Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Wichtig.

Samstag, 16. Mai 2015

Lieber Freund, Guten Tag, schreibe ich Ihnen um für die Hilfe auf Vorschlag bitten, übertragen eine große Geldbetrag für Ihr Land. Ich bin ein Banker von Beruf und Wohnsitz in den Niederlanden. Wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert sind, Kontaktieren Sie mich über meine private E-Mail-Adresse: stephens (punkt) jan (at) aim (punkt) com für weitere Details. Mit Freundlichen Grüßen, Stephen Jan

Liebe Opfer, Gute Nacht, schreibe dir zu bitten nehmen mein Geld. Du sicher wissen, dass Banker tun so etwas, weil du immer kriegen grundlos Geld von irgendwelche Bankers, und ich Banker, aber so was von, deshalb machen auch Geschäftens in unverschlüsselte Mail. Wenn mein Deutsch klingen wie Yoda auf berauschendem Pilz, du mir einfach glauben ich kommen von Niederlanden. Nicht antworten an Absenders Adresse, die sein gefälscht. Stattdessen über Geld und Geschäfte kommunizieren mit kostenloses und anonym zu bekommendes Mail bei AOL. So freundlich wie eine Ohrfeige, ein ausgedachtes Name

This email has been checked for viruses by Avast antivirus software. www.avast.com

Jetzt noch schnell das Siegel druntersetzen, das belegt, dass es sich hier um die Mitteilung eines Vollidioten handelt, und dann weg mit den paar Millionen Spams zur Einleitung des Vorschussbetruges. Irgendwer wird schon wieder so doof sein…

Und mehr Mühe mit den dürftigen Geschichten geben… ich bin Spammer! Wenn ich mir Mühe geben wollte, dann könnte ich auch arbeiten gehen. Ich verachte meine Opfer. Ich verachte alle Menschen. Ich bin ein asozialer Betrüger. Und das ist so ziemlich das einzige, was ich mit einem Banker gemeinsam habe.

CONGRATULATIONS!!!

Freitag, 15. Mai 2015

Oh, ich glaube, heute werde ich wieder reich. Ein Glückstag!

Reply To: [toyotaclaimsdept (at) yeah (punkt) net]

Fast richtig, Spammer! Nun musst du das noch in den Header schreiben, einen Bindestrich hinzufügen und die eckigen Klammern weglassen, und schon könnte man deine Spam mit gefälschtem Absender beantworten, indem man auf „Antworten“ klickt. Ist doch gar nicht so schwer! Verstehe gar nicht, warum du damit immer so große Probleme hast. Lebt sich das echt so kompliziert, wenn man dumm, faul, lernresistent und leseunwillig ist?

Toyota Japan Lottery Award
Customer Service Department
Affiliate of Toyota Branch China.
28 Tanfield Road Tiaxiu lio Beijing China

Wir wissen ja alle aus der Toyota-Reklame in Presse und Glotze, dass Toyota auch Lotterien veranstaltet, die einen plötzlich anschreiben und einem mitteilen, dass…

PRIZE AWARD NOTIFICATION

…man was gewonnen hat. Schließlich gehts dabei doch nur um Reklame, sonst müsste man ja ein Los kaufen, um gewinnen zu können. Also wird Toyota doch ganz groß Reklame damit machen; wird uns mitteilen, dass man dort nicht nur rasende Bleche produziert, sondern auch mit vollen Händen Geld verschenkt. Und das sogar…

DEAR SIR/MA,

…an Leute, von denen man nicht einmal weiß, wie sie heißen. Das ist aber auch kein Wunder, denn die Gewinner…

We are pleased to inform you of the announcement made today; You are among the winners of the TOYOTA CAR INTERNATIONAL PROMOTION PROGRAM 2015. Participants were selected through a computer ballot system drawn from 2,500,000 email addresses of individuals and companies from all part of the world as part of our electronic business Promotions Program.

…werden aus irgendwie ermittelten Mailadressen rausgezogen. Diese Mailadressen muss man diesem „Toyota“ auch nicht vorher mitteilen, weil dieses „Toyota“ einfach Mailadressen auf dem Schwarzmarkt kauft. Übrigens kann man seine Gewinnchance deutlich erhöhen, wenn man mehrere Mailadressen hat; ich habe heute gleich auf zwei Adressen (und auf einen Honigtopf) gewonnen.

