Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Dringende Informationen (versichertes Ereignis).

Sonntag, 18. Oktober 2020, 16:11 Uhr

⚠️ Vorab: Der Spammer blufft nur, er hat keine Videos von der Masturbation vorm Bildschirm gemacht. Auf keinen Fall bezahlen! Seine Mail kommt sogar bei mir an. Ich habe gar keine Kamera an meinem Computer. Aus Gründen… 😉

Von: gammelfleisch@tamagothi.de
An: gammelfleisch@tamagothi.de

Hui, ich schreibe mir selbst! 👍

Nicht davon beeindrucken lassen. Der Absender einer E-Mail kann beliebig gefälscht werden. Man kann dort eintragen, was immer man will, denn es spielt für den Transport der E-Mail keine Rolle. Es ist genau so wie der Absender eines Briefes. Ein Brief kommt auch an, wenn eine Phantasieadresse als Absender auf dem Umschlag steht.

Ich lasse diese Spam ansonsten völlig unkommentiert und (mit Ausnahme der Wallet-ID für die Bitcoin-Zahlung) unverändert:

Hallo!
Haben Sie bemerkt, dass ich Ihnen von Ihrem Konto aus eine E-Mail geschickt habe?
Ja, das bedeutet einfach, dass ich vollständigen Zugriff auf Ihr Gerät habe.

In den letzten paar Monaten habe ich Sie beobachtet.
Haben Sie sich gefragt, wie? Nun, Sie wurden von einer Erwachsenen-Webseite, die Sie besucht haben, mit Malware infiziert.

Vielleicht ist Ihnen das nicht bekannt, aber ich werde versuchen, es Ihnen zu erklären.
Durch den Trojaner-Virus habe ich vollständigen Zugang zu einem PC oder einem anderen Gerät.
Das bedeutet einfach, dass ich Sie jederzeit auf Ihrem Bildschirm sehen kann, wenn ich Ihre Kamera und Ihr Mikrofon einschalte und Sie können es nicht bemerken.
Außerdem habe ich Zugang zu Ihrer Kontaktliste und Ihrer gesamten Korrespondenz.

Sie fragen sich vielleicht: „Aber mein PC hat ein aktives Antivirenprogramm, wie ist das überhaupt möglich? Warum habe ich keine Benachrichtigung erhalten?“
Nun, die Antwort ist einfach: Meine Malware verwendet Treiber, bei denen ich alle vier Stunden die Signaturen aktualisiere, so dass sie nicht auffindbar ist und Ihr Antivirusprogramm nichts bemerkt.

Ich habe ein Video vom Onanieren; auf dem linken Bildschirm und auf dem rechten Bildschirm das Video, das Sie sich beim Masturbieren angesehen haben.
Sie fragen sich, wie schlimm das noch werden kann? Mit einem einzigen Mausklick kann dieses Video an alle Ihre sozialen Netzwerke und E-Mail-Kontakte gesendet werden.
Ich kann auch Zugang zu Ihrer gesamten E-Mail-Korrespondenz und zu den von Ihnen benutzten Messengern gewähren.

Alles, was Sie tun müssen, um das zu verhindern, ist einfach:
Überweisen Sie Bitcoins im Wert von 1500 US Dollar an meine Bitcoin-Adresse (wenn Sie keine Ahnung haben, wie Sie das machen können, suchen Sie einfach in Ihrem Internet-Browser: „Bitcoin kaufen“).

Meine Bitcoin-Adresse (BTC Wallet) lautet:
1KFtPxuPZa8Qx8W21mp8dr57z2■■■■■■■■

Nachdem sie Ihre Zahlung bestätigt haben, werde ich das Video löschen und das war’s, Sie werden nie wieder von mir hören.
Sie haben 2 Tage (48 Stunden) Zeit, um diese Transaktion abzuschließen.
Sobald Sie diese E-Mail öffnen, erhalte ich eine Benachrichtigung und mein Timer beginnt zu ticken.

Jeder Versuch, eine Beschwerde einzureichen, wird zu nichts führen, da diese E-Mail nicht wie meine Bitcoin-ID zurückverfolgt werden kann.
Ich habe so lange wie möglich darauf hingearbeitet; ich biete keine Chance für einen Fehler.

Wenn ich durch irgendein Ereignis herausfinde, dass Sie diese Nachricht jemand anderem mitgeteilt haben, werde ich, wie oben erwähnt, ihr Video versenden.

Warum ich das nicht mehr kommentiere? Weil ich es schon so oft kommentiert habe. Die Texte sind immer verblüffend ähnlich. Diese Spam ist eine nur leicht korrigierte Version des Erpressungsversuches vom 7. Januar 2019, und der war wiederum die leicht korrigierte Version einer früheren derartigen Spam. In meinem Posting vom 17. September 2019 habe ich mal ein paar ältere Versionen der gleichen Masche verlinkt, so dass man leicht die Entwicklung dieser Bluff-Erpressungen nachvollziehen kann.

Bis jetzt hat mir übrigens noch keiner meiner Freunde Komplimente gemacht, was für einen prächtigen Penis ich habe und wie lustvoll ich ihn zu benutzen verstehe. Also keine Angst. Aus den Drohungen wird nichts. 🤡

Und wer mir das jetzt immer noch nicht glaubt, weil ich nur ein dahergelaufener Blogger bin, der im geduldigen Internet gar vieles behaupten könnte: Gut! Bitte einfach mal bei der Polizei fragen, die kennen das nämlich auch schon seit ein paar Jahren! Fragen kostet nichts. 👮

Einem erpresserischen Spammer zu glauben und einfach zu bezahlen kostet in diesem Fall 1.500 Dollar. Die sind weg. Die zweite Erpressung könnte irgendwann folgen. Was für einen Charakter der Spammer hat, hat er ja in seiner Spam gezeigt. 💸

Also: Auf gar keinen Fall diesem asozial-madenhaften Erpresser Geld geben. Denn mit Geld kann man immer etwas besseres anfangen, als solchen Gestalten ihren Lebensstil zu finanzieren. 😉

2 Kommentare für Dringende Informationen (versichertes Ereignis).

  1. Frank sagt:

    Leider scheint es immer noch genügend Leute zu geben die auf diese Masche reinfallen.
    Ich bekomme selbst auf meinem Firmenmailaccount gelegentlich solche Mails.
    Wenn man die Informationen der Wallet-ID’s aus den verschiedenen Mails im Internet überprüft und den Abbuchungen folgt landet man nach einigen Wallets bei einer Adresse die wohl als Sammler dient und über die bereits mehrere tausend Bitcoins geflossen sind.
    Wirklich schade das schöne Geld an solche Nassbirnen zu verschwenden.

    • Leider scheint es immer noch genügend Leute zu geben die auf diese Masche reinfallen

      Wenn man hunderttausend Spams versendet und fünf Leute fallen darauf rein, dann war der Spamversand sehr billig, aber man hat 7.500 Dollar gemacht. Und ich befürchte, dass da deutlich mehr als nur fünf Leute reinfallen. 🙁

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