Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


URGENT RESPONSE

Mittwoch, 9. März 2016

Aber sowas von übermegadrückedringend!

Und, um was geht es?

I am Ms Lisa, i have a proposal, reply if interested.

Aha, du hast dir also einen Namen ausgedacht. Dieser schwebt im luftleeren Raum, nur durch den dünnen Spinnenfaden deiner Spam im Hier und Jetzt befestigt; niemand vermag zu sagen, um was es wann nur wo eigentlich geht. Und ein Angebot hast du. Was für eines? Ein Angebot eben. Aus dem kaum noch zuckenden Säckchen mauzt flüsterlaut die eingesackte Katze, dein „Angebot“ ist wie eine Katze im Sack.

Du meinst, jemand wäre daran so interessiert, dass er dir antwortet? Weil dein Angebot mit einer Spam kommt?

Ich weiß nicht, ob du dich bei deiner Ankunft auf der Erde einfach nur in die seichtesten Stellen des Genpools gestellt hast, oder ob du ein verhindertes Künstler bist. So spammen, dass jemand auf deinen Betrugsversuch reinfallen könnte, kannst du jedenfalls nicht. Für diese Tätigkeit hast du zwei linke Hände. Und nur Daumen.

Und jetzt das Besteste:

This email and any files transmitted with it are confidential and intended solely for the named individual(s). If you have received this message in error, please notify the sender immediately by email and delete the message from your system. It is unlawful to disclose, copy, distribute or take any action on the contents.

Diese (unverschlüsselt und folglich offen wie eine für jeden einsehbare Postkarte durch das Internet beförderte) Spam, in der nichts Substanzielles drinsteht, ist eine ganz geheime Geheimsache, die der Empfänger im Idealfall nach dem Lesen aufisst. Wer die kopiert (also sie vom Mailserver abholt und damit eine lokale Kopie erzeugt), veröffentlicht, irgendwo verteilt oder auf die Inhalte reagiert und handelt, macht etwas Illegales.

Verklag mich doch für meine Veröffentlichung, du Lallbacke! 😈

Ich würde dich nämlich wirklich gern mal kennenlernen, damit ich etwas richtig Illegales mit dir anstellen kann. 👿

RE: Hallo Freund

Dienstag, 8. März 2016

Oh, ein Qualitätsbetreff! Ob es wohl auch eine Qualitätsspam sein wird? Au ja, es ist richtig gutes Spamdeutsch:

Hallo Freund [sic!]
ich bin ein Interesse [sic!] für Investitionen aus Dubai; darstellen [sic!] und Auslandsinvestitionen betrifft großes Volumen des Fonds interessiert [sic!], für die wir suchen Ihre Teilnahme als ein Übersee-Vertreter, die Investition zu behandeln [sic!]. Antwort auf untenstehende e-Mail bei Interesse.
Grüße,
E-Mail: helpcntt (at) outlook (punkt) com

Diese Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges sei ohne weitere Worte zitiert, denn sie kommentiert sich selbst.

Benachritigung

Dienstag, 8. März 2016

Schön, heute werde ich wieder reich! 😀

Hallo,

Bitte öffnen Sie die Datei für Ihre Nachricht.
Danke

mfg
Susan J. Santo
http://loteria.rtve.es

Aha, hier steht also: Hallo, ich kenne dich nicht (und kürze die „Freundlichkeit“ meiner Grüße auch lieber ab), und um was es geht, kann ich dir in meiner Mail auch nicht sagen, mach also den Anhang auf, um etwas zu erfahren! Wer das tut, obwohl es im Moment eine stinkende Welle von Erpressungstrojanern gibt, die nicht von Antivirus-Software erkannt werden und vor allem über E-Mail-Anhänge verbreitet werden, hat beim Lichtmachen im Gehirnchen schon viel zu lange die Energie eingespart.

Aber dafür gibt es doch wenigstens ein großartig layoutetes Dokument, oder?

Screenshot des angehängten PDFs mit einem lächerlichen Layout

Tja… oder eben nicht. :mrgreen:

Aber wenn man sich mit seinem Vorschussbetrug eh an ganz besonders Dumme wendet, dann kann man seine „Dokumente“ dabei ja auch ganz besonders dumm aussehen lassen.

