Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Autorenarchiv

Re:Hello

Freitag, 25. April 2014

Qualitätsbetreffalarm!

My name is Ms. Claudia.

Schön für dich. Ich habe auch einen Namen. Den kennst du aber nicht, sonst hättest du mich ja irgendwie angeredet. Aber ich sage ihn dir. Ich bin Mister Elias.

I have a business proposal for you. Contact me for further information.

Und ich kann mir auf der ganzen, schönen, weiten, blauen Welt nichts seriöseres vorstellen, als irgendwelche völlig Unbekannten, die mich anmailen, obwohl sie mich nicht kennen, einfach nur, um mir Geschäftsvorschläge zu unterbreiten. Das müssen tolle Geschäfte sein, die man so macht!

Regards.

Ms. Hiu

Mal der eine Name, mal der andere Name. :mrgreen:

Zielbewusste Arbeitnehmer benötigt

Donnerstag, 24. April 2014

So so, „zielbewusst“. Wer sich wirklich darüber bewusst ist, wo die „Jobs“ hinführen, die man im Auftrag der Spam-Verbrecher macht – Briefe und Pakete unter eigener Anschrift empfangen, umpacken und an andere Anschriften senden sowie Geld auf eigenem Konto empfangen und per Western Union anonym ins Ausland transferieren – wird sich mit Sicherheit für ein Leben ohne Vorstrafe und Gefängnisaufenthalt entscheiden. Und nein: Bei solchen „Jobs“ wird kein Richter von Arglosigkeit ausgehen.

An: Abraham Garrison <gammelfleisch (at) tamagothi (punkt) de>

Fast. Mein Name besteht auch aus Buchstaben.

Sehr geehrter Stellenbewerber

Genau das ist der Name, den ich bei Bewerbungen immer angebe. 😀

Eine berühmte internationale Gesellschaft würde gerne eine Arbeitsstelle an Sie anbieten.

Einer berüchtigten internationalen „Gesellschaft“ ist gerade keine überzeugende Firmierung eingefallen, und deshalb nimmt sie lächerliche Formulierungen in ihren Spams.

Wir sind sicher, dass Sie einen großen Beitrag zum Erfolg unserer Gesellschaft leisten werden.

Wie jetzt, bewerbt ihr euch etwa bei mir?! :mrgreen:

Die jährliche Entlohnung in unserer Gesellschaft ist vierzigtausend Dollar und wird monatlich bezahlt.

Aha, ihr wollt also einem unbekannten Empfänger wie mir, von dem ihr nicht einmal einen Namen kennt, für einen ansonsten unbenannten „Beitrag zum Erfolg“ in einer ebenfalls vom Benennungsmangel betroffenen „internationalen Gesellschaft“ 3.300 Dollar monatlich in die Hand drücken. Echtes Ehrenwort jetzt, geschworen beim gefälschten Absender!

Wenn Sie Interesse für dieses Stellenangebot haben und sich um diese Arbeitsstelle bewerben möchten, melden Sie sich ein [sic!] www (punkt) blanca (punkt) in (punkt) ua (slash) de (slash)

Und ja nicht versehentlich die Mail beantworten.

Übrigens: Was bei einem „Stellenangebot“ – in den Augen dieser spammenden Schrumpfhirne, versteht sich – ruhig mal fehlen darf, ist eine Beschreibung der Stelle und der ausgeübten Tätigkeiten. Schließlich kann jede Putzfrau programmieren, und wer Henker gelernt hat, ist auch ein guter Chirurg.

Mit besten Grüßen,
Arbeitskräfte-Management [sic!]
Hector Chapman

Mit eiskaltem Gruß
Die organisierte Kriminalität auf der Suche nach Mulis

Investitionsmöglichkei

Donnerstag, 24. April 2014

Nein, nicht ich habe im Betreff einen Buchstaben vergessen…

Für die Achtung der: Executive Officer, [sic!]

Ihr Firmenprofil Operationen und meine Aufmerksamkeit [sic!], im Einklang mit meinem aktuellen Diversifizierung [sic!] und Expansion in die Schaffung von strategischen Partnerschaft würde ich gerne wissen, ob es verfügbar Partnerschaft Optionen und Öffnungen für neue Investoren innerhalb Ihrer Firma. [sic!]

Wir [sic! Wechsel von „ich“ auf „wir“.] sind eine Gruppe von Investoren, die in unternehmerischen Teams mit großen Ideen und einem Kapitalbedarf investieren, um ihre Ideen in großen Unternehmen zu machen.

Bitte antworten Sie hier: (fran (strich) lukas (at) qq (punkt) com)
Frank Lukas

Die einzige „große Idee“, die ich habe, ist eine Organisation, die Spammer ermittelt, um die Spamflut mit einem Bolzenschussgerät zu stoppen. Und ich glaube nicht, dass du die finazieren willst, du Vorschussbetrüger.

