Und ich bin Herr Horst Glaubtreu aus dem Land der Naiven. Magst du nicht einfach mal in den Betreff reinschreiben, um was es in der Mail geht? So, wie das jeder fühlende und denkende Mensch tut?
Von: Anna Cooper <remyboivin@hotmail.com>
Antwort an: annnaacooopee@gmail.com
An: Recipients <remyboivin@hotmail.com>
Eine Portion „geht an viele Empfänger, nicht an die Absenderadresse antworten“ bitte! Mehr muss man nicht sehen, um den Betrugsversuch zu löschen. 🗑️
Hello Dear,
Genau mein Name! 👍️
I am Mrs. Anna Cooper, from Australia, lived in South Africa for 20years and currently residing in London United Kingdom, a widow to late Dr. Andrew Cooper. I am 80 years old and presently suffering from Leukemia. My health condition has gotten worse and just two weeks ago my doctor informed me that my condition has reach a critical stage, and that I have just 3 months left. This confirmation from my doctor was and still is devastating news; it is hard to know that you have just a little time left to live here. My late husband was a contractor in both South Africa and London, he died in a plane crash and during the period of our marriage we could not bear any child. My late husband was very wealthy and after his death, I inherited all his businesses and wealth both in South Africa and London-United Kingdom.
Einmal die übliche Geschichte von Anna, so, wie sie schon mit tausenden Frauennamen im Spamglibber dümpelte: Anna schaut dem grimmen Tod ins knöcherne Auge, hat Blutkrebs und war mit einem Geldsack verheiratet, der ihr beim Sterben schon mal vorausgegangen ist und einen Haufen Geld hiergelassen hat. Aber immerhin: Der Text ist mal neu. Nur eben nicht inhaltlich.
After the doctor’s medical pronunciation that I have just few months to live, I decided to divide my wealth to contribute to your country and Africa where my late husband as a contractor made lots of money. I want to assist you with the funds to do great charity works in your country, this is my last wish. I selected you after searching few websites; I prayed and was led to you. I am willing to donate the sum of Four Million, Six Hundred thousand United States Dollars (USD$4,600,000.00) to the less privileged through you. Please I want to transfer this money to you as I am travelling to South Africa soonest to have my lawyer amend my WILL. If you can handle this fund and very sure to do charity works on my behalf then I will include your name in my WILL when in South Africa, and from there I will travel to Australia to meet a specialist as I want to be buried alongside my late husband when I passed on. Note that this fund is in the financial institution and upon my instruction; I will file in an application through my family attorney for the transfer of the money into your account for the said purpose
Und jetzt, so ein paar Tage vor ihrer erfreulichen Entkörperung, hat Anna festgestellt, dass auch ihr letztes Hemd keine Taschen hat, und da möchte sie ihr ganzes Geld in meinem schönen Lande (ihr ist leider entfallen, in welchem Lande ich lebe) und in Afrika ausgeben. Statt einfach ihren Anwalt anzurufen und ihm den Kram mit einer Stiftung machen zu lassen, schreibt sie aber lieber eine Massenmail an ein paar hunderttausend Empfänger, die sie mit „Hallöchen, mein Schatz“ anredet. Angeblich, weil sie Websites gelesen hat. Und gebetet hat sie auch. Deshalb will sie mir jetzt mal ganz persönlich 4,6 Megadollar in die Hand drücken, damit ich das Geld an die Armen, Kranken und Unterprivilegierten verteile, während sie schön an der Seite ihres beherzt beim Sterben vorangegangenen Geldsackes zu wertvollem Kompost wird und Gras und Blümchen am Grabstein hochschiebt. Allerdings übergibt sie mir das Geld nicht durch einfachen Versand eines Schecks in einem versicherten Brief und auch nicht durch eine SEPA-Überweisung, sondern glaubt, dass ihr Familienanwalt eine viel bessere Bank als ihre Bank ist.
Der gleiche Familienanwalt, der ihr offenbar nicht erzählt hat, dass sie mit dem Geld auch einfach eine Stiftug aufmachen könnte.
Lastly, I honestly pray that this money when transferred will be used for the said purpose even though I might be late then. I have come to find out that wealth is vanity and I made a promise to God that my wealth will be used to support the poor and the assist the sick. Do let me know if you will be able to handle this fund and use it for the said purpose so that I will inform my attorney and my bank on my decision.
