Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Ohne Betreff

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Diese Spam mit dem gefälschten Absender…

Von: Taylor Witcher <taylorwitcher (at) winfield (punkt) k12 (punkt) mo (punkt) us>

…kommt ohne Betreff. Vermutlich hat sich der Spammer gesagt, dass so weniger auffällt, dass sie auch ohne jede Anrede formuliert ist.

Benötigen Sie eine Finanzierung?

Für mein Leben? Ach ja. 😀

Haben Sie einen Kredit für geschäftliche oder persönliche Bedürfnisse müssen?

Und natürlich würde ich mich für ein Darlehen zuerst an einen Typen wenden, der sein tolles Angebot nur mit dem illegalen und asozialen Mittel der Spam bewirbt. Nicht.

Möchten Sie Ihr Unternehmen zu refinanzieren?

Dem ist es auch egal, was da „finanziert“ wird. Dem ist sogar egal, dass er die Sprache, in der er spammt, gar nicht beherrscht und deshalb klingt wie Yoda nach einer besonders dicken lustigen Zigarette.

Unser Unternehmen ist in den Vereinigten Staaten.

Aber ein Unternehmen hat er. In den USA. Ein Unternehmen, das unter keinem Namen firmiert und keine Website hat. Das klingt plausibel. So kennen wir Bankhäuser. :mrgreen:

Wir bieten Ihnen ein Darlehen für jede Person oder Firma, mit Interesse von 3% pro Jahr.

Tja, wenn man ein Übersetzungsprogramm nimmt, wird aus „interest“ (Zins) schnell ein Interesse, und nicht einmal diese finanzgeschäftliche Subtilität kann der Spam-Banker nachträglich korrigieren, obwohl sie sehr irreführend und peinlich ist.

Für weitere Informationen, wenden Sie sich per E-Mail:
solidbaseinvestment@outlook.com

Bitte nicht auf Antworten klicken, der Absender ist gefälscht! Bitte an eine kostenlos und anonym einzurichtende E-Mail-Adresse bei outlook.com antworten, der Absender legt in Finanzdingen weder Wert auf Privatsphäre noch auf Sicherheit!

(Die Abuse-Mail an Microsoft ist natürlich schon draußen, und die Mailadresse wird hoffentlich in Kürze verschwinden.)

Wer auf die Spam antwortet, wird kein Darlehen bekommen, sondern einen Vorschussbetrug erleben – es sind halt so viele Formalitäten zu erledigen und die Bürokratie in den USA wird auch immer schlimmer, und jede dieser Formalitäten erfordert ein paar finanzielle Vorleistungen für ein paar Gebühren, den Zoll, die US-Behörden. Ärgerlicherweise kann man dieses Geld aber nie per Kreditkarte oder Banküberweisung bezahlen, sondern nur anonym über Western Union, MoneyGram und Konsorten, denn dieser ganz große Finanzdienstleister zieht es vor, kein Bankkonto zu haben, für dessen Eröffnung er ein Ausweisdokument vorlegen müsste. Die Frage, warum das so ist, möge durch kurze Benutzung eines handelsüblichen Gehirnes geklärt werden.

HINWEIS: Leiten Sie Ihre Antwort nur an diese E-Mail:
solidbaseinvestment@outlook.com

Bitte auf gar keinen Fall auf „Antworten“ klicken! Wofür der Header Reply-to gut sein könnte, ist ein Wissen aus einer geistigen Sphäre, die von der leicht eingeschränkten Intelligenz dieses bedauernswerten Debilnauten noch nicht erkundet wurde. Dem reicht es, dass er spammen kann, da muss er nicht auch noch das Medium verstehen, das er nutzt.

Vielen Dank für Ihre Zeit.

Nicht gern geschehen.

2014. SPA ®

Häh?! Ach so, die Spam soll so „offiziell“ aussehen. 😀

My Proposal

Dienstag, 2. Dezember 2014

I am Liu Chang, can you work with me on a business deal? If interested write me

Hallo, ich habe mir einen schönen, chinesisch klingenden Namen für mich ausgedacht und meine kreative Energie war mit dieser Anstrengung bereits erschöpft. Möchtest du mit mir ins Geschäft kommen, namenloser Empfänger? Schreib mir einfach zurück, vielleicht gebe ich mir bei den nächsten Lügen ein bisschen mehr Mühe…

Dein fauler Vorschussbetrüger.

