Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Klasse, das funktioniert – ob Sie mitmachen oder nicht. Es ist Ihre Entscheidung

Montag, 30. Januar 2017

Klar, und weil das so egal ist, ob ich da mitmache oder nicht, wird mir eine Spam in das Postfach gemacht, die mir sagt, dass ich da mitmachen kann. Hier sieht man schon am Betreff, dass ein Spammer schreibt, der die Intelligenz seiner Empfänger verachtet.

Having trouble reading this email? View it in your browser.

Ist das HTML der HTML-formatierten Spam unlesbar? Na, dann schau dir erstmal das HTML der Website an! :mrgreen:

Schönen Guten Tag,

Genau mein Name!

Nur heut bieten wir unseren Nutzern ein Werbegeschenk an. Es ist eine bewährte Methode, bei der Leute täglich ihren Gewinn erzielen.

Oh echt, nur heute? Ich kriege dein Angebot schon seit über einem Jahr, teilweise in zehnfacher Ausführung täglich. Jedes Mal in der gleichen HTML-Formatierung und in deinem etwas eigentümlichen Spamdeutsch. Und immer geht es darum, dass jede wohldressierte Laborratte durch das Zocken mit windigen Wettzetteln der Marke „Binäre Option“ vollautomatisch und ohne jede dafür erforderliche Fähigkeit reich werden kann. Immer kommt das Geld einfach aus der Steckdose.

Was wirst du wohl heute für mich haben, wo du mir angeblich deine letzte Spam schreibst?

Holen Sie sich Ihren Gewinn

Richtig, einen Link. So einen feinen klicki klicki Link hast du für mich. Der ist natürlich nicht direkt gesetzt, sondern…

$ location-cascade http://thedivisionii.com/U7ebL4973083-kTFh671/cRdx635_EBMuH.html
301	http://thedivisionii.com/U7ebL4973083-kTFh671/cRdx635_EBMuH.html
302	http://guesstheemoji.net/U7ebL4973083-kTFh671/cRdx635_EBMuH.html
Found	http://tracking.binarypromos.com/aff_c?offer_id=2591&aff_id=1364&source=1
$

…führt erstmal über lustige Umleitungen auf eine Seite, über die du dein Affiliate-Geschäft machst, denn du bist ja Spammer und es ist dir scheißegal, dass Leute über windige, dir Affiliate-Geld zahlende Broker ihr Geld an der Börse verzocken, so lange es nur fein auf deinem Konto klingelt. Du bist eben ein menschenverachtender Spammer, durch und durch widerlich.

Aber dort ist die von dir, Spammer, geführte Reise noch lange nicht am Ende, denn es gibt erstmal lustige Cookies, die dein Affiliate-Geschäft weitertragen und danach eine lustige weitere Weiterleitung…

$ lynx -dump -mime_header "http://tracking.binarypromos.com/aff_c?offer_id=2591&aff_id=1364&source=1"
HTTP/1.1 302 Found
Cache-Control: no-cache, no-store, must-revalidate
Content-Type: text/html; charset=iso-8859-1
Date: Mon, 30 Jan 2017 14:09:01 GMT
Expires: Sat, 26 Jul 1997 05:00:00 GMT
Location: http://centurenapp.com/?clickID=&aff=&c=DE&tid=10212a2d7c50e79becf1a4185eaa42&aff_id=1364&aff_sub3=&aff_sub4=&source=1&aff_sub2=
P3P: CP="NOI CUR OUR NOR INT"
Pragma: no-cache
Server: nginx/1.7.9
Set-Cookie: enc_aff_session_2591=ENC02574-10212a2d7c50e79becf1a4185eaa42-1364-2591-0-0-0-0-DE-0-31-_-_-_-_-_-92.77.77.193-20170130090901-_-0D016F3E1C03352F343537543A095B34195452156D5F3104200F0C716E575568393A492A072E385B53; expires=Mon, 20 Feb 2017 14:09:01 GMT; path=/;
Set-Cookie: ho_mob=eyJtb2JpbGVfZGV2aWNlX21vZGVsIjoiQnJvd3NlciIsIm1vYmlsZV9kZXZpY2VfYnJhbmQiOiJMeW54IiwibW9iaWxlX2NhcnJpZXIiOiI/IiwidXNlcl9hZ2VudCI6Ikx5bngvMi44LjlkZXYuOCBMaWJ3d3ctRk0vMi4xNCBTU0wtTU0vMS40LjEgR05VVExTLzMuNC45IiwiYWNjZXB0X2xhbmd1YWdlIjoiZGUiLCJjb25uZWN0aW9uX3NwZWVkIjoieGRzbCJ9; expires=Thu, 26 Dec 2019 00:49:01 GMT; path=/;
tracking_id: 10212a2d7c50e79becf1a4185eaa42
X-Robots-Tag: noindex, nofollow
Content-Length: 344
Connection: Close