Deshalb kann man, wenn man darauf reinfällt, die lustigsten Geldtransferverfahren mitbekommen, die sich eine Betrügerfantasie so ausdenken kann. Da gibt es Treuhänder, Anwälte, Sicherheitsunternehmen, Lagerarbeiter im Geldspeicher, Notare. Und alle müssen tätig werden, damit das Geld auch rüberkommen kann. Und für jede Tätigkeit wird eine Gebühr fällig, die der Empfänger bezahlen muss, bevor er den Zaster endlich bekommt. Und dann natürlich noch dieser Stempel und jener Stempel, mal hierfür und mal dafür. Erbschein, Geldwäsche, Steuer, Willkür. Beinahe jeden Tag klingelt das Telefon und die Betrüger tragen eine neue, lustige Geschichte vor, und immer malen sie ihrem Opfer wortreich und sehr geübt die Millionen vor Augen, die demnächst, nach Erledigung der echt jetzt mal nur noch ganz wenigen Formalien, einfach da sein werden. Am liebsten sind ihnen fromme, tiefgläubige Opfer, denn wer an absurde Geschichten aus der Überlieferung der Vergangenheit glaubt, der glaubt auch leicht an absurde Geschichten aus der Gegenwart. Vielleicht flehen sie sogar einen Betrügergott an, dass ihnen die ganzen Dummen niemals aussterben. Denn sonst müssten sie ja arbeiten gehen. Und das wollen sie doch nicht. 🛠️

Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain
Wenn sie ihrem Opfer irgendwann kein weiteres Geld mehr rausleiern können – bis dahin haben sie ihnen zuweilen einen hohen fünfstelligen Betrag aus der Tasche gefaselt und sie sogar zur Aufnahme von Darlehen motiviert – bricht der Kontakt einfach ab. Sie haben ja noch eine Handvoll weiterer Opfer, die sie genau so ausnehmen. Das Geld wird für Nutten, Drogen und teure Autos verprasst.
Anna existiert natürlich nicht. Also nicht als Mensch. Sie ist ein reines Fantasieprodukt der Trickbetrüger. Deshalb wirkt ihre ganze Erzählung auch wie aus einem ganz schlechten Groschenroman.
Reply to me using (annnaacooopee@gmail.com)
Nicht an die Absenderadresse antworten, wie man das bei jedem anderen Menschen tun würde! Stattdessen in unverschlüsselter und nicht digital signierter E-Mail an eine anonym und kostenlos eingerichtete Mailadresse über Millionenbeträge kommunizieren. Obwohl diese Mail offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird und auf dem ganzen Weg beliebig verändert werden kann, ohne dass der Empfänger auch nur eine Chance hätte, die Manipulation zu entdecken. Es geht ja nur um Geld. Und außerdem kann man ja beten, vielleicht wirkt das ja besser als Kryptografie. 🙏️
God bless you
Deine Religion mache dich dumm und gefügig!
Mrs. Anna Cooper
Dein Spammchen, das einen Vorschussbetrug einleiten will.
Entf! 🗑️
![Eingebettete Grafik: Benachrichtigung zu Ihrer Paketzustellung Nr. 34632900-371? -- DPD -- Paketverfolgungsnummer: 58412233520000 -- [Verfolgen] -- Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden, da bei der Zustellung keine Person zur Unterschrift anwesend war -- Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir eine Adressbestätigung benötigen, um den Paketversand erneut zu bestätigen. -- [Hier überprüfen]](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2024/01/fakedpd.jpg)
Das kann ich mir vorstellen. Die Deutsche Telekom hat nämlich gar keine Möglichkeit, etwas von mir einzuziehen. Und so lange ich keinen Vormund habe, der die Entscheidungen für mich trifft, ohne dass ich etwas dagegen tun könnte, wird das auch so bleiben. Die Restbestände der Deutschen Bundespost und insbesondere die abzockerische Telekom dürfen meinetwegen einfach ersatzlos vom Markt verschwinden. Nicht, dass der Mitbewerb in der Bundesrepublik Deutschland viel besser wäre, aber was die Telekomiker sich so rausgenommen haben und immer noch rausnehmen – und nein, das waren keine bedauerlichen Einzelfälle, ich habe es über Jahrzehnte hinweg (auch schon in den Zeiten der Bundespost) auch immer wieder von anderen gehört und ich höre es bis heute – zeigt schon eine besondere und sehr vorsätzliche Boshaftigkeit als Grundpfeiler der Unternehmenskultur. Zumindest in der Bundesrepublik Deutschland. Wohl dem, der eine Rechtsschutzversicherung hat! Das dämpft wenigstens die unvermeidbaren Rechtskosten ein bisschen, wenn man mal wieder genötigt, gegängelt, offen belogen oder fies abgezockt wird. Die
Ich gebe hier nur meinen Standardhinweis, auch auf die Gefahr hin, dass ich regelmäßige Leser damit langweile: Wer sich auf Schlangenöl verlässt, das „Sicherheit“ verspricht, ist oft verlassen. Zum Glück für uns alle gibt es aber einen ganz einfachen, kostenlosen, ohne zusätzliche Software auskommenden und hundertprozentig wirksamen Schutz vor derartigen Betrugsversuchen: Niemals in eine E-Mail klicken! Wenn man sich für jedes Unternehmen, mit dem einen Vertrag hat und für jede Website, bei der man ein Benutzerkonto hat, einfach mit flinkem Klick ein Lesezeichen im Webbrowser anlegt und sich angewöhnt, diese Websites nur über dieses Lesezeichen aufzurufen, kann einem kein Krimineller einen giftigen Link unterschieben. Wenn man eine Spam wie die hier zitierte empfängt und sich trotz der relativ deutlichen Anzeichen für den Betrugsversuch nicht völlig sicher ist, ob sie vielleicht doch echt sein könnte (die Telekomiker haben auch oft einen fragwürdigen Stil), dann klickt man nicht in die Mail, sondern ruft man die Website von Magenta über das Lesezeichen im Browser auf und meldet sich dort wie gewohnt an. Wenn sich nach der Anmeldung kein Hinweis auf das in der Mail behauptete Problem zeigt, dann hat man einen dieser gefürchteten Cyberangriffe abgewehrt. So einfach geht das. Bitte, macht das! 🛡️![Lieferung ihres Pakets -- (Foto eines Paketes) -- Sie haben (1) Paket, das auf die Zustellung wartet. Verwenden Sie ihren Code, um es zu verfolgen und es zu erhalten. -- Planen Sie Ihre Lieferung und abonnieren Sie unsere Push-Benachrichtigungen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert! -- Ihr Tracking-Code -- (Barcode) -- 623 942 1841 -- (Button) [Planen Sie Ihre Lieferung] -- Wir hoffen, dass Sie das Erhalten dieser Nachricht genießen. Wenn Sie jedoch zukünftig keine E-Mails mehr erhalten möchten, können Sie sich hier abmelden.](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2024/01/paket-01.jpg)

Die Antwort auf die naheliegende Frage, was ich jetzt mit einem 
So nannte sich der Bullshit-SEO mit seiner IP-Adresse aus Großbritannien und seinem schlecht programmierten und fehlerhaften Spamskript, der heute in aller Herrgottsfrühe um 3:33 Uhr den folgenden Kommentar hier auf Unser täglich Spam hinterlassen wollte, aber wegen seiner multiplen Unfähigkeit am Spamfilter scheiterte. Und dabei hätte er doch so gern seine Spam hier reingemacht, um die besondere Leistungsfähigkeit seiner Spam anzupreisen und seine Spamdienstleistungen für nur noch zehn Dollar zu verkaufen. An Interessierte der Gattung „Hallo lieber Freund“, die noch unfähiger sind als er selbst. Viele können es ja nicht sein, die noch weniger draufhaben, aber lest es einfach selbst:
Morgen lernt dieses Gekrepel in seinem Kurs „Bildbearbeitung für Hirnlose, die leider nicht als erfreuliche Totgeburt geendet sind“ vielleicht noch, wie man das Logo von Google so skaliert, dass dabei auch das Seitenverhältnis erhalten bleibt. Oder, wie man Text in einer Grafik benutzt, ohne dass er unscharf und verschwommen aussieht. Aber hey, hauptsache das alberne Bild mit dem Däumchenhoch und der Anpreisung höchster Qualität sitzt dazu! Es kommentiert sich vorzüglich selbst. Die etwas geringere Qualität als diese gewisslich allerhöchste möchte man danach allerdings nicht mehr kennenlernen. 🤣️
Wer wirklich nicht versteht, dass so eine weltweit verteilte Buchführung wie eine Blockchain mit recht aufwändiger Kryptografie gegen solche nachträglichen Manipulationen abgesichert ist und dass das Kryptogeld von einer Sekunde auf die nächste jeden Wert verlöre, wenn das nicht funktionierte und „hackbar“ wäre, sollte sich ganz dringend ein anderes Hobby als Kryptogeld suchen, bevor er noch auf solche „Zauberer“ reinfällt. Diese Robustheit der Blockchain gegen Manipulationen ist übrigens auch der tiefere Grund dafür, dass Kryptogeld überhaupt ein bisschen als Geld geeignet erscheint, allerdings aber auch dafür, dass Kriminelle die Leute lieber mit einem Betrug als mit einem „Hack“ um ihr oft sauer verdientes Geld bringen. Dass man so eine Transaktion von Kryptogeld nicht einfach rückgängig machen kann, aber dafür sehr einfach ihre Spuren verschleiern kann, kommt den Betrügern dabei sehr entgegen.
Wer sich für Websites, bei denen er ein Benutzerkonto hat, immer ein Lesezeichen im Webbrowser anlegt und sich angewöhnt, diese Websites ausschließlich über das Lesezeichen aufzurufen und niemals, indem er in eine Mail (oder eine SMS, eine sonstige Nachricht, eine Was-auch-immer) klickt, ist gegen Phishing völlig immun. Kein Krimineller kann ihm dann noch einen giftigen Link unterschieben, um ihn so weit irrezuführen, dass er solchen Betrügern Zugangsdaten gibt, ihnen den Vollzugriff auf die Kreditkarte gewährt oder sich eine Schadsoftware von ihnen herunterlädt. Das vielleicht Erfreulichste daran: Es geschieht völlig ohne Komfortverlust, denn es wird ja weiterhin einfach nur geklickt. Nur eben nicht mehr auf einen Link, den einem irgendjemand aus den tiefen, dunklen Weiten des Internets beliebig unterschieben kann.