Aber ich habe doch gar nix bestellt. Und der Absender sollte sich mal einen Kurs in E-Mail bestellen, damit er die im Betreff verwendete Codierung als UTF-8 nicht als ISO 8859-1 angibt, dann sieht der Text auch nicht so peinlich zerschossen aus. 😁️
Diese Spam, die so tun will, als käme sie…
Von: LIDL-Abteilung <no-reply@lidl.com>
Antwort an: David <reply@lidl.com>
…von Lidl, kommt natürlich nicht von Lidl. Wie denn auch? Denn Lidl hat ja gar keine Mailadresse von mir, und schon gar nicht die heute zugespammte Mailadresse. So weit kommt es noch, dass ich stinkenden Werbern die Möglichkeit gebe, mein Leben vollzumailen! Ich sehe schon genug vorsätzlich manipulative Lügen beim Überfliegen der Nachrichten aus der Ukraine und aus Israel, da brauche ich nicht auch noch dumme, intelligenzverachtende Reklame, die mir ohne Unterlass erzählen will, dass ich Geld spare, indem ich noch mehr Geld ausgebe. Jetzt
Es ist eine Spam. Der Absender ist gefälscht. Die Mail wurde in den USA versendet, über eine IP-Adresse aus der Cloud des größten Kumpels und Komplizen der Spammer und Betrüger, über eine IP-Adresse aus der Cloud von Google. Auf eine Abuse-Meldung habe ich verzichtet. Diese ist nach allen meinen Erfahrungen bei Google leider sinnlos, und meine Lebenszeit und Kraft sind beschränkt, so dass ich sie lieber in weniger sinnlose und unerfreuliche Dinge stecke. Außerdem trinke ich lieber Kaffee, als Kafka zu erleben. Google ist der Missbrauch seiner Dienste durch Kriminelle gleichgültig, solange Googles eigenes Geschäft nur gut läuft. Der Mehraufwand mit den kriminell missbrauchten Googlediensten wird dann einfach der ganzen Restwelt aufgelastet, der Profit aus diesen Diensten für Google privatisiert. Google ist selbst schon sehr spamähnlich. Die asoziale und böse Klitsche hat immer noch ein viel zu gutes Ansehen. Kumpel und Komplize der Kriminellen ist als Beschreibung schon ziemlich treffend. Es gefällt mir auch nicht, dass es so ist. Aber ich kann es nicht ändern. Google kann es ändern. Google wird es nicht ändern. Es schmälerte den Reibach.
Ich sags ja: Kumpel und Komplize! 🤬️
Aber ich sage das schon sehr lange. Es hilft auch nichts, das zu sagen. Wenigstens nehme ich in meinem persönlichen Umfeld – das sind die ganzen armen Seelen, die immer wieder hören, was ich so sage, wenn der Tag lang wird – nach fünfzehn Jahren Redens gegen Windmühlenflügel ganz langsam einen Wandel wahr, und die Zeit nähert sich, in der ich zumindest in meiner persönlichen Kommunikation über E-Mail Google komplett blockieren kann. Ich glaube aber weder, dass das an meinem Gerede noch an meinem unbeachteten Geblogge aus der dritten Reihe liegt. Wer mich nach einer solchen Blockade noch mit einer Mail erreichen möchte, muss sich dann dazu halt der Dienste eines Unternehmens bedienen, das nicht gleich vor lauter Gewinnstreben die gesamte Zivilisation aufkündigt. Und ich glaube, ich werde das ziemlich genau so in den automatischen Hinweis reinschreiben. Google is evil.
Wie sagte es Buddha doch so schön, wahr und treffend: Gier ist die Ursache allen Übels.
Apropos Gier: Die Spam hat auch einen „Inhalt“. Diesen hier:
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Das in der Spam verwendete Bild haben die Spammer schön kostenlos und anonym bei Imgur hochgeladen, um es in der Spam aus dem Web nachzuladen. (Bei Menschen mit einer guten und vernünftig konfigurierten Mailsoftware funktioniert das gar nicht erst.) Imgur ist seit rd. anderthalb Jahren eine beliebte Wahl bei Spammern. Und das, obwohl Imgur im Gegensatz zu Google auf Meldungen reagiert und die Bilder entfernt – aber dafür braucht Imgur halt immer ein bisschen Zeit. Und dieses relativ kurze Zeitfenster scheint den Spammern völlig zu genügen, um ihren Schaden anzurichten und von der Kriminalität zu leben.