Unfassbar, wie viel schlechten Vorschussbetrug ich heute im Kasten habe…

Link-Anfrage auf Ihrer Website: tamagothi.de

Dienstag, 8. März 2016

Schönen guten Tag Herr Eckert,

Fast richtig. Wie ich wirklich heiße, ist auf der im Betreff angegebenen Website eher schwierig zu übersehen…

Screenshot meiner Homepage unter tamagothi.de, im Titel steht in großen Buchstaben Elias Schwerdtfeger

…und steht auch so im Impressum. Frank ist bei der DeNIC als Inhaber und admin-c der Domain eingetragen, und von dort wurden vermutlich auch die von diesen Spammern verwendeten Daten abgegriffen. Natürlich unter Missachtung der Nutzungsbedingungen, die man dort bei jeder einzelnen Domainabfrage zu lesen bekommt: „Insbesondere die Nutzung zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken ist ausdrücklich untersagt“. Wer eh schon illegale und asoziale Spam macht, braucht sich von solchen Dingen ja auch nicht mehr verschrecken zu lassen und bedient sich fröhlich, um sein mindestens grenzkriminelles „Geschäft“ voranzutreiben.

mein Name ist Denise Martin und ich arbeite für eine Marketingagentur, die sich auf Werbung im Internet spezialisiert hat. Während meiner online Recherche nach potentiellen Werbepartnern bin ich auf Ihre Webseite aufmerksam geworden und würde sehr gerne mit Ihnen über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen.

Deine angebliche „Online-Recherche“, wertes „Denise“, war aber ein kleines bisschen hastig. Sonst hättest du auf der von dir genannten Website einen kleinen Text zum Thema Werbung auf dieser Website gefunden und darauf verzichtet, mir dein spammiges Angebot in das Postfach zu machen. Du machst nämlich gar keine Recherche, sondern ballerst alle möglichen Leute mit deiner Spam zu und hoffst, dass genug darauf reinfallen. Dein „Name“ ist sicherlich genau so echt wie die Lügen aus deiner Spam.

Wir sind sehr daran interessiert, auf Ihrer Seite sogenannte direkte Textlinks oder aber kleinere Werbebuttons zu platzieren. Auf Wunsch lassen wir Ihnen gerne Referenzen zukommen.

Wer ist eigentlich dieses „Wir“? Hier schreibt eine angebliche Unternehmung, die – wenn man mal davon absieht, dass sie völlig kontextfrei ein sicherlich von irgendwo im Internet mitgenommenes Logo an die Mail angehängt hat – ihre Firmierung nicht angibt und die übrigens auch keine Website hat. Diese angebliche Unternehmung macht ja nur „Werbung im Internet“, was soll man so etwas auch über eine Website bewerben und anbieten? :mrgreen:

Ich werde mich auf jeden Fall davor hüten, im Lande der Linkhaftung einen Link zu setzen, weil ich in einer illegalen und asozialen Spam dazu aufgefordert wurde, für ein paar Groschen etwas zu verlinken, was nach (von mir völlig unwidersprochener) Auffassung des Absenders niemand freiwillig verlinken würde. Warum? Weil ich Selbstachtung habe, und weil ich meine paar Leser auch nicht offen verachten möchte.

Wer von mir verlinkt werden will, muss schon etwas ins Internet stellen, was mir gefällt, was ich zitiere, was ich anderen gern weitergebe. Und wer will, dass ich für ihn werbe, muss schon etwas anzubieten haben, was mich so überzeugt, dass ich es gern auch anderen empfehle. Nur für eine Handvoll Klickergroschen mache ich das nicht. Und schon gar nicht wegen einer Spam.

Falls Sie an solch einer Partnerschaft und an einem Verkauf einer kleinen Werbefläche auf Ihrer Seite interessiert sind, lassen Sie mich das bitte wissen. Ich werde Ihnen dann alle nötigen Informationen im Detail zusenden, so dass wir alles Weitere, wie die Bezahlung und den Ablauf besprechen können.

