Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Sehr geehrte Damen und Herren“

N41-

Samstag, 7. März 2026

Oh, den kryptischen Betreff habe ich aber schon einmal gesehen. Ob ich heute wieder grundlos 3,2 Megaeuro von der Weikert Dietmar Stiftung geschenkt bekomme, weil ich so eine schöne Mailadresse habe? Oder ist es jemand anders?

Von: Mrs. Olena Zelenska <drsersli.sandor@t-online.hu>
Antwort an: OlenaZelenska05@hotmail.com
An: me@gmail.com

Das geht ja genau an meine Mailadresse! 🤭️

Mehr muss man übrigens nicht sehen, um so einen Müll zu löschen. Eine Mail, die wirklich für mich wäre, ginge an meine richtige Mailadresse und nicht an so eine Bullshit-Adresse. Aber schön, dass man gleich sieht, wie dumm die Trickbetrüger gern ihre „Zielgruppe“ haben möchten. 🎯️

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ja, eines von beiden bin ich.

ich kontaktiere Sie aufgrund meines persönlichen Interesses an einer geschäftlichen Zusammenarbeit mit Ihnen in Ihrem Land oder Ihrem Unternehmen, von der wir meiner Ansicht nach für beide Seiten profitieren könnten.

Tut mir leid, ich kann nicht mit einem Unternehmen dienen. Und mit einem „Land“ auch nicht. Jedenfalls nicht mit meinem.

Bitte antworten Sie mir umgehend, um weitere Details zu erhalten.

Schade, dass das Mailpapier wieder so knapp war. Ich hätte doch so gern gelesen, wie viele Milliönchen ich diesmal grundlos geschenkt bekomme.

Mit freundlichen Grüßen, Olena Zelenska

Entf! 🗑️

Attraktive Insolvenzposten – bis zu 75 % unter Verkehrswert (Stand März 2026)

Montag, 2. März 2026

Von: Sumelka Rechtsanwälte <info@sumelka-rae.net>

Mein Exemplar dieser Spam wurde über eine IP-Adresse aus Japan versendet. Ich hoffe mal, das der Dienstleister Vorkasse genommen hat, denn er wird kein weiteres Geld für seinen Aufwand mehr sehen.

Natürlich soll hier ein Betrug eingeleitet werden. Das sieht man ja schon an der Spam, die auf jeder nur denkbaren Mailadresse ankommt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ja, eines von beidem bin ich. 👍️

in mehreren laufenden Insolvenzverfahren bieten wir Ihnen aktuell hochwertige Warenposten aus der freihändigen Verwertung (§ 159 InsO) an – und das zu Preisen, die deutlich unter dem üblichen Marktwert liegen. Die Verkäufe stehen selbstverständlich unter der Aufsicht des jeweils zuständigen Insolvenzgerichts.

Unser aktuelles Angebot (Stand März 2026) ist ausgesprochen vielseitig: Von moderner IT- und Bürotechnik über umfangreiches Logistik-Equipment, hochwertige Betriebs- und Geschäftsausstattung, leistungsstarke Maschinen und Produktionsanlagen bis hin zu Fahrzeugen, Gabelstaplern, Baumaschinen, Baumaterialien, Textil- und Mode-Restposten sowie großen Haushaltsgeräten und Einrichtungsgegenständen ist wirklich für fast jeden Bedarf etwas Spannendes dabei.

Das Besondere: Die angebotenen Preise liegen in der Regel 50–75 % unter dem Verkehrswert. Gleichzeitig bleiben Sie maximal flexibel – es gibt keinerlei Abnahmeverpflichtung für das Gesamtpaket. Ob Sie nur einzelne Highlights, ausgewählte Lose oder gleich ein ganzes Paket übernehmen möchten, bestimmen allein Sie – ganz nach Ihrem aktuellen Bedarf und verfügbaren Platz.

Für Lieferungen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz gilt ein fairer Mindestbestellwert von 2.500 € netto (zzgl. MwSt.). Bei kleineren Mengen berechnen wir lediglich einen transparenten, vorher klar kommunizierten Pauschalbeitrag für Transport und Abwicklung.

Die komplette aktuelle Bestandsübersicht mit detaillierten Beschreibungen, Fotos, technischen Daten und den jeweiligen Preisen finden Sie direkt im Anhang dieser E-Mail. Da sich der Bestand durch laufende Verkäufe sehr schnell ändert, lohnt sich eine rasche Rückmeldung in jedem Fall.