Natürlich gibt es hier nichts geschenkt. Die Absenderadresse der Mail ist eine Fälschung; die Behauptung, dass diese Mail von Lidl kommt, ist eine Lüge und alles wurde so anonym wie möglich vorgetragen. Dass diese Mail nicht von Lidl kommt, obwohl das Logo von Lidl einfach benutzt wurde, kann man übrigens auch als Laie sehr leicht bemerken: Auf das im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland obligatorische Impressum in einer gewerblichen Mail wurde „verzichtet“. Stattdessen kann man auf „Click here“ klicken, um den Spammer mitzuteilen, dass seine Spam angekommen ist, gelesen wurde und sogar beklickt wird, was natürlich keine gute Idee ist. Außer, man möchte das Postfach in eine Mülltonne verwandeln.
Alle Daten, die man bei der angeblichen Umfrage von Leuten, die sich lieber als „Lidl“ vorstellen, angibt, gehen direkt an skrupellose Kriminelle. Die Meldeanschrift zusammen mit dem Geburtsdatum ist bereits für einen betrügerischen Identitätsmissbrauch ausreichend. Davon kann ein Betroffener jahrelangen Ärger, noch länger währende persönliche Nachteile (zum Beispiel bei Ratenzahlungen, Darlehen und der Wohnungssuche) und nennenswerte Kosten und Aufwände haben. Die eingesammelten Daten werden oft mit anderen Daten zusammengeführt, in ein für die Datenverarbeitung praktisches Format gebracht und in den dunklen Ecken des Internet für eine Handvoll Bitcoin an jeden verhökert, der Interesse daran hat.
Datenschutz ist Menschenschutz. Datensparsamkeit ist Selbstschutz.
Datensparsamkeit ist der einzige Datenschutz, der wirklich funktioniert, weil man ihn selbst in der Hand hat und nicht darauf zurückgeworfen ist, die Zusagen irgendwelcher Gegenübers glauben zu müssen. Daten, die man nicht angibt, können auch nicht veröffentlicht oder missbraucht werden. Ich habe zum Beispiel ganz am Anfang geschrieben, dass Lidl keine Mailadresse von mir hat. Ich weiß das, weil ich grundsätzlich nur Wegwerfadressen oder Aliase angebe, wenn ich genötigt werde, irgendwo eine Mailadresse anzugeben. Eine Telefonnummer – und damit die Möglichkeit für Werber und (nach der „Veröffentlichung“ der Datenbank) Betrüger, einfach mitten in meinem Leben rumzubimmeln zu können, um mich maximalinvasiv zu nerven, mir zu schaden und mir die beschränkte Lebenszeit zu vergällen – gibt es erst recht nicht. Für fast niemanden. Obwohl man inzwischen für die nutzlosesten kostenlosen Nutzlosdienste eine Telefonnummer angeben soll, „um den Account vor ‚Hackern‘ zu schützen“. (Bei Dienstleistern, bei denen es um Geld und Handel mit hoher Attraktivität für Kriminelle geht, sehe ich ein, dass 2FA eine vernünftige Idee ist, sonst nicht. Gute Passwörter und ein guter Passwortmanager sind sicher genug.) Unvergessen, wie vor einiger Zeit scheinbar alle Leute ihre Telefonnummer auf einer Website eines Unternehmens ohne seriöses Geschäftsmodell angegeben haben, um mit einem extrem energieverschwenderischen Chatbot zu chatten, nur weil technisch ahnungslose Journalisten geschrieben und erzählt haben, dieser sei „künstlich intelligent“. Wie die Lemminge… nein, die Lemminge sind nicht so dumm. Das ist die natürliche Blödheit von Menschen, die auf Technikesoterik hereinfallen.