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//IETF//DTD HTML 2.0//EN">
<html><head>
<title>302 Found</title>
</head><body>
<h1>Found</h1>
<p>The document has moved <a href="http://centurenapp.com/?clickID=&amp;aff=&amp;c=DE&amp;tid=10212a2d7c50e79becf1a4185eaa42&amp;aff_id=1364&amp;aff_sub3=&amp;aff_sub4=&amp;source=1&amp;aff_sub2=">here</a>.</p>
</body></html>
$ _

…in eine Webseite in der Domain centurenapp (punkt) com, wo weiterhin eine Affiliate-ID dranhängt. Damit ist man endlich am Ziel und kann die neueste optische Variante der immer gleichen Präsentation der immer gleichen Lügen bewundern (für Originalgröße das kleine Bild anklicken):

Screenshot der betrügerischen Website Centuren App

Natürlich steht auch diesmal wieder verblüffend wenig Text auf der Seite und das meiste wird in einem eingebetteten YouTube-Video erzählt, weil der Spammer wohl mit gutem Grund davon ausgeht, dass seine Opfer es nicht so mit dem Lesen haben. Die Opfer dieser Masche sind ja auch immerhin Menschen, die sich allen Ernstes von Spammern einreden lassen, dass das Geld automatisch und mühelos aus der Steckdose kommt.

Herzallerliebst übrigens, was unten in der tollen Seite voller Reichwerdmethode in sehr kleinen Buchstaben steht: „Informationen auf dieser Seite: Das Centuren App Werbevideo ist fiktiv und wurde produziert, um das Potential von Centuren App gegenüber Drittherstellersoftware aufzuzeigen. Es wurden Schauspieler eingesetzt, um diese Chance zu präsentieren und es sollte zum Zwecke der Unterhaltung angeschaut werden. Wir garantieren kein Einkommen oder Erfolg. Darüber hinaus stellen beispielhafte Resultate im Video und überall sonst auf dieser Webseite kein Anzeichen für zukünftigen Erfolg oder Einnahmen dar“. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen. Der Spammer sagt ja selbst, dass er lügt. :mrgreen:

Sage also niemand, dass er nicht gewarnt wurde!

Bitte holen Sie das meiste aus dem heutigen Werbegeschenk heraus. Wir sind nicht sicher, wie lange die kostenlose Probeversion zur Verfügung stehen wird.

Nun, Spammer, wenn du dir da wirklich nicht sicher bist, kann ich dir aufhelfen: Der Scheiß steht noch so lange „zur Verfügung“, wie es Leute gibt, die noch darauf reinfallen. Ich hoffe sehr, dass es diese Leute bald nicht mehr gibt. Angesichts der Tatsache, dass der Binäre-Optionen-Affiliate-Beschiss jetzt schon seit Jahren läuft und dass es praktisch keine breitere Massen erreichende journalisische Aufklärung darüber gibt, ist leider davon auszugehen, dass es noch jahrelang so weitergeht.

Einen herzlichen Gruß,
Otto Reuwich

Mögest du in Elend und Armut fallen, hungern und in dieser Situation noch von einem deiner Betrügerkollegen abgezockt werden, du Reichwerdexperte, du!

