Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für Dezember 2008

Eröffnen Sie heute Ihr Royal Club Casino Konto

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Eröffnen Sie heute Ihr Royal Club Casino Konto, und genießen Sie die königliche Behandlung vom ersten Tag an!

Aber ganz königlich, wer könnte bei diesen Spamkönigen auch nur einen Moment lang daran zweifeln.

Was könnte schöner sein als eine kostenlose Zuzahlung, wenn Sie Mitglied in einem Kasino werden?

Dass man sein Geld behält, statt es irgendwelchen Betrügern für ein paar versprochene, virtuelle Jetons zu schenken.

Kommen Sie zu Royal Club Casino, und Sie erhalten genau das und zwar im Wert von 555 €! Und so funktioniert es:

Erste Einzahlung: 300% bis zu 300 €

Zweite Einzahlung: 100% bis zu 100 €

Dritte Einzahlung: 155% bis zu 155 €

Seit über einem Jahr benutzen diese Dummabzockspammer die gleichen tollen Zahlen für ihr „Bonussystem“, und wundern sich wohl immer noch, warum sie in den meisten Spamfiltern hängen bleiben.

Royal Club akzeptiert eine große Auswahl bequemer Zahlungsmethoden, und das Eröffnen eines Kontos dauert nur wenige Minuten.

Glaube ich gerne – so lange man nichts von diesem „Konto“ zu richtigem Geld machen will…

Und wer glaubt, dass eine so konstante Abzockmasche auch auf andere Kontinuität hindeute, den muss ich enttäuschen…

Klicken Sie hier für weitere Informationen… http://www.hitstylegaming.net/de/

…denn dies ist allein im Dezember 2008 (ein ziemlich spamarmer Monat übrigens) die 102. (einhundertzweite) verschiedene Internet-Adresse dieser Abzocker und Betrüger.

Ich befürchte, die bleiben mir auch im neuen Jahr erhalten. Schade, dass sich so wenig durch den bloßen Wechsel der Jahreszahl verändert.

Ach ja: Guten Rutsch! ;-)

Königlich

Montag, 29. Dezember 2008

Nein, es geht diesmal nicht um die Spam eines Betrugscasinos, dass auch sich immer wieder einmal mit dem Präfix „Royal“ benennt, um seine Opfer zu verblenden.

Es geht um ein Produkt und seine Verpackung. Genauer gesagt, geht es um eine Küchenmaschine. Das ist so ein Gerät, in das sich alle möglichen Dinge hineinstecken lassen, um sie in Brei zu verwandeln. Natürlich sehen Werber das ein bisschen anders, wenn sie den Funktionsumfang auf der Verpackung anpreisen. Für Werber hat dieses Ding neun Funktionen auf einmal: „Entsaften, Mixen, Schnitzeln, Schlagen, Mahlen, Reiben, Crushen, Zerkleinern und Pürieren“ – wobei mir die Feinheiten zwischen Schnitzeln, Crushen und Zerkleinern nicht so völlig klar sind, was aber daran liegen mag, dass ich das Musterbeispiel eines Grobschmeckers bin.

Aber ein solcher Versuch, etwas durch manipulative Sprache noch ein bisschen toller erscheinen zu lassen, ist ja typisch für die Reklame. Und. Leider auch sehr wirksam.

Viel interessanter finde ich den Namen der Küchenmaschine, der natürlich ebenfalls auf der Packung aufgedruckt ist. Sie heißt „Mr. Magic“ und wirft allein darin schon die Frage auf, ob sie in ihrer Anwendung wohl genau so wirksam wie okkulte magische Bestrebungen sein wird. Das ist aber nicht der vollständige Name, denn unter dieser Bezeichnung findet sich in gelber, rotumrandeter Schrift noch das ergänzende Attribut „Royal“, so dass dieses ganze Ding „Mr. Magic Royal“ heißen soll.

Offen bleibt allerdings, ob es wohl auch eine nicht-königliche, „bürgerliche“ Form des gleichen Gerätes gibt, und wie diese wohl benannt werden würde – etwa als „Mr. Magic bourgeois“… :mrgreen:

Nichts für Langsame

Samstag, 27. Dezember 2008

Da bekam ich mal wieder eine Mail von Royal Magic VIP Jackpot Euro Kasino Privilege Casino mit den ständig wechselnden Adressen im Internet – dieses Mal nannte es sich „The First Kasino“, das ist auch mal wieder etwas Neues. Die Mail war gerade zwei Stunden alt. Und weil ich die aktuelle Entwicklung dieses Betruges recht interessant finde, wollte ich einmal einen Blick auf den inzwischen wohl etwas ausgefeilteren Stand des Web-Blendwerkes werfen und startete mein „Spamklicksystem“ in einer virtuellen Maschine. (Spammer dürfen bei mir bestenfalls in einem Sandkasten spielen.)

Der Text der Spam war übrigens erfreulich kurz und zeigte das deutliche Bemühen um eine sprachliche Präsentation, die wieder durch die Spamfilter kommt:

Absender: The First Kasino (gefälsche Mailadresse)
Betreff: 300 Euro Gratis in Blackjack, Roulette und Spielautomaten online spielen!

40 Blackjack-Tische, 8 Roulette-Tische und 180 Spielautomaten warten auf Sie, hier klicken:
http://www.viponlineplay.com/de

Vzieyaizu tuvbaquao giam kjumuanvf evpyziqa zeksegv

Gvs booewremp o duefxyke axusi ;) Jaihuxfaa uwaqyupt ofosedak ijexrmubr.

Wie gesagt, die Mail war erst zwei Stunden alt. Und was präsentierte mir der tolle Webserver, der unter der angegebenen Adresse auf dumme Klicks wartete? Eine ganz tolle Casino-Seite, die hier vollständig zitiert sein soll:

Forbidden

You don’t have permission to access /de/ on this server.

Wer von diesen kriminellen Spammern betrogen werden will, der muss eben schnell sein. Zwei Stunden nach dem Versand der Mails ist der photoshop-generierte Glanz des Beschisses schon wieder verflogen, und das „Casino“ hat seine Koffer gepackt, um mit neuer Spam und neuer Adresse nach neuen Opfern zu suchen.

Kurz und knapp

Samstag, 27. Dezember 2008

Sehr kurz, wenn auch etwas unverständlich, hat sich eine gewisse „Lena Cummings“, die auch noch meine Mailadresse als Absender für ihre Mail an mich verwendete, ausgedrückt, als sie die folgenden, höchst kompakten Zeilen verfasste:

Betreff: hi

d c

Aber vielleicht ist es gar nicht so verwunderlich, dass ich diese Mail nicht verstehe. Ich habe sie vor einigen Minuten, noch am 26. Dezember, erhalten – doch die Mail ist vom 28. Dezember, 16:28 Uhr. Vielleicht ist sie aus einem Paralleluniversum durch ein Zeitloch in mein virtuelles Postfach gefallen, und schon morgen bekomme ich genügend Kontext, um die kryptische Mitteilung deuten zu können. Vielleicht ist aber auch aus einem Paralleluniversum eine ganz schlechte Anleitung herausgeflogen, wie man ein Spamskript schreibt, und vielleicht ist dieses schäbige Handbuch in die Hände des Spammers gelangt. Schade nur, dass der Spammer durch den raumzeitlichen Riss nicht einfach in das Paralleluniversum gesogen wird, damit wir vor ihm Ruhe haben.

Allein die Einladung ist ein Privileg.

Freitag, 26. Dezember 2008

Bei so einem Betreff fühlt man sich doch gleich ein bisschen „privilegierter“, oder? Man gehört zu jenem auserwählten Kreis von einigen Millionen Empfängern einer Spam. Aber was verbirgt sich im Text einer derartigen Müllmail? Nur die Einsicht, dass das spammende Euro Super Royal Magic Club Jackpot Kasino VIP Casino sich diesmal nicht nur eine neue Internetadresse gesucht hat, sondern auch mal wieder einen neuen Namen ausgedacht hat; es nennt sich jetzt Privilege Casino.