Eben ging es noch um einen plumpen, einfachen Link, jetzt geht es schon um eine „kleine Werbefläche“. Und wenn die Spammer ihren Opfern unter Wedeln mit potenziellen Banknoten das Gehirn so weichgelabert haben, dass sie es auslöffeln können, steckt da von Drittservern nachgeladener Code von anderen Leuten drin, über den auch Schadsoftware transportiert werden kann. Denn Spam ist niemals ein gutes Zeichen.

Ich freue mich sehr von Ihnen zu hören und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag! Mit freundlichen Grüßen Denise Martin denise martin web consultant – online marketing

[Das stand wirklich so in einem Absatz. Der Spammer hat seine Botschaft rübergebracht und die Konzentration für den formalen Teil lässt nach, weil die Gedanken schon wieder im Bordell sind.]

Ich würde es sehr begrüßen, wenn du jetzt einfach stirbst und dich in so etwas Nützliches und Erfreuliches wie Madenfutter und Dünger verwandelst.

Dein dich „genießen“ müssender
Elias

Mail

Montag, 7. März 2016

Stimmt, deine Spam ist eine Mail. Du könntest natürlich auch in den Betreff schreiben, um was es geht.

Hello,

Das ist mal wieder genau mein Name. 😀

My name is Mr. Richard Sun from Hong Kong.

Immerhin kennt der Absender einen Namen für sich selbst. Der ist ja auch einfach so auszudenken, dass er nicht sofort Verdacht weckt. Und dieser Herr Richard Sun will…

I want you to be my partner in a business project.

…irgendein „Hallo“ als Geschäftspartner haben. Wer „Hallo“ heißt und an Katzen im Sack aus der Spam Interesse hat:

Contact me back via my private e-mail address for more details;
richad (punkt) tang (at) yahoo (punkt) com (punkt) hk

Bitte auf gar keinen Fall die Spam beantworten, indem man in der Mailsoftware auf „Antworten“ klickt. Der Absender ist gefälscht.

Thank you.
Richard Sun.

Nichts zu danken.
Dein Spamfresser

Übrigens: Diese ansonsten nicht so interessante Spam wurde über eine IP-Adresse der Microsoft Corporation versendet. Offenbar gibt es auch dort unter Microsoft Windows laufende Computer, die von Kriminellen mit Schadsoftware übernommen werden und für kriminelle Zwecke genutzt werden – und dabei wäre ich mir sicher gewesen, dass man sich bei Microsoft mit dem eigenen Betrübssystem so gut auskennt, dass die Ausführung durch Richtlinien (policies) auf das zum Arbeiten erforderliche Minimum beschränkt wird.

Komm und hol dir jetzt deine 5000-Euro-Extrawurst ab!

Sonntag, 6. März 2016

So so, Extrawurst. Klingt für mich eher wie ein Giftköder.

Guten Tag!

Gute Nacht!

Wer dieses Jahr noch eine Extrawurst haben will, sollte sich jetzt unbedingt den Inhalt dieser Seite aufmerksam durchlesen, denn dort informieren wir ausführlich darüber, wie man problemlos an bis zu 5000 Euro monatlich herankommt, ohne viel tun oder lange warten zu müssen! Superinformativ und topaktuell für alle, die ein nettes Extra gut gebrauchen können!

Wer sich allen Ernstes fragt, warum da jemand wie ein kleiner, schmieriger Verbrecher asozial und illegal spammt, statt sich jeden Monat zehn lila Lappen der Europäischen Zentralbank abzuholen, die sich ja angeblich jeder ohne Tun und Warten einfach nehmen kann, der klicke auf den Link! Es ist natürlich wie immer ein indirekter Link, der zum Spammer zurückfunkt, dass die Spam angekommen ist und vom Empfänger beklickt wurde. Dort erklärt euch Reinhard(t) Siegel… ähm… Uwe Brombach… ähm…

Alles Gute
Stefan Lorenz

…heute heißt er Stefan Lorenz… also der diesmal garantiert echte Name Stefan Lorenz erklärt euch da in einer lustigen Seite in der Domain zeit (strich) und (strich) geld (punkt) info, wie ihr ganz viel Geld macht:

Titelgrafik der Website des Affiliate-Hungerkaufmannes und Betrügers: Auf der linken Seite wedelt eine Frau mit Klapprechner mit einem Fächer aus 100-Euro-Banknoten; auf der rechten Seite ein tief gelegtes, unbequemes, rasendes Auto, das seinen Besitzer zum besten Freund des Tankwartes macht; in der Mitte ein Roulettekessel, über dem 'Clever zum Erfolg' steht. Das erspart jegliche weiteren Worte.

