Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


HERZLICHEN GLUCKWUNSCH!!!

Donnerstag, 10. März 2011, 18:22 Uhr

Gluck, gluck, gluck… aber mit drei(!) Ausrufezeichen!!! UND GROSS!!!

Hey, Spammer! So schwer ist das mit diesen komischen Punkten über einigen Vokalen in deutschen Wörtern nicht. Wirklich nicht. Nicht einmal im Betreff. Ach, das ist euch egal, weil sich eurer betrügerischer Dreck eh nur an Idioten richtet… na, das merkt man aber auch.

INTERNATIONALE LOTTO/EUROMILLION PROGRAMME
MADRID BURO
OFFIZIELLE MITTEILUNG
VON SITZ DES PRASIDENTEN
INTERNATIONALE PROMOTION-GEWINNZUTEILUNG
REFERENZ NUMMER: CJE/11/654560011/ESP

Hey, toll, vom Sitz des Präsidenten und total offiziell. Dann muss es ja stimmen, obwohl die Mail nicht einmal digital signiert ist. Wahrscheinlich spielt so ein obskurer Hackerkram wie Sicherheit im Mailverkehr keine Rolle, wenns um große Geldbeträge geht. Aber auch andere Dinge sind ja eher irrelevant, wie zum Beispiel eine unmissverständliche Ausdrucksweise in nur leidlich fehlerfreier Sprache:

OFFIZIELLE GEWINNBENACHRITIGUNG [sic!]
Wir sind erfreut ihnen mitteilen zu konnen, das die gewinnliste INTERNATIONALE LOTTO/BONO LOTTO PROGRAMM am 04 M?RZ 2011 erschienen ist, vorbei Co-organisiert World Tourism Organization/Spanish Ministerio de Tourismo . Dir offizielle liste der gewinner erschien am 18 FEBRUAR 2011 Ihr e-mail wurde auf dem los mit dir nummer: 000442002 und mit der seriennummer: 2113-09 registried. Die glucksnummer: 10-16-25-41-46, haben in der zweitens kategorie gewonnen.

Ich bin immer noch am Glucksen! :D

Also, die Gewinnliste erschien am 4. M?rz, aber die Liste der Gewinner am 18. Februar. Dabei werden Mailadressen auf Nummern registriert, ohne dass jemand einen Einsatz für die Lotterie zahlen müsste, weil die so einen Geldbaum im Garten stehen haben und nicht wissen, wohin mit dem ganzen Laub. Wie der heitere Zahlensalat mit der Mailadresse zusammenhängt wird dabei ebenso wenig erläutert wie die naheliegende Frage beantwortet wird, wieso eine Mailadresse überhaupt bei so einer Lotterie mitspielt. Warum? Na, weil das hier keine Mitteilung von einer Lotterie ist, sondern eine Spam von Vorschussbetrügern. Die wollen ihrem Opfer jede Menge Geld abknöpfen, das zu zahlen ist, bevor man ans Geld kommt – natürlich immer schön über Western Union, MoneyGram und Konsorten überweisen, denn obwohl diese Leute davon faseln, dass sie mit Millionenbeträgen umgehen, nehmen sie doch nicht am Giralverkehr der Banken teil. Warum nicht? Na, weil sie schäbige Betrüger sind, die das so ergaunerte Geld verprassen wollen, um sich ein schönes Leben zu machen, und das geht im Knast nun mal nicht.

Um das zu erreichen, wecken sie erstmal die Gier ihres Opfers. Mit Gier kennen die Betrüger sich nämlich aus, die sollten sogar aus eigener Erfahrung wissen, wie dumm Gier macht. Also erstmal dem Opfer eine Million Euro vor die Nase malen…

Sie sind damit gewinner von: Ђ1,000 000.00 (EINE MILLION EURO.) Die summe ergibt sich einer gewinnausschuttung von. Ђ27,000 000.00 (ZWANZIG SIEBEN MILLION EURO [sic!]). Die summe wurde durch 27 gewinnern aus der glieichen kategorie geteilt.
HERZLICHEN GLUCKWUNSCH!!!

…auch wenn man viel zu doof ist, auch nur so ein € richtig in die Mail reinzuschreiben. Aber, so sagt sich Mitmensch hirnloser Betrugsspammer, das fällt ja nicht weiter auf, weil ich das mit den Umlauten doch auch nicht hinkriege und die Texte generell lächerlich klingen. Letzteres liegt daran, dass der „Autor“ dieser Mail seinen Text einfach aus ein paar älteren Texten für diese Betrugsnummer zusammengestellt hat, und zwar ohne dabei auch nur das kleinste inhaltliche Verständnis zu haben.

Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass dieser Idiot nicht einmal zu wissen scheint, wofür es eine Zwischenablage gibt. Der hat das abgetippt. Und dabei hat er in gewissen Konsonantenclustern (wie etwa in „BENACHRITIGUNG“) und bei Diphtongen immer wieder seine Probleme. Selbst eine Google-Übersetzung aus dem Englischen würde sich weniger peinlich lesen als das Gestümper dieses Vollpfostens.

Dir gewinn ist bei einer sicherheitsfirma hinterlegt und in ihren namen versichert. um keine komplikationen bei der abwicklung der zahlung zu verursachen bitten wir sie diese offizielle mitteilung, diskret zu behandelnes ist ein teil unseres sicherheitsprotokolls und garantiet ihnen einen reibunglosen Ablauf.

Eine unverschlüsselte Mail, die für jeden Rechner auf dem Transportweg lesbar durch das Internet bewegt wird, ist also „Teil des Sicherheitsprotokolls“. Das klingt fast wie ein Staatsgeheimnis, das man zur besseren Geheimhaltung mit einer Postkarte versendet.

So, jetzt aber schnell das Thema wechseln. Ist schon mistig, wenn man den Text, den man da fabriziert, gar nicht versteht – da klingt dann leicht peinlich, was nacheinander kommt.

Alle gewinner werden per computer aus 45.000.00 [sic!] namen und e-mails aus ganz Europa, Asien, Australien und Amerika als teil unserer Internationalen promotion programms ausgewahlt, Welches wir einmal im jahr veranstalten.

Wir haben einen Geldbaum im Garten und verschenken einmal im Jahr Millionenbeträge an irgendwelche willkürlich ausgewählten Leute, um das ganze lästige Geld loszuwerden.

So, nächster Themenwechsel:

OCASO GRUPO SICHERHEIT FIRMA UNTERNEHMEN S.L MADRID SPANIEN
AUSLAND ANSPRECH PARTNER:
DON JOSE GOMEZ
TEL: +34 634 122 xxx
FAX: +34 911 820 xxx
E-mail: ocasogruposeguros (at) consultant (punkt) com

Bitte diese Mail nicht an ihrem Absender beantworten, denn die Absenderadresse ist gefälscht. Und…

Bitte denken sie daran jeder gewinnanspruch muss bis zum 25 M?RZ 2011 Angemeldete sein. Jeder nicht angemeldet Gewinnanspruch verfallt und geht zuruck an das MINISTERIO DE ECONOMIA Y HACIENDA Bitte denken sie auch daran das 10% ihres gewinnes an die sicherheitsfirma OCASO GRUPO SEGUROS S.A geht. Dir 10% sind erst nach erhalt des gewinnes fallig da der gewinn in ihren namen versichert ist.

,,,machen sie schnell, am besten, sie denken gar nicht erst nach. Zum Beispiel denken sie nicht darüber nach, warum Geld nicht auf dem Bankweg bewegt wird, sondern über eine unfassbar teure „Sicherheitsfirma“. Ein Scheck wäre im Vergleich dazu sehr billig und leicht per Wertsendung zustellbar gewesen, und auch die teuerste Auslandsüberweisung ist in ihren Kosten ein Witz gegen diese 100.000 Euro an die Sicherheitsfirma. Nein, gar nicht weiter nachdenken, seien sie ein Opfer, seien sie so blöd, dass sie diese windige Geschichte unhinterfragt fressen, wundern sie sich nicht weiter darüber, dass wir gar nichts über sie wissen und machen sie jetzt gefälligst ganz schnell ihren Datenstriptease vor spammenden Betrügern, bevor das schöne Geld einfach so verfällt:

BITTE AUSFUILLEN DEIN DATAS AUS UNTEN[sic!.
1. NAME: ________________________________
2. NACH NAMEN _________________PLZ ______
3. ADRESSE ______________________________
4. NATIONALITAT: __________BERUF ________
5. GEBURTSDATUM: ________________________
6. STAT: ________________________________
7. TELEFON: _____________________________
8. MOBIL: _______________________________
9. FAX: _________________________________
10.GESCHLECHT: ____ HERR ODER FRAU ______

Fragen sie sich nicht, was die Postleitzahl mit ihrem Nach Namen zu tun hat und beantworten sie die Frage nach ihrem Geschlecht ebenso wie die Frage, ob sie als Herr oder Frau angesprochen werden wollen. Denn alle diese Angaben…

Die oben genannten Anforderungen sind erforderlich.

…sind ganz ganz wichtig. Sonst gibts kein Geld. Gibts sonst zwar auch nicht, aber wer so doof ist, dass er zum Opfer dieses Betruges wird, der merkt das ja nicht.

Gluckwunsche noch einmal.

Herzlichs
Lisa Sanchez.

Meine Fresse, wenn ihr es dermaßen dumm anstellt mit dem 419-Spammen, denn könnt ihr es auch gleich lassen!

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

Ein Kommentar für HERZLICHEN GLUCKWUNSCH!!!

  1. Elsener Karin sagt:

    Es sind nicht mehr „nur“ 1 Million EURO…. nein sie sind schon bei 1′725′000.00 Euro angekommen….. der Laubhaufen im Garten wird wohl von Monat zu Monat grösser….
    Habe die Unterlagen mal an unseren Bund weitergegeben und zum Hauptsitz „La Caixa“ in Madrid…. mal sehen ob die wirklich so viele Haufen zum verschenken haben… bin auf die Antworten gespannt, wenn es denn welche gibt….

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