As a result of your visiting various websites we are running the E-business promotions for You/Your Company email address, attached to ticket number 719-226-1319, with serial number 902-66 drew the lucky numbers 05,12,30,11,17,43 and Bonus number 10 , Your INSURANCE Number: FLS433/ 453L /GMSA and consequently you won in the Second Category of the TOYOTA FORTUNE LOTTO DRAW.

Nun geht dieses „Toyota“ des Spammers nicht etwa so vor, dass es einfach eine Mailadresse zieht, sondern es hängt nach einem nicht näher erläuterten Verfahren irgendwelche Nummern an die Mailadresse und zieht dann Nummern. Warum dieses „Toyota“ so umständlich vorgeht, wenn es die Ziehung mit einem Computer vornimmt, gehört zu den Geheimnissen der skurillen Kopfwelt eines dummen Spammers.

Faszinierend ist es übrigens, dass „Toyota“ am 22. Juli 2010 schon einmal – mit Ausnahme der Zusatzzahl – die gleichen Zahlen gezogen hat. Oder anders gesagt: Der Spammer findet es nicht einmal der Mühe wert, sich ein paar Zahlen neu auszudenken, wenn er einen alten Text neu aufkocht.

You have therefore been approved for the payment of the sum of US$850,000.00 in cash, including A TOYOTA CAR which is the winning present /amount for the Second category winners. This is from the total prize money of US$32,650,000.00 shared among the international winners in the Second category.

Der Spammer sagt sich aber, dass das auch nicht so wichtig ist. Er will ja nicht das Gehirn seiner Leser ansprechen, sondern ihre dumme und dumm machende Gier. Deshalb faselt er von einem Haufen Geld und einem Auto. Wenn seine Opfer so etwas vor Augen haben, dann findet sich darunter immer wieder mal jemand, der auch vorher etwas Geld hergibt (für den Notar, eine Beurkundung, den Zoll, etc.) und sich nicht eine Minute darüber wundert, dass „Toyota“ gar kein Bankkonto hat, sondern alles Geld nur schön anonym per Western Union haben möchte.

CONGRATULATIONS!!!
Please be informed that your won fund of the sum of US$850,000.00.is now with the payee center. Contact our agent and give them your full names so that they will re-insure your winning fund under your full names together with the nearest seaport where your winning car should be shipped.

Deshalb nochmal Glückwünsch zu Zaster und Auto. Steht schon bereit. Steht aber leider nicht bei „Toyota“, sondern bei einem obskuren Dienst-Manager und General-Einbezieher für dieses Online-Dingens:

To begin your claim please send email immediately to..

James Lee
Services Manager,
General Online Coordinator
EMAIL: [toyotaclaimsdept (at) yeah (punkt) net]

Deshalb hat der Hirni natürlich auch keine Mailadresse beim richtigen Toyota in der richtigen Toyota-Domain, sondern bei einem chinesischen Anbieter kostenlos und anonym einzurichtender Mailadressen. Er ist ja… wie schon gesagt… dieser General-Einbezieher für das Online-Dingens.

Diesem unbeholfenen Betrüger… ähm… Manager meine ich natürlich… soll man jetzt, damits auch Zaster und Auto gibt, einen Haufen von Daten mitteilen:

Fill in the blank space:
1. Full Name:
2. Address:
3. Occupation:
4. Age:
5. Sex:
6. Nationality:
7. Country of Residence:
8. Mobile No/Fax Number:

Ganz wichtig für die Übergabe des Gewinnes sind der Beruf und das Geschlecht. Sonst kommt das Auto und das Geld nicht an, wenn die das nicht wissen!!! :mrgreen:

NOTE:
In order to avoid unnecessary delays and complications, please remember to quote your reference and batch numbers and other information provided above and below in every one of your correspondences to your claiming agent.

Ganz wichtelig wichtig ist es auch, dass man den Zahlensalat noch einmal angibt, der sich übrigens auch seit dem 22. Juli 2010 nicht verändert hat und deshalb fast so wichtig für die Identifikation des Vorganges ist wie ein kleines Steak.

