Oh, schön! Mit Punkt am Ende des Betreffs. Das macht das Filtern viel leichter.
Von: support@kigyolab.com
Antwort an: angel.moreno1@yandex.com
An: gammelfleisch@tamagothi.de
Oh, heute mal nicht GMail für die Antwortadresse beim Vorschussbetrug, heute mal Yandex? Das ist relativ selten, denn Google ist der beste Kumpel und Komplize der Spammer und Betrüger. Gemeldete GMail-Adressen von Trickbetrügern sind regelmäßig noch ein halbes Jahr später in aktiver Benutzung durch Trickbetrüger. Google hat kein Interesse daran, den kriminellen Missbrauch seiner kostenlos angebotenen Dienste zu unterbinden. Google sammelt den damit verbundenen Reibach ein, und lastet die Kosten und den Aufwand der ganzen Welt auf. Google selbst ist Spam. In einer Welt, in der das Recht Gerechtigkeit herstellen sollte, wäre das klar illegal. In den USA scheint es legal zu sein.
Diese Spam wurde übrigens über die IP-Adresse eines Hosters aus Japan versendet, mein Hinweis ist schon draußen. Es ist ja nicht Google. Vermutlich ist jetzt schon der Stecker gezogen. Hoffentlich hat der Hoster Vorkasse genommen und sieht so wenigstens ein bisschen Geld für seinen Aufwand und Ärger!
Was kriege ich denn heute für ein Paket?
Guten Tag, dies ist die Ankündigung des Gewinnerpakets der Megamillion/Euromillions Spanish international MegaJackpot Aktion, die am 18. Aug. 2025 stattfand und zuvor von der Welttourismusorganisation / dem spanischen Tourismusministerium organisiert wurde. Ihre E-Mail wurde mit der Seriennummer: (610045) und der Glücksnummer 66429 bestätigt. Sie sind der Gewinner von € 1.200.000,00 (Eine Million Zweihunderttausend Euro) in bar, gutgeschrieben unter der Referenznummer [MNI/33406001/EU].
„Guten Tag“ ist mal wieder genau mein Name.
Ah, es ist ein Päckchen mit 2.400 lila Läppchen der Europäischen Zentralbank, weil ich in einer Lotterie gewonnen habe, für die nich niemals ein Los gekauft habe. Die funktioniert nämlich, indem man einfach irgendwelche lustigen Nummern an die Mailadressen hängt, und wenn die gezogen werden, gibt es Millionengewinne. Wie sich diese Lotterie finanziert? Na, sie hat vermutlich einen dieser Geldbäume im Garten und pflückt einfach das Laub ab.
Die angebliche Ziehung der Mailzahlen war vor 179 Tagen. An einem Montag. Das ist ein eher ungewöhnlicher Wochentag für eine Lotterieziehung. Wieso die Mail mit meiner angeblichen Gewinnbenachrichtigung beinahe ein halbes Jahr braucht, bis sie bei mir ankommt? Vermutlich handelt es sich um eine Abwandlung des Protokolls in RFC 2549, bei der Briefschnecken anstelle von Tauben verwendet werden.
Die Gewinner wurden per Computerabstimmung aus 80.000.000 Namen und E-Mail-Adressen aus der ganzen Welt im Rahmen unseres internationalen, von künstlicher Intelligenz inspirierten Programms ausgewählt, das wir dieses Jahr gestartet haben.