Happy Easter + Trading Tip

Dienstag, 22. April 2014

Woodworth returned to Nauvoo and reported the progress he had made in May. All wrongdoing is sin, but there is sin that is not mortal. By the early 1870s, the whites had forced their way into southwestern Montana. Dale, Edgar and Jeanne S. The victims and individuals involved in cases come from upscale levels of society, from oil tycoons to real estate moguls.
The genus was circumscribed in 1977 and contains about four species. The film was at first conceived as being eight hours long. Caravan, Camel, Matching Mole and, briefly, Hatfield and the North. Del’s is now in 36 states, and has even gone international. I want to encourage a higher state of spiritual vibration in this world.

So geht das noch ein paar Absätze lang weiter. Und, was habe ich damit zu tun?

Ach, die Mail hat ja auch noch einen HTML-Part, und da steht nochmal der gleiche Text drin, diesmal allerdings zusammen mit einer tollen, leicht unscharfen Grafik, die mir die vom Spammer gewünschte Botschaft überbringt:

How was your easter? Mine was not bad. The problem with easter is that there isn't enough gifting like during christmas for example, but luckily a friend of mine called me a few hours ago and told me he heard that the stock RCHA is going to soar past a dollar in the coming weeks [...]

Es gibt eben keine Idiotie der Spam, die nicht wiederkommt – dazu gehört leider auch die Spam zur Börsenmanipulation, die mit Spamprosa an den Filtern vorbeigebracht wird und ihre Nachricht lieber in einer (übrigens in jeder Spam leicht veränderten) Grafik verpackt. Klar, das kann jeder Hirnkastrat sofort als Spam erkennen, aber wer sich an der Spam nicht stört, der glaubt auch daran, dass ihm ein völlig unbekannter Mensch mitteilt, er habe von einem Freund erfahren, dass ein Freund eines Freundes der Meinung ist, dass irgendein Pfennigpapier ohne besondere an der Börse gehörig Marktwert gewinnt. Und dann glaubt der Idiot das, kauft die leicht im Kurs manipulierbaren Zettel und der Marktwert steigt tatsächlich – sehr zur Freude der spammenden Verbrecher, die ihre zuvor gekauften Zettel mit Gewinn verkaufen.

Hach ja, als vor ein paar Jahren nach hirnlösender irreführender Reklame der Kreditinstitute jeder Depp glaubte, es handele sich bei den Börsen nicht um Marktplätze, sondern um Gelddruckmaschinen, in die man einfach hineingreifen und sich bedienen kann, da gab es das sogar in Deutsch. Und es steht zu befürchten, dass das auch zurückkommt. Inzwischen gibt es nämlich eine neue Generation von potenziellen Opfern mit Mailadresse…

Buy Followers Now191

Montag, 21. April 2014

Wie schön, dass man dank der Angebote von… ähm… dienstbereiten Menschen, die es immer wieder verstehen, sich in die Aufmerksamkeit zu drängeln, auch dann ein paar „Follower“ auf Soundcloud erhalten kann, wenn man dort nichts anbietet, was andere Menschen in Scharen kommen lässt:

Screenshot des Soundcloud-Profiles des Users Buy Followers Now191 -- im Avatar steht der Text 'Social Escalate -- Buy Real Soundcloud Followers -- Click the link below to get started!' -- Der Link ist natürlich über den URL-Kürzer bit.ly maskiert, denn Soundcloud wird wohl auch kein gesteigertes Interesse an dieser Art Spam haben

Ich weiß manchmal nicht, was ich schlimmer finden soll: Dass es solche Spammer gibt, oder dass es Idioten gibt, die auf die Angebote solcher Spammer eingehen, scheißegal, welche Menschen hinter der angezeigten Zahl stehen, hauptsache die Zahl ist schön groß. Denn diese Idioten muss es ja geben, sonst würde sich diese Art Spam – die hier recht aktiv betrieben wird – nicht lohnen.

Sarah_87 hat Dich als Freund hinzugefügt!

Montag, 21. April 2014

Na, die hats aber rasch mit dem freunden, diese Sarah_87 im Kopfe eines Spammers!

Hallo,

Und wie ich heiße, weiß sie auch nicht. Nicht mal einen Nick. Egal. Hauptsache freunden.

Du wurdest soeben von Sarah_87 als Freund hinzugefügt.

Das hat du schon im Betreff gesagt, Spammer!

Möchtest Du die Anfrage bestätigen oder ablehnen:
http://www.osterdate-14.com/

Ich möchte das dritte: Diese Spam löschen. Aber erstmal schreibe ich ein paar Worte dazu.

Möchtest Du das Profil von Sarah_87 aufrufen:
http://www.osterdate-14.com/user/Sarah_87/

Egal, welchen der beiden Links man klickt: Da gibts nur eine Weiterleitung auf die eigentliche Betrugsseite der Dating-Spammer unter www (punkt) sexbook (strich) 18 (punkt) com.

(Ich kann aus Jugendschutzgründen keinen Screenshot der Seite bringen. Und wenn ich darin jede Warze und jeden Venushügel verpixele – es handelt sich um eine dieser Dating-Seiten, auf denen es nur Frauen gibt, die ihre Möpse und unteren Privatbereiche in die Kamera halten – dann bleibt nicht mehr so viel übrig.)