Congratulations once again from all our staff and thank you for being Part of our promotions program.

Also noch einmal einen herzlichen Glückwunsch und vielen Dank dafür, dass ihre Mailadresse auf einer Liste steht und dass sie deshalb an einem Reklameprogramm teilhaben, mit dem „Toyota“ aus irgendwelchen unerklärten Gründen gar keine Reklame macht.

Sincerely,
Jessica Reeves
Online coordinator

Mit Grüßchen
Ausgedachter Name
Fauler und dummer Online-Vorschussbetrüger

Wenn man nur lange genug wartet, kommt doch alles nochmal wieder…

Attn: elias — quote for Brochures printing

Mittwoch, 13. Mai 2015

Dear Sir ,

Thank you for your time!

Ever import from China?

Please allow Ann do something for your printing work.

Our factory are busy with printing paper box, carton, catalogue.

Operation model will be detailed if you are looking for.

Kind regards,

Ann

Lieber Spammer,

danke, dass du mir etwas von meiner begrenzten Lebenszeit geklaut hast. Jemals über eine Lobotomie nachgedacht? Bitte erlaube dem Eispickel, etwas in deinem Frontallappen zu tun. Der Arzt ist darum bemüht, so lange zu strokeln, bis du so dumm und friedlich wie ein Pappkarton bist – und nicht einmal mehr den Aufdruck lesen könntest. Auf die Einzelheiten gehe ich ein, sobald ich dich in die Finger gekriegt habe.

Grüßchen
Dein unfreiwilliger Leser

DOCUMENTS

Mittwoch, 13. Mai 2015

Dies ist eine Spam ohne jeden Text, sie enthält nur einen Anhang namens DOCUMENT.zip, ein ZIP-Archiv mit der Datei DOCUMENT.exe, die ich heute sowohl mit einem PDF- als auch mit einem Word-Piktogramm gesehen habe. Dieses Klickebildchen ist irreführend, es handelt sich um eine ausführbare Datei für Microsoft Windows, die von einem Kriminellen in einer Spam zugestellt wurde. Wer darauf doppelklickt, liest kein Dokument, sondern übergibt seinen Rechner und seinen Internetzugang an die organisierte Kriminalität.

Zurzeit wird der gefährliche Sondermüll nur von rd. der Hälfte der gängigen Antivirus-Programme als das erkannt, was er ist: Schadsoftware.

Ich kann generell nur empfehlen, ZIP-Archive (und natürlich auch andere Archivformate wie .7z, .rar und dergleichen), die in Form eines Mailanhanges kommen, mit der allergrößten Vorsicht zu behandeln. Nahezu hundert Prozent der ZIP-Archive in meinem Posteingang sind Schadsoftware. Spammer packen ihre aktuelle Trojanerkollektion regelmäßig in ein Archiv, um einen Virenscanner auf dem Mailserver zu „überlisten“, denn sie leben von der Kriminalität und sind darauf angewiesen, dass ihr Müll auch ankommt (und dann manchmal vom Empfänger gestartet wird). Niemals Dateien aus einem ZIP-Archiv öffnen, wenn die Mail mit diesem Archiv nicht ausdrücklich vorher verabredet wurde! Und: Selbst dann vorsichtig sein! Die in dieser Weise zugestellte Schadsoftware ist oft sehr aktuell und wird dann von Antivirus-Programmen noch nicht sicher erkannt. Da auch der Absender einer E-Mail beliebig gefälscht sein kann, ist nicht einmal eine verabredete Zustellung von Daten in einem Archivformat sicher; erst durch Verwendung digitaler Signaturen wird es möglich, wenigstens den Absender jenseits jedes vernünftigen Zweifels zu identifizieren.

UNITED NATIONS PAYMENT RECONCILIATION OFFICE

Dienstag, 12. Mai 2015

Mit ganz WICHTIGEN GROẞBUCHSTABEN! Aber um was es eigentlich geht, wird im Betreff nicht gesagt.