MICROWORD PROMO.

Donnerstag, 20. November 2014

Danke für den Punkt.

Von: Maria Juan Carlos <micropromo (at) yahoo (punkt) com (punkt) hk>
Reply-To: micro_promo (at) yahoo (punkt) com (punkt) hk

Kommuniziert werden soll über eine anonym eingerichtete Mailadresse beim Yahoo aus Hongkong, das passt ja auch viel besser zu einem Unternehmen…

MICROWORD CORPORATIONS:
CUSTOMER SERVICE:
MADRID – ESPANA.

…aus Spanien. Ich sehe geradezu die chinesischen Schriftzeichen vor meinen Augen, wenn ich nur an Spanien denke… :mrgreen:

Und überhaupt, wer ist „Microword“? Im folgenden Buchstaben- und Zahlensalat steht jedenfalls noch…

REFERENCE NUMBERS: MSFT-014-00393
BATCH NUMBERS: MSFT-2014-WIN921
TICKET NUMBERS: 3, 11, 16, 25, 34

…das Kürzelchen von Microsoft, und die kenne ich. Im Gegensatz zu Microsoft scheint dieses unter „Microword“ firmierende Unternehmen…

We are pleased to inform you of the released results of Sweepstakes Promotion organized by Microword Corporations, …

…Reklame-Lotterien zu veranstalten, von denen man in keiner Reklame jemals etwas gehört hat, so dass die Reklamewirkung der Lotterie eher bescheiden ist,…

… in conjunction with the Foundation for the promotion of software products such as Windows.

…und das nur, damit die Leute Microsoft Windows benutzen, weil das ja kaum jemand benutzt. Wer nach diesen wirren Worten aus der Schädelkrypta eines unbekannten Enthirnungsrestes von Spamautor noch nicht bemerkt hat, dass es sich um eine Bullshit-Spam handelt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

The program was held on 15th of november being Saturday 2014, in Madrid, Spain as part of our promotional program to promote our software products, and use of email addresses. Your email address has won a cash award of six hundred and eighty eight thousand four hundred and twenty euro (688,420.00euros).

Wie üblich gibts bei dieser „Lotterie“ niemals eine Mail mit einer Benachrichtigung über einen Gewinn von hundert Euro, immer nur die ganz fetten Dinger. Wie üblich werden dabei auch E-Mail-Adressen gezogen, aber wie die E-Mail-Adresse jetzt an die komischen, oben erwähnten Lottozahlen kommt, ist keines Wortes wert. Wie üblich fällt den Vorschussbetrügern nichts Neues ein, und das ist erschreckend, denn es bedeutet, dass mit ihren seit 2000 nicht mehr weiter entwickelten Betrugstexten aus der Steinzeit des Internet immer noch naive Opfer finden, denen sie anschließend mit einem vor allem über E-Mail und Telefon vorgetragenen Trickbetrug tausende von Euro als Vorleistung rausleiern können – natürlich niemals via Banküberweisung, sondern immer schön anonym mit MoneyGram und Western Union, damit beim Abholen des Geldes nicht die Handschellen klacken. Ist ja auch einleuchtend, dass so eine Internetlotterie, die regelmäßig Millionengewinne verteilt, kein Bankkonto hat…

Contact Our Foreign Transfer Manager for claims with your winning details and your contact information.
Mr. Sanchez Fernando
Tel: 0034 60 286 xxxx
Email: sanchezfernando210 (at) yahoo (punkt) com (punkt) hk

Bitte nicht an die Absenderadresse und auch nicht an die Reply-To-Adresse antworten, sondern an eine dritte anonym registrierte Adresse beim Yahoo aus Spanisch-Hongkong.

Congratulations!!!
Sincerely,
Maria Juan Carlos.

Winkewinke
Dein Vorschussbetrüger, der sich keine Mühe mehr gibt

Ich Hoffe, Ihnen Zu Vertrauen…

Sonntag, 16. November 2014

Gut gemochtes guten Tag teuer, [sic!]

