Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Fail“

Mahnschreiben – Konto-Lastschrift konnte nicht vorgenommen werden 25.07.2013

Donnerstag, 25. Juli 2013

Oh, von einer „Inkasso Anwaltschaft Tobias Wunderlich“ mit Deppen Leer Zeichen und einer obskuren Mailadresse bei online (punkt) de. Ich kann nur hoffen, dass nicht zu viele Anwälte wirklich so heißen und jetzt explodierende Postfächer wegen dieses kriminellen Mülls haben.

Schönen guten Tag,

Der Absender hat sich zwar mal um eine originelle Anrede bemüht, aber die kann auch nicht verbergen, dass er gar nicht weiß, wie ich heiße.

Die Lastschrift für Ihre Bestellung konnte nicht von Ihrem Konto abgebucht werden.

Ebensowenig weiß der allerwerteste Absender, von welchem Konto bei welcher Bank da für welche Bestellung nicht abgebucht werden konnte – keine so ganz unwichtigen Angaben, wenn diese Mitteilung „echt“ wäre.

Deswegen wurde unsere Kanzlei beauftragt die vertraglichen Rechte der Firma Thomann AG zu vertreten.

Dafür kennt der Absender eine hübsche Firmierung einer Unternehmung, die bei einer geplatzten Abbuchung gleich nach den Anwälten schreit. Diese Unternehmung hat keine Anschrift, keine Telefonnummern und nichts, so dass eine Klärung völlig unmöglich ist.

Es gibt sehr viele AGs, die Thomann AG heißen. Jeder, der Google oder eine datenschonendere Suchmaschine benutzen kann, kommt wenigstens auf diesem Weg an Telefonnummern. In keinem dieser Unternehmen möchte ich heute die Telefone bedient haben. Vermutlich wurde diese Spam in einer sechsstelligen Anzahl versendet, und es ist davon auszugehen, dass mindestens ein Prozent der Empfänger irgendwie reagiert hat, auch durch entnervte Anrufe. Das hat wirtschaftlichen Schaden verursacht, der den asozialen Spammern natürlich egal ist.

Der Rechnungsbetrag der Bestellung inklusive der Versandkosten entspricht 118,69 Euro. Dabei wird Ihnen eine Mahngebühr von 13,00 Euro in Rechnung gestellt und die Kosten unserer Beauftragung von 59,66 Euro.

Der Absender weiß auch nicht, was bestellt wurde. Er kennt nur einen Rechnungsbetrag und absurde, unbegrüdete Zusatzkosten.

Wir geben Ihnen bis zum 31.07.2013 die letzte Chance [sic!] das Geld an die im Vertrag angegebene Kontonummer zu überweisen. Falls Sie die Zahlung nicht tätigen müssen Sie mit sehr hohen Kosten rechnen. [sic!]

Der Absender weiß nicht einmal in seiner Mail zu sagen, auf welches Konto man dieses Geld zahlen soll, weil man eine Mail bekommen hat, in der so etwas wie „Zahlen sie ganz schnell und völlig grundlos 191,35 Euro“ drinsteht.

Das liegt übrigens daran, dass er das Geld gar nicht haben will. Er will nur, dass die von dieser Ansage in Panik versetzten Opfer…

Die Lieferdaten der Bestellung und die Kontodaten sind im angehängten Ordner [sic!].

Beiliegende Dokumente
– Bestell-Daten
– Rechnungs-Vorlage

…den Mailanhang öffnen.

Dieser ist in meinem Exemplar des Mülls ein ZIP-Archiv, in dem ein kaputtes ZIP-Archiv liegt, das sich nicht entpacken lässt – aber beabsichtigt war hier gewiss das Verpacken einer Datei, deren Name auf .pdf.exe endet und die den Computer für eine kriminelle Bande übernommen hätte, wenn man sie mit einem Doppelklick ausgeführt hätte. Dieses Mal waren die Idioten allerdings zu dumm, um Schadsoftware zu spammen.

Dass ein „Mailanhang“ kein „angehängter Ordner“ ist, muss den Halunken noch einmal ihr Deutschbeauftragter erklären.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Wunderlich
Inkasso Büro

Mit mechanischem Gruß von einem angeblichen Anwalt, dessen Kanzlei kein Telefon, keine Anschrift und keinen besseren Namen als „Inkasso-Büro“ abbekommen hat. :mrgreen:

Benachrichtigung

Mittwoch, 10. Juli 2013

Abteilung: Zu doof zum Spammen…

Die Mail hat den gefälschten Absender noreply (at) paypal (punkt) de und den unverfänglichen Betreff „Benachrichtigung“.

So weit der gute Teil daran. Natürlich ist der Absender gefälscht, und die Mail hat den Serverpark von PayPal nicht einmal aus der Ferne gesehen, sondern wurde von der IP eines mittelgroßen Dienstleisters aus den Niederlanden versendet. Und weil der Spammer ein bisschen blöd war, ganz so, wie Spammer es meistens sind, steht da auch nicht meine Mailadresse als Empfänger drin, wie dies bei jeder Mail von PayPal der Fall wäre – stattdessen hat der Spammer einfach alle Adressen als BCC: eingetragen. So musste er nicht so lange mit einem Skript rummachen, das für jede Mailadresse einzeln über SMTP eine Mail versendet, sondern wälzte diese Aufgabe auf den Mailserver ab.

Aber das ist Spamalltag, in seiner Dummheit so alltäglich, dass ich es sonst kaum erwähne.

Hier bleibt mir aber keine andere Wahl, als diese Kleinigkeiten zu erwähnen, denn diese minderbemittelte Kurzwelle von Spammer hat bei diesem E-Müll etwas… ähm… nicht ganz so Unwesentliches vergessen: In der Spam fehlt der komplette Text.

„Macht aber nichts“, sagt sich Mitmensch Dumm in seinem Hohlraum, der dort ist, wo normale Menschen ein Hirn haben, „beim nächsten Mal mache ich es richtig. Vielleicht. Denn wenn ich mein Gestrokel auch noch testen würde, bevor ichs aufs Internet loslasse, käme ich ja gar nicht mehr dazu, das ganze ergaunerte Geld auszugeben“. :mrgreen:

uber Ihre Fotos

Samstag, 22. Juni 2013

ist es Ihre Fotos?

Ja, das war der ganze Text des E-Mülls.

Die Welt ist ja voller ungelöster Fragen.

Zum Beispiel die Frage, was dieser Spammer eigentlich vorhatte, woran er aber wegen akuten Hirnmangels gescheitert ist. Vermutlich wollte er mir und ein paar Millionen weiterer Empfänger dieses Drecks eine Schadsoftware reinwürgen.

An der Mail hängt eine sechs Byte [!] große Datei namens fotos.zip, die kein ZIP-Archiv ist. Sie besteht aus den Bytes… moment…

$ od -tx1 fotos.zip
0000000 12 ba e8 ac 16 ac
0000006

Ich werde die Frage, was dieser mit einer dynamisch zugewiesenen IP-Adresse aus Chile spammende Stümper eigentlich wollte, unbeantwortet lassen und mich erfreulicheren Dingen zuwenden. 😉

Der Stümper kann sich unterdessen mal seinem völlig verkackten Skript zuwenden. Vielleicht fällt ihm dabei ja auch noch ein besserer Text für seine gnadenlos dumme Mail ein…

Ähm… Dicke Eier!

Donnerstag, 6. Juni 2013

Big Balls -- Der pikante Halbzeitsnack -- Bacon / Schinkengeschmack

Gesehen bei Aldi Nord.

Endlich weiß ich, dass die „dicken Eier“ von Fußballfans nach Schinken schmecken. Komm, Werber, da hat dich doch ein heiterer Schalk geritten, du hast das einfach mal probiert und konntest selbst nicht glauben, dass das keiner merken würde… 😀

WE HAD A MASSIVE RUN THIS WEEK

Donnerstag, 30. Mai 2013

Score a quick 100% with BY SD!!! Priced at recently $.01! Barely a fraction of a cent!!! Bayside Petroleum Corp. (BY SD) assured to explode!!! Put in your order on May, 28th!!!

Und ich dachte immer, Mail sei ein schnelles Medium. Wenn mir allerdings einer dieser ganz heißen, ja geradezu explosiven Börsentipps für irgendein fragwürdiges Papierchen mit der Aufforderung kommt, dass ich es ganz dringend vorgestern kaufen soll, bin ich einfach nicht mehr schnell genug dafür… 😀

Aber @KH_Gruender, du Reichwerdexperte…

Samstag, 30. März 2013

…der du so tust, als hättest du an meinem marginalen Gezwitschere auf Twitter Interesse, mir mit einem tollen Skript folgst und dabei erhoffst, dass ich einer Hohlniete wie dir zurückfolge! Was soll ich bitte sehr mit der von dir angebotenen…

Screenshot des Twitterprofils des Followspammers mit dem Text Existenzgründung und Geld verdienen im Internet

…“Existenzgründung“? Ich existiere doch schon, aber sowas von. 😀

Und morgen lernst du noch, wie man „Gründer“ schreibt. Wie man ein Bild mit Dollar-Banknotenbündeln als Avatar verwendet, wenn man ein paar gewiss nicht besonders brauchbare „Geschäftsideen“ an Leute richtet, die eigentlich mit Euro-Banknoten bezahlen, weißst du ja schon.

Der Avatar dieses IdiotenEinen Fail-Zusatzpunkt bekommst du von mir übrigens dafür, dass du ein Bild von Spielgeld genommen hast. Das macht ganz schnell deutlich, wie das mit dem „Geld verdienen“ bei deinen tollen Tipps wohl in Wirklichkeit aussehen wird. :mrgreen:

Anmerkung: Am gestrigen Tag habe ich aus einer idiotischen Laune heraus beschlossen, ab sofort keine Spamfollower auf Twitter mehr zu blocken. So komme endlich auch ich an eine riesengroße Anzahl von Followern. Und so eine riesengroße Zahl ist ja wichtig. Wofür? Weiß ich nicht, aber wichtig. Die ist ja so wichtig, dass einige Spammer mir sogar anbieten, Follower käuflich zu erwerben. Für die Zahl. Als so eine Art „blaue Pille“ für den blauen Vogel. Ich denke aber, dass ich in den nächsten Monaten – bis ich endgültig so vom Spamvogel genervt bin, dass ich den Account dort stilllege – einen Eindruck von einer ganz anderen Zahl bekommen werde: Dem Verhältnis von reinen Spam-Follows zu Follows von „richtigen Menschen“. Nach einem Tag gab es vier Spammer auf einen echten Follow, also einen Spamanteil von achtzig Prozent. Die einzigen, die ich jetzt noch kategorisch blocken werde, sind Journalisten – ein mieses, widerwärtiges und menschenfeindliches Gesäuge, das es im Zuge und im Vorfelde der Einführung des Leistungsschutzrechts endlich geschafft hat, bei mir zu einem noch mieseren Ansehen zu kommen als die ganzen spammenden Arschlöcher.