Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „gmail.com“

Gastbeitrag

Dienstag, 12. Mai 2020

Abt.: Zwielichtgestalten aus der mentalen Käfighaltung

Von: John <john.hoverboardtest@gmail.com>

Oh, nicht einmal für eine eigene Domain für die Mailadressen reicht es? Fürwahr, Leute, die mir wegen meines nicht-kommerziellen Schreibens irgendwelche geschäftlichen Angebote unterbreiten und nichts weiter als eine anonym und kostenlos eingerichtete Freemail-Adresse haben, erwecken schon beim ersten Eindruck den Anschein brutalstmöglicher Seriosität. 🤡

Und für den ersten Eindruck gibts ja keine zweite Chance. 🔥

Hey, Spammer!

Hallo Frank,

Nein, der Frank bin ich nicht. Ich bin der Elias. Meine Mailadresse habt ihr (oder ein von euch dafür bezahlter Hartz-IV-Quasizwangsmindestlöhner) doch auch händisch aus dem Impressum rauskopiert¹, warum ist euch dann der Name misslungen? Da seid ihr schon so viel weiter gekommen als eurer krepliges Geschwisterchen im stinkenden, verrotteten Geiste, das mich neulich am 3. April mit der unverschämt-lümmelhaften Bitte belästigte, ich möge die Intelligenz meiner paar Leser mit ungekennzeichneter (und illegaler) Schleichwerbung beleidigen und im Lande der Linkhaftung einen Link auf die Website eines Spammers setzen, weil der Spammer mir eine Handvoll Geld verspricht. Und dann verpatzt ihr es doch wieder! Ist schon doof, wenn man doof ist. Schade nur, dass die Doofen nicht so sehr unter ihrer Doofheit leiden wie ihre ganzen Mitmenschen. 🙁

auf der Suche nach hochwertigen Webseiten sind wir auf tamagothi.de gestoßen.

Freut mich, dass ihr mal etwas zu lesen hattet. Wenn ihr da auch nur ein bisschen auf der – nach euren eigenen und von mir völlig unwidersprochenen Worten – „hochwertigen Webseite“ gelesen hättet…

Wir bieten aktuelle Testberichte zu Hoverboards, Hoverwheels, Drohnen, Dashcams, FPV- und Systemkameras, sowie Elektrorollern in verschiedensten Ausführungen an.

…wüsstet ihr ganz genau, was überhaupt nicht mein Thema ist: Gadgets, Smartkram, Techniktinnef und vergleichbarer fabrikneuer Müll. Deshalb interessieren mich eure „Testberichte“, die vermutlich sowieso eher eine versteckte Reklame sind, überhaupt nicht. Und schon gar nicht, wenn ihr mich dermaßen plump vollspammt und nicht einmal den Namen im Impressum findet. 💩

Ach, es ist euch völlig egal, in welchem Umfeld eure schnell aufgeschäumten Reklametexte mit SEO-wirksamer Linksetzung auftauchen? Na, das habe ich mir doch gleich gedacht. 🐗

Auch, wenn ihr euch überdurchschnittlich beim Formulieren bemüht habt, fällt es schwer, den Spamcharakter eurer Drecksmail zu übersehen. Man muss dafür ja nur hinschauen. 👁️

Unsere Webseiten:

Schön, gleich drei neue Domains für die Blacklist. 👍

Hmm, jetzt verstehe ich, warum ihr eine GMail-Adresse nehmt. Wäre ja schade für euch, wenn eure ganze Spam nicht mehr ankäme. Mann, ihr seid aber auch gerissen! 😂

Ist es möglich einen Gastbeitrag auf tamagothi.de zu platzieren? Falls ja, zu welchen Bedingungen ist dies möglich und gibt es weitere Webseiten auf denen wir einen Gastbeitrag platzieren können?

Nein! Und wenn ihr auf der „hochwertigen Website“ ein bisschen gelesen hättet, dann wüsstet ihr das sogar und könntet mir die Lachschmerzen wegen eurer Dreistheit und Dummheit ersparen. 🧟

Für uns ist es wichtig, dass der Beitrag nicht als „Sponsored“ oder „Werbung“ gekennzeichnet wird.