Entschuldigen Sie es, aufgrund der Tatsache, dass meine Mail Sie schockieren kann. Bitte verzeihen mich für die Störung. Ich schreibe Sie in diesem Zeitpunkt nach einigen Tagen überlegung, starke Bitten und drei Tage Fasten. Ich habe Eiter, Ihre E-mail zu erhalten [sic!], dank einer Software mit der „Bezeichnung Eilkontakt v2012 Frankreich“. Die Suchmaschine der E-Mail Adressen. Wenn Sie meinen Brief erhalten, bitte ich Ihnen, mich sehr schnell zu antworten, denn es ist noch ein Spam noch weniger ein Witz. [sic!]

Zunächst wissen Sie, dass das für mich nicht einfach war Lebhaftigkeit zu sein [sic!], Ihnen diese Nachricht zu verfassen, die mich mit Herzen im Zusammenhang stehen. Ich Sie in gebeten, nicht über das erledigte zu erstaunen, dass Sie diese Nachricht eines Unbekanntemannes [sic!] erhalten werden. Ich nenne mich JOHN WILLIAMS von Amerikanischer Nationalität, Witwer ohne Kind. Ich leide seit einigen Jahren unter einem Krebs am Gehirn [Ah, das erklärts!], und meine Gesundheit ist verbessert auf keinen fall [sic!], weil ich nur Behandlungen für die Leerläufe erhalte [sic!], und nicht, um dann zu heilen ich verurteilt werde zu sterben. Ich habe meinen Ehemann [sic! John hatte einen Ehemann…] in einem Unfall verloren.

Gerade jetzt befinde ich mich an der Krebsartige Klinik in London [sic!]. Es ist in diesem Sinn, dass ich Ihnen mit viel Zögern mitteile, dass ich näher verfüge 23.000.000 euro (Dreiundzwanzig Millionen euro) in einer EINER SICHERHEITSGESELLSCHAFT IN FRANKREICH. Mein Wunsch besteht darin, Spende an einer ehrlichen Vertrauensperson und zu machen [sic! An eine Mailadresse, zu der er nicht einmal einen Namen kennt…], damit Sie es für guten Gebrauch für karitative und vorteilhafte Werke benutzen können, da meine Tage von nun an gezählt werden.

Ich werde an der Idee gefoltert zu wissen dieses habe [sic!], die meinem Arbeitsvermittlungsgeld nach meinem Tod [sic!] dienen würde. Ich wünsche sehr, dass dieses Geld sich in den Händen einer bewussten Person [sic!] wiederfindet, und die die Gottfurcht mit einem offenen und großzügigen Herzen hat, das davon Gebrauch gut machen kann. Wenn Sie akzeptieren können, diese Aufgabe zu erfüllen, die mich, ich Sie in gebeten bekannt gegeben wurden [sic!].

PS/ Ich Ihnen, der stark genommen wurde [sic!], mein Angebot zu akzeptieren nicht werden nur meine Fonds systematisch das Eigentum der FRANKREICH Regierung nach meinem Tod.

Wollen Sie mich kontaktieren so schnell wie möglich, wenn Sie einverstanden sind, meine Instruktionen zu verfolgen. [sic!]

Dass der Frieden und die Barmherzigkeit des Gottes mit Ihnen sind.

JOHN WILLIAMS.

Ohne Worte.

Gewinn (Ms. Monica Miller)

Dienstag, 11. November 2014

Aber so heiße ich doch gar nicht. 😀

Hallo,
Anbei ist die Foerderfaehigkei Mitteilung brief beigefügt.
Mit freundlichen Grüßen.
Monica Miller

Und wieder hängt ein PDF an der Mail, und was für ein Meisterwerk das mal wieder geworden ist:

Screenshot der Gewinnbenachrichtigung

Nun, wer trotz dieser hochnotlächerlichen Einheit aus Stil und Formatierung in der Gefahr steht, auf diesen Beschiss reinzufallen, hier mal eine ältere Version… und noch eine… und noch eine… ach! Der Text kommt dabei ja auch schnell vertraut vor.

Denn wenn ein Spammer sich Mühe mit seiner Spam geben würde, könnte er ja auch gleich arbeiten gehen.

Winning Notification Ref: FL-L49UK/11/03

Montag, 10. November 2014

Oh schön, bin ich schon wieder reich geworden. Einfach nur, weil ich eine Mailadresse habe…

Dear Sir/Madam,

Ich habe keine Ahnung, wer du bist.

Please See Attachment To View Your Winning Notification.

Sei bitte mal so doof und mach einen Mailanhang auf, in dem dann drinsteht, was mangels Mailpapier nicht mehr in die Mail reinpasste.