Überprüft von Dr. Web Anti-Virus

Und? Was ist bei der Prüfung rausgekommen? :mrgreen:

Solche Reklamesprüche für wirkungslose und gefährliche Antivirus-Schlangenöle sind übrigens immer ein ganz sicheres Zeichen, dass die Mail ungelesen in den Mülleimer verschoben werden kann. Früher haben die Spammer und Idioten vor allem den Reklamespruch von Avast in ihren Mails verwendet, mal schauen, wie lange es jetzt „Dr. Web“ gibt.

Diese Nachricht wurde bestimmt für ‚gammelfleisch@tamagothi.de‘

Steht ja auch als Empfänger im Mailheader! 😀

Abmelden oder Update-Einstellungen | Um uns zu kontaktieren Sie bitte auf diese E-Mail antworten.

Du mich bitte am Arsch lecken!

Die besten Pillen. Schnelle Lieferung

Samstag, 28. Januar 2017

Hier ein weiteres Exemplar der Gattung „Ich habe zwar nichts zu sagen, aber ich sage es in Form eines Bildes, weil mein Text eh nicht mehr durch die Spamfilter kommt“. Dieses Bild kombiniert eine ausgesprochen dürftige Mitteilung mit 122,3 KiB Stopfmasse für das Postfach, die durch die Base64-Codierung für den Mailversand zu rd. 160 KiB Datenmüll für eine idiotische Nullbotschaft aufgeplustert werden. Die Spam sieht so aus – und ja, sie ist von heute:

Softerotisches Bild einer nur in Unterhöschen bekleideten Frau im Schnee mit übertrieben großen Brüsten. Wir wünschen frohe Festtage und ein heisses neues Jahr 2017 -- Viagra -- Cialis -- Levitra -- Ohne REZEPT Auf Alles -- Zur HOMEPAGE

Hey, Spammer!

Zu deiner hirnverschneiten Spam nur ganz kurz: Weihnachten war vor 35 Tagen. Du solltest unbedingt mal deinen Kalender stellen, der geht nämlich ganz schön nach.

Dein dich „genießender“
Nachtwächter

Sägen-Ausverkauf in der Adventszeit: brutal kräftig, viel Zubehör

Freitag, 27. Januar 2017

Nun, diese Mail ist von heute, und bis zum nächsten Weihnachtsfest sind es nur noch 332 Tage.

Sägen-Ausverkauf in der Adventszeit: brutal kräftig, viel Zubehör

KETTENSÄGE zum tollen Preis! Super schnell, mit jedem Ersatzteil »

Details »

Details »
AUSVERKAUF – SÄGEN im Januar – schnell, es gibt kaum mehr

A b_melden
Sägen-Rabatt im Winter! Super kräftiges Benzinsäge für alles

Aber ich kann natürlich verstehen, dass man in der Weihnachtszeit mit ihren von irrsinnigen Konsumzombies im Kaufvollrausch geprägten Innenstädten eine benzinmotorgetriebene und damit gleichermaßen stromlos wie mobil einsetzbare Kettensäge für ein sehr schönes Instrument halten kann. Vor allem, wenn sie „brutal kräftig“ ist. 👿

Kannste dir gar nicht selbst ausdenken, die Spam manchmal…

Super preise

Freitag, 27. Januar 2017

Super preise testpaket generika haben sie sich jemals gefragt, welches potenzmittel in ihrem konkreten fall am besten wirken wurde?

Heute haben sie die moglichkeit, es herauszufinden. nutzen sie diese eigenartige gelegenheit, unsere generika potenzmittel.

Zur homepage >>>

So so, es handelt sich also um eine „eigenartige gelegenheit“. Das glaube ich dir gern, Spammer!

Amazon.de Kundenkonto – Information für Mailadresse

Donnerstag, 26. Januar 2017

Vorab: Natürlich kommt diese Mail nicht von Amazon. Es ist Phishing. Deshalb wird diese Mail hier auch erwähnt.