Auch die Spam entspricht nicht so ganz den vertrauten Schemata – diesmal werden keine 300 oder 555 Prozent oder Euro Bonus oder 8onus oder B0nus angeboten, so dass sich dieser Müll sogar an meinen Filterregeln vorbeimogeln konnte.

Haben die etwa einen neuen Autor? Der sollte aber doch noch ein bisschen üben, denn diese Masche kann ja nicht der spammenden „Weisheit“ letzter Schluss sein:

Es ist immer eine Freude zu spielen.

Leider ist die Freude oft getrübt, wenn das „Casino“ mitsamt allen Zockangeboten und Einzahlungen mal wieder umgezogen ist – und das eingezahlte Geld zusammen mit den virtuellen Jetons ins Nichts verschwunden ist.

Es ist sogar schoener zu gewinnen.

Na, Umlautschmerzen? Wäre schon „schoener“, wenn da „schöner“ stünde, nicht wahr? Aber dieses „o“ mit den beiden Punkten darüber hat der mutmaßlich russische Autor (erkennbar an der Codepage, die in der Spam verwendet wurde) nicht auf seiner Tastatur gefunden. Schade, aber durchaus vertraut. Dass man in einer HTML-Mail auch einfach „ö“ verwenden könnte, ist dem neuen Autor offenbar noch nicht vertraut.

Ach ja, eventuelle „schoene“ Gewinne verschwinden mit dem ganzen Casino, so dass auf das „schoene Gefuehl“ schnell eine gewisse Ernüchterung folgt, die von der Einsicht begleitet wird, dass man um sein sauer verdientes Geld betrogen wurde. Und da man dabei selbst an einem in der BRD illegalen Glücksspiel teilnehmen wollte, kommt man nur als echter Döskopp auf die saudumme Idee, einfach eine Anzeige zu erstatten – denn die Spammer kriegen die Strafverfolger nie, aber ihre ebenfalls straffällig gewordenen Opfer. Schon ein Jammer, wenn man auf die „schoenen“ Gewinne reingefallen ist. :mrgreen:

Alle weiteren Fragen zu Angeboten aus einer Spam und zum Thema des illegalen Glücksspieles beantwortet ihnen die nächste Polizeidienststelle.

Aber eingeladen zu werden, ist ein Privileg fuer sich selbst.

Vor allem, wenn man so „persönlich“ eingeladen wurde. Da kommt doch echte Freude auf!

Kommen Sie vorbei und spielen Sie beim Privilege Casino.

http://www.netonegambling.com/de/

Klar, Links in einer Spam sind immer ganz toll. Da kriegt man die ganz aktuelle Software, mit der man den Spammern den eigenen Computer zur Verfügung stellt. Wer würde da nicht vorbei kommen wollen?

Szotyeo tamzyy :)

Lgyxyjcil!

Utgyc vuuqcfxqe iqzypooqy jyeeas ysykiwiu gyhucnkm Luoeykhaw saaljyp rbuq khfivyaoh gyrpyagrn

Ja, ist ja schon gut, du Ghewllrcy!

Wer überhaupt nicht widerstehen konnte und auf den Link in der Spam geklickt hat, der sieht auch gleich die neuesten „Innovationen“ der Casino-Spammer – dargestellt in einem HTML-Frame, der bereits auf die kommende Website des „Casinos“ verweist. Der Reigen der technischen Neuerungen beginnt mit einem schnuckeligen Flash-Schnipselchen, dass unentwegt einen Jackpot hochzählt:

Progresive Jackpot – $46000 und ein paar Zerquetschte

Dieser Jackpot ist sogar so gewaltig, dass er den kleinen Rahmen um die Anzeige sprengt. Immerhin, so lenkt er davon ab, dass „Progresive“ eigentlich „Progressive“ geschrieben würde. Aber wer spricht schon englisch? Die Leute, die hier ihr Streben nach grafischer Exzellenz mit legasthenischen Stümpereien verbanden, jedenfalls nicht. :mrgreen:

Beim Disassemblieren des Bytecodes dieses Flash-Teiles zeigte sich übrigens sehr schnell, dass das ganze Ding gut wiederverwendbar ist, es wird also demnächst immer wieder einmal eingesetzt werden. Die Zahl wird einfach nur regelmäßig inkrementiert, aber die Darstellung kann man in der verwendeten Schriftart, im Währungssymbol, in der Größe und in den Farben beliebig anpassen. Fragt sich eigentlich nur, warum diese Deppen das nicht so taten, dass der an die Gier appellierende, sinnlose Zähler in das vorgesehene Feld passte – und auch das Rot ist keine so gute Wahl, da es im rot-güldenen Farbschema der Website einfach untergeht. Ein leicht grelles Grün wäre besser gewesen, um die Aufmerksamkeit zu lenken. Na ja, es handelt sich ja auch um das Werk von kriminellen Spammern, da sollte ich die Ansprüche lieber etwas herunterschrauben. Zumal der Code zur Formatierung der Zahlen in Dreiergruppen wirklich krass ist, so etwas kann nur ein blutiger Anfänger gemacht haben. Ebenfalls etwas anfängerhaft in diesem Code ists auch, dass die Trennzeichen nicht anpassbar gemacht wurden, so dass im Gegensatz zur üblichen Formatierung in Deutschland Kommata die Tausender trennen, während die Dezimalstellen nach einem Punkt kommen. Solcher Kleinkram wird in kommenden Versionen bestimmt noch ein bisschen besser gemacht.

Nicht nur das, auch das deutsche Sprachgefühl wird auf eine harte Probe gestellt…

300% Willkommensbonus downloaden

…wenn man seinen Willkommens Bonus (ohne Bindestrich) runterladen soll. Der neue Texter muss doch noch ein bisschen an seinem Blendwerke arbeiten. Na, was Wunder, denn…

Das Angebot dieser Website wird von Euro VIP Casino zur Verfügung gestellt.

…vom „Euro VIP Casino“ erwartet der erfahrene Spamgenießer auch nichts anderes. Die haben schon ganz anderes Gestrokel auf ihre potenziellen Opfer losgelassen.

Warnung: Das Klicken auf einen Link in einer Spam ist niemals zu empfehlen. Wer es tut, sollte ein besonders gesichertes System haben, wobei ein Virenscanner und eine Firewall nicht ausreichend sind. Wer nicht weiß, wie man an ein besonders gesichertes System kommt, sollte gar nicht erst darüber nachdenken. :!:

Royal Club Gestrokel

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Na, das ist ja wirklich nichts Neues oder Unvertrautes, was da spät am 24. Dezember in mein Postfach gegöbelt wurde:

Betreff: Royal Club Casino, wo jedes neue Mitglied 555 Euro umsonst bekommt!

Sichern Sie sich einen KOSTENLOSEN Bonus im Wert von 555 € bei Royal Club Casino

Royal Club Casino ist bekannt für seine exzellente Spieleauswahl und für den professionellen Kundenservice und erdient daher seinen Ruf als führendes Onlinekasino. Der Royal Club gehört zum großen Playtech-Kasinonetzwerk und bietet die größten fortlaufenden Jackpots (im Wert von mehreren Millionen!) und die großzügigsten Sonderaktionen, einschließlich der tollen 555€-Willkommensbonusserie:

Erste Einzahlung: 300% bis zu 300 €
Zweite Einzahlung: 100% bis zu 100 €
Dritte Einzahlung: 155% bis zu 155 €

Der Anmeldevorgang ist sehr einfach und nimmt nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch.
Klicken Sie hier, um noch heute Mitglied zu werden und mit dem Geld vom Royal Club zu spielen!!

Dieser Text enthält auch die üblichen Schwächen. Und mal wieder eine neue Adresse für das tolle „Casino“, das alle paar Stunden seine Internet-Adresse wechseln muss. Aber am besten finde ich immer noch den Namen des (gefälschten) Absenders, der heißt nämlich %LNAME %FNAME – so entwickelt hoffentlich jeder das angemessene Vertrauen gegenüber diesen Verbrechern. :mrgreen: