Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Montag, 6. September 2010, 05:01 Uhr

Na, da hat unser Spammerchen wohl mal wieder die Betreffzeile mit dem Nachrichtentext verwechselt. Aber dafür kann er richtig toll formatierte HTML-Mails:

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Und nicht nur HTML-Mails bekommt er trickreich hin, auch ansonsten versteht er sein Handwerk. Der Link in der Spam führt auf backgeneratetest (punkt) ru, und was einem unter dieser URL als Startseite begrüßt, das mag nicht jeden Browser. Wenn ich diese Adresse etwa mit meinem Lieblingsbrowser für derartige Links aufrufe, dem guten Lynx, denn sagt mir der dortige Webserver…

403 Forbidden

…dass der Zugriff verboten ist. Den gleichen 403er bekommt man, wenn man vorgibt, der Googlebot zu sein. Diese Leute wollen nicht von Google indiziert werden, da sonst womöglich schnell die Warnmeldungen in moderneren Mailclients sichtbar werden, wenn man derartige Links hat. Also schnell einen anderen Browser nehmen, den User-Agent schön faken (immer hübsch, um solchen trickreichen Spammern Freude zu machen, ist der User-Agent vom IE 6 unter Windows 2000) und nochmal schauen, was der gute Webserver dann ausliefert. Und tatsächlich, mit so einem User-Agent liefert er eine völlig andere Seite aus. Diese enthält nur den Text „Please wait“ und ein bisschen JavaScript, das letztlich auf recht umständlichem Weg eine Weiterleitung veranlasst. Schließlich landet man auf der tollen Website cheap (strich) oems (punkt) com, bei der man viel Geld für nicht lizenzierte Softwarekopien hinlegen kann.

Diese Verkäufer von „Raubkopien“ haben es sogar hinbekommen, die im Browser eingestellte, bevorzugte Sprache zu erkennen und beglücken ihre deutschen Leser mit einer deutschsprachigen Version ihrer Seite. (Ja, das war ein ernstgemeintes Lob. Ich sehe so viel Stümperei, wenn ich mich um die Spam kümmere.) Okay, so richtig deutsch ist das nicht, wie man an der Beschriftung „Sucharbeit“ vorm Suchen-Feld, am Link „Haupt“ für die Startseite, an Links wie „Uber uns“, „Charakteristik und Bedingungen“ (gemeint ist das, was man auf Deutsch AGB nennen würde) und „Kontakten“ zeigt. Und weil jede Menge Fragen aufkommen, was es denn mit der billigen Software so auf sich hat, haben sie auch eine FAQ in ihre Seite aufgenommen, die ich mal in einer archivierten Version zur Verfügung stelle, weil ich nicht glaube, dass diese Domain noch lange verwendet werden wird. Denn obwohl das Copyright im Footer bis ins Jahr 2005 zurückreicht, wurde diese Domain erst am 7. Juli dieses Jahres registriert – und wenn sie nicht mehr verwertbar ist, wird sie eben weggeworfen und der Schwindel findet unter einer neuen Adresse statt. Der Inhaber dieser Domain schätzt übrigens (aus nahe liegenden Gründen, wer mag schon gern verhaftet werden) die Anonymität und hat für technische Rückfragen die einprägsame Mailadresse oemdupgpexlfqg (punkt) gmail (punkt) com angegeben. Dass dort jemals eine Mail gelesen wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein…

Also lassen wir doch einmal einige Punkte dieser tollen FAQ für sich selbst sprechen – denn dort wird klar, um was für ein Angebot es sich handelt.

1. Warum verkaufen Sie die Software billiger, als die offiziellen Provider der Handelsmarken?

Wenn Sie unsere Software kaufen, bekommen Sie die Kopien der geladenen Lizenzversionen. Es bedeutet, dass Sie keine feste Kopien der Dokumentation (der Lizenzen oder der Instruktionen) haben – nur die Dateien und die Instruktionen im Format .txt. Diese Software wird Online nicht registriert. Für Mehrheit der Programme können wir Ihnen das ganze Paket der Erneuerungen anbieten. Diese Software ist im Großhandel bei den offiziellen Providern gekauft, bei denen die Großhandelspreise wesentlich niedriger sind. Da wir einen minimalen Aufschlag machen, und wir keine Kosten für die Verpackung, die Aufnahme und die Beförderung haben, ist unser Preis niedriger, als der Einzelhandelspreis der offiziellen Provider.

Hihi, „dass sie keine feste Kopien … haben, … Instruktionen im Format .txt“ – es handelt sich wohl um einen Auszug aus einer Datei namens serials.txt. Klar, dass da nichts „registriert“ wird, es handelt sich schließlich um nicht-lizenzierte Kopien. Und der Rest ist hanebüchener Bullshit.

