Oh schön, heute gibt es wieder Geld aus der Steckdose. 💰🔌
Die Spam verzichtet übrigens völlig auf Text. Sie besteht aus zwei externen Grafiken, die aus dem Web über Google Cloud Storage nachgeladen werden. Vermutlich hat der Spammer mal „kostenlos getestet“, denn er scheint ja noch keine Million mit Bitcoin gemacht zu haben.
Natürlich gibt es ein solches Nachladen von externen Bildern nur bei einer unsicher konfigurierten Mailsoftware. Ich habe dort eine leere weiße Seite gesehen und musste erstmal in den Quelltext der Spam schauen. Menschen mit unsicher konfigurierter Mailsoftware, die externe Bilder nachlädt und damit jedem Mailschreiber ein heimliches Tracking ermöglicht, wenn die Mail nur gelesen wird¹, sehen die Spam so:
Was, nur 13 Kilodollar? Im Betreff wurde mir meine erste Million versprochen, die ich heute noch mache. Und ich habe mich schon so gefreut! 😀
Aber hey, dafür sind die 13 Kilodollar garantiert! Vom Spammer! 🤞
Natürlich funktioniert das Reichwerdverfahren nicht, sonst würde der Spammer ja auch nicht spammen, sondern selbst reich werden. Auch beim Bitcoin-Handel entsteht das Geld nicht aus Feenstaub und fluffigen Fantasien, sondern wird wie an jeder anderen Börse und jedem anderen Marktplatz nur umverteilt. Der Spammer zieht es deshalb vor, seine Opfer an einen halsabschneiderisch überteuerten oder gar betrügerischen Dienstleister zu vermitteln und dafür Affiliate-Geld zu kassieren, und dafür macht er seine falschen Versprechungen. Was der Spammer dabei von der Intelligenz seiner Leser hält, kann man daran sehen, wie er im Betreff eine Million und in der Mail 13.000 Dollar pro Tag verspricht – ich nehme mal an, dass jeder Mensch mit einem Intelligenzquotienten oberhalb der Zimmertemperatur sich von „Finanzdienstleistern“ abwenden würde, die so mit Zahlen durcheinanderkommen, wenn es um Geld geht. 🤡
Da fehlt eigentlich nur noch der obligatorische Screenshot des aktuellen Bitcoin-Betruges durch asoziale Affiliate-Lumpenkaufleute. Hier ist er (zum Vergrößern klicken):
Oh, die Million, die ich heute noch machen kann, hat sich jetzt in 40 Kilodollar verwandelt, die ich binnen eines Monats machen kann. Ob das schon einmal vorwegschattet, wie das eingezahlte Geld bei diesem tollen Reichwerdsystem immer weniger und weniger und weniger wird… 🤣
¹Ich empfehle immer noch den Thunderbird, der natürlich in seinen Grundeinstellungen keine externen Bilder nachlädt.
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![Screenshot des Dialogfensters, das beim Öffnen des Dokumentes mit Libre Office angezeigt wird. -- Dieses Dokument enthält Makros. -- Makros können Viren enthalten. Die Ausführung dieser Makros wird aufgrund der aktuellen Makrosicherheits-Einstellung unter Extras - Optionen - LibreOffice-Sicherheit unterbunden. -- Manche Funktionen stehen daher möglicherweise nicht zur Verfügung. -- [OK]](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2020/01/lo-makrowarnung.png)

Ich wollte, ich könnte darauf vertrauen, dass Google zivilisiert genug wäre, auf eine Abuse-Meldung bei einer derart klaren Spam zu reagieren und das Konto eines derart klaren Spammers einfach dichtzumachen, um sein Geschäft und den weiteren Missbrauch von Google-Diensten für kriminelle Machenschaften wirksam zu unterbinden. Aber ich habe es wieder und wieder und wieder erlebt, dass die Mailadressen, die ich an Google gemeldet habe, auch ein dreiviertel Jahr später noch aktiv von Spammern benutzt wurden, und deshalb kann ich eben nicht darauf vertrauen. Google hat Wichtigeres zu tun, als sich um die Bekämpfung von Spam und Internetkriminalität zu kümmern. Zum Beispiel, seine Nutzer möglichst umfassend zu überwachen und zu verdaten, um den Transport „zielgruppengerechter“ Reklame als Dienstleistung verkaufen zu können. Oder um in der Suchmaschine „persönlich angepasste“ Suchergebnisse zu präsentieren. Letzteres ist übrigens der Hauptgrund dafür, weshalb ich Google schon seit Jahren nicht mehr als Suchmaschine benutze und auch niemanden anders mehr empfehlen würde, Google als Suchmaschine zu benutzen.