UNITED NATIONS PAYMENT RECONCILIATION OFFICE
LONDON QUARTERS,
LONDON-UNITED KINGDOM

Nicht einmal für eine digitale Signatur hats gereicht. Oder auch nur für einen besseren gefälschten Absender als peterredward616 (at) gmail (punkt) com. Ich meine ja nur: Wenn man schon den Absender fälscht!

Da reißt es dieser lächerliche „Briefkopf“ auch nicht mehr raus.

Honorable Beneficiary,

Toll, ich bin ein Begünstigter – oder im „schönsten“ Deutsch der Juristen, ein „Genussberechtigter“ – aber ich habe keinen Namen.

RE: NOTIFICATION OF PAYMENT

Worum es in der Spam… ähm… hochwichtigen Mail der Vereinten Nationen überhaupt geht, sollte besser im Betreff stehen. Nach der Headerzeile Subject:. Aber dafür müsste der Spammer ja etwas von der Technik verstehen, die er zum Betrügen benutzt.

This is to notify you that United Nations Secretary General has deliberated with the world bank for a compensation payment on scammed victims from Asia, America and Europe so your name emerged as one of the lucky beneficiaries.

Schön, dass mein Name als der Name eines Begünstigten herausgekommen ist, aber das wirkte viel glaubwürdiger, wenn ich auch mit meinem Namen angesprochen würde. Es geht ja immerhin…

I write to let you know that the sum of $5,850,000.00 (Five Million Eight Hundred and Fifty Thousand United States Dollars) Only has been approved in your favor.

…darum, dass die Vereinten Nationen [!] mir [!!] grundlos 5,8 Megadollar [!!!] schenken [!!!!] wollen. Wir kennen das ja alle, dass die UN irgendwelchen Unbekannten ein paar Milliönchen gibt.

Kindly reply us immediately on how to receive it without any delay, When you respond I shall send you a copy of your Funds Approval Certificate from the United Nations. Please send your complete information details as listed below;

Also ganz schnell antworten und erstmal ein paar Daten an die „Vereinten Nationen“ senden. Zum Beispiel die für den weiteren Fortlauf des Vorschussbetruges auf der anderen Seite recht interessante Information…

Full Name:
Contact Address:
Telephone/Fax number:
Occupation:

…was denn eigentlich der Name des Begünstigten ist, der da hervorkam.

All correspondence should be direct to the below email:
peteredward728 (at) gmail (punkt) com

Natürlich können sich die „Vereinten Nationen“ keinen Server für ihre Mail leisten. Kein Wunder, wenn sie ihr ganzes Geld immer verschenken. Die unzähligen eingerichteten Adressen bei Google Mail sind für jeden Mitarbeiter in praktischer Weise durchnummeriert, damit auch jeder ein paar mehr hat.

Yours Sincerely
Mr. Edward Peter.
United Nations Co-coordinator
London- United Kingdom.

Mit schwer freundlichem Gruß vom Edward…

本信件可能包含崴凌科技機密資訊,非指定之收件者,請勿使用或揭露本信件內容,並請銷毀此信件。

…aus London.

This email may contain confidential information. Please do not use or disclose it in any way and delete it if you are not the intended recipient.

Ganz geheime Geheimsache! Bitte die Spam nach dem Lesen aufessen, wenn man nicht der richtige Empfänger war. So etwas wie Kryptografie kennen die „Vereinten Nationen“ nicht.

Kommt, Spammer, das könnt ihr besser und mit besserem Text. So macht es ja kaum noch Spaß, euch zu verspotten!

Katze im Sack…

Donnerstag, 7. Mai 2015

Rätsel des Tages: Was will mir der unbekannte Absender dieser Spam mit seiner Mitteilung sagen oder verkaufen?

Von: Lorne <curry (at) pyramidsound (punkt) com
Betreff: Sequencing Elias Schwerdtfeger Tbuy Exclusive eTabletsNow murdered [sic!]

Lbuy fTabs Here [häh?!]
http (doppelpunkt) (doppelslash) yazartarimsaldanismanlik (punkt) com (punkt) tr (slash) cofactor (punkt) php
While to the measure of his might that she is ruddy fleet and strong

Die letzte Zeile aus der Mail ist sehr kontrastarm eingefärbt und wird für die meisten Menschen nicht sichtbar.