Anstelle von „Mailadresse“ steht im Betreff die Mailadresse des Empfängers – ganz so, als ob es nicht völlig klar wäre, dass eine E-Mail für die Mailadresse bestimmt ist, die als Empfänger eingetragen ist. Das klingt zwar nicht ganz so gut wie ein richtiger Name, kann aber vielleicht das eine oder andere schlichtere Gemüt überzeugen, sagt sich der Spammer Allerdings: Wenn das Telefon klingelte, und ein Unbekannter dort sagte, dass es sich um eine ganz persönliche Information für die angerufene und eigens noch einmal genannte Telefonnummer handele, bekäme wohl noch der Dümmste einen Anfall spontaner Heiterkeit. Genau so absurd ist die nochmalige Angabe der Mailadresse in einer Mail.

Angesichts der Tatsache, dass die Spammer nach diversen „Datenveröffentlichungen“ der letzten Jahre zu sehr vielen Mailadressen auch einen Namen haben, gehe ich davon, dass im Betreff auch der Name stehen kann. Das wirkt dann natürlich nicht so dümmlich und deutlich alarmierender.

Dem modernen Trend der Spammer folgend, hat auch dieser Spammer vollkommen auf Text verzichtet, um mit seinem Phishing durch die Spamfilter zu kommen. Was er seinen Lesern mitzuteilen hat, sagt er stattdessen in einem 43,5 KiB großen PNG-Bild, das einen Text transportiert. Wer ein anderes Betriebssystem als Microsoft Windows verwendet, stößt sich sofort an der für sein System fremdartigen Typografie. Arial sieht einfach nicht besonders gut aus. Das Bild sieht so aus:

Amazon Kundenschutz -- Donnerstag, 26. Januar 2017 -- Wir haben einen potenziell unbefugten Zugriff auf Ihr Amazon.de Konto festgestellt -- Guten Tag, -- unser Sicherheitssystem hat einen nicht durch Sie autorisierten Bezahlversuch mit Ihrem Amazon.de Kundenkonto festgestellt. Um sie vor finanziellen Schäden zu schützen, haben wir Ihr Kundenkonto temporär eingeschränkt. -- Damit Sie mit ihrem Amazon.de Kundenkonto wieder problemlos online bezahlen können, ist eine Bestätigung Ihrer bei uns angegebenen Daten erforderlich. Bitte klicken sie auf "Weiter (über den Sicherheitsserver)", um den Bestätigungsvorgang zu starten. -- Weiter (über den Sicherheitsserver) -- Warum ist dieser Schritt nötig? -- Dies ist notwendig, um Sie als rechtmäßigen Besitzer zu identifizieren. Wir möchten dadurch verhindern, dass sich Dritte Zugang zu Ihrem Amazon Kundenkonto verschaffen. Auch möchten wir Sie vor einem finanziellen Schaden und den damit verbundenen Folgen beschützen. -- © 1998-2017, Amazon.com Inc. oder Tochtergesellschaften

[Der überlagerte rote Schriftzug ist von mir, denn ich werde nicht gern Bildhoster für Spammer – aber die JPEG-Artefakte im Klickeknöpfchen sind original. Ich habe ein ursprünglich verlustfreies Format nach Bearbeitung verlustfrei wieder gespeichert. Man hat doch bei aller Stabilität der Betrugsmaschen jeden Woche etwas Neues in der Spam. Zum Beispiel verlustfreie PNGs mit JPEG-Artefakten.]

Was von einem Versuch, den „rechtmäßigen Besitzer zu identifizieren“ zu halten ist, der darin besteht, dass man alle längst bei Amazon bekannten Daten noch einmal eingibt, kann sich jeder durch eine Minute Nachdenken herleiten: Jemand, der sich das Amazon-Konto wirklich unterm Nagel gerissen hat, könnte sich alle diese Daten anschauen und sie sogar verändern. Aber für eine Betrügerbande werden die eingegebenen Daten sehr interessant sein.

