Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


MEINE SPENDE

Samstag, 17. September 2022, 18:01 Uhr

Ich heiße Madeleinne BANLIEU. Ich bin ein Importeur von Kakao und roter Butter, ein Importeur von Autozubehör. Ich habe Gebärmutterhalskrebs, der mich zum Tode verurteilt hat. Ich habe meinen Mann vor 8 Jahren verloren und leider haben wir aufgrund dieser Krankheit keine Kinder. Mein Arzt hat gerade angekündigt, dass meine Tage auf dieser Erde gezählt sind. Ich habe an mehrere Verbände gespendet, aber ich habe gesehen, dass die Führer dieser Verbände hinter dem Rücken der Armen reich werden. Also beschloss ich, 750.000 Euro an eine ehrliche Person zu spenden, die einen Teil dieses Geldes verwenden könnte, um den Armen in ihrer Umgebung zu helfen.
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Hey, Madeleinne,

ich heiße Elias Schwerdtfeger. Ich bin ein Leser von alten Büchern, schlauen Büchern, ein Leser vom Spam. Ich habe den Tod, der mich zum Tode verurteilt hat. Ich habe meinen Verstand vor 27 Jahren verloren und leider weiß ich seitdem nicht mehr, wie das mit dem Kindermachen geht. Die hässlichen Körperschmerzen und die Kraftlosigkeit machen mir klar, dass meine Tage auf diesem kaputten Planeten gezählt sind. Ich habe nichts zum Spenden, aber wenn ich etwas hätte, würde ich es nicht dieser ekelhaften, mit psychisch missbrauchten Kinderaugen bettelnden Wohltätigkeitsindustrie geben und auch nicht den Steinreichen der christlichen Satanskirche, sondern eine kostenlose Großparty für die Sanftmütigen und Zerschlagenen in meiner herzkalten, zerfallenden Stadt mitten in einem korrupten, lichtlosen, pekunikratischen Scheißstaat schmeißen. Wer fürs demütige Bücken vorm gutbezahlten Psychofolteragenten sein Hartz IV bekommt, wäre für meine Party schon zu reich. An Ehrlichkeit glaube ich nicht, sobald irgendwo Geld im Spiel ist. Geld ist Gift für die Psyche, erweckt die verfluchenswertesten Motivationen des Menschen, macht regelmäßig dumm, gefühllos und vergiftet alles, womit es in Berührung kommt. Das sehe ich ja auch an deiner Spam, Madeleinne. Um deine Mail so schreiben zu können, wie du es tust, musst du nicht nur bösartig und asozial sein, sondern auch noch dumm und intelligenzverachtend. Eine Kombination, die sich stets dort konzentriert, wo Geld zur Hauptsache wird, sei es in kriminellen Banden oder im Parteivorstand. Und das Schlimmste ist vielleicht, dass du immer noch genug Leute findest, die an eine dreiviertel Million Euro denken und dann nicht einmal mehr bemerken, dass du nicht einmal weißt, wie sie heißen. Gelddumme Opfer, die dir sogar richtig antworten. Die faselst du dann zusammen mit deiner gut eingespielten Betrügerbande immer dümmer, bis du ihr Gehirn auslöffeln kannst. Mit dem hochwirksamen Verdummungsmittel „Geld“, bei dem schon die Vorstellung für eine Wirkung reicht. Damit sie eine Vorleistung nach der anderen bezahlen, immer schön anonymisierend über Western Union und Konsorten, damit das Geld auch futschikato weg ist. Nein, es ist nicht weg, denn ihr tragt es ja ins Bordell und zum Kokaindealer.

Möchtest du nicht einfach sterben gehen, Madeleinne?

Komm, gib dir einen Ruck! Einen Strick wirst du schon finden. Wenn du weg bist, wenn deine gierigen Zuckungen endlich aufgehört haben, wird sofort die Luft auf der Erde ein bisschen besser.

Meint dein deine Spam „genießender“
Nachtwächter

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