Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Hello! I have important information for you..

Sonntag, 19. Juni 2011, 00:45 Uhr

Echt jetzt? Für mich? Und weißt nicht einmal, wer ich bin? Wenn du das wüsstest…

Hello!

…fiele dir vielleicht eine bessere Anrede für mich ein.

I put information about you on my private blog http://debakoerraldoiak.com/jacobi.html?lang=en&blogtheme=green&search=xxxxx

[Das „xxxxx“ war eine ID, an der man zuordnen könnte, welcher Empfänger in die Mail geklickt hat…]

Huch, wie erschröcklich. Kennst nicht einmal meinen Namen – und der ist wahrlich nicht schwierig herauszukriegen – aber hast voll über mich gebloggt. So richtig mit Informationen, aber welche das nun sein sollen, das deutest du nicht einmal an. Ist es vielleicht sogar etwas, was nicht einmal ich selbst weiß? Schlüpfrige Details aus meinem nicht vorhandenen Intimleben etwa? Oder gleich richtige Lügen? Ja ja, spammender Idiot, du weißt schon, wie man ein paar Leute in Alarmstimmung versetzen kann.

Und was kriegt man zu sehen, wenn man auf dieses „private Blog“ geht? Ein wahrlich episches „Posting“ ohne jeden Firlefanz, das ich hier gern erschöpfend und in seiner Gänze zitiere:

Click

Aber ich will dich mal nicht mieser machen, als du bist, Spammer, denn die meisten Menschen bekommen dieses eher inhaltsarme „Blog“ in seiner gnadenlosen Blödheit gar nicht erst zu sehen. Du kannst ja schließlich JavaScript, und wer die typische Opfer-Konfiguration hat und irgendwelchen Betreibern irgendwelcher Websites das Privileg erteilt, Code in seinem Browser auszuführen, der wird gleich dorthin weitergeleitet, wo der Link mit dem tollen Linktext „Click“ hinführen würde. Das ist eine Website, die unter der tollen Adresse pillpillspharmacy (punkt) net abgelegt wurde und sich „Canadian Family Pharmacy“ nennt. Die Domain gehört zwar nicht jemanden aus Kanada, sondern einen Typen aus Marseille, der gewiss genau so existent ist wie die Absenderadresse der Mail echt ist, nämlich gar nicht. Der hat jetzt zwar seit drei Wochen eine hübsche Domain, in der „pills“ gleich zweimal vorkommt, weil doppelt ja besser hält, aber seine damals Mailadresse liegt in einer Domain, die inzwischen ein Domaingrabber hat, weil sie vermutlich einfach nicht bezahlt wurde. Wer würde denn auch erwarten, dass ein spammender Betrüger seine Rechnungen beim Hosting-Provider bezahlt? Nee, das würde gar nicht zum Charakter einer solchen Fäkalmade passen, ein Spammer will eben betrügen und nehmen, aber niemals etwas geben.

Und allzu familär gehts in der betrügerischen „Apotheke“ auch nicht zu, begrüßen einem doch schon auf der Startseite allerlei Medikamente zur Versteifung des Schwellkörpers. Na ja, irgendwo muss die Familie ja herkommen – und wenn ein „Kunde“ weniger familär eingestellt ist, bekommt er auch noch Zithromax angeboten, ein ideales Antibiotikum gegen die ganzen fiesen Gonokokken, die man sich beim Herumlümmeln einfangen kann.

Im besten Fall bekommt man die ganzen Pillen gar nicht erst geliefert, sondern kann sie nur bezahlen – das hat den Vorteil, dass man wenigstens überlebt.

Respectfully,
Paula O‘Brian

Wieviel „Respekt“ du allerdings in Wirklichkeit vor den Empfängern deiner asozialen und betrügerischen Spam hast, das zeigt sich nicht nur in der Spam. Es zeigt sich auch darin, dass du allen Ernstes glaubst, dass jemand, der so überrumpelt wurde, auch noch in Kauflaune bei ausgerechnet den Idioten ist, die ihn gerade so überrumpelt haben. Na ja, es ist schon ein hartes Leben als Spammer… wenn man sich immer wieder neue Maschen ausdenken muss, dann greift man dabei halt auch immer wieder einmal so richtig ins Klo.

Vielleicht solltest du einfach mal etwas anderes ausprobieren. Wie, das magst du nicht, weil es mit einer gewissen Mühe verbunden ist? Na, denn geh doch einfach sterben, Spammer!

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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