattern profiler); Detail=V3;
    X-GMX-Antivirus: 0 (no virus found)

  2. wh2 sagt:

    Ebenfalls erhalten, von einer „mwh@hotmail.com“.

    Gibt es Möglichkeiten dieser nervigen Lage Herr zu werden?

    • Ja, immer wieder löschen… 😉

      Wenn man einen Mailclient mit lernfähigem Spamfilter verwendet, wie etwa Thunderbird, hat man nach wenigen Tagen Handarbeit beim Markieren von Spam sehr gut vorsortierten Müll, was den täglichen Irrsinn ein bisschen erträglicher macht. Wenn der eigene Mailprovider keine effiziente Spamfilterung hinbekommt oder wenn man einen eigenen Mailserver verwendet, aber aus irgendeinem Grund nicht SpamAssassin nutzen will, ist das die „beste zweitbeste“ Möglichkeit. In jedem Fall muss man doch immer wieder einen Blick in die erkannte Spam werfen, denn kein Filter ist vollkommen.

      Wie hoch der wirtschaftliche Schaden durch zusätzliche Arbeitszeiten wegen der Spampest ist, gehört zu den Dingen, die mich auch brennend interessieren würden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert