Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


LETTER OF ASSISTANCE

Dienstag, 20. Dezember 2011, 20:43 Uhr

LETTER OF ASSISTANCE
Miss Liza James
Abidjan (Cote d‘ Ivoire)

Dearest One, I am Liza James My parents Mr. and Mrs. James Kamprad were assassinated here in IVORY COAST. Before my father’s death he had (USD$7.9M) Seven Million Nine Hundred Thousand United State Dollars deposited in a bank here in Abidjan.

I want you to do me a favour to receive these funds to a safe account in your country or any safer place as the beneficiary. I want to come over to your country for the safety of my life from the hands of this wicked assasins. I have plans to do investment in your country, like real estate and industrial production.

This is my reason for writing to you. Please if you are willing to assist me, reply me with your phone number.

Sincerely yours,

Miss Liza James

Hallo Liza,

deine Briefe waren auch schon einmal einfallsreicher. Ich meine: Früher hast du dir wenigstens noch irgendwelche „Gründe“ ausgedacht, warum du auf die gnadenlos doofe Idee gekommen bist, irgendeinem Fremden, den du nicht einmal mit Namen ansprechen kannst, so eine Kleinigkeit wie ein paar Millionen Dollar in die Hand zu drücken. Und wenn du dabei sogar trotz deiner stinkenden Seele fromm, gläubig und betend getan hast, damit wenigstens der Kern deines Beschisses für ein viertel Promille der Empfänger deiner Strunzspam leidlich glaubwürdig klingt.

Danach scheint dir nun nicht mehr der Sinn zu stehen. Vermutlich hast du im Laufe der Zeit gemerkt, dass die wenigen, die noch auf einen Vorschussbetrug hereinfallen, keiner besonderen Mühe mehr würdig sind, da es sich eh um hoffnungslos leichtgläubige Gimpel handelt. Einerseits ist das ja ganz gut, denn so liegt eine geringere Textmenge im Müllordner des Mailservers; aber andererseits nimmst du mir und den paar Lesern dieses Blogs viel Lesevergnügen mit deinen unfreiwillig komischen Verrenkungen und deiner spritzigen Geistlosigkeit. Und das ist schon ein bisschen schade.

Also Liza – und natürlich auch jeder andere Name, den du und deinesgleichen in Zukunft benutzen werdet – gib dir bitte wieder ein bisschen mehr Mühe! Ich lache doch so gern. Und wenn du schon aus der Elfenbeinküste kommst, denn lern doch nach drei Jahren endlich mal, wie man Côte d‘Ivoire richtig schreibt! Wenn du schon technisch dazu imstande bist, deine Drecksmail in UTF-8 zu encoden, dann kannst du auch einen Circonflex über das „o“ schreiben. Das sollte dir sogar leichter als mir fallen, da man in deiner angeblichen „Heimat“ Tastaturen mit französischer Tastenbelegung verwendet.

Ach, was erzähl ich dir das, es interessiert dich ja doch nicht. Was dich interessiert: Geld hab ich keins, und deshalb kannst du mir auch nicht ein paar tausend Euro für allerlei Vorleistungen aus der Tasche ziehen. Und ich finde es schade, dass nicht wirklich eine heillose Mörderbande hinter dir her ist und deinen gierigen Zuckungen ein vorzeitiges Ende bereiten wird – denn das ist die einzige hoffnungsvolle Vorstellung, die dein Brief in mir erweckt hat.

In ungebrochener Verachtung

Dein „dearest one“, den du nicht mit Namen kennst.

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