Die gesamte Grafik ist ein Link. Dieser führt nicht etwa zur Website von Amazon…

$ location-cascade http://epl-digitalrefferycommunications2019.online/5P7BMBQYBD90N9MSOB96C7V5P8HZJQ6W1LUR0D7M7COOP
302	http://epl-digitalrefferycommunications2019.online/5P7BMBQYBD90N9MSOB96C7V5P8HZJQ6W1LUR0D7M7COOP
Found	https://amazon.de.kundenkonto-sicherheitsverifizierung.info
$ _

…sondern auf den „Sicherheitsserver“ einer Betrügerbande, der völlig sicher stellt, dass die Daten nicht an Amazon, sondern an die Betrügerbande gehen. Nach nur einer einzigen Weiterleitung – das ist für gegenwärtige Verhältnisse wenig – landet man in der Website in einer Subdomain der Domain kundenkonto (strich) sicherheitsverifizierung (punkt) info, die…

$ whois kundenkonto-sicherheitsverifizierung.info | grep '^Creation'
Creation Date: 2017-01-13T19:52:11Z
$ whois kundenkonto-sicherheitsverifizierung.info | grep '^Registrant' | head -5
Registrant Name: WhoisGuard Protected
Registrant Organization: WhoisGuard, Inc.
Registrant Street: P.O. Box 0823-03411
Registrant City: Panama
Registrant State/Province: Panama
$ _

…vor 13 Tagen jemand über einen Dienstleister aus dem sonnigen Panama anonym registriert hat. Zusammem mit der Subdomain amazon.de dieser ansonsten sehr unhandlich benannten Domain soll für diese Phishing-Kampagne der Eindruck erweckt werden, es handele sich um eine Domain von Amazon.

Wer dort Daten eingegeben hat, hat ein Problem, denn diese Daten sind jetzt in den Händen von Kriminellen. Wenn Kreditkartendaten eingegeben wurden, sollte die Karte sofort gesperrt werden, um den Schaden klein zu halten. Natürlich ist auch das Amazon-Konto kompromittiert und wird vermutlich schon für betrügerische Geschäfte unter Missbrauch der Identität eines anderen Menschen verwendet, so dass auch Amazon so schnell wie möglich von der Sache unterrichtet werden sollte.

Und dabei gibt es gegen Phishing einen ganz einfachen Schutz. Der besteht allerdings nicht in einer Schlangenöl-Software oder einem auf dem Computer gemalten Heiligenbildchen, sondern in einer Gewohnheit, die man sich recht einfach angewöhnen kann: Niemals in eine E-Mail klicken, weil eine E-Mail eines Unternehmens dazu auffordert, sondern immer die Startseite desjenigen Unternehmens im Browser aufrufen, das einem zum Vorbeischauen auffordert. Die Webbrowser haben dafür seit Mosaic Netscape 0.95 beta aus dem Jahr 1994 sehr praktische Lesezeichenfunktionen, die es einem sehr erleichtern können, sich diese Angewohnheit anzugewöhnen. (In früheren Webbrowsern wie etwa dem vorher sehr populären NCSA Mosaic musste man dafür noch eine HTML-Datei im Editor bearbeiten.)

Wenn man sich auf der garantiert richtigen Seite eingeloggt hat und dort feststellt, dass man trotz der erschröcklichen Mails von eingeschränkten oder gesperrten Accounts keinerlei Probleme bei der Nutzung hat und auch keine Hinweise angezeigt bekommt, dass man handeln muss, hat man übrigens einen Phishing-Versuch erfolgreich abgewehrt. Das war einfach und hat sehr viel mit Ärger verschwendete Lebenszeit eingespart.

Bitte, tut das einfach! 😉

Diese Spam ist ein Zustecksel meines Lesers S. S.

immortality

Mittwoch, 25. Januar 2017

Good day dear Manu

„Ich kenne zwar nicht deinen richtigen Namen, sondern nur deine Mailadresse, aber…

I would devote myself to the love of my life.

…schon in deine Mailadresse habe ich mich so richtig dicke verknallt“.

Nach solcher Einleitung hat man schon die erste heftige Zuckung im Löschfinger.

I am easy-going and kind-hearted lady.

