Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Mein lieber Freund,

Sonntag, 4. Dezember 2016

Oh, wie schön. Ein Betreff, der auf Komma endet. Man sieht doch immer wieder einmal etwas Neues, nur schön oder intelligent ist es meist nicht. Halbwegs normale Menschen sagen im Betreff grob, um was es überhaupt geht. Das können Spammer natürlich nicht machen, denn sonst kriegt ja fast jeder sofort Zuckungen im Löschfinger und sieht die tolle Spam gar nicht mehr. Und so entstehen derartige Betreffzeilen…

Mein lieber Freund,

…die dann noch einmal als Anrede in der Spam wiederholt werden, weil sie halt wiederholt werden. Einschließlich Komma.

„Lieber Freund“ wäre zwar ein unüblicher, aber durchaus hübscher Name. Allerdings ist es nicht meiner. Der Absender kennt mich nicht. Das macht aber nichts, denn dafür erzählt er wenigstens, wer er selbst sein will:

Ich moechte mich erstmals gerne vorstellen. Mein Name ist Herr Ortega Navas die persoenliche Investment Berater und Vermoegensverwalterin meines verstorbenen Mandanten, der ihre familienname tragt. Er war als privater Geschaeftsmann im internationalen Bereich taetig. Im Jahr 2008 starb mein Mandant an einen schweren Herzinfarkt. Mein Mandant war ledig und kinderlos.

Er ist ein Mann mit einem Namen, der Vermögensverwalterin ist und einen Kunden hatte, der zwar keinen in der Spam genannten Namen hat, aber dafür genau den gleichen Nachnamen wie ich, der ich „Lieber Freund“ genannt werde. Vermutlich hat der Kunde – nenne ich ihn mal, um einen allzu unpersönlichen Tonfall zu vermeiden, Mario Schwerdtfeger – einen Haufen Zaster gehabt, denn er brauchte ja einen Investment Berater mit Deppen Leer Zeichen und jemanden, der den ganzen Zaster für ihn verwaltet, weil er selbst mit der Aufgabe der Kontoführung völlig überfordert war. Die Frage, ob sich das Geld nur angesammelt hat, weil Mario aufs Heiraten und Kinderkriegen verzichtet hat, wird nicht beantwortet.

Und leider hatte Mario einen schweren Herzinfarkt und ist jetzt tot. Hätte es nicht ein mittelmäßiger Herzinfarkt sein können?

Er hinterliess ein Vermoegen im Wert von 10.500.000 (Zehn Millionen fuenfhunderttausend Euro), das sich in einer Bank in Spanien befindet. Die Bank liess mir zukommen, dass ich einen Erbberechtigen, Beguenstigten vorstellen muss.

Dafür, dass Mario so viel Zaster hatte und so wenig Frauen und Kinder, hat er allerdings einen bemerkenswert geringen Betrag zu vererben. Nur rd. 10 Megaeuro. Vermutlich hat er das ganze Geld für völlig inkompetente Investment Berater und Vermögensverwalter ausgegeben, wenn er schon auf Frau und Kinder verzichtete.

Nach mehreren Recherchen erhielt ich keine weiteren hilfreichen Informationen, über die Verwandten meines verstorbenen Mandanten. Aus diesem Grund schrieb ich Sie an, da Sie den gleichen Nachnamen haben. Ich benoetige Ihre Zustimmung und Ihre Kooperation um Sie als den Beguenstigten vorzustellen. Alle meine Bemuehungen Verwandte meines verstorbenen Mandanten zu finden, waren erfolglos. Infolgedessen wuerde ich vorschlagen das Vermoegen aufzuteilen, Sie erhalten 45% Prozent des Anteils und 45% Prozent wuerde mir dann zustehen. 10% Prozent werden an Gemeinnützige Organisationen gespendet.