Genau, Spammer! Für eine Unbekannte, die nicht mal meinen Namen kennt und für dreißig von dir zusammengeklebte mittelmäßige Softporn-Fotos soll ich einen Datenstriptease machen, schön mit Mailadresse, Geburtsdatum und Wohnort. Wenn du das mit deinen anderen Daten aus hundert Quellen kombinieren kannst und so meinen richtigen Namen rausbekommst, hast du alles, was du für einen kriminellen Identitätsmissbrauch benötigst. Da bin ich ganz heiß drauf. Wer bist du überhaupt? Ich glaube, ich tippe mal whois… oh, du hast deine eigenen Daten – die du dir auch bequem hättest ausdenken können – lieber über einen Whois-Anonymisierer aus dem sonnigen Panama versteckt. Schließlich sollen sich ja deine Opfer datennackt machen, und du willst eher in einer dunklen Ecke stehen und dein „Geschäft“ machen. Oh, was sehe ich denn da! Deine tolle Sexbook-Site mit dem irreführenden Titel „SEX FACEBOOK¹“ für Achtzehn Plus ist ja erst sechs Tage alt. Das passt jetzt aber nicht so gut zu dem bisschen Text, das du unter die ganze aus dem Web zusammengeklaubte Frauenhaut geschrieben hast: „Unsere Webseite verfügt über mehr als 6 Millionen Mitglieder aus Deutschland, die alle NUR auf der Suche nach unverbindlichen sexuellen Treffen sind“. Denn das sich in weniger als einer Woche jeder zwölfte Einwohner Deutschlands bei deiner betrügerischen und nur durch asoziale und illegale Spam bekannt gemachten Dreckssite angemeldet hätte, ist eine Geschichte, die selbst extrem naive Menschen nicht mehr glaubwürdig finden können…

Viele Grüße,
Freundschaftszentrale

Wenn das die Freundschaft ist, will man die Feindschaft nicht mehr kennenlernen.

¹Ja, der schreibt wirklich „SEX FACEBOOK“ in seinen Seitentitel, und ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass er von Facebook das Recht zur Nutzung dieser Marke erhalten hat. Endlich habe ich mal ein „virtuelles Imitat einer Markenware“ statt der üblichen Taschen und Uhren…

T i er as y le in Kiew, Ukraine, bitten Sie um eine Spende

Sonntag, 20. April 2014

Gleich vorneweg: Diese Mail kam nicht auf meiner gewöhnlich genutzten Mailadresse an, sondern auf einer Honeypot-Adresse, die ich hier eigens für die Harvester der Spammer ausgelegt habe. Es handelt sich um Spam. Das ist eindeutig. Hier versucht also jemand, Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, indem er auf dem Hintergrund der aktuellen Nachrichten an ihre Tierliebe appelliert, und dieser jemand hat keine Hemmungen, sich zu diesem Zweck auf einen Berg Leichen zu stellen.

Was ich zu diesem Typen gern hier schreiben würde, ist leider nicht mehr druckreif.

Guten Tag,

die politische Katastrophe in der Ukraine ist immer eine schlimme Headline in dem Fernsehen [sic!] wert.

Die Auswirkungen für jeden einzelnen sind eine einzige Katastrophe. Kaum eine Firma arbeitet noch ohne Unterbrechung.

Gehälter werden nicht mehr gezahlt.

Viele Leute fahren in die Dörfer zu ihren Familien, doch die, die sich überhaupt nicht helfen können, sind die herrenlose Hunde [sic!] in den Tierasylen.

Keiner spendet mehr für die Tierheime, weil die Leute kein Geld ausgeben [sic!]. Ihr Staat zahlt Unsummen an die Ukraine [sic!], doch kein müder Cent kommt für die Tiere an [sic!]. Sie können verhindern, daß die Hunde und Katzen getötet werden, weil das humaner ist, als sie verhungern zu lassen.

Helfen Sie bitte mit einer Spende, denn Sie sind die letzte Rettung der Hunde in den Tierasylen von Kiew. Mehr Infos finden Sie auf: TIERHEIMKIEW und co m . ua [sic! Man soll nicht klicken.]

Anmerkung -ua- muss mit in der Adresszeile des Browers angegeben werden mit com und bitte vergessen Sie nicht den Punkt vor -ua-. Das bedeutet „Ukraine“ [sic! Das er eine Erklärung dazu schreiben muss, wie man jetzt an seine Website kommt, stört den Spammer nicht weiter, hauptsache, er kommt noch durch ein paar Spamfilter.]

Dass der Spammer die Website, auf der man ihm Geld überweisen kann, lieber nicht ausschreibt oder gar einen Link darauf setzt, lässt schon tief blicken. Die Domain befindet sich bereits auf etlichen Blacklists, die bei mir eingegangene Spam ist also kein einzelner Ausrutscher.

Es hat mich schon lange nicht mehr so sehr vor so einem Halunken aus meinem Spameingang geekelt. Wer Geld spenden möchte, um in der Ukraine die Folgen eines aufziehenden Krieges oder Bürgerkrieges zu mildern, wird hoffentlich bessere Kanäle finden.