So so, ihr erzählt mir praktisch nichts über den Text, den ich im Lande der Linkhaftung unter meiner Verantwortung veröffentlichen soll, als ob ihr keine eigene Website hättet, bis auf nur dieses eine: Für euch ist es über alle Maßen wichtig, dass es sich um illegale Schleichwerbung handelt. Das steht in seiner Priorität höher als jede inhaltliche Erwägung. Danke für diesen klaren Einblick in euren Charakter, der hoffentlich auch naiveren Menschen allzu langes Nachdenken über eure wenig erquicklichen Wünsche erspart. 🤮

Bitte teile mir kurz die Möglichkeiten mit, damit wir alle weiteren Details diskutieren können.

Wenn ihr wollt, dass ich etwas über euch schreibe, dann nehmt einfach eine Faustfeuerwaffe und schießt damit in eurer Herz. Nehmt bitte nicht den Kopf, denn da könnte die Kugel das Ziel verfehlen. Den Tod eines Spammers vermelde ich wirklich gern. Ein Pestherd weniger auf der Welt. Da riecht die Luft doch auch gleich viel besser. 😇

Vielen Dank und sonnige Grüße,

Das ist aber nett, dass ihr euch für die „lobende Erwähnung“ auf Unser täglich Spam bei mir im Voraus bedankt. Das macht nicht jeder. 👍

(Leute, die eine angebliche Bitte mit so einem pseudohöflichen „Dank“ in der Grußformel abschließen, hatten vermutlich in ihrem Leben drei wirklich harte Jahre, um die sie wahrlich nicht zu beneiden sind: Die erste Klasse der Grundschule.)

John von hoverboard-test.net

Elias von tamagothi.de
Nach Diktat verreist

Falls jemand gerade nach Informationen zu Hoverboards, Hoverwheels, Drohnen, Dashcams, FPV- und Systemkameras oder Elektrorollern sucht: Die weiter oben benannten Websites werden von Leuten betrieben, die für ihr Marketing auf illegale und asoziale Spam sowie auf illegale Schleichwerbung setzen. Das ist ein Qualitätsmerkmal. Allerdings für eine völlig ungenießbare Qualität. 🚽

¹Die in dieser Spam verwendete Mailadresse einfach mit einem Harvester aus dem Impressum mitzunehmen, habe ich sehr schwierig gemacht. Ein dafür verwendetes Skript müsste CSS interpretieren können. Diesen Aufwand macht sich immer noch niemand. Er käme dem Aufwand nahe, die Kernfunktionalität eines Webbrowsers nachzuprogrammieren. Deshalb gehe ich von Handarbeit aus.

Credit Financier Home

Montag, 11. Mai 2020

So nannte sich der Mugu mit seiner deutschen IP-Adresse eines VPN-Anbieters, der um 0:53 Uhr den folgenden „Kommentar“ zur Einleitung eines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte:

Hallo!

Benötigen Sie finanzielle Unterstützung? Folgen Sie dem Geld und Sie erhalten sofort alle Arten von Kredit!

5.000 bis 10.000.000,00 €
* Zweck * Zinssatz von 3%
* Wahl zwischen 1-20 Jahren bezahlen.
* Wählen Sie zwischen monatlichem und jährlichem Zahlungsplan.
* Flexibilität des Darlehens.

Für Unterstützung kontaktieren Sie uns bitte. E-Mail:
creditfinancierhome@gmail.com

Mit freundlichen Grüßen
Verwaltung

Hier spammt die Verwaltung noch selbst! 😀

Von Frau Vivian Ouedrago

Dienstag, 28. April 2020

Nein, es ist nicht schlau, wenn man den Namen des Absenders einfach in den Betreff schreibt, obwohl er auch bei der Absenderadresse steht. Ganz im Gegenteil. Es ist dumm. Denkende und fühlende Menschen schreiben in Betreff, um was es in der Mail geht.

Von: Mrs. vivian Ouedrago <vivian.OuedragoBrown@gmail.com>
An: undisclosed-recipients: ;

Den Absender kenne ich nicht, und diese Mail geht an ganz viele Empfänger gleichzeitig. Oder anders gesagt:

Lieber Gottes Auserwählter

Jeder ist Auserwählter Gottes! 😯

Ich schreibe Ihnen diese Mail mit schweren Tränen In meinen Augen und mit großer Trauer in meinem Herzen. Mein Name ist Frau Vivian Ouedrago. Ich komme aus Tunesien und kontaktiere Sie aus einem Krankenhaus in Burkina Faso. Ich möchte Ihnen dies sagen, weil ich Ich habe keine andere Wahl, als es Ihnen zu sagen, als ich berührt wurde, um mich Ihnen zu öffnen. Ich heiratete Herrn Ouedrago Smith Brown, der neun Jahre lang mit dem tunesischen Botschafter in Burkina Faso zusammengearbeitet hatte, bevor er im Jahr 2005 starb seit elf Jahren ohne Kind verheiratet.