Und einer dieser völlig inkompetenten Geldverbrenner will sich jetzt auch noch die Erbschaft dieses Restgeldes unterm Nagel reißen, indem er Elias Schwerdtfeger als einen erbberechtigten Verwandten von Mario Schwerdtfeger vorstellt. Angesichts der Tatsache, dass der, die oder das windige Herr Verwalterin Ortega Navas dafür alle möglichen Dokumente fälschen muss, um die Verwandtschaft nachzuweisen, fragt man sich unwillkürlich, warum dann der Nachname eines Komplizen in diesem Betrug unbedingt echt sein muss – ein richtiger Betrüger wüsste ganz sicher, wo man preiswert an ein falsches amtliches Ausweisdokument mit gewünschten Einträgen kommt; für so etwas gibt es in gewissen Winkeln des Internet regelrechte Marktplätze. Aber diese Frage stellt sich nur für jemanden mit Gehirn. Und jemand mit Gehirn ist nicht die Zielgruppe dieses Spammers, denn jemand mit Gehirn würde ja auch nicht nach und nach tausende bis zehntausende von Euro als „Vorleistung“ anonymisiert über Western Union durch die Welt senden, weil jemand aus der Anonymität in einer Spam mit Millionen winkt.

Diese „Vorleistungen“ werden übrigens von der kleinen Betrügerbande zur lokalen Wirtschaftsförderung verwendet, indem sie diese ins Bordell und zum Kokaindealer tragen. So ein Lebensstil ist ganz schön teuer.

Alle notwendigen Dokumente beinhalten sinngemaess auch das Ursprungszeugnis, um demnach Fragen von der zustaendigen Bank zu vermeiden. Die beantragten Dokumente, die Sie fuer das Verfahren benoetigen, sind legal und beglaubigt. Das Vermoegen enthaelt kein kriminellen Ursprung. Das Verfahren wird einwandfrei ohne Komplikationen erfolgen, die Geldueberweisung wird rechts gemaess abgeschlossen. Alles was ich von Ihnen benoetige ist Ihr Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit.

Wofür der Idiot von Vorschussbetrüger ein Ursprungszeugnis brauchen will, um mit betrügerisch ergaunertem Erbschein Geld abzuheben, ist vermutlich das Geheimnis einer Übersetzungssoftware. Eine falsche Identität anzunehmen, um sich am Geld irgendwelcher Verstorbener zu bedienen, ist in der bizarren Kopfwelt der Texte dieses Spammers „legal“. Und auch sonst sind keine Probleme zu erwarten (werden aber trotzdem aufkommen, damit noch ein paar Tausender für Bestechungen benötigt werden, die als „Vorleistung“ zu bezahlen sind). Was kann da schon schiefgehen?!

Kontaktieren Sie mich bitte unter der privaten Fax: 00 34 917 692 xxx, oder meine private E-Mail info (at) navaschambers (punkt) es Die geplante Transaktion wird durch legale Rechtsmitteln fuer Ihren rechtlichen Schutz gefuehrt. Bitte senden Sie mir auch mit Ihrem direkten Telefonnummer fuer einfache Kommunikation

Bitte diese Mail nicht durch einen Klick auf Antworten beantworten, denn der Absender dieser Mail ist natürlich gefälscht. Das ist der ideale Einstieg in eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grussen
Dipl.finanzfachanwalt
Abogado Ortega Navas

Hui, und Anwalt ist der Spammer auch noch! Mit Diplom! :mrgreen:

Diese Spam aus dem täglichen Irrenhaus des Posteingangs ist ein Zustecksel meines Lesers B.G. – Danke!

bestimmten Kreditgeber für Ihr Darlehen Anwendung bin ich durchaus bereit, das Darlehen Betrag, den Sie sicher wollen, zu dienen und ohne Probleme.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Was für ein epischer Betreff! Da kann die Spam doch nur so richtig gutes Spamdeutsch von stinkreichen Darlehensgebern sein, die leider nicht die paar Euro fuffzig für einen richtigen Dolmetscher übrig haben. Gleich mal reinschauen…

Weia, ist die schlecht:

guten Tag
Sehr geehrter Kunde
Wie funktioniert das heute?
Ich unterzeichnete Frau Larochka LARISA Ihre bestimmten Kreditgeber für Ihr Darlehen Anwendung, die ich bin völlig bereit, das Darlehen Betrag, den Sie wollen in völliger Sicherheit und problemlos zu bedienen.

Vor jeder Beobachtung wünsche ich allen reagiert meine Entschuldigung zu bitten, einfach nicht schnell auf Ihre E-Mail.

Ich muss ganz diesen Kreditbetrag geben Sie ausleihen möchten.

Um zu beginnen, erinnere ich Sie, dass die richtige Richtung ist, und ich möchte sagen, dass ich bin eine ehrliche Person und wollen mit ehrlich zu arbeiten, verantwortlich und in der Lage, ihre Schulden in den letzten Pfennig Menschen vergelten.

Also, wenn er wirklich ehrlich und vertrauenswürdig, wie andere Kunden ist, würde er durch ihr Verhalten und ihre Bestimmung kennen dieses Darlehen zu erhalten.

Sie sagen mir, die Menge, die in Not und die Dauer von denen können diesen Betrag zurückzahlen, so dass es Ihnen meine Bedingungen senden und wenn meine Bedingungen stimmen Sie zu, schickte ich eine Form dessen, füllt und hacérmeella kommen für Sie Prozeduren Nachfrage zu starten.

Dank und warten auf den Betrag, den Sie und die Rückzahlung Dauer zu nehmen wissen wollen.

Schließlich wollte er auch Ihnen die Art der Prozentsatz zu sagen, dass Ihr Kreditantrag Betrag von 2% gilt.

Meine Gebote ab € 5.000 bis 750.000 € für Einzelpersonen und bis zu 1.000.000 € für Unternehmen mit hohem Einkommen.

Ich werde für Ihre schnelle Antwort zu warten sein und erinnern Sie noch einmal auf die Bedürfnisse Höhe und Dauer davon weisen darauf hin, dessen wird die Mittel haben zuzahlen.

Danke.

Ohne weitere Worte.

Nicht, dass das ein erster, überwältigender „Erfolg“ der angeblichen künstlichen Intelligenz in Google-Übersetzungen ist…

One of your pages has a broken link

Samstag, 3. Dezember 2016

Wie jetzt, einen nur? Da sammeln sich im Laufe von gut neun Jahren aber deutlich mehr an.

Hi Elias,

Immerhin, der Name stimmt mal. Aber ich kenne dich trotzdem nicht. Und du verstehst vermutlich nicht einmal…

I just wanted to let you know about a link that seems to be broken on this page https://spam.tamagothi.de/tag/referer/.

Here’s the link https://wordpress.org/plugins/stats/ „Statistiken von WordPress.com über das entsprechende Plugin nutzt“, but the page doesn’t seem to be active any more.

…die Sprache des Blogs, das du schnell über eine erweiterte Google-Suche gefunden hast, um mich mit deiner Spam dazu zu bewegen…

We‘ve put together a guide to WordPress Plugin Alternatives; you can see it here http://wiht.link/WPstatsalternative. I thought it may make a good replacement.

…dass ich schnell ein bisschen Code von dir auf meinem Server installiere. Weil… ähm… ja, weil du glaubst, dass der ein guter Ersatz für Code wäre, den ich angeblich benutze, obwohl ich den gar nicht benutze. Natürlich gibt es das von dir angebotene WordPress-Plugin nicht über die Plugin-Datenbank von WordPress, obwohl es relativ einfach ist, dort sein Plugin zu veröffentlichen und man zusätzlich den Vorteil hat, dass alle Anwender über die Update-Funktion halbautomatisch an die jeweils aktuellste Version kommen. Stattdessen wird es mir in einer Spam zur Installation auf dem Server angeboten.

Da müsste ich aber ganz schön doof sein, wenn ich mir das installiere.