Seid überall sparsam mit der Preisgabe von Daten und lebt in Frieden und Wohlstand! 🖖️
![In die Spam eingebettetes Bild: Aufmerksamkeit! Wir möchten Ihnen die einmalige Gelegenheit bieten, ein brandneues zu erhalten Ninja-Luftfritteuse! -- [Umfrage starten] -- Lidl-Logo](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2024/10/aufmerksamkeit-450.jpg)

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Hey, noch bevor du in dieses Casino gehst, biete ich dir eine kleine und echt jetzt mal total „ehrliche“ Wette an, bei der du eigentlich nur gewinnen kannst: Ich wette mit dir um zehn Euro, dass ich dir, wenn du mir fünfzig Euro gibst, sofort hundert Euro dafür zurückgebe. Du hast hinterher fünfzig Euro mehr, und dann kannst du mir die zehn Euro geben, weil ich die Wette gewonnen habe. Das ist doch so richtig schnelles Geld für dich, das ist doch wie ein rasender Sonic mit einem Bündel Scheine. Da kannst du doch gar nicht „nein“ sagen. Hier, diese hundert Euro meine ich! Stell dir dazu bitte vor, dass ich vor dir stehe, schnell rede und dabei immer mit einem grünen Lappen der EZB vor deinen Augen rummache, den ich dir scheinbar geben will. Du darfst dir den grünen Lappen auch gern vorher genau anschauen und dich davon überzeugen, dass der echt ist. Ich bin ja kein Betrüger. Und ja, ich gebe dir das alles vorher sogar schriftlich und du darfst auch Zeugen dazurufen. Es ist alles fair und ehrlich. Wenn du darauf reinfällst und mir endlich deinen Fuffie gibst, um an den Hunnie zu kommen, gebe ich dir den Zehner und sage, dass ich die Wette verloren habe. Das ist für dich sogar ein noch besseres Geschäft als dieses „Cashback Casino“. Denn mit dem Zehner, den ich dir gebe, nachdem ich dich abgezogen habe, kannst du dir wenigstens Nudeln und Brötchen kaufen. Mit der auf dem Bildschirm angezeigten Zahl dieses „Cashback Casinos“ kannst du dir gar nichts kaufen, die kannst du nur wieder in chancenarmen und betrügerischen Spielen verzocken. Es ist einfach nur eine auf dem Bildschirm angezeigte Zahl. So wertlos, dass das Casino beliebige Mengen davon einfach verschenken kann. Banknoten würde das Casino jedenfalls nicht verschenken.
Diese ganze dumme Casinospam habe ich in den letzten drei Jahren kaum vermisst, aber seit nicht mehr so viele Leute auf Bitcoinbetrug reinfallen, versuchen es die Spammer immer wieder mal mit dem doch schon etwas betagteren Casinobetrug und hoffen, dass inzwischen genug neue, naive Leute nachgewachsen sind, denen man damit das Geld aus der Tasche ziehen kann. Eigentlich glaube ich ja gar nicht, dass ich das noch erwähnen muss, aber ich sags trotzdem noch einmal:
Übrigens: Wenn es wirklich eine Möglichkeit gäbe, einen Raum im dunklen Winter für wenige Cent am Tag zu beheizen, hätten wir alle davon gehört. Und die Apparate würden überall verkauft. Der Mensch, der das entdeckt oder erfunden hätte, wäre auch ziemlich bekannt, und wir hätten ihn vermutlich auch schon in seriösen Nachrichtensendungen gesehen. Er hätte nämlich ein ziemlich großes Problem gelöst, und vermutlich wäre seine Technik auch in größeren Maßstäben anwendbar. Ja, man könnte aus der billig erzeugten Wärme Strom machen, ohne dass es einen Schornstein oder ein Lager für giftigen Atommüll brauchte. Die Verleihung eines Nobelpreises in absehbarer Zeit wäre eine sichere Wette. Man muss nicht lange nachdenken, um zu bemerken, dass hier ein Bullshitprodukt verkauft werden soll.