2. Ob Ihre Software eine volle Version, und nicht eine Version des Paketes der Erneuerungen ist? Verkaufen Sie die Software für das Paket der Erneuerungen? Ob man die vorhergehende Version des Produktes notwendig ist?

Wir verkaufen nur die VOLLE Versionen – keine Pakete der Erneuerungen. Sie brauchen keine vorhergehende Versionen des Programms zu haben. Wenn bei Ihnen irgendwelche andere Versionen (vorhergehende Versionen bzw. Pakete der Erneuerungen) installiert sind, so brauchen sie vollständig bis zum Anfang der Installation unseres Programms GELÖSCHT werden (um den Konflikt zwischen verschiedenen Versionen des Programms zu vermeiden). Nach dem Löschen ist es nötig sowie das Register (für die Programme des PC) aus den entsprechenden Eingängen zu reinigen.

Klar doch, bloß alles rückstandsfrei von alten Versionen entfernen, bevor die Software aus derart fraglichen Quellen auf den Rechner kommt. So ein Installer ist ja nicht dazu imstande. Und das mit „das Register für die Programme des PC“ kann ein Installer auch nicht. Jedenfalls nicht mehr bei Software, die von diesen Halunken angeboten wird – woanders schon. (Na ja, meistens.)

Übrigens wurde hier eine Frage in einer Weise beantwortet, die ein Mensch nicht-deutscher Zunge vielleicht leichter versteht als jemand, der Deutsch spricht.

3. Ob ich die Pakete der Erneuerungen aus den Webseiten der Produzenten immer noch bekommen kann?

Sie können das machen. Unseres Programm ist eine volle und gesetzliche Version, die für die Erneuerungen passt, wenn nicht anderes in den Instruktionen, die dem Programm beigefügt werden, angewiesen wird. Sie können auch unseren Kundenservice über die Ausnahmen fragen.

Kommt also drauf an, wie gut die nicht-lizenzierten Versionen gecrackt wurden. Und das erfährt man erst nach dem Kauf aus anderes in den Instruktionen. Oder mit einem Anruf. Wo? Na, ist doch klar…

CALL ZENTRUM U.S./Canada Toll Frei

…beim Call Zentrum. Ist ja auch Toll Frei, wenn man zufällig gerade in den USA oder in Kanada weilt. :mrgreen:

7. Welches Format haben Ihre Dateien?

Alle Programme sind in der Formatenarchive entweder .zip oder .exe verpackt. Für das Entpacken braucht man 7 – zip aus der Ladenszone zu verwenden. (Sie können sie kostenlos laden nach dem Kauf des Programms). In den Archiven können Sie Dateien ‘.exe ’ bzw. ISO (Pattern des Programms für CD) sehen. Solche Dateien sind für die Aufnahme von CD/DVD bestimmt. Sie können nach dem Kauf des Programms die Instruktionen und das Programm für die Aufnahme von CD/DVD kostenlos bekommen.

*prust!* Aus der Ladenszone gibts einen 7zip. Und ansonsten liegt alles so vor, wie man es aus Filesharing-Netzwerken gewohnt ist, und es ist auch genau so legal, nämlich gar nicht. Aber dafür ists teurer. Und gefährlich ists auch, denn wer würde es für gefahrlos halten, die Software eines kriminellen Spammers auf seinem Rechner zu installieren?

Aber zum Abschluss noch das Hämmerchen in diesen behämmerten AGB:

8. Warum kann ich keine elektronische Mitteilungen von Firma Software Store bekommen.? [Ja, da steht wirklich Punkt und Fragezeichen nacheinander]