Wer gern lacht, kann den gequirten Bullshit natürlich auch hier nachlesen, ohne dem hilflos mit Geldbündeln herumwedelnden Spammer mitzuteilen, dass die Spam angekommen ist. Es ist übrigens eine alte Version. In der aktuellen Version gibt es eine Änderung: Der Text „mein Name ist Reinhard Sommer“ wurde gegen „mein Name ist Reinhard Winter“ ausgetauscht. Das ist auch die einzige Änderung. Dafür archiviere ich den Kram nicht noch einmal… 😀

Dieser spammende Hungerkaufmann von der Affiliate-Front lebt davon, dass er windigen Spielhöllen im Internet¹ neue Kunden zutreibt und dafür Geld von diesen windigen Spielhöllen bekommt. Sein angepriesenes Roulettesystem funktioniert nicht. Wer es spielt, tauscht viele winzige Gewinne gegen einen irgendwann mit Sicherheit kommenden, großen Verlust ein.

Nicht von Interesse? Dann bitte hier rauftippen und Du kriegst keine Post mer [sic!] von uns.

Hier drauftippen ist das neue „Click here“ und es klingt genau so doof. Und die Generation Smartphone mit ihren vielen noch ungebrannten Kindern ist die neue Opferzielgruppe der Kriminellen, die sich keine neuen Maschen einfallen lassen wollen. Ich kann jeden Menschen nur dazu auffordern, sich diese Erfahrung zu sparen und mit den vielen hundert oder gar einigen tausend Euro, die man so eingespart hat, etwas Schöneres anzufangen.

¹Es handelt sich im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland übrigens um illegales Glücksspiel. Wer da mitmacht, macht sich strafbar. Das macht es unmöglich, eventuell vom „Casino“ nicht ausbezahlte Gelder einzuklagen. Darüber hinaus sind die „Spiele“ vom Betreiber beliebig und von außen unentdeckbar manipulierbar. Wer einem „Internet-Casino“ Geld gibt, kann sein Geld genau so gut im Klo runterspülen und darauf hoffen, dass dafür mehr Geld wieder hochgespült wird.

Erpressungstrojaner in der Stadtverwaltung Dettelbach: Die Konsequenzen

Samstag, 5. März 2016

Bart Simpson steht vor einer Tafel und schreibt als Strafarbeit immer wieder 'Ich werde keine Anhänge aus ZIP-Dateien in E-Mails von Unbekannten öffnen'.

Zum Hintergrund | Das Bild habe ich mit dem Simpson-Generator auf der Website unter www.pianojoe.de erzeugt.

Jeder Mensch, der eine E-Mail-Adresse nutzt, sollte sich bei der Nutzung immer über die folgenden, an sich sehr einfachen Dinge im Klaren sein:

  1. Der Absender einer E-Mail ist beliebig fälschbar. Die Fälschung ist leicht und setzt keine besonderen Fähigkeiten voraus. Jedes experimentierfreudige Kind hat hier in zwei Minuten ein Erfolgserlebnis.
  2. E-Mail ist ein praktisches, aber auch gefährliches Medium. Eine gewisse Vorsicht ist immer erforderlich.
  3. E-Mail-Anhänge sind ebenfalls praktisch, aber sie ermöglichen es auch Kriminellen, in Spammails beliebige Dateien auf die Rechner anderer Menschen zu transportieren und dabei selbst im Schutz der Anonymität zu bleiben.
  4. Jeder E-Mail-Anhang ist mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Niemals einen Anhang öffnen, der nicht vorher über einen anderen Kanal als E-Mail ausdrücklich mit dem Absender abgesprochen wurde.
  5. E-Mail-Anhänge in ZIP-Archiven sind beinahe immer Schadsoftware. Die Verpackung in einem ZIP-Archiv erschwert einen eventuellen Antivirus-Scan auf dem Mailserver.
  6. Es gibt keine ungefährlichen Dateiformate. PDFs können Javascript enthalten, und der Adobe Reader hat eine erhebliche Sicherheitsgeschichte. Office-Dokumente können Makros enthalten; dabei handelt es sich um Programme, die innerhalb der Office-Programme ausgeführt werden und alles können, was jede Windows-Anwendung auch kann. Javascript-Dateien für den Windows Scripting Host können ebenfalls alles, was jedes andere Windows-Programm auch kann, insbesondere können sie selbst Schadsoftware sein oder solche aus dem Internet nachladen und ausführen. Andere Formate können ein Angriff auf Sicherheitslücken sein. Ausführbare Dateien für Microsoft Windows verbieten sich sowieso. Wer nicht weiß, welche Dateien unter Microsoft Windows ausführbar sind¹, sollte gar nicht erst auf die Idee kommen, eine „komische Datei“ zu öffnen.
  7. Das Piktogramm einer Datei sagt nichts über den Typ einer Datei aus. Eine ausführbare Datei kann jedes beliebige Piktogramm haben, unter anderem auch das Piktogramm eines PDF- oder Office-Dokumentes.
  8. Der Absender einer E-Mail ist beliebig fälschbar. Ja, ich wiederhole mich. Aber viel zu wenig Menschen sind sich darüber bewusst, wenn sie ihre E-Mail abarbeiten. Und dieses Unwissen ist gefährlich. Eine E-Mail, die scheinbar von einem Bekannten, Kollegen oder Chef kommt, kann von jedem Menschen kommen. Aus dem ganzen Internet. Und da gibt es leider auch sehr viele Menschen, deren Nichtexistenz höchstens von ihrer Mutter bedauert würde. Dass man glaubt, den Absender zu kennen, bedeutet niemals, dass man in der E-Mail sorglos herumklicken kann. Besser vorher kurz anrufen.
  9. Richtige „E-Mail-Profis“ verwenden digitale Signaturen, um den Absender jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherzustellen. Das kostet nicht einmal Geld. Und es ist auch nicht schwierig. Warum ihre Bank, ihr Händler, ihr Chef das nicht tut, müssen sie ihre Bank, ihren Händler oder ihren Chef fragen. Meist handelt es sich um Unwissen und den Unwillen, dieses Unwissen zu beenden, um verantwortungsvoll handeln zu können, also um Dummheit.
  10. Die digitale Signatur einer E-Mail ist nur etwas wert, wenn man sie überprüft. Das ist ebenfalls einfach und kostet nichts.
  11. Ein Link in einer E-Mail ist genau so gefährlich wie ein Anhang, er kann auf eine beliebige Datei verweisen. Auch auf eine Schadsoftware.
  12. Das Antivirus-Programm erkennt nur Schadsoftware, die bei den Herstellern des Antivirus-Programmes schon bekannt ist. Selbst dabei ist es nach trivialen Modifikationen der Schadsoftware nicht zuverlässig. Wenn aktuelle Schadsoftware zugestellt wird, versagt es regelmäßig.
  13. Schadsoftware-Spammer leben davon, dass ihre Schadsoftware funktioniert. Sie testen diese deshalb selbst mit diversen Antivirus-Programmen durch und modifizieren sie so, dass sie ein paar Stunden oder Tage lang trotz Antivirus-Programm „funktioniert“.
  14. Der beste Schutz vor Schadsoftware in der E-Mail ist Vorsicht, Wissen und ein klarer Verstand.
  15. Schadsoftware-Spammer versuchen oft, den Verstand lahmzulegen, indem sie einen Anschein von Dringlichkeit erwecken. Deshalb gibt es so oft „Rechnungen“, „Anwaltsbriefe“, „Vertragsbestätigungen“ oder „Mahnungen“ in der Spam. Wer einen finanziellen Verlust oder ein juristisches Risiko vor Augen hat, lässt sich leicht dazu überrumpeln, vor dem Nachdenken zu klicken. Davon leben die Verbrecher.
  16. Eine E-Mail, in deren Text nichts Substanzielles steht – sondern so etwas wie „Lieber Kunde, zahlen sie uns sofort und völlig grundlos wegen der Vorgangsnummer 08/15 auf unser nicht einmal genanntes Konto fünfhundert Euro“ – und die vom Empfänger verlangt, dass man einen Anhang öffne, um zu erfahren, um was es überhaupt geht, ist immer Spam mit Schadsoftware im Anhang.
  17. Anwaltsbriefe kommen – allein schon aus Gründen der Rechtssicherheit – mit der Sackpost. Freundliche Rechtsanwälte senden ihre Briefe gern auch zusätzlich informell als E-Mail, da Zeit manchmal Geld wert ist. Eine solche E-Mail eines echten Anwalts enthält immer die Anschrift der Kanzlei, einen Text, der klarmacht, um was es geht und eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen. Die Rechtschreibung ist meist fehlerfrei. Im Zweifelsfall kann man bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer nachfragen, wenn man den Angaben in der E-Mail nicht traut.
  18. Der beste Schutz vor Schadsoftware in der E-Mail ist Vorsicht, Wissen und ein klarer Verstand. Ja, ich wiederhole mich noch einmal. Aber es gibt zu viele Journalisten, die ihren Lesern erzählen, dass Antivirus-Programme der beste Schutz vor Schadsoftware seien. Das stimmt nicht. Sie sind bestenfalls eine Ergänzung.
  19. Ein Vertrag entsteht durch konkludentes Handeln, und nicht dadurch, dass jemand behauptet, es bestünde ein Vertrag.
  20. Es ermüdet mich, diese an sich sehr einfachen Dinge immer wieder zu sagen und zu schreiben. Aber es ermüdet mich nicht so sehr, dass ich damit aufhören werde. Wenn Journalismus etwas anderes als Verdummung, Werbeplatzvermarktung und Schleichwerbung wäre, würden diese an sich sehr einfachen Dinge spätestens im Zusammenhang gefährlicher Schadsoftware-Wellen in jeder Zeitung und in jedem Fernsehmagazin gesagt. Stattdessen erzählen Journalisten ihren Lesern, dass Antivirus-Software das wesentliche Hilfsmittel zur Herstellung von Computersicherheit und zum Schutz vor Internet-Kriminalität sei. Das stimmt nicht. Es ist sogar noch schlimmer: Es ist eine für die Leser gefährliche Fehlinformation und arbeitet direkt der Internet-Kriminalität zu.
  21. E-Mail ist ein praktisches, aber auch gefährliches Medium. Vor jedem Klick in eine E-Mail sollte das Gehirn eingeschaltet werden.
  22. Der Ärger, den man wegen eines Klicks in eine Spam haben kann, ist das bisschen befriedigte Neugierde niemals wert.
  23. Wer vorsichtig ist, hat nicht hinterher das Nachsehen. Wissen macht frei.