Gerne senden wir Ihnen auf Wunsch weitere Ansichten, detaillierte Zustandsprotokolle, Fahrgestelldaten oder ein individuelles, selbstverständlich unverbindliches Angebot zu. Schreiben Sie uns einfach eine kurze Nachricht oder rufen Sie direkt durch – wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße aus Düsseldorf

Thomas Berger
Rechtsanwaltsassistent

Sumelka Rechtsanwälte
vertreten durch Geschäftsführer: RA Hans Georg Sumelka
Königsallee 92a
40212 Düsseldorf

Telefon: +49 (0) 211 8608████

Datenschutzhinweis (Art. 13 DSGVO):
Wir verarbeiten Ihre Daten bei diesem Erstkontakt per E-Mail auf Basis berechtigten Interesses (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), Einwilligung, Vertragsanbahnung oder einer anderen passenden Rechtsgrundlage. Die Speicherung endet, sobald der Zweck entfällt bzw. Sie uns dazu auffordern – außer es stehen gesetzliche Aufbewahrungspflichten entgegen. Ihnen stehen selbstverständlich die Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Widerspruch und Datenübertragbarkeit zu. Bei Beschwerden wenden Sie sich gerne an die zuständige Aufsichtsbehörde. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung auf unserer Website.

So so, „Datenschutzerklärung auf unserer Website“. Welche Website denn? 😁️

Ein echter Rechtsanwalt würde natürlich nicht spammen. Dafür gibt es auch keine „passende Rechtsgrundlage“. So etwas ist klar illegal. Wer mir das nicht glauben mag, weil ich nur ein dahergelaufener Blogger im geduldigen Internet bin, kann ja mal auf der nächsten Polizeidienststelle fragen.

Aber bitte auf gar keinen Fall darauf reinfallen, das sind Betrüger. Das angehängte 17seitige PDF…

$ pdfinfo Sumelka\ März\ 2026.pdf 
Author:          Un-named
Creator:         Microsoft® Word für Microsoft 365
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$ _

…von Un-named mit dem Producer „iLovePDF“ enthält lauter Produkte, für die man bezahlen kann. Das Geld hat hinterher eine Betrügerbande. Man bekommt nichts dafür.

Löschen, und gut ist.

Barclays : Falls Sie mein Update nicht durchführen, wird Ihr Zugang gesperrt.

Montag, 23. Februar 2026

Achtung! Es wird jetzt sehr blöd.

Selten nur habe ich so einen unterzeugenden und dumm formulierten Phishingversuch wie diesen gesehen:

Der Countdown läuft:
Wir werden zu easybank – Ihre App aktualisiert sich automatisch

Sehr geehrte Damen und Herren,
ab dem 25. Februar 2026 haben sich die Anmeldedaten für Ihren Kundenbereich geändert, um Ihnen mehr Sicherheit und eine optimierte Benutzererfahrung zu bieten.

Mein Kundenbereich öffnen

Falls Sie mein Update nicht durchführen, wird Ihr Zugang gesperrt.

😅️

Schön, dass übermorgen in der Vergangenheit liegt.

😂️

Alles aktualisiert sich automatisch. Klick und mach mein Update!

🤣️

Bei manchen Leuten kann man die Frage, ob sie ein Gehirn haben, wohl nur in der Metzgerei beantworten.

petroleum terminal in s-Gravenhage, Netherlands.

Dienstag, 10. Februar 2026

Ich glaube mal, dafür bin ich die falsche Zielgruppe. Wer schreibt mir denn hier?

Von: Glen Doy <glendoy42@gmail.com>
An: undisclosed-recipients:;

Ich habe jetzt schon keine weiteren Fragen mehr. Wenn etwas aussieht wie Scheiße, sich wie Scheiße anfühlt und wie Scheiße stinkt, kann man sich den Geschmackstest sparen.

Dear sir/madam,

We Berg Beton Logistic B.V., are pleased to inform you that we offer tank storage and
logistics services at various strategic locations, Rotterdam, Fujairah and Jurong Terminal Port.

As one of the largest liquid bulk tank storage companies in
Rotterdam, we provide comprehensive logistics services in
Rotterdam commercial ports. Our expertise deals in storing and
transporting oil and gas petroleum products for our valued
Clients at the mentioned ports with a discount price.

For inquiries or to make storage bookings, please do not hesitate
to contact us via email.

Office Addresses : Stuyvesantstraat 10 ’s-Gravenhage, 2593GM Netherlands.

Nein, ich brauche gerade keinen Öltank am Hafen. Ihr Spammer denkt euch wohl auch: „Wenn wir ein paar Millionen Schüsse raushauen, dann werden vielleicht zehn auch irgendwo ankommen, wo jemand darauf reinfallen könnte“. Und ihr kommt euch dabei sicher ganz raffiniert und schlau vor.

whatsapp number: +31 970 050 3████
Email : info@bergbetonlogistic.com
logistics@bergbetonlogistic.com
Company Name: Berg Beton Logistic B.V.
CEO : Aris Jesse.

Wie, die Antwort doch nicht über GMail, sondern schön über…

$ host bergbetonlogistic.com
bergbetonlogistic.com has address 31.31.196.75
bergbetonlogistic.com has IPv6 address 2a00:f940:2:2:1:1:0:39
bergbetonlogistic.com mail is handled by 10 mx1.hosting.reg.ru.
bergbetonlogistic.com mail is handled by 20 mx2.hosting.reg.ru.
$ _

…russische Server? Warum verwendet ihr die nicht als Absender für euren Massenmüll aus der Hirnhölle? Ach, ihr wollt damit nicht so schnell auf die Blacklists kommen, ich verstehe.