Regards,

Mrs Maria Evarisa.

Winkewinke, dein Voschussbetrüger

Der Anhang ist zur Abwechslung mal ein richtiges PDF-Dokument und keine Schadsoftware (darauf sollte man sich bei einer Spam allerdings niemals verlassen) und sieht so aus:

So sieht das angehägte PDF-Dokument mit der betrügerischen Gewinnbenachrichtigung aus

Schade, dass dieser „Lotterieveranstalter“, der mal eben irgendwelchen Inhabern von Mailadressen, die niemals ein Los gekauft haben, eine halbe Million britische Pfund in die Hand drücken will, nicht die paar Euro zwanzig dafür übrig hat, eine Werbefirma dafür zu bezahlen, dass das Logo dieses Internet-Weihnachtsmannes nicht pixelig aussieht…

Detail aus dem PDF: Das Logo der angeblichen Lotterie

…und dass die Lottokugeln im Logo nicht ellipsoid aussehen. Aber dafür steht ja immerhin im Texthintergrund, dass es sich um ein Original handelt, und wie viel Wert eine solche Angabe hat, zeigt sich allein darin, dass sie in der hier wiedergegebenen Kopie ebenfalls sichtbar ist.

Ansonsten werden in der „Gewinnbenachrichtung“ die üblichen Dinge nicht erklärt:

  1. Wenn eine Mailadresse bei einer Verlosung unter Mailadressen gewonnen hat, warum wird dann nicht die Mailadresse gezogen, sondern irgendwelche Gewinnzahlen?
  2. Warum hat eine Lotterie, die zu Reklamezwecken Geld an Mailadressen verlost, eigentlich keine Website und keine Plakatwerbung, die eine solche Werbeaktion erst wirksam machte?
  3. Warum gibts für die Übergabe des Gewinnes irgendwelche Mittelsmänner statt eines Schecks oder einer Banküberweisung?
  4. Warum haben diese Mittelsmänner eine Anschrift in London, die nicht existiert?
  5. Warum kann man eine solche Mail nicht einfach beantworten, wenn man auf „Antworten“ klickt?

Die Antwort auf diese Fragen ist verblüffend einfach und für die meisten Menschen auch sehr naheliegend: Den Gewinn gibt es nicht, die Absenderadresse der betrügerischen Spam ist gefälscht und wer auf diese Spam reagiert, lernt eine gut eingespielte Bande von gewerbsmäßigen Betrügern kennen, die ihm in vielen Gesprächen über Telefon und E-Mail eine ganze Menge Geld aus der Tasche leiert – hier eine Bearbeitungsgebühr, dort eine Gebühr für die notarielle Beglaubigung, dort eine Gebühr für den Zoll und so weiter – und das so eingesammelte Geld wird dann in Koks, Autos und Nutten umgesetzt. Auf diese Weise wurden durchaus schon Menschen um einen fünfstelligen Euro-Betrag betrogen.

Erschreckenderweise ist diese wirklich alte Betrugsmasche immer noch so erfolgreich, dass ich regelmäßig derartige Spams sehe – und zwar meist mit deutlich weniger „Mühe“ erstellt als die hier gezeigte. Wenn auf eine Million derartiger Spams – die ja „nichts“ kosten – nur zehn Menschen mit genügend Leichtgläubigkeit reagieren, dann machen diese Halunken recht sichere 50.000 Euro.

Der Betreff reicht

Montag, 3. November 2014

Nun, diese Mail hat ja auch einen epischen Betreff:

Von: Mr J D Ray <mm_arm_mar05 (at) yahoo (punkt) co (punkt) jp>
Betreff: My Donation for Charity,i have decided to write you this piece of email because of the undeterminable situation i am into right now.I’m Jimmy Dell Ray from the United States of America,i am Presently admitted at the hospital suffering from a critical ailment.i made a fixed deposit with a bank here in cote d’ivoire,Due to my health condition and i wish to know if i can trust you to use the funds for charity work,await to read from you.Stay blessed Mr.Jimmy D Ray.

Dafür hat der Spammer dann aber auch den Text weggelassen. Steht ja alles im Betreff. Sicher, man könnte Internetbetrüger, der für seinen Betrug auf E-Mail setzt, aber zu doof ist, eine Mail zu schreiben, als einen Vollpfosten bezeichen… aber das wäre eine Beleidigung für jeden Pfosten.