I hope this helps.
Amanda

Sicher, wenn ich Code von dir in einem Blog von mir einfüge, hilft das jemanden. Aber nicht mir. Mir wird es nur Ärger machen.

Don’t want emails from us anymore? Reply to this email with the word „UNSUBSCRIBE“ in the subject line.

Ich habe niemals eine Spam von „euch“ gewollt. Ihr habt mir trotzdem eine ins Postfach gemacht. Ihr seid halt Spammer.

WhoIsHostingThis, BM Box 3667, Old Gloucester Street London, WC1N 3XX, United Kingdom

„WerHostetDas“ ist übrigens eine gnadenlos tolle „Firmierung“.

Ich kann nur davor warnen, irgendwelche Plugins für CMS wie WordPress, Joomla etc. zu benutzen, weil sie in einer Spam empfohlen werden. Das ist eine Empfehlung von Spammern. Dass in solchen Plugins böse Hintertüren und Spamfunktionen verbaut sind, halte ich für eine sichere Wette.

Das Landgericht Hamburg über Adblocker

Freitag, 2. Dezember 2016

Es folgt das Zitat des Jahres:

Die Internetnutzer haben ein schutzwürdiges Interesse an der Abwehr unerwünschter Werbung, an Schutz vor Schadprogrammen sowie an der Kontrolle über ihre Daten.

Begründung der Entscheidung des LG Hamburg in der Sache Spiegel Online gegen Eyeo

Und ich habe dem nichts hinzuzufügen. Außer die Aufforderung, immer an diese Feststellung einer an sich kaum der Rede werten Selbstverständlichkeit durch das Landgericht Hamburg zu denken, wenn ihr mit der teilweise sehr aufdringlich und regelmäßig völlig desinformativ dargebotenen Aufforderung auf Presseverlags-Websites konfrontiert seid, doch eure Adblocker abzuschalten. Adblocker sind und bleiben eine unverzichtbare und sehr wirksame Sicherheitssoftware zum Schutz des Computers und seiner Nutzer vor kriminellen Machenschaften beim „Surfen“ im Web.

Ihr System wird von (vier) Virus schwer beschädigt

Freitag, 2. Dezember 2016

DON‘T PANIC! 😉

Wer diese (oder eine ähnliche) Meldung beim Besuch einer Website auf seinem Android-Handy sieht, sollte sich nicht eine Sekunde lang beunruhigen lassen und schon gar nicht auf die Idee kommen, sich wegen einer derartigen Meldung eine App auf seinem Handy zu installieren – diese wird nämlich mit Sicherheit eine Schadsoftware sein, die alles halten wird, was der Text nur „versprechen“ kann:

Auf der Seite http://us.amarketa.top steht: Ihr System wird von (vier) Virus schwer beschädigt. -- Wir erkennen, dass ihr Generic Android 2.0 28,1% BESCHÄDIGT wegen vier schädlichen Viren aus den jüngsten Erwachsenen-Sites. Bald wird es ihres Telefones SIM-Karte beschädigt werden und korrupt Ihre Kontakte, Fotos, Daten, Anwendungen, usw. -- Wenn Sie den Virus nicht entfernen jetzt, wird es zu schweren Schäden an Ihrem Telefon führen. Hier ist, was sie (Schritt für Schritt) tun müssen: -- Schritt 1: Taste tippen und installieren AppLock kostenlos bei Google Play! -- Schritt 2: Öffnen der App zu beschleunigen und Ihrem Browser

Auf der Seite http://us.amarketa.top steht: [Wiederholter Text aus dem zweiten Screenshot entfernt] beheben jetzt! -- ACHTUNG! -- Das Generic Android 2.0 ist mit Viren infiziert und Ihrem Browser ist schwer beschädigt. Sie müssen Viren entfernen und sofort Korrekturen vornehmen. -- Es ist notwendig, jetzt zu entfernen und zu beheben. -- Sie dieses Fenster nicht schließen. -- **Wenn Sie verlassen, werden Sie in Gefahr sein** -- [OK]

Dass es sich hier keineswegs um eine Systemmeldung handelt, sollte schon die lustige Sprache klar machen, mit der hier naiven Anwendern ein schwerer Schrecken eingejagt werden soll, damit sie vor Schreck etwas sehr, sehr Dummes tun.