¹Das sind nicht nur .exe, sondern unter anderem (diese Liste ist wahrscheinlich unvollständig, denn ich bin kein Windows-Nutzer) auch .scr, .com, .pif, .js, .bat, .hta, .scf, .cmd oder .vbs. Jemand, der sich wirklich mit Windows auskennt, kann die Liste sicher weiter ergänzen.

My name is Chien.

Freitag, 4. März 2016

Ob sich dieser Name wohl vom französischen Verb chier ableitet? :mrgreen:

Alle Zeilenumbrüche, Leerzeichen, fehlenden Leerzeichen und sonstigen Schwächen im folgenden Zitat einer Mail, die mir ein Geschäft zum Bewegen von $16,M vorschlägt, das mir 4,5 Megadollar einbringen soll, sind aus dem Original:

Dr Raymond

My name is Dr Raymond Chien. I work with the Hang Seng Bank. There is the sum of
$16,M in my bank“Hang Seng Bank“,Hong kong.

I wish to make a transfer of the $16,M .I do solicit for you
assistance in effecting this transaction.I intend to give you 30% of the total
funds as compensation for your assistance.

Should you be interested please send me an email on my private email
(drraymond (punkt) chien (at) aol (punkt) com)
1. Full names
2. Private phone number
3. Current residential address

Regards,
drraymond (punkt) chien (at) aol (punkt) com
Dr Raymond Chien.

Ohne Worte.

Hach, früher, als sich Vorschussbetrüger noch Mühe gegeben haben…