Wichtig.

Sonntag, 2. November 2014

Oh, mit Spam-Punkt nach dem Betreff… muss ja irre wichtig sein, mal reinschauen (es ist eine HTML-formatierte Mail und die „Formatierung“ ist original, die Anmerkungen in eckigen Klammern sind von mir):

Lieber Freund [sic!], Mein Name ist Steven Erwin. Ich arbeite mit einem Finanzierungs Haus [sic!] hier in den Niederlanden. Während meiner letzten Sitzung und Prüfung der Bankkonten in unserer Bank, meine Abteilung fand ein ruhendes Konto mit einer enormen Summe von US $55,500,000.00 [sic! Ein Banker eines Nachbarstaats der BRD schreibt „deutsch“, weiß aber nicht, dass im Deutschen der Punkt die Tausender trennt und das Komma die Dezimalstellen abtrennt und macht es deshalb genau umgekehrt…], die von einem verstorbenen Herrn Williams aus England vor abgelagert wurde sein Tod [sic!]. Aus unserer Untersuchung hatte er keine nächsten Angehörigen, diese Mittel zu erreichen [sic!]. Nach Ansicht der niederländischen Bankenregulierung nur ein Ausländer als nächsten Angehörigen stehen [sic!], angesichts der Tatsache, dass der Hinterleger war ein nicht-Niederländisch. Ich brauche Ihre Erlaubnis, als Partner unserer verstorbenen Kunden zu stehen [sic!], so dass die Mittel freigegeben und sofort auf Ihr Bankkonto überwiesen. Am Ende der Transaktion 40% wird für Sie sein, und 60% für mich und meine Kollegen. Ich arbeite noch an der [sic!] Finanzhaus und das ist der Grund, warum ich noch eine zweite Partei mit zu arbeiten [sic!]. Ich habe in meinem Besitz aller erforderlichen Unterlagen zu haben [sic!], diese Transaktion erfolgreich durchgeführt. Weitere Informationen werden nach dem Eingang der Ihre prompte Antwort zur Verfügung gestellt werden [sic!]. Beachten Sie auch, dass diese Transaktion ohne Risiko, ist alles, was ich brauche deine Ehrlichkeit [sic! Genau die richtige Anforderung, wenn man gemeinsam durch Betrug eine Erbschaft abholt…] und Vertrauen. Bitte antworten Sie mir mit Ihren privaten E-Mail (für vertrauliche Gründen), so dass ich Ihnen mehr Details [sic!] und erläutern die Verfahren der Vorschlag [sic!] an Sie. Bitte bitte [sic!] antworten zurück zu mir dringend obwohl meine private E-Mail (steven (punkt) erwin (at) aim (punkt) com) [sic!] Mit freundlichen Grüßen Steven Erwin

Lieber Steven,

wenn du mich einen Freund heißt, darf ich dich wohl duzen.

Deine lustige Mail, in der meine Mailadresse (meinen Namen kennst du ja ganz offensichtlich nicht) mal wieder einen riesen Batzen Geldes geerbt hat, war mir ein ganz besonderer Genuss. Ich lache nämlich gern.

Dass du den Eindruck erweckst, dass in einem niederländischen Bankhaus weder nennenswerte deutsche Sprachkenntnisse vorhanden sind noch auch nur bekannt ist, wie im deutschen Sprachraum Zahlen formatiert werden – vermutlich, weil man in Banken niemals Zahlen zu Gesicht bekommt – ist peinlich, aber du hast dir gewiss gesagt: „Meine Opfer sind Idioten, für die muss ich mir keine Mühe geben“.

Und genau das erklärt auch dein sprachliches „Ausdrucksvermögen“ und die gelungene Formatierung deiner Mitteilung, die in dieser Kombination einen zwar schrägen, aber dennoch sehr harmonischen Einklang bilden. Immerhin ist deine asoziale Idee, naive Menschen zu betrügen, um dir davon weiterhin viel Zeit in deinem Lieblingsbordell leisten zu können und die gnadenlose Dummheit im Vortrag deiner Betrugsnummer in sich konsistent… da blitzt nirgends auch nur kurz eine Spur von Geist, Einsicht und Könnerschaft auf.

Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Lebensweg.

Dein dich genießen müssender
Nachtwächter