Ich habe zwar kein WanzApp von der kriminellen und verurteilen Spam- und Schadsoftwareklitsche „Meta“ formerly known as Facebook, aber für so etwas wie diesen E-Müll habe ich immer genug Speicher, und zwar in /dev/null. Da wird es nie voll. So schade, dass man aus dummer Spam keine Energie gewinnen kann. Es würde so viele Probleme lösen.

Ohne Betreff

Sonntag, 18. Januar 2026

Oh, wie ist das bei mir durch die Spamfilterung geflutscht?

Von: Gerling Corporation <resume@team.globus-ltd.com>
Antwort an: Gerling Corporation <gerlinginitiative@gmail.com>

Qualitätsheader! Alle weitere Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei GMail von Google laufen, dem dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers.

Zum Ausgleich steht meine Mailadresse nicht als Empfänger drin, so dass ich sofort weiß, dass es sich um Massenware handelt, die gleichlautend an hunderttausende Empfänger geht. Oder an noch mehr.

Das ist schon alles, was man sehen muss, um den Müll zu löschen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit soll ein Vorschussbetrug eingeleitet werden, und dafür gibt es beinahe immer ein paar Milliönchen geschenkt, geerbt oder gewonnen. Natürlich existiert das Geld gar nicht. Aber wer darauf reinfällt, darf eine Vorleistung nach der anderen bezahlen, beginnend mit relativ kleinen Beträgen im Bereich von hundert bis zweihundert Euro. Viele Menschen wollen das Geld nicht abschreiben und schmeißen immer mehr hinterher. Davon machen sich die Betrüger dann ein schönes Leben ohne diese anstrengende Arbeit.

Natürlich ist so eine Mail nicht digital signiert und kann deshalb von jedem Menschen mit einem Internetzugang kommen. Sie ist auch nicht verschlüsselt, sondern wird offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert. Auf ihrem Transportweg kann sie nicht nur gelesen, sondern wegen des Verzichts auf digitale Signatur sogar beliebig verändert werden, ohne dass der Empfänger eine Möglichkeit hätte, diese Manipulation zu bemerken. Ich merke das nur an, weil es in solchen E-Mails immer angeblich um sehr viel Geld geht. Jeder fände es überraschend, so eine Mitteilung auf einer Postkarte im Briefkasten zu haben. Weil das ja jeder auf dem Weg lesen könnte. Genau das ist so eine Mail. Nur, dass man den Text noch einfacher verändern kann als auf einer Postkarte.

Eine alte Karikatur, die den auf einem Esel reitenden Tod zeigt, der dem Esel mit einer Angelleine eine Karotte vor Augen hält, damit er weiter geht. Der Esel rennt gierig auf den Abgrund zu.
Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain

Die Verbrecher in diesen Betrügerbanden sind sehr geübt darin, ihre Opfer am Telefon zu bequatschen, ihnen allerlei absurde Dramen vorzuspielen, und ihnen dabei immer wieder die bereitliegenden Millionen vor Augen zu stellen, bis sie das Gehirn auslöffeln können. Dazu kommt allerdings auch eine dumme und sehr leichtgläubige Gier beim Opfer, die bei der Vorstellung von Geld den gesamten kritischen Verstand abwirft. Es haben sich schon Menschen verschuldet und sind sechsstellige Beträge bei solchen Nummern losgeworden, bis der Kontakt plötzlich abbrach, weil für die Betrüger inzwischen jemanden anders hatten, dem sie das Geld wieder einfacher „rausleiern“ konnten. Ja, die „behandeln“ regelmäßig zwanzig bis dreißig Opfer auf einmal. Nein, sie haben nicht gern viel Arbeit dabei.

Wer mir das nicht glauben möchte, weil ich ein dahergelaufener Blogger bin, der gar vieles in diesem geduldigen Internet behaupten kann: Gut so! Einfach mal die Mails ausdrucken¹ und auf der nächsten Polizeidienststelle fragen! Die kennen das schon zur Genüge. Aber bitte auf gar keinen Fall (weiter) darauf reinfallen! Jeder Mensch kann etwas besseres mit seinem Geld anfangen, als diesem Geschmeiß den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Absender weiß nicht einmal, wie ich heiße. Und er weiß auch nicht, ob ich Männlein oder Weiblein bin.

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie für eine Förderung in Höhe von €7.500.000 in die engere Auswahl aufgenommen wurden. Diese Initiative wurde von einem deutschen Philanthropen ins Leben gerufen, um Unternehmer, Projekte, Einzelpersonen und Unternehmen bei ihrer persönlichen und geschäftlichen Entwicklung zu unterstützen.

Das ist aber nett, dass er mir trotzdem grundlos 7,5 Megaeuro in die Hand drücken will, um mich in meiner persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Vermutlich, weil ich so eine schöne Mailadresse habe. Denn etwas anderes kennt er ja nicht von mir.