Er starb nach einer kurzen Krankheit, die nur fünf Tage dauerte. Seit seinem Tod habe ich beschlossen, nicht wieder zu heiraten. Als mein verstorbener Ehemann am Leben war, hat er den Betrag von 8,5 Millionen US-Dollar (8 Millionen 500.000 Dollar) bei einer Bank in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Fasoin, Westafrika, hinterlegt. Derzeit ist dieses Geld noch in die Bank. Er stellte dieses Geld für den Export von Gold aus dem Bergbau in Burkina Faso zur Verfügung.

Kürzlich sagte mir mein Arzt, dass ich wegen eines Krebsproblems nicht sieben Monate durchhalten würde. Das, was mich am meisten stört, ist meine Schlaganfallkrankheit. Nachdem ich meinen Zustand gekannt habe, habe ich beschlossen, dieses Geld an Sie zu übergeben, um sich um die weniger privilegierten Menschen zu kümmern. Sie werden dieses Geld so verwenden, wie ich es hier anweisen werde. Ich möchte, dass Sie 30 Prozent des Gesamtgeldes für Ihren persönlichen Gebrauch verwenden. Während 70% des Geldes für wohltätige Zwecke auf der Straße verwendet werden und dem Waisenhaus helfen. Ich bin als Waisenkind aufgewachsen und habe niemanden als meine Familie Mitglied, nur um sich zu bemühen, dass das Haus Gottes erhalten bleibt. Tun Sie dies, damit Gott Mysins vergibt und meine Seele im Paradies akzeptiert, weil diese Krankheit mich so sehr gelitten hat.

So weit die ganz normale Erzählung zur Einleitung eines Vorschussbetruges. Fromm gewordene Witwe, die mal mit einem Geldsack verheiratet war, liegt wegen ihres leidigen Krebsproblemes und ihrer Schlaganfallkrankheit im Sterben und will mir wegen des Wohlgeruchs meiner schönen, vertrauenerweckenden Mailadresse 8,5 Megadollar geben, damit ich dass Geld für sie ausgebe – sie kann zwar noch eine E-Mail versenden, aber offenbar ist sie mit einer Banküberweisung oder einem Scheck schon überfordert. Außerdem weiß sie ja nicht einmal, wie ich heiße.

Natürlich existieren die Millionen nicht. Wer auf die herz- und hirnverdorrte Story reinfällt, wird eine gut eingespielte Betrügerbande kennenlernen, die ihm wortreich und mit vielen Stimmen von den umständlichsten Geldtransfers der Welt erzählt – und alles kostet im Vorfeld Geld, das der Empfänger zu bezahlen hat. Deshalb heißt es ja auch Vorschussbetrug. Hier zweihundert für den Notar, dort ein Hunnie für diesen Stempel, dort noch ein Hunnie für ein Formblatt und schließlich vielleicht auch mal ein paar Tausender für einen korrupten Beamten in Burkina Faso, wenn die Betrüger zum Glauben kommen, dass sie so viel rausleiern können. Und weil die Freunde und Anwälte der Witwe kein Konto haben, muss alles anonymisiert über Western Union und Konsorten bezahlt werden, so dass das Geld irgendwo auf der Welt (meistens in Nigeria) unter Vorlage eines falschen Passes abgeholt werden kann, ohne dass der Herr Wachtmeister dem Geldboten der Betrüger Handschellen anlegt. Denn im Bordell ist es doch viel schöner als im Knast. Wenn das Opfer ausgenommen ist, bricht der Kontakt einfach ab. Das ganze in kunstvoll von Betrügern gemachter, naiver Hoffnung auf ein paar Millionen Dollar „vorgestreckte“ Geld ist weg und kommt nie wieder zurück. 💸

Zwischenzeitlich haben die Betrüger auch mal Bitcoin als anonymes Mittel für die Geldtransfers versucht, aber offenbar haben sie damit keine guten Erfahrungen gemacht. Ich vermute, die Opfer waren oft mit Erwerb und Nutzung von Bitcoin überfordert und/oder wurden skeptisch, weil sie ein beliebtes Schwarzmarkt-Zahlungsmittel nutzen sollten, das beinahe nur noch in kriminellen Kontexten zum Bezahlen verwendet wird und ansonsten ein reines Spekulationobjekt mit Kursschwankungen jenseits von gut und böse ist. Western Union kann man auch technisch völlig unbegabten Menschen mit wenig Worten erklären: Hingehen, Geld am Schalter einzahlen, Zettel einstecken, Nummer auf dem Zettel am Telefon durchgeben, danke! Ich glaube ja, dass Western Union in Europa längst insolvent wäre, wenn es keinen Trickbetrug im Internet gäbe, weil es ansonsten im Alltag nur wenige legitime Anwendungsfälle gibt – im Gegensatz etwa zu den USA, wo es praktisch keine Banküberweisungen gibt und wo gründlich ausgebeutete Ausländer ohne Aufenthaltstitel irgendwie das Geld zu ihren Familien senden müssen.

Sobald ich Ihre Antwort erhalten habe, werde ich Ihnen den Kontakt der Bank in Burkina Faso geben und den Bankmanager anweisen, Ihnen ein Vollmachtsschreiben auszustellen, das Ihnen den gegenwärtigen Begünstigten des Geldes bei der Bank nachweist, wenn Sie dies versichern mir, dass Sie dementsprechend handeln werden, wie ich es hier angegeben habe.

Sobald man auf eine solche Spam antwortet, geht es los. Ganz schnell (oft sogar schon in der Einleitungsmail) wird nach der Telefonnummer gefragt, weil ein großer Teil der Betrugsgeschichte telefonisch aufgeführt wird.

Von Frau Vivian Ouedrago

Aber immerhin, es war mal ein neuer Text, den ich bislang noch nicht gesehen habe. Das Deutsch ist ziemlich strokelig, weil sich die sterbende Millionärin natürlich keinen Dolmetscher leisten kann und deshalb lieber ein Computerprogramm zum Übersetzen verwendet.

Hallo

Sonntag, 26. April 2020

Qualitätsbetreff!

Von: Liz Johnson <lizj6718@gmail.com>

Kenne ich nicht.

Hallo

Kennt mich auch nicht.

Wie geht es dir? Ich bin Liz, 24 Jahre alt. Ich habe Ihren E-Mail-Kontakt gesehen und mich entschlossen, Sie zu kontaktieren. Ich denke, Sie sind eine freundliche Person. Wenn Sie dürfen, möchte ich Ihr Freund sein. Ich werde Ihnen mehr über mich erzählen, wenn ich Ihre Annahme erhalte. Danke!

Willst du dein Freund sein.

Grüße.

Liz.

Oh, mir wird so warm ums Herzchen! Ein Liebesbrief. Das hatte ich ja lange nicht mehr. Gleich mal antworten¹! 💌

Sinnloses ClipartHallo Liz,

du kannst dir gar nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, als ich deine Mail geöffnet habe. Mir schreibt ja so selten jemand. Und dann auch noch so persönlich. Ich war überwältigt!

Und dementsprechend gut geht es mir. Ich bin Elias, so alt geworden, dass ich jeden verdammten Tag dem Tod in die leeren Augenhöhlen seines knöchernen Antlitzes blicke und dass das Leben aus mehr Schmerzen als Freuden besteht; mit sieben Mund voll Bitterkeit, weil der Rückblick in Ehrlichkeit das Scheitern offenbart und die Gegenwart ein Tagebuch des Zerfalls ist. Manchmal benutze ich komische Metaphern, wenn ich schreibe. Aber keine Sorge, er wird noch steif.

Du hast mich schwer beeindruckt.

Mir ist noch nie ein Mensch begegnet, der beim Anblick meiner E-Mail-Adresse erkennt, was für ein vorzüglicher und vor allem freundlicher Mensch ich bin. Vermutlich hast du eine ganz besondere Begabung, die Wirklichkeit mit den wachen, lichten Augen deiner Hellsichtigkeit wahrzunehmen.

Natürlich darf ich, dass du mein Freund bist. Und dass du dich darüber freust, erfüllt mein verdorrtes Herz mit einer Flut unvergänglicher Freude, und auch an anderen Stellen meines zerfallenden Leibes schwillt es an. Der Frühling blüht, die Vögel zwitschern und die längst vergessnen Säfte erfüllen alles mit neuem Leben.

Ja, ich habe deine E-Mail angenommen. Oder genauer: Der Mailserver hat sie angenommen. Sehr weise von dir, meine kleine hellsichtige Liz, dass du an die Mailadresse für Linktausch-Anfragen und unseriöse Angebote geschrieben hast, die jeder Spammer mit seinem Harvester einsammeln kann. Unter den ganzen Spams, die mir Atemschutzmasken, Chloroquin, Tinnef und Reichwerdmethoden verkaufen wollen, warst du der Crackpot… ähm… Jackpot.

Entschuldige bitte, ich kann kein Englisch mehr.

How are you? I’m Liz, 24 years old. I saw your email contact and i decided
to contact you, I think you are a kind person, If you may, I would like to
be your friend. I will tell you more about me, when i receive your
acceptance Thanks!

Wanting to be your friend.

Regards.

Liz.

Aber zum Glück hast du mich ja auch auf Deutsch angeschrieben. Obwohl es dir so schwer fällt, dass du lieber einen englischen Text hinterschreibst. Das muss echte Liebe sein!

Dein dich genießender
Nachtwächter

¹Wer nicht weiß, wie man im Internet anonym bleibt, sollte gar nicht erst darüber nachdenken, so einem Spammer zu antworten.

bcard

Samstag, 25. April 2020

Perlen der täglichen Kommentarspam

„bcard“: So nannte sich das gülden glänzende Belegexemplar für die beklagenswerte Intelligenzentwicklung am Eingang des 21. Jahrhunderts mit seiner VPN-IP-Adresse aus Deutschland, das heute morgen den folgenden Kommentar zur Einleitung eines Vorschussbetruges in guter, alter Handarbeit hier auf Unser täglich Spam ins Kommentarfeld kopiert und abgesendet hat. Nein, nicht nur einmal. Vermutlich kam sich der Mugu durch seine VPN-Benutzung ganz schlau vor, nachdem er beobachtet hat, dass er mit IP-Adressen aus Nigeria und Benin immer seltener die Websites anderer Menschen als preiswerte Litfasssäule benutzen konnte. Leider ist nach dieser Idee seine kurze Glückssträhne beim Denken abgerissen, und er hat sich nicht mehr gefragt, ob er vielleicht auch aus inhaltlichen Gründen direkt im Mülleimer landen könnte. 🍀

Diese dadatümelnde Perle aus der Spam ist aber viel zu unterhaltsam für den Müll und sei deshalb hier erhalten. 😇

Bitte gut festhalten! Bei der rasanten Reise durch eine vom Spammer völlig unverstande Sprache ruckelt es ein wenig! ⚠️

HACK ATM UND WERDEN SIE HEUTE REICH

Sie können den Sicherheitsautomaten einer Bank hacken und einbrechen, ohne ihn zu tragen
Waffen oder irgendeine Waffe. Wie ist das möglich? Zuerst müssen wir lernen
über das manuelle Hacken von Geldautomaten und Bankkonten wie der Geldautomat
MASCHINENARBEITEN. Wenn Sie bei der Bank waren, finden Sie heraus, dass das Geld in
Die Geldautomatenmaschine wird direkt in dem Haus gefüllt, in dem sich die Maschine befindet
Mit genügend Sicherheit gebaut, um diese Maschine zu hacken Wir haben das Special entwickelt
leere Geldautomatenkarte, die Sie an jedem Geldautomaten auf der ganzen Welt verwenden können. diese
Die Karte wurde programmiert und kann innerhalb von 24 Stunden 5.000 abheben
Währung, die Ihr Land benutzt Es gibt keine Geldautomaten an diesem leeren Geldautomaten
KARTE KANN NICHT eindringen, da sie mit verschiedenen programmiert wurde
Tools und Software, bevor sie an Sie gesendet werden. Die Karte wird die machen
Fehlfunktion der Überwachungskamera zu diesem bestimmten Zeitpunkt, bis Sie fertig sind
Die Transaktion kann man nie verfolgen. Es hat auch eine Technik, die macht
Es ist unmöglich für die CCTVs, Sie zu erkennen, es gibt so viele andere Hacker
Da draußen, die behaupten, real zu sein, muss man sehr vorsichtig sein, dass sie es niemals können
Erstellen Sie diese Karte alles, was sie wollen, ist Ihr Geld. Keine Geldautomatenkarte kann das
Ziehen Sie jeden Tag 50.000 USD ab, was unmöglich ist, und erhalten Sie die Karte, die Sie erhalten
Leiten Sie dem Unternehmen Ihre Adressdaten weiter, damit wir die Karte senden können
an Sie, sobald Sie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zustimmen. Sie können uns unter kontaktieren
E-Mail jetzt an americapressblankatmcard@gmail.com
Oder Text / WhatsApp unter: +1 (409) 359-xxxx

Es gibt keine Geldautomaten an diesem leeren Geldautomaten. Vielleicht sollte man es mal mit Kaugummiautomaten versuchen. 🤣

Faszinierend, dass dieser Meistercracker aus der nigerianischen Hirngruft sich jeden Tag fünfzig Kilodollar abholen kann, aber trotzdem nicht die paar Dollar für einen richtigen Dolmetscher übrig hat. Und faszinierend natürlich auch, dass er trotzdem noch spammt, um irgendein anderes Geschäft zu machen, als ob er diesen mühsamen Pfennigkram mit seinen täglichen Geldziehungen am Geldautomaten noch nötig hätte. Der zieht sich ja immerhin jeden Monat 1,5 Millionen Dollar. 🏧💶

Alles Weitere habe ich schon am 19. März vorigen Jahres geschrieben und will es hier nicht wiederholen. Wie ich an den so lächerlich in unverstandenen Worten eingepackten „Inhalten“ der heutigen dummen Spam sehe, haben die Spammer es sich auch schon angeschaut. Von daher: Viel Spaß damit!

Hi

Freitag, 24. April 2020

Von: Jessica Vail <john.wood4543@gmail.com>
Antwort an: jessicavail020@gmail.com

Der Absender ist gefälscht. 🤥

Alle weitere Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Googles Freemail-Angebot laufen. 👤

An: undisclosed-recipients: ;

Diese Spam ist Massenware, die an ganz viele Empfänger gleichzeitig geht. 🚾

Hi dear,

Genau mein Name! 👏

I‘m Jessica Vail, from the United States, please i wish to have a communication with you.

I wait for your answer.

Jessica Vail.

Tja, „Jessica“, wenn du mit mir kommunizieren möchtest, dann musst du auch in deine dumme Drecksspam reinschreiben, um was zum hackenden Henker es überhaupt geht. Kein Mensch mag im Internet irgendwelche „Überraschungseier“. Und schon gar nicht, wenn sie mit einer Spam kommen. 🥚

Entf! 🗑️

WICHTIG

Mittwoch, 22. April 2020

Tatü! Tata! 🚨

Abt.: Schlechte 08/15-Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges

Von: Sebastian BARKOLA <marrionmkmaximilian@gmail.com>
Antwort an: barkola.seb@gmail.com

Nicht an die Absenderadresse antworten. Die ist gefälscht. 🤥

Aber trotzdem ganz feste daran glauben, dass der Rest stimmt. Der Spammer sagt es ja selbst. 🤞

Hallo, […]

Das ist ja mal wieder genau mein Name! 👏

[…] ich bin Sebastian BARKOLA, […]

Aber immerhin, seinen für sich selbst ausgedachten Namen kennt der Spammer. Das ist bis jetzt die erste Stelle in dieser Mail nach hirnlosem Betreff und dümmlicher Ansprache des Empfängers, in der eine minimale Intelligenz durchschimmert: Er kann sich den Namen merken, mit dem er sich selbst vorstellt. Das schafft nicht jeder! 👍

[…] persönlicher Anwalt eines verstorbenen Mandanten […]

Nein, ich bin nicht im Bestattungsgewerbe. ⛪

[…] aus Ihrem Land.

Was ist denn mein Land? Kleiner Tipp: Österreich ist es nicht. 🌍

Ich würde gerne wissen, ob wir bei dieser Transaktion zusammenarbeiten können.

Moment mal, jetzt ragt es aber in mein Leben rein. Jemand, von dem ich noch nie gehört habe, der mich „Hallo“ nennt und nicht weiß, wo ich lebe, hat eine Leiche herumliegen und will eine „Transaktion“ mit mir durchführen? Weil ich so eine schöne Mailadresse habe? 😖

Nein, ich habe keinen Garten zum Verscharren einer Leiche! 🏡

Ich erwarte Ihre Antwort, wenn Sie interessiert sind […]

Klar erwartet dieser Spammer eine Antwort, dafür spammt er ja. Wer drauf reinfällt, wird lauter lustige Geschichten…

[…] und werde Ihnen weitere Details senden.

Piktogrammartige Grafik eines Menschen, dem um seine Stirn ein Ring befestigt wurde, an dem ihm mit einem Gestänge eine Karotte vor Augen gehalten wird, die er haben will, so dass er darauf zugeht, ohne sie jemals zu erreichen…aus 1001 durchgespammten Nacht hören. Vorgetragen von einer gut eingespielten Betrügerbande, die das jeden Tag macht, weil sie davon lebt. Geschichten von einem reichen Typen, der ohne Erben verstorben ist und dessen Erbschaft man sich jetzt unterm Nagel reißen will, es wäre ja auch schade, wenn der Staat das Geld erbte und davon Hauptstadtflughäfen, Elbphilharmonien oder elektrische Oberleitungen über Autobahnen baute. Es sind nur ein paar Milliönchen, und alles ist schon fertig, das Geld liegt herum und wartet auf seine Abholung, alles ganz wunderbar. Allerdings ist das Geld im Ausland, und man kommuniziert viel über Telefon, einschließlich geplanter Missverständnisse. Und leider sind auch noch ein paar Vorleistungen fällig, hier eine Gebühr für den Notar, hier eine Beglaubigung für die Bank, hier ein Zettel, dort eine Formalie und noch dieser Stempel, aber es ist gar nicht so schlimm, es werden nur ein paar tausend Euro. Oder, wenn man naiv genug ist und ordentlich Dispo, Bonität und Freunde zum Anpumpen hat, auch mal ein paar zehntausend Euro. Nein, ein Bankkonto haben sie da hinten nicht, also keine Schecks oder SEPA-Überweisungen bitte, sondern immer schön anonym das Geld über Western Union und Konsorten bezahlen, so dass sich die Betrüger das Geld irgendwo auf der Welt unter Vorlage eines gefälschten Ausweises abholen können! Und dann bricht der Kontakt irgendwann ab, weil die Betrüger merken, dass sie kein Geld mehr rausleiern können, weil keins mehr da ist oder weil das Gehirn ihres Opfers langsam zu arbeiten beginnt. Mit dem Geld, dass die Bande so von mehreren Leuten gleichzeitig einsammelt, kaufen sich die Betrüger leistungsstarke Autos, gutes Kokain und machen sich eine schöne Zeit im Puff. Das Geld ist weg und kommt nicht zurück. Die Millionen hat es natürlich nie gegeben. 💸

Nur für den Fall, dass jemand Interesse an den ominösen „weiteren Details“ hat, von denen der dumme, kriminelle Spammer hier faselt, zu denen er aber nichts Näheres sagt, weil sein Mailpapier gerade alle ist und er neues kaufen muss. 📜

Grüße,
Sebastian BARKOLA, Esq.

Mit Winkewinke vom angeblichen Anwalt, der den Absender seiner Mails fälscht und den man nur über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Googles Freemail-Dienst erreichen kann. Das ist sicherlich ein Qualitätsanwalt! 🏅

Quelle des Bildes mit der Möhre: Wikimedia Commons, Lizenz: CC0 1.0

Reply Email: (barristeradrianp3@gmail.com)

Samstag, 18. April 2020

Ja, Spammer, deine kostenlos und anonym eingerichtete Antwortadresse und…

Von: OWUSU, Sandra (HOMERTON UNIVERSITY HOSPITAL NHS FOUNDATION TRUST) <sandra.owusu1@nhs.net>
Antwort an: barristeradrianp3@gmail.com

…deinen gefälschten Absender habe ich schon gesehen, die stehen nämlich im Mailheader und werden mir ansprechend präsentiert. So ein Betreff ist eigentlich dafür da, kurzgefasst zu schreiben, um was es in der Mail geht und nicht dafür, die Antwortadresse zu wiederholen.

Aber ich will es mal so sagen: Wenn mir schon im Betreff klargemacht wird, dass die Absenderadresse eine Fälschung ist, weiß ich auch, woran ich bin. 🤥

Na, da will ich doch mal sehen, was du mitzuteilen hast, um deinen Betrugsversuch einzuleiten:

I am Mrs. Bella Fishman and I know my message will come to you as a surprise but don’t be because I need your help in the disbursement of my family last funds ($9,200,000.00 USD) my husband last wish. And as a victim of Corona-Virus (Covid-19 Virus) i am sending you this mail from my hospital bed. Please do contact my lawyer for more information. Barrister Adrian Peters Email: (barristeradrianp3@gmail.com)

Aha, du kennst zwar von mir nur eine Mailadresse, aber du selbst hast natürlich einen Namen und schickst mir eine „völlig überraschende“ Spam, in der es um 9,2 Megadollar geht, ganz eilig und „kontaktier mal meinen Anwalt“, weil du gerade so erfreulich kreplig im Sterben liegst. Vermutlich willst du mir deine ganzen Dollars in die Hand drücken, weil ich so eine schöne Mailadresse habe. 👍

So viel Geld, aber du benutzt trotzdem eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim Freemail-Angebot von Google und fälschst deinen Absender. Was kann das wohl bedeuten? 🕵️

So, und jetzt noch ein bisschen Bullshit darunter:

This message may contain confidential information. If you are not the intended recipient please inform the sender that you have received the message in error before deleting it. Please do not disclose, copy or distribute information in this e-mail or take any action in relation to its contents. To do so is strictly prohibited and may be unlawful. Thank you for your co-operation.

Diese offen wie eine Postkarte durch das Internet beförderte, unverschlüsselte und nicht digital signierte E-Mail ist ein ganz geheimes Geheimgeheimnis, die man nach dem Lesen am besten aufisst. Darüber zu bloggen – wie ich es hier tue – ist streng verboten, weil ja auch drinsteht, dass es streng verboten ist. Mit Dank, dass man sich ans Verbot hält. 🤣

Ja, Spammer, du bist ein ganz Großer! 🤡

NHSmail is the secure email and directory service available for all NHS staff in England and Scotland. NHSmail is approved for exchanging patient data and other sensitive information with NHSmail and other accredited email services.

For more information and to find out how you can switch, https://portal.nhs.net/help/joiningnhsmail

Aber Spammer, du hast mir doch schon klar gemacht, dass du deinen Absender gefälscht hast. Und zwar, bevor ich deine Spam auch nur gelesen habe. Damit ich es auch wirklich nicht übersehen kann.

Und der von dir mit diesen beiden Bullshit-Absätzen erweckte Eindruck, dass eine im Krankenhaus liegende reiche Frau einen Krankenhausmitarbeiter bittet, doch mal eben schnell über seinen Account eine E-Mail nach draußen zu schicken (anschließende Desinfektion der Tastatur nicht vergessen), weil sie sich leider nicht einmal ein Wischofon¹ leisten kann, das sie ins Krankenhaus in ihre Quarantäne mitnimmt, ist so dermaßen hochnotlächerlich, dass man Atemprobleme beim Anblick bekommt. Ganz ohne Lungenkrankheit. 🤣🚑

Oh, das ist ja noch mehr. Die Spam hat ja einen Anhang. Ein PDF-Dokument. Mal schauen, wie das aussieht²:

Noch einmal der gleiche Text, ohne besondere Formatierung, als PDF

Ja, schon klar, Spammer! So wirkt deine dumme Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges gleich noch überzeugender! Steht ja nicht nur in der Mail, sondern auch in ihrem Anhang. Wenn du einen Brief schreibst, druckst du den sicher auch immer doppelt aus und steckst beide Exemplare in den Briefumschlag. 🤦

Ich bin immer wieder fassungslos, wie dumm Spammer wie du sein können.

Meint dein dich „genießender“
Nachtwächter

¹Wischofon: So nenne ich die mobilen Abhör- und Trackinggeräte, die Werber als „Smartphone“ bezeichnen, weil nichts an diesen Geräten oder ihren zahlreichen Nutzern auch nur im entferntesten Sinne des Wortes „smart“ ist. Ganz im Gegenteil.

²Dokumente aus einer Spam zu öffnen ist eine ganz schlechte Idee. Das gilt auch für PDFs. Wer nicht genau weiß, was er tut, sollte nicht einmal darüber nachdenken. Der mögliche Ärger wiegt die befriedigte Neugierde nicht auf. Ich öffne solche Dokumente niemals im Acrobat Reader oder einem anderen PDF-Viewer, sondern in Gimp. Nicht einmal das ist so sicher, dass ich es zur Nachahmung empfehle.