Der Link führt übrigens auf eine Seite, die man nicht nur nicht lesen kann…

Ein kurzer Einblick in den Quelltext, dargestellt in der Quelltext-Anzeige vom Firefox

…weil die Textfarbe und die Hintergrundfarbe auf weiß gestellt sind, sondern die auch bei normaler Sichtbarkeit des Textes nichts weiter mitzuteilen hätte als dumme, völlig sinnlos wirkende Stichwörter und einen im Kontext völlig idiotischen Javascript-Fetzen, der ohne sichtbare Wirkung ausgeführt wird. Wer sich die vollständige Hirnrissigkeit dieser Website einmal anschauen möchte: Ich habe den Quelltext zu „Pastebin“ hochgeladen.

Allerdings bitte ich um etwas Vorsicht in der ganzen Sinnlosigkeit: Auf keinen Fall die oben von mir bewusst bis zur Unbenutzbarkeit verstümmelte URL in die Adresszeile des eigenen Browsers eingeben! Diese geht auf ein PHP-Skript, und das kann durchaus in Abhängigkeit vom benutzten Betriebssystem oder benutzten Browser üble Schadsoftware ausliefern, während Besucher ohne anfälliges System gar nichts bemerken. Die bloße Tatsache, dass mit Angabe des echten Namens personalisierte Spam versendet wird, um viele Menschen zum Aufruf dieser Seite zu bewegen, macht klar, dass eine Gefahr besteht.

Re:new order..

Dienstag, 5. Mai 2015

Oh, zwei Punkte, das hatte ich lange nicht… 😀

Absender Rizk Brothers Co. <bavisihi.sm (at) gmail (punkt) com>

Geschäfte mit Geschäftsleuten, die keine andere Mailadresse als eine anonym und kostenlos bei Google abgeholte haben, könnten etwas „rizkant“ sein. :mrgreen:

Dear Supplier/ Seller

We are interested to Purchase your product, i got your contact information

from two of our customers.

Please contact us with the following below:-

– Your minimum order quantity.

– Your FOB Prices and FOB Port.

– Your estimated delivery time.

Please fine attached company details and requirements below to preview the samples/specifications needed.

Best Regard

Rizk Brothers Co. For Refrigeration Gas & Equipment

Head Office: 380 Corniche El Nil St ,gawharet el Maddi tower, Cairo, Egypt

Tel: +202 / 2524xxxx/2528xxxx

Fax: +202 /2528xxxx

Selbstverständlich fühle ich mich wie ein knalldummer Idiot geschmeichelt, wenn jemand mit seinen Kunden im fernen Ägypten angeblich über meine Produkte spricht und deshalb jetzt unbedingt Geschäfte mit meinen Produkten machen will. Das Futter für meinen Narzissmus wird auch dadurch nicht weniger nahrhaft, dass beide Kunden des unbekannten Ägypters weder zu sagen vermochten, wie ich heiße bzw. wie meine Unternehmung firmiert noch zu einer Präzisierung fähig waren, um welches Produkt es sich überhaupt handelt. Denn der Narzissmus ist – wie jede psychische Bestrebung – dumm, mechanisch und gefährlich.

Deshalb hat mich dieser Narzissmus auch nicht dazu bewogen, den Mailanhang namens Invoice.rar zu entpacken und die darin befindliche Datei namens Invoice.scr – eine ausführbare Datei für Microsoft Windows¹ (Bildschirmschoner), die in 494,6 KiB die konzentrierte Güte der kriminellen Spammer enthält – mit einem Doppelklick zu starten. Das ist vielleicht auch besser so, denn diese Pest wird zurzeit nur von rd. einem Drittel der gängigen Antivirus-Schlangenöle als das erkannt, was sie ist: Schadsoftware, die keiner auf seinem Computer haben will. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb man niemals, niemals, niemals Mailanhänge von irgendwelchen Unbekannten öffnet und generell – also auch bei scheinbar bekannten Absendern, denn der Absender einer E-Mail ist beliebig fälschbar – an eine Mail angehängte Archive nur mit der Kneifzange anfasst. Selbst, wenn der „Virenscanner“ schweigt. Denn die Pest, die mit der Spam kommt, ist oft brandneu und manchmal sogar bei keinem „Virenscanner“ dieser Welt bekannt. So genannte „Antivirusprogramme“ sind nämlich Schlangenöl, und wenn sie dazu führen, dass man sich auf ihre Funktion verlässt, sind sie hochgefährliches Schlangenöl.

Die Idee, gezielt Computer von Geschäftsleuten und kleinen Unternehmungen zu übernehmen, weil dort durch übliche Betrugsgeschäfte mehr krimineller Reibach zu machen ist, ist ja aus der Sicht eines Halunken keine völlig dumme – aber hey, Spammer, an deinem Stil musst du noch arbeiten, der ist nämlich dumm!

Wie gefährlich eine solche Spam sein kann, wenn sie gut gemacht ist und mit ein wenig Recherche im Vorfeld einhergeht, kann sich hoffentlich jeder vorstellen. Dieser Spammer war faul und dumm. Gar nicht auszudenken, wenn so etwas mit namentlicher Ansprache des Empfängers kommt, konkrete Formulierungen anstelle nebulösen Bullshits enthält und einen vernünftigen Grund angibt, warum man den Anhang öffnen sollte, statt ihn einfach mit sehr allgemeiner Erwähnung dranzuhängen! Der einzige Schutz, nicht von geschickt vorgehenden Kriminellen mit einer Schadsoftware-Spam gepwnt zu werden, besteht darin, jedes an eine Spam angehängte Archiv nur mit äußerster Vorsicht zu behandeln: Nicht klick, klick, klick schnell öffnen, sondern immer vorher anschauen, was sich darin befindet – und wenns eine ausführbare Datei für Microsoft Windows ist, den Müll unbesehen löschen (oder Strafanzeige erstatten). Und das muss in einem Unternehmen natürlich jeder einzelne Mitarbeiter so machen, der Mail von außen empfangen kann… oder aber, jemand hat am Mailserver dafür zu sorgen, dass Archive als Mailanhang niemals durchgehen und dann die wenigen Fälle, in denen das kommunikativ sinnvoll ist, von Hand zu bearbeiten. Das wird ein Aufwand sein, der fast immer „eingespart“ wird, und die verblödene Reklame für Antivirus-Schlangenöle lässt es so aussehen, als sei das eine sinnvolle Entscheidung – in Wirklichkeit hat es aber viel davon, wie unerfahrene Teenager an den Sex rangehen: schnell, einfach und gefährlich.

¹Es ist jetzt fünfzehn Jahre her, seit das erste Mal eine Irreführung von Mailempfängern über den Typ einer Datei zu riesigen wirtschaftlichen Schäden geführt hat, und Microsoft ist in diesen fünfzehn Jahren nichts, aber auch gar nichts eingefallen, um derartige Angriffe auf Windows-Installationen zu erschweren oder noch besser: unmöglich zu machen. Immer noch reicht es völlig aus, einer Datei einen bestimmten Dateinamen zu geben, damit sie bei einem Doppelklick ausgeführt wird; immer noch brauchen die Schadsoftware-Spammer aus der organisierten Kriminalität nicht nach ausbeutbaren Lücken im Betriebssystem zu suchen, sondern einfach nur mit Spam-Streumunition nach unerfahrenen, gleichgültigen, unaufmerksamen, eingeschüchterten oder übereilten Benutzern suchen, die klick klick die Trojanerbombe starten. Diese fünfzehn Jahre des Nichthandelns von Seiten Microsofts sind ein klarer Beleg für die Tatsache, dass Microsoft die Computersicherheit von Windows-Installationen für unwichtig hält und sich lieber um Dinge kümmert, die es für wichtiger hält. Wenn sie ihren Computer, ihr Netzwerk, ihre Arbeitsplätze vor Sabotage, Betrug und Ausspähung mit Schadsoftware absichern wollen – und das sollten sie wollen – dann verwenden sie bitte kein regelmäßig wirkungsloses Antivirus-Schlangenöl, sondern stattdessen ein Betriebssystem, dessen Entwickler wenigstens ein Bemühen darum zeigen, diesem kriminellen Pack das Leben schwer zu machen! Im Falle von Linux und BSD kostet sie das nicht einmal Geld.