Wir senden keine elektronische Junkmail bzw. nicht angeforderte kommerzielle Wurfsendungen. Ihre persönliche Informationen, wie die E-Mail-Adresse, werden keinen irgendwelchen anderen Seite mitgeteilt. Einige Dienste der E-Mail lehnen unsere elektronischen Briefe wegen der standardmäßigen Themen in den Briefen ab. Deshalb empfehlen wir kein Abonnement für Dienstleistungen von Software Store über folgende Dienste der E-Mail: Hotmail und MSN zu unterzeichen. Wenn Sie von uns keine elektronische Briefe bekommen, so ist ein wahrscheinlichster Grund dafür «ein Filter der unerwünschten Mitteilungen» in Hotmail. Dieser Filter dient zur Sperrung des Spames bzw. nicht angeforderten kommerziellen Wurfsendungen (unerwünschte Post). Manchmal werden sogar die abgefragten elektronischen Briefe, einschliesslich unsere Briefe, gesperrt. Sie werden alle Ihre elektronischen Briefe, die Sie versäumt haben, unbedingt finden, bzw. im „unerwünschten Post“ oder im Ordner „Gelöschte Briefe“. Sie können sowie „den Filter der unerwünschten Mitteilungen“ abzuschalten, als auch uns in die Liste „der sicheren Empfänger“ einfügen. Diese Liste ist eine Liste der Berechnungsaufzeichnungen, die Sie nicht als gesperrte Aufzeichnungen vom Filter der unerwünschten Mitteilungen betrachten wollten. Um diese Handlung zu erfüllen, müssen Sie auf Ihre Berechnungsaufzeichnung in Hotmail eingehen. (Wählen Sie “Parameter” aus, dann wählen Sie “sichere Empfänger” aus). Sie können sich in Hotmail um Hilfe wenden. Yahoo: wenn Sie ein Benutzer von Yahoo ist, so prüfen Sie bitte Ihren Ordner „Massenversand“. Wenn Sie unsere Mitteilung im Ordner „Massenversand“ gefunden haben, so öffnen Sie ihn und klicken Sie auf „In Yahoo abzusenden! Für Durchsicht“. Damit wird bestätigt, dass die elektronischen Briefe von Software Store keine nicht angeforderte kommerzielle elektronische Mitteilungen (Spam) sind. Wenn Sie den Ordner «Massenversand» nicht vollständig öffnen wollen, gehen Sie in den Ordner „Hauptpräferenz“ über. Sie können wunschgemäß mit Yahoo für die Hilfeleistung kontaktieren.

Klar, ihr versendet überhaupt keine Spam und seid auch ansonsten ein Vorbild des Datenschutzes. Leider kommt ihr nicht durch jeden Spamfilter. Weil die täglich paar Millionen Spams, die für eurer illegales Angebot Werbung machen, eben Spams sind. Der wahrscheinlichste Grund, wenn man den Müll nicht mehr kriegt, ist ein Müllfilter „zur Sperrung des Spames“. Oh, ist das schön, wenn ich von einer Seite, für die massenhaft gespammt wird, Informationen bekomme, wie ich an die rausgefilterten Spams komme. Nur so für den Fall, dass ich gar nicht genug kriminelle und betrügerische Angebote vor meine Augen bekommen sollte. Wäre ja auch zu doof, wenn die E-Mail vor allem für die persönliche Kommunikation verwendet würde!

Die Mail, über die ich zu euch gekommen bin, hatte natürlich einen gefälschten Absender. Sie wurde vom Rechner mit der dynamischen IP-Adresse 212.124.15.19 aus Russland versendet. Bei diesem Rechner handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen mit Schadsoftware übernommenen Privatrechner. Natürlich klappte es dann auch nicht mehr mit rDNS, aber das hätte mich auch gewundert. Die darin verlinkte Website steht auf sämtlichen Blacklists, trotz der etwas trickreichen Implementation dieses kleinen Umweges zu eurer Drecksite. Zu allem Überfluss war es eine reine HTML-Mail, was bei mir (und vielen anderen) immer Spampunkte bringt – denn ein Mensch, der mir ein formatiertes Dokument zukommen lassen will, der wird spätestens nach meiner Antwort darauf achten, es einfach an die Mail anzuhängen. HTML-Mail wird beinahe ausschließlich von Spammern und Werbern benutzt, und sie landet bei mir fast immer unbesehen im virtuellen Tönnchen. Der Text war ein Angebot von „billiger Software“, die für das von mir bevorzugte Betriebssystem weder nötig noch verfügbar ist. Ein Angebot, das ich niemals bestellt habe und das mich nicht interessiert. Aber mit Spam habt ihr absolut nichts zu tun. Ihr werdet völlig ungerechterweise wie Spammer behandelt. Ich weine gleich vor Mitleid!

Aber hey, was sollt ihr denn sonst erzählen? Die Wahrheit etwa? So etwas wie „Bei uns können sie Güter illegal gegen Geld erwerben, die sie auf anderen Wegen illegal kostenlos erhalten“? Vielleicht ergänzt um die Angabe „Wir halten unser Geschäft mit massenhafter unerwünschter Mail (Spam) aufrecht, die über Rechner versendet wird, die mit Hilfe hinterhältig installierter Schadsoftware übernommen wurden – also nehmen sie ihre Software doch lieber von uns“? Nein, wenn ihr das schriebet, denn würden ja nicht mal die Menschen mit geringer ausgeprägtem Denkmuskel auf euch reinfallen. Und deshalb bleibt euch eben nichts anderes als Lügen übrig.

Ziemlich lächerliches Lügen.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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