Aha! Dass du ein bisschen bequem, wenn nicht sogar regelrecht faul bist, glaube ich dir ja sofort, aber deiner behaupteten Gutherzigkeit widerspricht deine Spam, mit der du vereinsamten Männern das Geld aus der Tasche labern willst. Und wie ich gerade sehe…

I‘m fond of listening to music, cooking and traveling http://www.yvette.kr.ua

…willst du das nicht einmal persönlich machen, sondern über deinen angeblichen Dating-Fleischmarkt an irgendwelche schlechten Chatbots irgendwelcher gewerbsmäßiger Dating-Betrüger delegieren. In einem teuren Chat, versteht sich, zu dem man sich aber ganz kostenlos anmelden kann. Und dafür kassierst du dann Affiliate-Judasgroschen, wenn die Leute nach ein paar feucht formulierten Computerbotschaften wirklich Geld abgelegt haben.

Der vorgebliche Fleischmarkt sieht so aus:

Screenshot der betrügerischen, durch Spam beworbenen Dating-Seite

Sehr hübsch die Fußzeile dieser schnell zusammengestümperten Seite: „Unsubscribe text: If you whant ubsubscribe please write email to unsubscribe@ – Link“. Tja, Spammer, wenn du dir Mühe geben wolltest, könntest du ja gleich arbeiten gehen.

In his arms is where I belong while my honey can sing to me his beautiful songs.

Oh, du möchtest den Gesang deines Lieblings lauschen? Nun, da habe ich das passende Liedchen für dich! :mrgreen:

I will be able to become myself only when my sweetheart is around because I will know he loves me for whom I am.

Ja ja, so viel süße Worte an jemanden, von dem du nur eine Mailadresse kennst. So hart, wie du es brauchst, kann man es dir gar nicht geben.

Do not be shy, send me a message
Dulce

Frei von jeder Schüchterheit und Zurückhaltung landest du in Unser täglich Spam, da bist in der für dich passendsten Gesellschaft: Verbrecher, Betrüger, Asoziale, Lumpenkaufleute, Giftapotheker, Datingabzocker und Vollidioten, denen allesamt eines gemeinsam ist: Dass sie gewerbsmäßig Leute über anonymisierende Medien anlügen, um sie zu überrumpeln und sich einen Vorteil zu verschaffen.

Nachricht von Ihrem Online-Kundenservice

Mittwoch, 25. Januar 2017

Aha! Und welcher „Online-Kundenservice“? Von wem? Ist es die Bank, ist es das Bordell, ist es der preiswerte Segnungsbot der lokalen neuevangelikalen Seelenfänger?

Von: "service (at) barclaycard (punkt) de" <service (at) barclaycard (punkt) de>

Richtig, es ist der „Online-Kundenservice“, der im Namensfeld des Absenders einfach seine Mailadresse wiederholt.

Natürlich ist die Absenderadresse gefälscht. Jeder kann Absenderadressen von E-Mail fälschen. Es ist tatsächlich genau so einfach, als ob man einen ausgedachten Absender auf einen Briefumschlag schriebe.

Aber die Phishing-Masche ist diesmal ein bisschen originell.

Sehr geehrter Herr Vorname Nachname,

Immerhin, der Name stimmt. (Es ist nicht meiner, diese Spam wurde mir zugesteckt.) Wer ebenfalls diese Spam bekommen hat und sich darüber wundert, wo die Spammer seinen Namen her haben, lese bitte hier weiter!

wir haben uns dazu entschieden unseren Teil zur Bekämpfung von terroristischen Organisation beizutragen.

Und der „Kundenservice“ dort – es ist bis jetzt nicht einmal klar, wer der Absender sein soll – hat extratolle geschäftliche Entscheidungen getroffen, die gar nichts mit seinem eigentlichen Geschäft zu tun haben! Nicht, dass dieser „Service“ noch anfängt, seine Kunden zu beschießen, statt sie zu bescheißen… :mrgreen:

Ach ja, übrigens: Das deutsche Wort für „Kundenservice“ ist „Kundendienst“. 😉

Unser neues Sicherheitssystem überprüft in regelmäßigen Abständen ob Sie der legitime Eigentümer der Kreditkarte sind.

Aber das braucht ihr doch gar nicht zu überprüfen, ich habe doch einen Vertrag mit euch, der mich zu legitimen Besitzer macht.

Ein besserer Satz ist euch echt nicht eingefallen, um die paar Millionen Empfänger dieser Spam dazu zu bringen, ihre Kreditkartendarten an irgendwelche Verbrecher zu geben?