Sir/Madam

Freitag, 1. Mai 2015

Ja, eines von beiden wird schon meistens stimmen. Ansonsten ist es weder ein Ersatz für einen aussagekräftigen Betreff noch für eine persönliche Anrede.

Diese alles in allem recht lieblos verfasste Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges tut sich einmal mehr dadurch hervor, dass sie Bezug auf aktuelle Nachrichten über fürchterliche Ereignisse nimmt:

Good tidings to you, I am Mrs. Muyassar Ahmadi of Syrian nationality and mother of two kids, at the present time here in the camp for Syrian refugees Turkey. He was killed by terrorist attack in Syria. I need your assistance to receive Seven Million Three Hundred Thousand Euro with a bank in Turkey, which was my late husband deposit. I belief you know of the untold sorrow the scourge of war have
brought to the Syrian people and I beg you to find it in your heart to help us receive the fund and also towards moving out from here to reaffirm hope of survival to my poor kids. I will provide you with more information after I hear
from you. Muyassar.

Eine Frau aus dem Flüchtlingslager mit zwei Kindern, die irgendwo weit weg ein paar Millionen Euro liegen hat – und die einzige Idee, die ihr kommt, um Hilfe zu finden, ist irgendwelche völlig unbekannten Leute anzumailen und diese in einer unverschlüsselten, offen wie eine Postkarte durchs Internet beförderten E-Mail anzuflehen, ihr doch bitte zu helfen, das Geld für die armen armen und so kleinen Kinder flüssig zu machen. Bitte an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Googles Maildienst antworten (diese steht im Reply-To-Header, man kann also auf „Antworten“ klicken), denn mit diesem ganzen Zaster war es der Familie wohl auch niemals möglich, sich irgendwo ein kleines virtuelles Serverchen hosten zu lassen, das wenigstens für etwas Vertraulichkeit sorgt. Diese… wenn man es sehr teuer macht… dreißig Euro im Monat kann man doch einsparen, wer braucht schon Geschäftsgeheimnisse?!

Wie immer: Sehr sehr überzeugend. 😀

Und wie immer: Kalt, menschenverachtend und widerwärtig!

Da braucht man gar nicht mehr in den Mailheader zu schauen und erwartungsgemäß festzustellen, dass diese Spam nicht etwa aus einem türkischen oder syrischen Internetcafé kommt, sondern (in meinem Exemplar) von einer IP-Adresse aus den Vereinigten Staaten versendet wurde. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen mit Schadsoftware gekaperten und in ein Botnetz eingefügten Computer anderer Leute – schließlich tragen diese Halunken nicht so gern Handschellen. Und nein, obwohl die (gefälschte) Absenderadresse in der Domain gmail (punkt) com liegt: Die IP-Adresse gehört nicht zu Google und die Spam hat niemals auch nur einen Server von Google gesehen…

Wenn die hier versuchte Nummer mit den aktuellen Flüchtlingskatastrophen für die Spammer „erfolgreich“ sein sollte, gehe ich davon aus, ähnliches demnächst auch in deutscher Sprache zu lesen. Deshalb: Vorsicht! Vor allem, wenn Menschen irgendwelche Unbekannten um Hilfe bitten, größere Geldbeträge (oder Wertsachen aller Art) zu transferieren und dafür verlockend große Gegenleistungen anbieten. Niemand, der noch bei Troste ist, würde so etwas einem völlig Unbekannten anvertrauen, von dem er nur eine Mailadresse und sonst gar nichts kennt! Und niemand, der für neunundneunzig Eurocent kritischen Verstand hat, sollte auf die Idee kommen, auf eine derartige Geschichte hin auch nur ein paar Euro als Vorleistung vollständig anonym über Western Union oder MoneyGram ins Unbekannte zu beamen. Dieses Geld kommt nicht Flüchtlingen zugute, sondern dem lokalen Autohändler, dem Kokaindealer und dem lokalen Bordell irgendwo in dieser Welt, wo eine widerliche, menschenverachtende Bande von Betrügern sitzt.