Aber dass die Leute, die hier mit irreführenden, beängstigenden und zur Eile drängenden Texten anderen Leuten eine App aufschwatzen wollen, demnächst etwas geschickter in ihrer Präsentation werden, halte ich für relativ sicher. Und nein, dass man eine App über Google Play installiert, bedeutet leider niemals, dass es sich nicht doch um einen Trojaner oder eine sonstige Schadsoftware handelt – und auch eine gut aussehende Bewertung der App und vertrauenerweckende Kommentare sind für Spammer schnell geschrieben.

Vielen Dank für die Screenshots an B.G.!

Schlankheitsmittel kaufen in Deutschland

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Wieder einmal ein Idiot von Spammer, der seine dreizehn Wörter Nonsens in eine Grafik steckt, weil seine Wörter durch keinen Spamfilter mehr hinduchkämen. Seine ausschließlich aus einem Bild bestehende Drecksmail kommt allerdings auch nicht hindurch, was übrigens auch ein bisschen am gewählten Namen für den Absender liegt – schon doof, wenn man doof ist:

Von: Lida Daidaihua <azmeqdj@infinitory.biz.ua>

Sie träumen von einer schönen und schlanken Figur? DIE TRÄUME WERDEN WAHR MIT LIDA

Mal wieder eine Gelegenheit für Menschen mit stark gestörtem Selbstbild (das eigentlich anstelle des Übergewichtes behandlungsbedürftig wäre), sich selbst zu vergiften!

Zu diesem sehr gefährlichen Mittel und der völlig irreführenden Reklame für dieses Mittel in Spams und in Websites von Spammern habe ich schon vor sechseinhalb Jahren einen längeren Text geschrieben, dem auch heute nicht viel hinzuzufügen ist. Wer keine Pickel vom schlechten Deutsch irgendwelcher Spamapotheker bekommt und sich von menschenverachtendem Zynismus nicht abschrecken lässt, sondern wegen der Kombination mit Unfähigkeit zur unwillkürlicher Heiterkeit hingerissen wird, kann sich ja mal Screenshot der jetzigen Irreführungen anschauen, die genau die gleichen Lügen wie vor sechs Jahren sind. Für alle, die diesen Müll, der bewusst geäußerte Unwahrheiten und fehlende Informationen mit angeblichen Kundenberichten kombiniert, nicht vollständig lesen wollen, hier nur das Wichtigste:

Lida Kapselnwerden [sic!] von Tausenden von Pflanzen und Kräutern produziert [sic!], die in einem sauberen Ort im grünen Naturschutzgebiet von Yünnan wachsen, und werden nach den spezielen Rezepten der alten chinesischen Medizin hergestellt.

Aus Pflanzen und Kräutern soll das Zeug sein. Sagt ein Spamapotheker.

„Natürlich“ und „Pflanzen“ heißt hier: Es ist ein hochgefährliches Amphetamin-Derivat in hoher Dosis in die Kapseln geschüttet worden, das durch körperliche Auszehrung und Appetithemmung zur Gewichtsabnahme und zu schweren, gelegentlich sogar tödlichen Nebenwirkungen führt, die in keinem tragbaren Verhältnis zur gewünschten Wirkung einer Gewichtsreduktion stehen. In den wenigen Ländern, in denen diese Substanz überhaupt noch als Medikament zugelassen ist, ist sie verschreibungspflichtig, weil eine Behandlung ohne ärztliche Kontrolle wirklich gefährlich ist. Das, was in diesen Kapseln wirkt, hat weder etwas mit Pflanzen noch etwas mit traditioneller chinesischer Medizin zu tun. Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, unter welchen Umständen das Sibutramin in diesen Kapseln hergestellt wird, lege sich eine Speitüte bereit und lese einfach beim Antispam e.V. weiter:

Wenn einmal die Ermittler eins dieser Labore aufstöbern, dann werden regelmäßig schauderhafte Zustände vorgefunden. Zum Mischen der Bestandteile verwendet man in China offenbar der Einfachheit halber Betonmischmaschinen und verschimmelte Schüsseln. Die Arbeit wird von Laien erledigt, völlig unkontrolliert. Jedenfalls ist es Tatsache, dass diese illegalen Fabriken von niemandem kontrolliert werden, und dass Sie niemals wissen, was in den bunten Pillen enthalten ist. Wenn Sie es trotzdem probieren möchten, wünschen wir Ihnen guten Appetit

Das steckt in Wirklichkeit hinter den „Pflanzen und Kräutern“, von denen diese Verbrecher faseln. Aber wer hätte auch geglaubt, dass auf einer mit Spam beworbenen Seite die Wahrheit steht? Es ist nun einmal immer eine ganz schlechte Idee, etwas von einer „Apotheke“ zu beziehen, die davon ausgeht, dass illegale und asoziale Spam ein angemessenes Werbemittel ist.

Anleitung: Verwandeln Sie 200 in 15.000 Euro

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Oh schön, mit Anleitung! 😀

Wie klingt das für Sie, wenn ich Ihnen sage, dass ich Ihnen exakt zeigen kann wie Sie aus 200 Euro ganze 15.000 Euro machen können!

Ehrlich gesagt: Es klingt wie die Lüge eines Spammers.

Die besten Trader die der Markt jemals gesehen hat werden Ihnen helfen über 15.000 Euro zu verdienen und keinen einzigen Cent von Ihnen verrechnen.

Die besten namenlosen Zwielichtgestalten, die sich der Spammer jemals ausgedacht hat, werden mir also helfen, irgendwas zu irgendeine Weise zu verdienen. Und wollen nix von mir. Ist ja bald wieder Weihnachten.

(Der Spammer selbst macht das übrigens nicht und spammt stattdessen lieber.)

Nutzen Sie Ihre Chance und erhalten Sie Ihren PRIVATEN Mentor:

=> Jetzt kostenlosen Platz sichern

Wo gibt es einen kostenlosen Platz? In der Klapsmühle?

(Zugangslink gültig für: gammelfleisch@tamagothi.de

Geschlossene Klammern sind von gestern und der Inhalt einer E-Mail ist völlig überraschenderweise für den im Header eingetragenen Empfänger dieser E-Mail bestimmt. Schön, dass der Spammer das noch mal sagt, da wäre man sonst nie drauf gekommen… :mrgreen:

PS: Es zeigt genau Schritt für Schritt, wie Sie dieses Monat noch 15.000 EURO verdienen können.

Was jetzt, das Link zeigt mir was? Gleich mal klicken¹! Aber das kenne ich noch aus dem Oktober. Nichts hast du an deinem Fintech-Schwindel geändert. Und dein gnadenlos doofes YouTube-Video, das liegt immer noch bei YouTube herum, obwohl ich dich dort als Spammer gemeldet habe. Mit diesem tollen Typen, der ein todsicheres Roulettesystem… ähm… natürlich einen Trick gefunden hat, unter Nutzung eines tollen Rechenverfahrens (im Video als „Software“ bezeichnet) mit windigen Wettzetteln an der Börse automatisch reich zu werden. Und das geht so schlecht weg, dass es nur mit derartiger Spam weggeht, weil sich ja niemand für Geld interessiert…

Dass Googles YouTube auch in völlig eindeutigen Fällen kein Interesse an Spambekämpfung hat, habe ich inzwischen begriffen. Schade. Aber nicht zu ändern. Ich bin froh, dass ich da schon lange nicht mehr aktiv bin. Dass Googles YouTube es dennoch hinbekommt, dass sich mein Bild von deren Angebot immer wieder eintrübt, ist allerdings eine seltene Leistung, auf die man dort nicht stolz sein sollte.

Copyright September ©2016 – Abmelden

Stell mal deinen Kalender nach! Und wenn du schon dabei bist, kannst du gleich noch ein paar andere Dinge bei dir ein bisschen nachjustieren.

¹Natürlich nicht! Ich habe für solche Links einen Browser in einer virtuellen Maschine, die ich im Zweifelsfall wieder auf den vorherigen Zustand zurücksetzen kann. Das ist Spam. Das sind Kriminelle. Ein unvorsichtiger Klick in eine Spam ist dumm.

Blitzschnelle Übersetzungen

Mittwoch, 30. November 2016

An: gammelfleisch@tamagothi.de

Geht an jede Adresse, die mit einem Skript im Web eingesammelt werden kann. Oder kurz: Es handelt sich ganz sicher um illegale und asoziale Spam.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Genau mein Name!

Ich kontaktiere Sie heute im Namen einer modernen Online-Übersetzungsagentur.

Aha! Und was habe ich damit zu tun? Ach, stimmt ja, ich werde kontaktiert. Oder, um es etwas präziser zu sagen: zugespammt.

Wir haben bis heute über 34 000 Aufträge realisiert, dabei wurden über 25 Millionen Wörter und mehr als 500 Webseiten übersetzt.

Schön, ihr zählt beim Übersetzen jedes einzelne Wort. Euer durchschnittlicher Auftrag beinhaltet die Übersetzung von 735,29 Wörtern. Und ihr übersetzt auch Webseiten. Und was habe ich damit zu tun? Ach ja, ich soll davon beeindruckt werden. Weil ich Zahlen aus einer Spam glaube.

Unsere Stärken, wie hohe Qualität, sofortige Angebotserstellung, Realisierungszeit ab 15 Minuten sowie ein qualifiziertes Team von 300 Fachübersetzern und Muttersprachlern haben uns das Vertrauen von bereits mehr als 8000 Kunden eingebracht.

Ihr seid die Besten der Besten der Besten, irre schnell, und ihr habt sogar Kunden. Ihr könntet, wenn das alles auch nur näherungsweise stimmte, eine richtig gute und nachhaltige Reputation aufbauen, die euch langfristiges Wachstum und gutes Geschäft garantiert. Das wollt ihr aber nicht, deshalb spammt ihr lieber. Wie kommt das nur?

Darf ich Ihnen mehr Informationen über unser Übersetzungsangebot zuschicken?

Nein danke, ich habe bereits eine Spam von euch empfangen. Mehr Information als so eine illegale und asoziale Spam benötige ich nicht, um mein Urteil zu bilden. Das sieht allerdings nicht sehr vorteilhaft für euch aus.

Mit freundlichen Grüβen
Andrea Schultz

Innendienst

Oha, das hatte ich lange nicht mehr, dass ich in einer Spam statt eines deutschen „ß“ ein griechisches Beta, ein „β“, gesehen habe. Das letzte Mal habe ich das im Juni dieses Jahres gesehen, als ich wortwörtlich die gleiche Spam hatte. Damals lautete die angebene Domain für das extratolle Übersetzungsunternehmen (das niemals seine Firmierung angibt) aber nicht…

quick-translate.com

…irgendwas mit schnell übersetzen, sondern lingworld (punkt) com. Warum sollte man denn eine konstant unter gleicher Domain erreichbare Website haben, wenn man ein Geschäft machen will? :mrgreen:

Tja, und davor habe ich diesen „β-Fehler“ – den übrigens ein richtiger Dolmetscher, der auch Texte für den Druck übersetzt, niemals machen würde – nur bei ganz fragwürdigen Spammern mit ihren lächerlichen SEO-Angeboten erlebt, die anderthalb Jahre lang die Pest in meinem Spamordner waren.

Auch, wenn das manchem als ein schwaches Indiz erscheint, schließe ich aus der Wiederkehr dieses wirklich sehr schwierig zu machenden Fehlers, dass es sich um genau die gleiche Bande wie damals handelt. Wenn die immer noch – wie damals – hier mitlesen, wird der „β-Fehler“ sicherlich bald wieder verschwinden, so wie auch damals. Es ist ja auch ein viel zu einfaches Kriterium für die Spamfilterung.

Wer mit diesem Pack Verträge macht, wird betrogen. Von Vorkasse und Anzahlungen rate ich strikt ab, und sollte es tatsächlich Übersetzungen geben, wäre es eine gute Idee, vor der Bezahlung einmal jemanden den entstandenen Text lesen zu lassen, der die Zielsprache auch beherrscht. Es ist ja nicht so ein großes Problem, eine „Übersetzung“ mit Google Translate oder einem vergleichbaren kostenlosen Dienst anzufertigen, aber das Ergebnis klingt meist peinlich, unbeholfen und unfreiwillig lächerlich, wenn es nicht gar objektiv falsch gerät. Wer diese Leute gar an seinen Webserver lässt, damit sie eine „Webseite“ übersetzen können, darf sich über den Schaden nicht wundern. Das sind Kriminelle, und die werden für einen Server eine Menge Anwendungen finden, die kein Serverbetreiber vor Polizei und Gericht verantworten möchte¹.

Also: Auf gar keinen Fall darauf reinfallen.

Übrigens: Die Website in der Domain quick (strich) translate (punkt) com zeigt ohne aktiviertes JavaScript keine Inhalte an. Es gibt keinerlei technischen Grund, für eine derartige Website JavaScript zu erzwingen. Ein kurzer Scan mit VirusTotal zeigt, dass es dort keine bekannte Schadsoftware zu geben scheint, deshalb habe ich mal einen Screenshot der Website angefertigt, die natürlich kein Impressum hat:

Screenshot der mit Spam beworbenen und impressumslosen Website 'Quick Translate'

So so, „komplexe sprachliche Leistungen für dich und deine Firma“… ob das informelle „Du“ wohl eine gute Wahl ist, wenn man geschäftliche Aufträge erhalten möchte? Nun, das müssen diese Leute ja wissen, schließlich sind sie die ganz tollen Dolmetscher! :mrgreen:

¹Übrigens, dieser Absatz klingt, wenn man ihn mit Google Translate ins Englische übersetzen lässt, so: „Whoever contracts with this pack will be deceived. I would advise against payment of prepayment and down payment, and if there are any translations, it would be a good idea to have someone read the written text before the payment. It is not such a big problem to make a ‚translation‘ with Google Translate or a comparable free service, but the result usually sounds embarrassing, awkward and involuntarily ridiculous if it is not even objectively wrong. If you let these people even have their web server, so they can translate a ‚website‘, you can not be surprised at the damage. These are criminals, and they will find a lot of applications for a server, which no server operator wants to be responsible for the police and court“. Das liest sich zwar etwas seltsam, ist aber gar nicht mehr so mies und unbrauchbar, wie es noch vor zehn Jahren war. Die besitzanzeigenden Pronomen sind allerdings beim Server sinnentstellend daneben, und generell klingt die Ausdrucksweise ein wenig „unenglisch“. Nun sind Deutsch und Englisch aber auch recht nah verwandte Sprachen, das frühere Dialektkontinuum vom Deutschen über das Niederdeutsche und Niederfränkische über das Niederländische bis hin zum Englischen lässt sich immer noch (trotz der Jahrhundert und vieler politischer und sprachlicher Einflüsse) deutlich erahnen, wenn man die Sprachen hört. Und die stark verschliffene Grammatik des Englischen macht Englisch als Zielsprache einer automatischen Übersetzung relativ einfach. Trotz alledem ist das Ergebnis nur geeignet, um sich einen Eindruck vom Inhalt eines fremdsprachigen Textes zu verschaffen, jedoch unbrauchbar, wenn es auf Feinheiten und auf Stil ankommt.