Dies soll dabei helfen der widerrechtlichen Benutzung ihrer Kreditkarte vorzubeugen und so die Finanzierung von terroristischen Organisationen zu bekämpfen.

Genau, terroristische Organisationen finanzieren sich über geklaute Kreditkarten und nicht über indirekte Geldflüsse aus Saudi-Arabien! Da muss man aber ganz schön angstdumm geworden sein, bis man auf diesen Vorwand eines Phishers reinfällt.

Sollte das System Abweichungen mit den bei uns hinterlegen Informationen erkennen, sind wir gezwungen ihre Kreditkarte vorerst zu sperren.

Das ist ja ein ganz hochsicheres Sicherheitsverfahren! Einfach noch einmal die Daten eingeben, die bei euch eh schon bekannt sind! Und jemand, der sich des Kontos bemächtigt hat, konnte sich alle diese Daten schon anschauen und sie sogar verändern.

Übrigens: Es gibt Menschen mit mehr als einer Kreditkarte. Es gibt diese Menschen gar nicht mal so selten. Jeder, der gewerbliche und private Gelder trennt, könnte zwei Kreditkarten haben. In einer echten Mail stünde immer eine Kreditkartennummer.

Weiter zur Überprüfung

Genau, und die verlinkte Adresse geht über den URL-Kürzer bit.ly. Mal schauen, wo die Reise hingeht:

$ location-cascade http://bit.ly/2jc6idv
301	http://bit.ly/2jc6idv
301	http://tinyurl.com/z6k7tw7
301	http://judenurl.com/ubler
302	http://banking.barclaycard.de-online-kundenservice-f2v6vgbfdkvfldb.info/barc/card/veri/
Found	/813662/SpBucPC3LVztnHi/glDZ7Eh8OSCVxnd/760531619330/aj8QpCxIFwm4buB/83tNo4lGQsRYSUr/
$ _

Es geht – nach Verwendung dreier URL-Kürzer hintereinander – in die in ihrer Dämlichkeit epische Domain de (strich) online (strich) kundenservice (strich) f2v6vgbfdkvfldb (punkt) info, von der eine Subdomain verwendet wird, damit ein irreführender Eindruck entsteht.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Barclaycard Kundenservice

Um es einmal mit den Worten des Menschen, der mir diese Spam zugesteckt hat, zu sagen: „Ich habe gar keine Barclaycard“. 😉

Ja, das ist Schrotmunition. Diese Mail wird wahllos versendet, es kostet die Spammer ja nichts (oder nicht viel). Wenn auch nur ein paar Handvoll Menschen ihre Daten auf irgendeiner in einer Spam verlinkten Website eingeben, weil sie in einer Spam dazu aufgefordert wurden, hat es sich für die Verbrecher gelohnt. Um Terroristen wird es sich bei denen zwar eher nicht handeln, aber um niederträchtige Halunken allemal.

Diese Phishing-Spam ist ein Zustecksel meines Lesers M. S.

Re:

Dienstag, 24. Januar 2017

Ein weiterer Vollidiot, der der Meinung ist, dass man einen lächerlichen Kurztext von weniger als einem KiB besser nicht in die Spam schreibt, sondern stattdessen in eine Grafik mit 89 KiB Postfachstopfmasse packt.

Zuerst die Ware, dann die Bezahlung! Bestmögliche Bedingungen! Schnelle Lieferung! Diskretion! Guter Service und attraktive Preise! Information über die aktuellen Sonderangebote auf unserer Website -- [ZUR HOMEPAGE]

Was aus dieser in die Postfächer gemachten „Verbraucherinformation“ eines Spammers freilich nicht hervorgeht, ist die Antwort auf die Frage, was für eine Ware er zu bestmöglichen Bedingungen schnell und diskret zu attraktiven Preisen mit gutem Service zu liefern beabsichtigt?

Alles, was diese Frage beantworten könnte, darf der Empfänger aus dem dazugestellten Foto einer Frau erschließen. Kann man bei diesem Spammer etwa Frauen kaufen? :mrgreen: