Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Ihr Paypal-Konto wurde gesperrt

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ach, schon wieder… :mrgreen:

Sehr geehrter PayPal Nutzer,

Wie üblich, sind die Phisher nicht dazu imstande, den Empfänger beim Namen anzusprechen. PayPal ist dazu sehr wohl imstande und macht das immer. Schon die erste Zeile reduziert die Panik, die diese Phisher zu gern auslösen würden, um jemanden zu einer unüberlegten Tat zu bewegen.

kurzlich haben wir eine Abweichung bei Ihrem Konto festgestellt.

Auch über den Charakter der „Abweichung“ erfährt der Empfänger nichts näheres in dieser wenig einfallsreichen Mail. Nur darüber…

Wir haben den Grund zur Annahme, dass ein Dritter auf Ihr Konto zugegriffen hat. Wir haben den Zugriff auf PayPal-Kontofunktionen fur den Fall beschrankt, dass durch einen nicht autorisierten Dritten auf Ihr Konto zugegriffen wurde. Uns ist bewusst, dass der eingeschrankte Zugriff Nachteile mit sich bringt, der Schutz Ihres Kontos ist jedoch unser Hauptanliegen.

…dass möglicherweise jemand anders das Konto „übernommen“ hat. Und da es da um Geld geht, ist eine leichte Panik garantiert, wenn man einen solchen Text liest. Und aus dieser leichten Panik heraus soll das Opfer denn folgendes tun:

Wir haben den Zugriff auf Ihr Konto kurzzeitig eingeschrankt. Die Einschrankung wird uberpruft, wenn wir die angeforderten Informationen von Ihnen erhalten.

Um auf die Einschrankung zu reagieren und sie zu beheben, verwenden Sie bitte die folgende Seite:

http://www.paypal.com/de/verification?do

Es handelt sich allerdings um eine HTML-formatierte Mail, und der Link geht keineswegs zu PayPal, sondern auf den viel weniger Vertrauen erweckenden Server tunalikartus (punkt) com. Dort bekommt das Opfer dann die folgende, „liebevoll“ nachgestaltete PayPal-Seite zu sehen und soll seine Zugangsdaten eingeben:

Screenshot der Phishing-Seite

Wer das tut, hat verloren. Diese Daten gehen nicht etwa zu PayPal, sondern geraten in die Hände der Schurken, die hier versuchen, so zu tun, als seien sie PayPal. Und diese Schurken werden damit etwas anzufangen wissen, was dem Kontoinhaber gar nicht gefallen kann.

Ihr PayPal-Team

Dass PayPal mit dieser Mail nichts zu tun hat, sollte klar sein.

Hilfe-Center | Sicherheits-Center

Die Gangster haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, diese beiden Wörter zu verlinken.

Copyright © 1999-2009 PayPal. Alle Rechte vorbehalten.

PayPal (Europe) S.a r.l. & Cie, S.C.A.
Societe en Commandite par Actions
Sitz: 22-24 Boulevard Royal, L-2449 Luxemburg
RCS Luxemburg B 118 349
PayPal E-Mail-ID PP1263

Ich wiederhole es oft, aber man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Niemals auf einen Link in einer Mail klicken, die von einem Unternehmen kommt, bei dem man Kunde ist, wenn man in dieser Mail nicht mit Namen angesprochen wird! Das sind immer Betrugsversuche. Und selbst, wenn der Name in der Mail steht und wenn einem nichts an dieser Mail „spanisch“ vorkommt, bedeutet das noch lange nicht, dass man auf der sicheren Seite ist, vor allem, wenn es um Geld geht. Deshalb Internetadressen von Banken, Online-Auktionshäusern oder andere für Verbrecher attraktive Dienste immer im Browser aufrufen und niemals einem Link in der Mail folgen. Das gilt umso mehr, wenn die Mail einen alarmierenden Sachverhalt schildert, der dazu geeignet ist, den Empfänger in eine gewisse Panik zu versetzen. So ein Link kann wirklich sehr viel unauffälliger auf die falsche Website führen, als es in diesem Phishing-Versuch der Fall ist.

Hier war die Erkennung des Phishings einfach:

  1. Es fehlte eine namentliche Anrede.
  2. Die Mail kam ohne Umlaute, was sich ein Unternehmen bei Mails in deutscher Sprache niemals leisten würde.
  3. Die Begründung für die „Sperrung“ des Kontos wirkt doch etwas lau.
  4. Die Formulierungen sind mehr als unbeholfen. Kein Unternehmen würde in einem Stil wie „Die Einschrankung wird uberpruft, wenn wir die angeforderten Informationen von Ihnen erhalten“ mit seinen Kunden kommunizieren.
  5. Der Link führt leicht erkennbar nicht auf die PayPal-Site, spätestens nach dem Klick wird in der Adresszeile des Browsers eine „seltsame“ Adresse sichtbar.

Aber so etwas kann man besser machen, und es ist davon auszugehen, dass die Kriminellen es auch irgendwann einmal besser machen werden. Deshalb immer die Augen offen halten, wenn „alarmierende“ Mails eine schnelle, unüberlegte Reaktion provozieren wollen. Phishing ist zu einem gewaltigen kriminellen Geschäft geworden, und es nicht nicht davon auszugehen, dass sich die Gauner eine weniger verwerfliche Form des Broterwerbes suchen werden, wenn sie in Zukunft mit steigender Aufklärung der Netznutzer immer weniger Geld ergaunern; vielmehr werden sie trotz ihrer unfassbaren Faulheit und Stumpfheit versuchen, die angewandten Methoden zu verbessern. Es ist immer ratsam, besonnen zu bleiben und nachzudenken, denn das kann vor großen finanziellen Schäden und sonstigen Ärger bewahren.

Premium zeitmesser sind 70% billiger jetzt

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ach ja, immer wieder hübsch, wie die Spammer das Wort „Uhren“ vermeiden wollen, um noch durch die Filter zu kommen – als ob das eher unübliche Wort „Zeitmesser“ nicht ein viel besseres Kriterium zum Erkennen des Mülls wäre, und als ob eine Prozentangabe… aber lassen wir das, denn es kommt noch besser:

Kaufen Sie stilvolle zeitmessende Apparate online. Das Beste fuer Unterstreichen Ihres Images.

Ah, ja, „zeitmessende Apparate“ hat dieser freundliche Betrüger – der seine Website übrigens lieber hinter dem URL-Kürzer bit.ly versteckt – hier anzubieten. Da…

Wenn Sie perfekte Kopie besorgen, Sie koennen was Sie brauchen kriegen zB stilvolles Aussehen und nicht Ihr ganzes Vermoegen dafuer. Schalten Sie Ihren Kopr an – kaufen Sie hier.

…möchte man ja nur noch wissen, was denn so ein „Kopr“ ist und ob Spammer diesen „Apparat“ wohl auch benutzen.

Gehackte Twitter-Accounts

Dienstag, 13. Juli 2010

Wenn ein Twitter-Nutzer viele Follower hat, kann er durchaus auch für die kriminellen Spammer attraktiv werden, die ihre höchst einseitigen „Nachrichten“ in die Welt pusten wollen. Deshalb werden immer wieder Twitter-Accounts von diesen Verbrechern gecrackt. Wo früher fröhlich gezwitschert wurde, sieht es dann schnell so aus:

Screenshot eines gehackten Twitter-Accounts

So wird jedes nur denkbare Medium mit der kriminellen Nullkommunikation der Spam geflutet – und dass dabei die teilweise jahrelange Arbeit eines Menschen zerstört wird, dass die bisherigen Follower ihn wohl blocken und als Spammer melden werden, das ist den Idioten mit ihren betrügerischen Angeboten egal. Es sind eben asoziale Fäkalmaden, die genau wissen, dass sich ohne diese Brechstange im Internet niemand für ihren Mist interessieren würde.

Was den Twitter-Nutzer identifizieren könnte, habe ich verpixelt – genau so wie den twitter-typisch über bit.ly gekürzten Link auf die Dreckssite der Spammer. Den betroffenen Menschen habe ich kurz informiert, ich hoffe, dass der Schaden schnell behoben werden kann, bevor es ein großer Schaden wird.

PROTECT YOUR E-MAIL ADDRESS AGAINST SPAM IMMEDIATELY (IUEU)

Dienstag, 13. Juli 2010

Das nenne ich „Meta“! Eine Spam, die meine Mailadressen vor Spam schützen will!

Dear E-Mail User

Schon klar, irgendeine Anrede ist für Spammer niemals möglich. Außer natürlich so eine.

Due to the package compromise of 1.4.11,1.4.12 and 1.4.13, we are forced to release 1.4.15 to ensure no confusions. While initial review didn’t uncover a need for concern, several proof of concepts show that the package alterations introduce a high risk security issue, allowing remote inclusion of files. These changes would allow a remote user the ability to execute exploit code on a victim machine, without any user interaction on the victim’s server. This could grant the attacker the ability to deploy further code on the victim’s server.

Wegen eines nicht näher benannten Problemes müssen wir von der bekannten PHP-Webmaillösung SquirrelMail ganz dringend eine neue Version rausgeben. Weil sonst ist das ganz gefährlich und der Server, auf dem die aktuelle Version läuft, kann einfach von jedem dahergelaufenen Kind geowned werden. Irgendeinen Verweis auf ein Dokument, in dem diese Problematik näher beschrieben ist, gibt es nicht. Und dass es inzwischen schon die Version 1.4.20 gibt, macht den hier empfohlen Upgrade auf 1.4.15 auch gleich viel glaubwürdiger.

So upgrade to Squirrel Mail Development Team by click Squirrel Mail Login SquirrelMail 1.4.15 Released

Und deshalb klick mal ganz schnell auf den Link, der sagt, dass du ihn klicken sollst. Sei alarmiert und mach es schnell, damit du auch nicht bemerkst, dass dieser Link gar nicht auf die offizielle Homepage von SquirrelMail geht, sondern auf ein – vermutlich durch einen Cracker übernommenes – WordPress-Blog. Was immer du dort kennenlernst, wirst du nicht kennenlernen wollen. Wenn du dort eine neue Version runterladen kannst, werden andere viel Spaß damit haben, wenn du diese Version auf einem Server installierst. Und wenn du dort irgendwelche Daten eingibst, vielleicht sogar dein Mailpasswort, denn hast du auch verloren. Deshalb sollst du ja alarmiert sein und nicht weiter nachdenken…

We STRONGLY advise all users of 1.4.11, 1.4.12 and 1.4.13 upgrade immediately.

…und der dringenden Empfehlung folgen und sofort darauf klicken. Da draußen gibt es Leute, die für jedes weitere Opfer dankbar sind.

Diese Spam wurde automatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

Nice try, aber an den Feinheiten mit der Versionsnummer und dem Linktext könnte man noch etwas feilen…

CS5 version for Adobe Web Premium is available for $199,95.

Montag, 12. Juli 2010

Nun, wenn man sich nicht darum schert, dass es illegal ist, denn ist CS5 auch kostenlos verfügbar. Das ist genau so „legal“ wie die hier angebotene Kopie einer nicht-lizenzierten Software für Geld.

Aber dieser Spammer hat eine besonders tolle Idee gehabt, wie er seine Nullbotschaft verpacken kann. Nämlich, indem er den Stil eines Mediums für Nullbotschaften aufgreift:

Twit from:
@Adobe Your job or your hobby is creating websites, but they don’t look unique and cute? Or you want to create head blowing websites but your software is old already? You should think about upgrading your Adobe Web Premium to version Creative Suite 5 to get the full functionality. Upgrade costs only $199,95 but it will give you much more than it costs. You can also download any language upgrade which is comfortable for not native English speakers. It’s time to make some changes, it’s time to upgrade your Adobe to be the best.

Tja, schon klar. Die Tweets kommen jetzt als Mails an, und die lästige Beschränkung der Länge und der möglichen Formatierungen ist plötzlich auch aufgehoben worden. Der Absender dieser Tweets (ich finde twit, also etwa „Schwachkopf“, ja auch sehr reizvoll als Bezeichnung) ist auch nicht Twitter, sondern eine Mailadresse der Domain rothrockfamily (punkt) com. Und das Wort „Adobe“ ist nicht etwa mit der Website eines bekannten Herstellers hochpreisiger und leistungsfähiger Software verlinkt, sondern mit oemstoredigital (punkt) in, weil „Adobe“ ja gar keinen Wert darauf legt, über seine eigene Website zu kommunizieren.

Wer da noch glaubt, dieser Müll habe etwas mit Twitter oder gar mit Adobe zu tun, der würde auch an den Weihnachtsmann glauben, wenn es ihm ein Spammer erzählt.

User elias, welcome to the best discount Sale. Sov Hoffman storm

Sonntag, 11. Juli 2010

Nun, ich würde ja vielleicht mal kommen, wenn ich nur wüsste, wo es hingehen soll. Doch der dezent in der Anonymität verweilende Absender dieses Strunzbriefes ist zu doof zum Spammen:

Screenshot der HTML-formatierten Mail ohne Inhalt

Leider bin ich gerade Beta-Tester eures ganz tollen Spamskriptes, das mir nicht nur die gewöhnliche Inhaltsleere der Spam ins Postfach liefert, sondern eine völlig inhaltslose Spam. Immerhin im tollen Absender „Drugs For ErectionBoosting“ kann ich noch erahnen, was mir hier verkauft werden sollte – übrigens ist der Absender meine eigene Mailadresse, das ist ja total lustig. Doch die Frage, wer mir hier etwas verkaufen will…

Copyright � 2010 is by Corp. All rights reserved

…bleibt unbeantwortet, weil das Skript es nicht hinbekommen hat, die Fantasiefirmierung an die entsprechende Stelle zu kleistern. Immerhin erfahre ich noch, dass es sich um die „Ausgabe“ 170 dieser Spam handelt – und wenn die vorhergehenden 169 „Ausgaben“ genau so mies waren, denn wird sich wohl keiner für eure ansonsten völlig uninteressanten Betrugsseiten interessieren.

Oder ist es eine Frage des Datums?

ISSUE 170 / July 12, 2010

Der 12. Juli ist doch erst morgen.

Wenn schon ein Fail, denn auch ein richtiger Fail, das scheint das Motto dieser völlig unfähigen Spammer zu sein.

Good day to You!

Sonntag, 11. Juli 2010

Das ist als Betreff ja fast so gut wie der Standardbetreff der ganz dummen Spam, dieses „Hello“. Mal reinschauen.

Ob, so richtig geschrieben hat er nichts, die wesentliche „Information“ in der HTML-formatierten Mail wird von einem Bild transportiert:

We help people to solve delivate problems. Click to visit and know more!
1061754

Ist das nicht toll, dass der Spammer die Technik des Attachments so sicher beherrscht? Eine „Information“, die sich in 100 Bytes bringen ließe, wird so in 12,2 KiB verpackt, die beim Base64-Codieren für den Mailversand noch einmal um ein Drittel größer werden. Dass er auch Text in seine Drecksmails bringen kann, dieser Spammer, das zeigt er ja an dieser Zahl, die druntersteht…

Aber was lästere ich über diesen ganz normalen Irrsinn der Spam ab. Die ganz besonderen Fähigkeiten dieses Spammers und seiner hingepfuschten Skripten sind eher verborgen (und sie sorgen dafür, dass die Mail wohl oft ebenfalls verborgen bleibt) und offenbaren sich erst durch einen neugierigen Blick in den Mailheader. Deshalb hier ein ganz kurzes Zitat aus diesen eher technischen Zeilen:

Date: �y, 10 7 2010 22:51:04 +0000

Nein, das ist kein Witz! Ich weiß nicht, welche Sprache der Spammer spricht, aber die Abkürzung des Wochentages in der Datumsangabe sollte er doch lieber in englisch machen – das kann denn auch immer in 7bit-ASCII codiert werden…

Unfassbar! Idiot! Wenn du schon keine Lust hast, ein paar RFCs zu inhalieren (kann ich als fauler Mensch ja verstehen), denn nimm doch bitte existierenden Bibliothekscode für den Mailversand, denn klappts auch mit den Standards.

While you are ill, your neighbor takes medicine.

Samstag, 10. Juli 2010

Oh, vielleicht hat der ja das gleich wie ich, mein Nachbar. Mal lesen:

a conversation today Ill show you what ive been working on soon- theyre presents and i have to give them away first have a nice monday cate and i went through some of the free options around the web for valentines to download and print all kits are shipped phew [und weitere 80 Zeilen dieser ungenießbaren Prosa…]

Ist ja nicht sehr interessant. Ich glaube, der Nachbar hat einen akuten Wortdurchfall und aus seinem Darmmund purzeln Wörter ohne Rücksicht auf ihren kontextuellen Sinngehalt. Aber da ist ja noch ein Anhang an der Mail. Mal schauen. Ah, es ist ein angehängtes Bild:

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Das ist ja toll. Da glauben Spammer wirklich, dass sie mit einem derart verunglückten Betreff Aufmerksamkeit erzwingen können, dass diese Aufmerksamkeit sich dann auch nicht in fünf Kilobyte inhaltsloser Buchstabenwüste verläuft und schließlich bei einem Bild mit ganz tollen Angeboten landet, das seinen Empfänger dazu zwingt, eine Internetadresse abzutippen, weil man in einem Bild eben keinen Link unterbringen kann (wenn es nicht gerade in einer HTML-Mail eingebettet und dort verlinkt ist). Und dann soll der Empfänger auch noch glauben, dass man bei einem Anbieter, der sich so „präsentieren“ muss, irgendwas bestellen und bezahlen kann und auch wirklich geliefert bekommt. Und wenn man dann noch sieht, dass der tolle Absender dieser Pimmelpillen-Spam nicht einmal dazu imstande war, die Grafik selbst zu bauen, sondern sie einfach als Screenshot von einer Website genommen hat; dass da zum Hohn für den Menschen, der eine Internetadresse abtippen soll, wirklich immer noch die Worte „Click here“ in rot und mit drei Ausrufezeichen rumstehen und nicht einmal wegretuschiert wurden – ja, denn kann doch eigentlich niemand mehr so doof sein, auf diese Betrüger reinzufallen.