Endlich kann ich mal wieder so richtig durchkaufen! 🛒️

Das ist ja so wichtig für meine persönliche Entwicklung. 👍️

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Förderer unter folgender E-Mail-Adresse: gerlinginitiative@gmail.com

Nicht an die Absenderadresse antworten, wie man das bei jeder Mail eines denkenden und fühlenden Menschen machen würde! Sonst kommt die Antwort doch gar nicht bei den Spammern und Betrügern an. Aber trotzdem ganz feste daran glauben, dass die Geschichte mit den grundlos verschenkten 7,5 Megaeuro stimmt!

(Wenn eh schon eine Antwortadresse im Mailheader steht und der Empfänger einfach wie gewohnt nur auf „Antworten“ klicken muss, um die Antwort an die gewünschte Mailadresse bei GMail zu senden, ist es übrigens unglaublich dumm, noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Antwort nicht an die Absenderadresse gehen soll und damit eine eventuell schlummernde Skepsis aufzuwecken. Aber vermutich ist das eine Art Intelligenztest. Denn diese Betrüger möchten gern dumme Opfer haben. Diese leisten weniger intellektuellen Widerstand, wenn sie wie eine Weihnachtsgans ausgenommen werden.)

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Cornelia
Sekretärin
Rolf Gerling Corporation

Die „Rolf Gerling Corporation“. Da, wo die Sekretärin Cornelia (oder Lutz) die Milliönchen an Unbekannte verschenkt! Auf Postkarten. 😂️

Entf! 🗑️

¹Ich glaube nicht, dass auf jeder Polizeiwache ein Rechner herumsteht, in dem die Beamten einfach einen USB-Stick reinstecken könnten, um sich Dokumente anzuschauen – und ich glaube noch weniger, dass sie das Risiko eingehen würden, ihre Arbeitsrechner mit Schadsoftware zu infizieren. Deshalb besser ein Ausdruck.

🔒 WICHTIG: Verpflichtende Stammdaten-Aktualisierung – Frist 14 Tage (§ 10 GwG)

Sonntag, 16. November 2025

⚠️ Achtung: Diese E-Mail kommt nicht von der Deutschen Bank. Sie ist eine Spam zur Einleitung eines Trickbetrugs. Nicht in die Mail klicken! ⚠️

Oh, toll, mit Paragraph schon im Betreff. Und mit Emoji. Eine Kombination für die Götter und die Spötter! 😅️

Wer schreibt mir denn so schön?

Von: Deutsche-Bank <secure@deutsche-bank.de>

Aber ich habe doch gar kein Konto bei der Deutschen Zang mit ihrem Leih-Stunk, der Leiden schafft. Ein Blick in den Mailheader zeigt mir erwartungsgemäß, dass die Mail über eine IP-Adresse aus Frankreich versendet wurde und auf ihrem Weg durchs wilde Internet keinen Server der Deutschen Bank auch nur von weitem gesehen hat. Die Absenderadresse ist natürlich eine Fälschung. Da die Deutsche Bank lobenswerterweise DKIM und SPF verwendet und der Spammer weder über eine IP-Adresse der Deutschen Bank senden konnte und noch über den geheimen DKIM-Signaturschlüssel verfügt, sollte diese Spam eigentlich überall aussortiert werden. Wenn nicht, sollte man vielleicht mal dem Mailprovider einen Hinweis auf bestehende Internetstandards geben.

Deutsche Bank

Ja, ist schon klar! Und ich bin übrigens Papst. Gestern habe ich das elfte Gebot unter den Trümmern meiner Religion gefunden. Es lautet: Du sollst immer Freude am Sex haben, denn es ist die beidarmige Gestalt der Liebe. Glaubt mir einfach, und ihr hüpft in den Himmel!

Deutsche Bank AG | Taunusanlage 12 | 60325 Frankfurt am Main | Deutschland

Das ist doch immer gut und so richtig voll sinnvoll, wenn in einer E-Mail schon lange vor dem eigentlichen Inhalt erst einmal die Postanschrift des Absenders steht. So für den Fall, dass man die Mail ausdrucken und als Sackpost zurücksenden möchte.

Normale Unternehmen haben ihr Impressum unten, weil sie in den meisten Fällen etwas wichtigeres mitzuteilen haben.

Betreff: Verpflichtende Aktualisierung Ihrer Stammdaten gemäß § 10 GwG – Frist: 14 Kalendertage

Oh, auch ohne Emoji? Aber der Betreff steht doch schon im Betreff der E-Mail. Vermutlich hat ein Absender, dem die Deutschkenntnisse etwas zu oberflächlich und hastig verabreicht wurden, ein angelerntes neuronales Netzwerk (von Journalisten, Politikern und anderen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „Künstliche Intelligenz“ benannt) darum gebeten, einen Brief zu formulieren. Und den verwendet er jetzt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Genau mein Name!

hiermit fordern wir Sie in unserer Funktion als verantwortliche Stelle gemäß Art. 5 EU-GwV auf, unverzüglich die Aktualisierung Ihrer Identitäts- und Legitimationsdaten durchzuführen.