Oh, ein von künstlicher Intelligenz inspiriertes Programm macht eine Abstimmung? Bei meiner Abstimmung mit mir selbst kommt da sofort raus, dass es Bullshit ist. 🤣️
Und was soll da der Umweg über die Nummern? Der ist nicht nötig, wenn man es in Software macht. Ich möchte jetzt keine eingesammelten Mailadressen aus meinem EMail-Archiv veröffentlichen, aber ich habe als Standard meines Betriebssystems eine Datei…
$ wc -l /usr/share/dict/ngerman 356010 /usr/share/dict/ngerman $ _
…mit 356.010 deutschen Wörtern in neuer Rechtschreibung herumliegen (sie wird für eine Rechtschreibprüfung verwendet, die ich gar nicht nutze), die ich hier mal als Ersatz benutze. Wenn ich daraus mit einem Computer zehn „Gewinner“ ziehen wollte, ginge das ganz einfach und brauchte übrigens auch kein „von künstlicher Intelligenz inspiriertes Programm“, sondern nur einige konzeptionell aus den frühen Siebziger Jahren stammende und übrigens im Gegensatz zur so genannten „künstlichen Intelligenz“ sehr energieeffiziente und schnelle Standardwerkzeuge meines Betriebssystems:
$ shuf -n 10 /usr/share/dict/ngerman | nl 1 geringstmöglicher 2 Exkaisers 3 kreditwürdigster 4 Arbeitsstunde 5 probiert 6 Behelligung 7 javanisch 8 herzusagender 9 entschädigendes 10 verhängnisvollerer $ _
Um die Auszahlung der Gewinne an die Wörterbucheinträge zu vereinfachen, habe ich die Gewinner nach der „Ziehung“ durchnummerieren lassen. Zählen können diese Computer wirklich gut. Dass man vor der „Ziehung“ etwas nummeriert, um einen technisch unnötigen Umweg über „Losnummern“ zu machen, ist nicht nötig. 😉️
Was das Thema „künstliche Intelligenz“ betrifft, sind Spam, Werbung, Politik und Journalismus auf einer Linie. Das Reklamewort „künstliche Intelligenz“ soll nur Leser und Zuhörer beeindrucken und wird regelmäßig von Menschen in den Mund genommen, die nicht einmal grob verstehen, wie ein Computer funktioniert. Das so Mitgeteilte ist meist lächerlich und dumm. Leider merken die meisten Menschen das nicht und lassen sich beeindrucken und teilweise sogar verängstigen.
Bitte wenden Sie sich an Angel Juan Moreno Esq, den internationalen Vertreter von Fintonic Security and Finance Madrid, (https://www.fintonic.com/es-ES/inicio/). Telefonnummer: 34 662 425 ███.
Private E-Mail Adresse: angel.moreno@fintonic.eu oder angel.moreno1@yandex.com. Für weitere Informationen: http://loteria.rtve.es
Bitte nicht an die Absenderadresse antworten! Die ist gefälscht. 🤥️
Der Antrag muss bis zum 30 Marz eingereicht werden. 2026 eingereicht werden, andernfalls wird er annulliert. Darüber hinaus gehen 5 % Ihres Gewinns an Fintonic Seguros S.A. Dieser Betrag wird von Ihnen nach Erhalt Ihres Gewinns bezahlt.
Oh, sind auf einmal die Umlaute ausgegangen? Und war beim Lotteriebetreiber gerade nicht mehr das Geld für einen richtigen Dolmetscher übrig, so dass der Satz aussieht wie ein Auto nach einem schweren Unfall mit der Straßenbahn? Das ist aber schade. 😂️
Natürlich gibt es keine Millionen, und die E-Mail-Lotterie existiert nicht. Das angeblich gewonnene Geld dient nur dazu…

Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain
…leichtgläubige Menschen dazu zu bringen, dass sie in den kommenden Wochen eine finanzielle Vorleistung nach der anderen bezahlen: Für den Notar, für die Sicherheitsfirma, für den Geldboten, für die Erklärung nach dem Geldwäschegesetz, für den korrupten Beamten, für den Anwalt, für den Logistiker, für alles mögliche. Die Betrügerbande ist gut eingespielt und kann in ihren telefonischen Aufführungen einem Menschen das Gehirn so lange weichlabern, bis sie es auslöffeln kann. Wenn die Bande bemerkt, dass nichts mehr zu holen ist – einige haben schon hohe fünfstellige Beträge für so einen Betrug gelegt und sich dafür sogar verschuldet – bricht der Kontakt ganz plötzlich ab. Die meisten Menschen, die darauf reinfallen, bemerken erst dann, dass sie die ganze Zeit betrogen wurden.
Wer mir das nicht glaubt, weil ich nur so ein dahergelaufener Blogger bin, der im geduldigen Internet gar vieles behaupten kann und der Lotteriegewinn in der „persönlichen“ Mail an „Guten Tag“ doch so viel besser als mein Geschreibe klingt: Gut so! Nicht alles blind zu glauben, was einer behauptet, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Vernunft und geistige Klarheit und damit ein wirksamer Schutz davor, zum Opfer von Verbrechern zu werden. Ich gebe weiter an das LKA Niedersachsen. Falls das immer noch nicht reichen sollte: Einfach mal die Mail ausdrucken und zur nächsten Polizeidienststelle gehen! (Besser ausdrucken, denn ich glaube nicht, dass auf jeder Polizeiwache ein Computer herumsteht, in dem die Beamten einen fremden, möglicherweise verseuchten Massenspeicher stecken möchten.)
Aber auf gar keinen Fall auf so einen alten, plumpen und letztlich dummen Betrug reinfallen! Jeder kann etwas Besseres mit seinem Geld anfangen, als asozialen Kriminellen die dicken Autos, die Puffbesuche und das Kokain zu finanzieren.
Mit freundlichen Grüßen
Ana Eduardo Lopez Montero/Sekretärin
Hier spammt die Sekretärin noch selbst.
Entf! 🗑️



Das ist ja mal wieder ein hochsicheres Sicherheitsverfahren aus der Klapsmühle des Internet. Einfach einen ganz geheimen Geheimcode auf eine Postkarte schreiben, hoffen, dass der nicht irgendwo auf dem Weg gelesen wird, weil man ihn ja ganz offen lesen kann und dazu auffordern, den gleichen Code auf eine Postkarte an eine andere Adresse zurückzusenden und darauf zu hoffen, dass nicht jemand das geheime Authentifikationsverfahren über Postkarten mitliest. Gut, hier nicht mit Postkarten, sondern mit E-Mail, die genau so „zugänglich“ sind, und deshalb läuft es auf das Gleiche hinaus. Nur, dass man bei E-Mail wirksame Kryptografie zur Verfügung hätte, die sowohl das Mitlesen als auch die Manipulation praktisch unmöglich macht. Aber dafür muss man klicken können. Trickbetrüger wissen aus ihrer Berufserfahrung heraus, dass Menschen, die einen Computer sicher und zielgerichtet bedienen können, in aller Regel nicht auf so einen plumpen Betrug reinfallen, und deshalb wird in solchen Spams immer auf Kryptografie verzichtet. Man könnte den „Sicherheitscode“ genau so gut an eine Wand sprühen. Es wäre genau so sicher.

Die Computer „stimmen darüber ab“. In einer großen Computerabstimmung. Nein, nicht alle vier Jahre, sondern jedes Jahr. Da wird einfach an jede Mailadresse eine Nummer gehängt, und dann wird eine Nummer gezogen. Warum man den Umweg über irgendwelche Nummern geht, wenn es eh schon über Computer läuft? Na, damit die möglichen Opfer dieses Betruges glauben, dass es das ist, was sie sich unter einer Lotterie vorstellen. Etwas mit Ziehungsgeräten, gezogenen Zahlen und Losnummern. Ich habe hier übrigens auch eine Datei mit 356.010 Einträgen (ein recht umfangreiches Wörterbuch der deutschen Sprache in neuer Rechtschreibung) und ziehe davon jetzt mal fünf zufällig ausgewählte Zeilen so an der Kommandozeile, wie man das mit einem Computer machen würde:
Diese Zeile sollte sicherlich in den Betreff, und „LOTARIA CLASSICA COMMISSION“ sollte sicherlich irgendwo in der Nähe der Absenderangaben im lächerlich simulierten Briefkopf der Spam stehen. Aber wenn der Spammer versuchen würde, sein Spamskript zu verstehen, ginge ihm ja die Zeit fürs Betrügen und Geldverprassen verloren, und deshalb versteht er es nicht. Außerdem hirnt dieser Technikkram immer so, und der Wodka schmeckt ja auch ganz lecker. Dann sind halt mal kleine Pannen und Unstimmigkeiten drin. Es geht ja (angeblich) nur um ein bisschen Geld. Und die Leute, die darauf reinfallen, sind doch eh keine Mühe wert.
