Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Hacker haben Zugang zu ihrem Gerät. So schnell wie möglich überprüfen!

Dienstag, 25. Mai 2021, 14:48 Uhr

Einmal das Übliche bitte. Ein Erpressungsversuch. Diese Spam…

An: gammelfleisch@tamagothi.de

…kam auf meiner einzigen Mailadresse an, die man auch mit dem primitivsten Harvester einfach aus dem Impressum einsammeln kann. Darüber steht übrigens „Kontaktadresse für unseriöse Angebote“.

Der Spammer blufft nur. Nichts an seinen Behauptungen ist wahr. Diese Spam kommt sogar bei mir an. Ich habe keine Kamera an meinem Computer. Aus Gründen. Ich besuche übrigens auch keine Pronografie-Websites. Ich weiß, das sagt jeder, aber bei mir stimmt es. Ich bin sexuell völlig desinteressiert geworden, je mehr Frauen ich in meinem heiteren Leben kennengelernt habe, die es leider nicht verstanden haben, ihren Charakter zu schminken. Sex wird überbewertet.

Wer mir das nicht glaubt: Das ist nicht die erste Erpressung in meinem Spameingang, und über frühere Erpessungsversuche nach dem gleichen Strickmuster habe ich mich ausführlich ausgelassen. Wer es dann immer noch nicht glaubt, weil ich ja nur so ein dahergelaufener Blogger in diesem Neuland bin, der vieles behaupten kann: Bitte einfach mal bei der Polizei fragen! Aber auf gar keinen Fall bezahlen! Man kann wirklich schönere Dinge mit Geld tun, als solchen asozialen Halunken den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren.

So, jetzt der Text der Spam, diesmal unkommentiert, denn ich habe gerade ein Album veröffentlicht und muss nach den letzten Tagen unbedingt mal etwas anderes als einen Computermonitor sehen.

Hallo. Ich möchte mich zuerst vorstellen – ich bin ein professioneller Programmierer, der sich in seiner Freizeit auf das Hacken spezialisiert hat.
Dieses Mal hatten Sie das Pech, mein nächstes Opfer zu werden und ich habe gerade das Betriebssystem und Ihr Gerät gehackt.

Ich beobachte Sie schon seit mehreren Monaten.
Um es einfach auszudrücken: Ich habe Ihr Gerät mit meinem Virus infiziert, während Sie Ihre Lieblings-Webseite für Erwachsene besucht haben.

Falls Sie mit dieser Art von Situationen nicht wirklich vertraut sind, werde ich versuchen, die Situation genauer zu erklären.
Der Trojaner-Virus gewährt mir vollen Zugriff und Kontrolle über Ihr Gerät.
Daher kann ich alles auf Ihrem Bildschirm sehen und darauf zugreifen, die Kamera und das Mikrofon einschalten und andere Dinge tun, ohne dass Sie das überhaupt wissen.

Darüber hinaus habe ich auch Zugriff auf Ihre gesamte Kontaktliste in sozialen Netzwerken und auf Ihr Gerät.

Sie fragen sich vielleicht – warum hat Ihr Antivirusprogramm bis jetzt keine bösartige Software erkannt?

- Nun, meine Spyware verwendet einen speziellen Treiber, der eine Signatur hat, die regelmäßig aktualisiert wird, wodurch Ihr Antivirusprogramm sie einfach nicht abfangen kann.

Ich habe einen Videoclip erstellt, der auf der linken Bildschirmseite zeigt, wie Sie an sich selbst herumspielen, während auf der rechten Seite das Pornovideo zu sehen ist,
das Sie sich zu diesem Zeitpunkt angesehen haben.
Ein paar Mausklicks würden ausreichen, um dieses Video an alle Ihre Kontakte und Freunde in den sozialen Medien weiterzuleiten.
Sie werden überrascht sein festzustellen, dass ich es sogar auf Online-Plattformen hochladen kann, damit es öffentlich zugänglich ist.

Die gute Nachricht ist, dass Sie dies noch verhindern können:
Alles, was Sie tun müssen, ist, einen Bitcoin-Gegenwert von 1600 EUR auf meine BTC-Wallet zu überweisen
(wenn Sie nicht wissen, wie das geht, suchen Sie online – es gibt viele Artikel, die den Prozess Schritt für Schritt beschreiben).

Meine Bitcoin-Geldbörse ist (BTC Wallet):
1313JTcMyps6S2hppyRqp4d7tr■■■■■■■■

Sobald ich Ihre Zahlung erhalten habe, werde ich Ihr perverses Video sofort löschen und kann Ihnen versprechen, dass dies das letzte Mal ist, dass Sie von mir hören.
Sie haben 48 Stunden (genau 2 Tage) Zeit, um die Zahlung abzuschließen.
Die Lesebestätigung wird automatisch an mich gesendet, sobald Sie diese E-Mail öffnen, so dass der Timer ab diesem Moment automatisch startet.

Machen Sie sich nicht die Mühe, auf meine E-Mail zu antworten, denn das wird nichts ändern (die E-Mail-Adresse des Absenders wurde automatisch generiert und aus dem Internet übernommen).
Versuchen Sie auch nicht, sich zu beschweren oder mich zu melden, da alle meine persönlichen Informationen und meine Bitcoin-Adresse als Teil des Blockchain-Systems verschlüsselt sind.
Ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Wenn ich herausfinde, dass Sie versucht haben, diese E-Mail an jemanden weiterzuleiten, werde ich Ihr perverses Video sofort öffentlich machen.

Lassen Sie uns vernünftig sein und keine dummen Fehler mehr machen. Ich habe eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie erstellt.
Alles, was Sie tun müssen, ist einfach die Schritte zu befolgen und diese unangenehme Situation ein für alle Mal loszuwerden.

Beste Grüße und viel Glück.

Wie schon gesagt, nichts Neues, aber ich nehme an, diese Spam haben gerade viele Menschen in ihrem Pesteingang.

6 Kommentare für Hacker haben Zugang zu ihrem Gerät. So schnell wie möglich überprüfen!

  1. orinoco sagt:

    Ja, sogar ich, der praktisch kein Spam mehr bekommt und gleich drei mal.
    Einmal mit der o.g. BTC-ID und zwei mal mit 1DjjWzsNsqL**********

    Gegen Liebe an und für sich habe ich übrigens nichts einzuwenden. Es muss ja nicht immer gleich Sex sein.

    • orinoco sagt:

      P.S. Ist übrigens gesund und kann vor Corona schützen (dem Virus, leider nicht den „Maßnahmen“). Endlich mal was richtig gemacht! 😉

    • orinoco sagt:

      Das fehlt die Hälfte!
      Werden die Kommentare jetzt von Akismet schon halbverschluckt?

      • Ich habe hier kein Akismet, weil Akismet unbrauchbar ist, wenn man über Spam schreibt – und generell keine so gute Idee ist, weil seine „künstliche Intelligenz“ manchmal etwas freidreht und zu zensieren beginnt.

        Stattdessen mache ich hier AntispamBee und ein bisschen Handarbeit. Das funktioniert.

        Und ich sehe gerade einen hässlichen Bug. Den kannte ich noch gar nicht. Und den kann man auch im Backend leicht übersehen. Der Kommentar steht allerdings vollständig in der Datenbank.

        Ursache war mein hier verwendetes quick-and-dirty-Addon, mit dem ich das „nofollow“-Attribut aus Links in Kommentaren entfernen wollte, weil ich die Entwertung von Links für Googles Indexer nicht gut finde. Offenbar funktioniert das nicht mehr richtig. Ich habe es erstmal abgestellt und schaue mir das Problem genauer an, sobald ich mal ein bisschen Motivation dazu habe. WordPress tut mir immer ein bisschen im Kopf weh.

    • HHM sagt:

      Ja, hier auch. Die Masche haucht aber womöglich langsam ihren Geist aus – der Counter von 1DjjWzsNsqL*** steht nach über drei Tagen immer noch bei $0,00… 😁

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