Aber man hat der echten Deutschen Bank doch ein amtliches Ausweisdokument vorgelegt, um ein Konto zu eröffnen – und Vertragsbedingungen zugestimmt, dass man Änderungen an seinem persönlichen Kram – Hochzeit, Umzug, Geschlechtseintrag, Tod – so zeitnah wie nur möglich meldet. Das reicht als Sorgfaltspflicht. Da müsste die Deutsche Zang nicht auch noch eine E-Mail an „Sehr geehrte Damen und Herren“ senden, dass sie den ganzen Kram noch einmal mitteilen, obwohl die Deutsche Zang das alles schon kennt.

Ich will mal hoffen, dass die echte Deutsche Bank einen besseren und geringfügig menschlicheren Ton gegenüber ihren Kunden anschlägt, wenn sie auch mal etwas von ihnen will.

Pflicht zur unverzüglichen Aktualisierung

Gemäß § 10 GwG i.V.m. Art. 14 Abs. 5 EU-Geldwäscheverordnung (EU) 2015/849 sowie den aktuellen BaFin-Leitlinien sind Sie verpflichtet, innerhalb von 14 Kalendertagen nach Erhalt dieses Schreibens die vollständige Aktualisierung vorzunehmen.

Ärgerlicherweise für den Spammer kann man in einer E-Mail keine Frist setzen. Oder genauer: Man kann es schon, aber das ist dann möglicherweise wirkungslos. E-Mails sind in der BRD nur sehr bedingt rechtlich verbindlich. Die Einzelheiten sind kompliziert und ein bisschen schwierig zu überschauen, aber das ist im Neuland-Staat BRD, bei dem einige gesetzliche Regelungen für Internetdinge aus dem Jahr 1976 [!] kommen, nicht weiter überraschend. Deshalb würde man so eine gebieterische Aufforderung im Moment mit der Sackpost erhalten. Die kommt zwar auch immer häufiger nicht mehr beim vorgesehenen Empfänger an, aber als die gesetzlichen Grundlagen geschaffen und in grundlegenden Urteilen ausgelegt wurden, war die Post noch die größte Bundesbehörde der BRD (sogar mit eigener Dienstflagge) und nicht privatisiert – und vor allem: Sie hat noch funktioniert. Vordigital und mit ganz viel teurer Handarbeit von gutbezahlten Frühaufstehern. Heute hat die Bananenpost teures Porto und funktioniert nicht mehr, aber der Rechtsapparat ist träge und betrachtet immer noch die Zustände der Vergangenheit als relevant.

Na, was will der Phisher von mir?

Erforderliche Dokumente

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis (beidseitig, farbig)
  • Aktueller Adressnachweis (nicht älter als 3 Monate)
  • Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID)
  • Bei juristischen Personen: Handelsregisterauszug (≤ 3 Monate)

Der Phisher will von mir nicht nur den Zugang zur Fernkontoführung der Deutschen Bank, sondern auch genug persönliche Daten für eine betrügerischen Identitätsmissbrauch.

Sichere Aktualisierung – Direkter Zugang

Nutzen Sie ausschließlich folgenden authentifizierten Zugang:

ZUR SICHEREN AKTUALISIERUNG

Wer da klickt, hat verloren.

Natürlich führt der Link nicht zur Website der Deutschen Bank, sondern zu einer Website in einer Domain…

$ surbl manor.simnate.info
manor.simnate.info	LISTED: ABUSE
$ _

…die bereits wegen Spam, Spam und noch mehr Spam auf allen Blacklists dieser Welt steht. Dort gibt es dann eine höchst kompliziert gecodete, sehr javascriptlastige Weiterleitungskette, die bei mir den Verdacht erweckt, das man sich auch Schadsoftware einfangen könnte, wenn Webbrowser oder Betrübssystem anfällig sind (niemand würde sonst derartig kryptisch coden). Am Ende der Weiterleitungskette ist man auf einer Website, die so aussieht:

Screenshot der betrügerischen Phishing-Website für Kunden der Deutschen Bank

Alles, was man dort eingibt, geht direkt an Kriminelle. Schon kurz, nachdem man sich „angemeldet“ hat und seine PIN eingegeben hat, wird ein „Bankmitarbeiter“ anrufen und um die Bestätigung einer Transaktion bitten, „um die Identifikation sicherzustellen“ oder aus ähnlichen Bullshit-Gründen. Danach ist das Konto bis an den äußersten Rand des Überziehungsrahmens futschikato leergefegt. Alle weiteren Daten, die man den Trickbetrügern gibt, werden für Betrugsgeschäfte aller Art benutzt, und das frisch übernommene Konto natürlich auch. Man hat eine Menge Geld verloren und nachhaltigen, jahrelangen Ärger mit Polizeien, Staatsanwälten, Inkassoklitschen, Anwälten, Auskunfteien und Untersuchungsrichtern, weil man auf einen Trickbetrüger reingefallen ist. Die Kosten, die einem dabei entstehen, bekommt man nicht ersetzt.

Zum Glück für uns alle gibt es einen hundertprozentig wirksamen Schutz gegen Phishing, die immer noch häufigste Form des Trickbetruges: Niemals in eine E-Mail klicken!

Stattdessen für jede häufiger besuchte und für Kriminelle interessante Website (Bank, Zahlungsdienstleister, Einkauf, Auktionsplattform, Social Media und ähnliches), bei der man ein Benutzerkonto hat, ein Lesezeichen im Webbrowser anlegen und diese Seite nur noch über dieses Lesezeichen aufrufen. Das geht auch schnell, einfach und mausklick, aber kein Verbrecher kann einem dann noch so leicht einen giftigen Link unterschieben.

Wenn man eine Mail wie diese empfängt und sich doch einmal unsicher ist (trotz des Emoji im Betreff), einfach die Website der Bank über das Lesezeichen aufrufen und sich dort wie gewohnt anmelden. Wenn man nach seiner Anmeldung keinen Hinweis auf das angebliche Problem sieht, hat man einen dieser gefürchteten Cyberangriffe abgewehrt. So einfach geht das. Macht das! 🛡️

Der Link führt in das TLS 1.3-verschlüsselte KYC-Portal mit 2FA. Weiterleitung an Dritte ist unzulässig.

Die Weiterleitung eines Links ist unzulässig? Weil… ähm… das in einer E-Mail steht, die offen wie eine Postkarte durch das Internet transportiert wurde und auf dem gesamten Weg von jedem beteiligten Server gelesen werden konnte. Ja ja, komm schon, Spammer, nimm wieder deine Medikamente! 🤡️

Rechtsfolgen bei Unterlassung:
✓ Ab Tag 15: Automatische Kontosperrung
✓ Ab Tag 30: Zwangsauflösung der Geschäftsbeziehung (§ 11 Abs. 3 GwG)
✓ Meldung an FIU Deutschland und BaFin

Wir bitten um sofortige Beachtung. Diese Maßnahme dient dem Schutz Ihrer Vermögenswerte und der Erfüllung gesetzlicher Sorgfaltspflichten.

Schon klar, es „schützt die Vermögenswerte“, wenn man in eine Mail klickt. Es fördert übrigens auch die Gesundheit, wenn man Zyankali nascht. 💀️

Dr. jur. Maximilian von Hohenberg
Head of Compliance & AML
Deutsche Bank AG
Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main
maximilian.hohenb███@db.com | +49 69 910-███27
Deutsche Bank AG | Taunusanlage 12 | 60325 Frankfurt am Main | Germany | Tel: +49 69 ███-00 | info@db.com | www.db.com

Die Telefonnummern und Mailadressen habe ich ein bisschen unkenntlich gemacht, denn man weiß ja nie bei einer Spam. Aber das sieht nach einem ganz normalen Mailimpressum aus, das vermutlich aus einer echten E-Mail der Deutschen Bank kopiert wurde.

Einfach löschen, den Müll, und gut! 🗑️

Aktualisiere deine persönlichen Daten für mehr Sicherheit.

Montag, 27. Oktober 2025

⚠️ Phishing-Alarm! ⚠️

Von: ADAC <datenschutz@adac.de>
An: ADAC | Online <datenschutz@adac.de>

Da stehe ich ja gar nicht als Empfänger drin. Die schreiben einfach an sich selbst. 🤭️

Die Mail wurde übrigens über eine IP-Adresse aus Island versendet. Sie kommt nicht vom ADAC. Deshalb kommt sie auch bei Menschen wie mir an, die kein Mitglied des ADAC sind, nicht autofahren und noch nicht einmal einen Führerschein haben. Dieser Müll geht an alle möglichen Mailadressen:

ADAC – Kundendienst

🔔 Dringende Sicherheitsüberprüfung – Bitte reagieren Sie umgehend!

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer routinemäßigen Überprüfung Ihrer Kontoinformationen wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Um Ihr Benutzerkonto vor möglichen Risiken zu schützen und dessen volle Funktionalität zu gewährleisten, bitten wir Sie, Ihre Angaben zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Zur schnellen Bestätigung Ihrer Daten klicken Sie bitte auf den nachstehenden Link und folgen Sie den angezeigten Schritten:

Daten jetzt überprüfen

Der Link geht natürlich auch nicht zum ADAC. Wer da klickt, besucht die Website von kriminellen Spammern.

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr entgegengebrachtes Vertrauen.

Vielen Dank für den pseudohöflichen Dank für nichts an die sehr geehrten Damen und Herren.

Batteriegesetz Widerrufsbelehrung Datenschutz AGB Impressum

Auf ein im deutschen Rechtsraum für gewerbliche E-Mail obligatorisches E-Mail-Impressum wurde hingegen verzichtet. Ein kaputter Link – alle fünf Links führen nicht ins Web – ist kein Ersatz für die erforderlichen Angaben. Es wäre nicht einmal ein Ersatz, wenn der Link auf ein Impressum in einer Website führte. Der ADAC würde sicherlich die Gesetze der BRD einhalten.

Bitte nicht darauf reinfallen und einfach löschen!

Porsche Spätsommer Katalog – Exklusive Sonderkonditionen

Sonntag, 24. August 2025

Der eine hat den forschen Pimmel, der andere den Porschefimmel. Natürlich habe ich – ich habe nicht einmal einen Führerschein gemacht und von daher wirklich keinen Bedarf an einem Auto – solche Spams niemals irgendwo bestellt.

Von: Porsche Sales & Marketplace GmbH <info@porsche-salesteam.info>
Antwort an: info@porsche-salesteam.de

Mit diesem Absender hatte ich es in meinem gesamten bisherigen Leben definitiv niemals zu tun. Es handelt sich um eine unverlangt zugestellte Massenmail. Oder, um das im Internetkontext übliche Wort für diese illegale und asoziale Internetnutzung zu verwenden: Um Spam. Diese Spam wurde übrigens über eine IP-Adresse von Amazon versendet, einer Unternehmung, bei der ich nicht nur niemals Kunde war, sondern deren mir von anderen Menschen berichteten geschäftlichen Machenschaften ich persönlich so sehr verachte, dass ich dort auch niemals Kunde sein werde.

PERFORMANCE MIT PROVENIENZ

Was bitte? Haben die so ein dummes Geschwall nötig, um ihre übermotorisierten Blechkutschen für angehende beste Freunde des Tankwarts zu verkaufen? Das ist ja Stupidität mit Exklamation! 🤭️

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ja, eines von beidem bin ich tatsächlich. Man sieht, dass das Absender auch nicht so genau weiß, wie ich heiße und wer ich bin. Ich bin mir sicher, dass ein echter Porsche-Händler seine Kunden persönlich ansprechen würde.

Und nach dieser Offenbarung der spammigen „Leistung mit Herkunft“ kommt eine unappetitlich große Portion der Faszination Reklameblah aus der lodernden Hirnhölle:

erleben Sie die Faszination Porsche aus erster Hand. Wir präsentieren Ihnen eine exklusive Auswahl an Werksfahrzeugen, die direkt aus dem Herzen von Porsche [sic!] stammen. Jedes einzelne Fahrzeug repräsentiert unsere DNA [sic!] und wurde nach den strengsten Kriterien für Sie [sic!] vorbereitet.

Der vollständige Katalog mit allen verfügbaren Modellen liegt dieser E-Mail bei.

✓ 111-Punkte-Check
Zertifizierter Zustand nach akribischer Prüfung durch unsere Techniker.

✓ Porsche Approved Garantie [sic! Deppen Leer Zeichen]
Mindestens 12 Monate Garantie und Mobilitätsservice inklusive.

✓ Direkte Konditionen vom Hersteller
Profitieren Sie von exklusiven Preisvorteilen direkt vom Hersteller.

Ihr Weg zu Ihrem Porsche

Nennen Sie uns die Bestandsnummer Ihres Wunschmodells. Wir senden Ihnen umgehend das detaillierte Exposé zu.

Exposé anfordern

Nennen Sie uns bei Interesse einfach die Bestandsnummer Ihres Wunschmodells — wir melden uns umgehend mit dem vollständigen Exposé.

Herzliche Grüße,

Benedikt von Hohenfels
Verkaufsleiter – Porsche Sales & Marketplace GmbH
Tel: 0711 968 ████ 8
E-Mail: info@porsche-salesteam.de
Porsche Sales & Marketplace GmbH
Porscheplatz 1, D-70435 Stuttgart
HRB 730595 | Amtsgericht Stuttgart | USt-ID: DE815578978
© 2025 Alle Rechte vorbehalten.

Der stürmischen Worte sinds gar viele, doch geistig herrscht Windstille. Es ist einer dieser Spamtexte, die sich sehr stark nach einem angelernten neuronalen Netzwerk – von Journalisten, Politikern und anderen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnet – anfühlen.

Die angegebene Telefonnummer im Zitat habe ich in einem Anfall unverdienter Gnade unkenntlich gemacht, denn ich gehe davon aus, dass die Angaben im Mailimpressum Lüge sind. Es ist ja eine Spam. Dem Inhaber des sinnlos und rechtlich wirkungslos, aber einschüchternsollend proklamierten „geistigen Eigentums“ auf eine Mail, deren von quasimechanisch anmutendem Reklameblah geprägter Text nicht einmal in der Nähe urheberrechtlich schutzwürdiger Schöpfungshöhe liegt, wünsche ich auch weiterhin viel Spaß mit seiner geistigen Eigentümlichkeit und seinem offenen Bekenntnis zur Leserverachtung und dümmlichen Jurafuchtelei. Einem mit solchen Proklamationen indirekt angedrohten Rechtsstreit um die Zulässigkeit des Vollzitats blicke ich mit großer Entspannung, ja, mit Heiterkeit entgegen. Es kann ja auch nicht jeder Sprechblasenfacharbeiter an der Reklame- und Spamfront intelligent sein. Oder höflich. Oder etwas anderes als eine dumme Kotaustrittsöffnung. Oder in irgendeiner Weise zivilisationstauglich respektvoll. Die Defizite sieht man bereits an der Spam. Durch Hinschauen.

Diese Mail war allerdings nur die Vorspeise des Gammelfleischfraßes, denn es ist ja auch noch eine Datei angehängt:

$ ls -lh Katalog.pdf 
-rw-rw-r– 1 elias elias 7,3M Aug 24 10:08 Katalog.pdf
$ file Katalog.pdf 
Katalog.pdf: PDF document, version 1.7
$ pdfinfo Katalog.pdf 
Title:           Frühlingskatalog.pdf
Keywords:        DAGwWXpRBWM,BAFFNo1uTpU,0
Author:          Seventy777
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7,3 MiB spammig-gammlige Stopfmasse für das Postfach in Form eines 22seitigen „Frühlingskataloges“ für Ende August, der offenbar nur aus Reklamebildern besteht und deshalb kein Wort Text enthält. Herzallerliebst auch die verwendeten Schlagwörter für dieses Dokument. Ich habe Seite 2 mal in Gimp geöffnet und als Bild gespeichert, weil ich PDFs aus der Spam ganz sicher nicht in einem vollwertigen PDF-Betrachter aufmachen werde und generell Dateien aus einer E-Mail nur mit der Kneifzange anfasse. So eine Vorgehensweise empfehle ich auch jedem anderen Menschen, wenn es um Mailanhänge fragwürdiger Herkunft – also aus nicht digital signierter E-Mail vor Überprüfung der Signatur – geht. Diese zweite Seite des Kataloges sieht so aus:

Seite 2 aus dem angehängten Katalog: Gebrauchtwagen Verzeichnis -- Modell Porsche 911 Turbo S (992 I), Preis 185.430,00 € -- Zitat hier abgebrochen

An dieser Seite entzückt nicht nur die (sicherlich nicht für jeden Menschen sofort sichtbare) Tatsache, dass der Autor dieses Dokumentes nicht weiß, wie man sich in der Textverarbeitung oder im DTP-Programm mit klickigen Klicks eine Tabelle klickt und es auch nicht irgendwo nachschlagen wollte, weil er ja gleich arbeiten gehen könnte, wenn er sich Mühe geben wollte – weshalb die Texte der einzelnen Spalten auf unterschiedlicher Höhe hängen und weshalb die Seitennummern und Beträge nicht rechtsbündig, sondern linksbündig gesetzt sind, was das Lesen und Auffassen stark erschwert – sondern auch die angegebenen Preise vermögen zu entzücken. Ich wills mal so sagen: Von 185.000 Øre könnte ich mehrere Jahre, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sogar bis zu meinem Tod, weiterleben. Und gut weiterleben, also deutlich besser als jetzt. Ja, ich lebe sehr sparsam. Nudeln sind aber auch preiswerter als Ottokraftstoff.

Davon, Geschäfte mit illegal und asozial vorgehenden Spammern zu machen, rate ich strikt ab. Man wird betrogen. Das Geld ist hinterher weg. Wer mich für einen dieser Blogger hält, die im geduldigen Internet gar vieles behaupten können, und mir deshalb nicht glaubt: Gut so! Einfach mal bei der nächsten Polizeidienststelle fragen, was die Beamten dort von der Idee halten, Geschäfte der Großenordnung 200.000 € mit Spammern zu machen! Das kostet auch nur einen kurzen Moment Lebenszeit und kann doch so viel Geld sparen. Aber bitte auf gar keinen Fall auf so eine Spam reinfallen!

Übrigens warnt Porsche selbst in einer Pressemitteilung aus dem Winter dieses Jahres vor Betrugsversuchen im Namen von Porsche:

Das Porsche-Kundenmanagement erhält derzeit vermehrt Hinweise auf Betrugsversuche. Dabei wird ein vermeintlicher „Porschekatalog“ fälschlicherweise im Namen von Porsche-Zentren oder der Porsche AG bzw. der Porsche Deutschland GmbH versandt […] Porsche möchte darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine Betrugsmasche handelt, die bereits den zuständigen Ermittlungsbehörden gemeldet wurde. Die Täter kontaktieren willkürlich Personen und geben sich als Unternehmen des Porsche Konzerns oder der Porsche Handelsorganisation aus

Abgesehen von der illegalen und asozialen Spam ist das die gleiche Nummer. Nur für den Fall angemerkt, dass jemand Porsche auf seiner eigenen Pressewebsite für halbwegs glaubwürdig hält. 😉️

Selbst Menschen, die wegen eines für mich nicht nachvollziehbaren Fetischs beinahe 200 Kiloeuro für ein gebrauchtes Auto ausgeben würden, können sicherlich etwas besseres mit ihrem Geld anfangen, als kriminellen Spammern und Trickbetrügern den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Zum Beispiel mit einem eher unbequemen und deutlich übermotorisierten Auto herumfahren.