Halten wir also kurz fest: Mein Name hängt an einer Losnummer, und auf dem Los sind weitere Nummern, die auf kürzlich zum vorigen Wochenende gezogenen Kugeln und Bonuskugeln standen, und deshalb gibts für mich eine siebenstellige Nummer als Geldbetrag in US-Dollar, die wiederum ein Teil einer achtstelligen Nummer in US-Dollar ist, denn es ist ja eine klassische europäische Lotterie, und in Europa benutzt man ja bekanntlich den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel. Wenn ich die Gesamtausschüttung in der dritten Kategorie durch meinen Anteil an diesem Betrag teile, um herauszubekommen, wie viele Gewinner es gab…
Das schöne Geld liegt jetzt bei der EZB, die wir ja alle von den Werbeaufdrucken der Abk. „EZB“ in neun Sprachen und drei Alphabeten auf den Eurobanknoten kennen. Um da ranzukommen, brauche ich nicht etwa ein Los, sondern diese lustigen Nummern, die der Herr Vizeersatzspammer weiter oben in seiner Spam erwähnt hat. Die muss ich natürlich geheimhalten, und deshalb werden sie mir in einer unverschlüsselten, auf dem Transport mitlesbaren E-Mail offen wie auf einer Postkarte zugestellt – und diese E-Mail ist zudem wegen des Verzichts auf eine digitale Signatur auf ihrem gesamten Transportweg durch das Internet beliebig veränderbar, ohne dass ich (oder der Absender) auch nur eine Chance hätte, so eine Manipulation zu bemerken. Genau die richtige Vorgehensweise, um eine Geldabholnummer für 6,2 Megaøre mitzuteilen! Wenn das die aktuelle Sicherheitsstrategie ist, dann möchte ich lieber nicht mehr erfahren, wie man bei dieser „klassischen europäischen Lotterie“ vorher gegen Betrug vorgegangen ist. Hat man gebetet und Weihwasser über den Mailserver gesprenkelt? Oder hat man sich überhaupt keine Gedanken gemacht? Es geht ja schließlich nur um ein bisschen Geld.
Ich mag ja Wörter wie „Geltendmachung“. Die sollen immer so schön präzise, einschüchternd und ernst klingen, klingen aber in Wirklichkeit lächerlich und dumm. Gilt mein „Anspruch“ denn gar nicht und muss er erst „geltend“ gemacht werden? Oder ist er gültig (obwohl ich keinen Beleg für meine Teilnahme an dieser Quatschlotterie eines Vorschussbetrügers habe), aber noch nicht geltend? Oder was? Ein Mensch, der denken und fühlen kann, würde hier eher „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen (oder Sorge zu tragen, wenns geschwätzig werden soll), dass ihr Anspruch angemeldet wird und sie an ihren Gewinn kommen“. Ach, die „beraten“ ja nur? Und gegen wen habe ich überhaupt einen Anspruch. Ich habe bis jetzt nur gelesen, dass ich fünfeinhalb Megaøre bei einer Quatschlotterie aus dem Spameingang gewonnen habe, aber ich habe noch gar nicht erfahren, was für eine Lotterie das eigentlich sein soll. Ein Rechtsanwalt, der meine Ansprüche gegen jemanden anders vertritt, würde schon klar machen, wer dieser Andere ist. Und zwar ziemlich zum Anfang seines Schreibens.