Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Why i am contacting you

Montag, 14. September 2009, 01:42 Uhr

Das brauchst du mir eigentlich gar nicht mehr zu sagen, warum du mich „kontaktierst“ (besser benannt als: „zuspammst“). Du tust es, weil du mich bescheißen willst. Es gibt keinen andere Grund zu spammen.

DEAR RESPECTED ONE,

Und deinen besonderen Respekt erweist du mir, indem du mich mit klemmender Großmachtaste zubrüllst.

KINDLY REVIEW THE ATTACHED FILE TO KNOW WHY I AM MOVED TO CONTACT YOU. AND GET BACK TO ME IMMEDIATELY FOR MORE DETAILS.

Wow, an der Mail hängt deine spammende Gnade in Form eines Word-Dokumentes. Ein gutes Mittel, um nur noch von den Merkbefreitesten gelesen zu werden! Denn jeder Denkende weiß, wie gefährlich es ist, die Datei eines kriminellen Spammers zu öffnen und wird sich hüten. Aber du brauchst für deine Betrügereien ja keine Denkenden, sondern Deppen – und die machen das. Die klicken auf das kleine Bildchen und freuen sich, dass sich Word öffnet. Die fragen sich nicht, ob man schon einmal etwas von Makroviren gehört hat. Die fragen sich auch nicht, wieso in einem Mailprogramm denn dieses lustige Feld ist, in dem man Texte eingeben kann, die dann zu einer so genannten Mail werden. Nein, die denken das muss so. Sind eben Deppen.

GOD BLESS YOU,

Fahr zur Hölle!

FROM YOUR BELOVED SISTER,
MRS. FLORENCE DECCA AND SON UBANNA.

Wir sind bestenfalls in diesem Sinne Geschwister, in dem auch Kain und Abel Geschwister waren.

Ich konnte übrigens nicht widerstehen, mir einmal anzuschauen, was in diesem Anhang drinsteht. (WARNUNG: So etwas macht man nur mit einem besonders gesicherten System, und die bloße Existenz einer Firewall und eines Virenscanners ist noch keine ausreichende Sicherung. Wer nicht weiß, wie man einen Rechner wirklich absichert, sollte niemals auf die Idee kommen, den Anhang einer Spam zu öffnen.) Zum allgemeinen Genuss und Verdruss habe ich daraus ein PDF gemacht, das ich hier zum Download stelle: Der Anhang von Mrs. Florence im PDF-Format

Und hier nochmal der Text, der offenbar nicht in die Mail sollte, damit die Mail bessere Chancen erhält, durch einen Spamfilter zu kommen:

Dear respected,

So respektlos unpersönlich hast du mich schonmal angesprochen.

Complements of the season and greetings to you and your family in the name of God. I am Mrs. Florence Decca an aging widow of 45 years old suffering from Neck Cancer. I am from Sierra-Leone but lived in Abidjan Cote d‘Ivoire here managing my late husband factory before I sold it out because of my ill health. I could not even be able to write you this email. It is with the assistance of my only son Ubanna, 17 years old boy that I am able to write you today.

Schade, dass deine Geschichte nicht stimmt, sonst könnte ich mich wenigstens darüber freuen, dass es bald einen Spammer weniger gibt.

Ich finde es übrigens total interessant, dass du mir einen von der Elfenbeinküste erzählst. Aber leider hast du es versäumt, beim Überarbeiten deines vorherigen Betrugstextes die Dokumentbeschreibung an den nächsten Betrug anzupassen. Deshalb steht da als Dokumenttitel immer noch „Offshore Services Online (Monaco) Ltd“ drin. Ist schon schade, wenn man so tolle Tricksereien versucht und dann an so einem dummen Kleinkram scheitert, nicht? Immerhin hast du daran gedacht, die Versionsverwaltung in Word abzuschalten, so dass ich leider nicht noch zusätzlich den Text deines letzten Betrugs zu lesen kriege. Das wäre bestimmt ein guter Lacher geworden!

I have some funds $7,500,000.00Million US dollars which I inherited from my late husband. I needed you being a very honest and God fearing person to receive this money in your account and use part for the well-being of the poor in your country or elsewhere in the world and part you will safeguard for my son Ubanna to have a better life in the event of my death. I found you as a person that can be trusted and i decided to contact you if you may be willing and interested to use this fund as i directed below.

Klar, wie immer beim Vorschussbetrug. Irgendjemand, den man nicht einmal mit Namen ansprechen kann, wird für so vertrauenswürdig gehalten, dass man ihm die Dollars gleich Millionenweise in die Hand drücken will. Jeder würde ja jedem völlig Fremden so einen Hundert-Euro-Schein in die Hand drücken und kurz weggehen und davon ausgehen, dass der Fremde geduldig mit dem Schein auf die Rückkehr wartet. Menschen sind ja von Natur aus ehrlich, nicht?

Damit die Dummheit glaubwürdiger klingt, wird sie um reichlich Frömmelei angereichert, denn wer fromm ist, der ist oft auch dumm.

I do not know you in person but I have summoned up courage to contact you believing God that you will use this fund with all sincerity.

Geh doch in die USA! Da kann man mit einer solchen Einstellung sogar Präsident werden. Ach, geht ja doch nicht, dafür bist du einfach zu klein in deiner Kriminalität.

I am willing to offer 15% of this total sum and another 5% for any expenses which you may incur in this transaction. 40% for the poor and 40% you will invest for my son and assist him to come over to meet you in your country to further his education.

If you are interested, Let me know in your mail reply immediately for more details and directives. Any delays in your replying will give me room to look for another.

Und bloß schnell antworten, sonst kriegt noch jemand anders von den fünf Millionen Empfängern dieses Müllbriefes die ganze imaginäre Kohle! Immerhin wird eines schon in diesem Drecksdokument klar: Wer 350.000 Dollar als Ausgleich für seine ganzen Vorleistung angeboten kriegt, dem wird man richtig Zaster abnehmen.

Warmest regards,
from your beloved sister,
Mrs. Florence Decca and son Ubanna.
ONE WITH LOVE AND BEST WISHES!!!

Geh langsam und qualvoll sterben!

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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