Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Autorenarchiv

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Dienstag, 28. August 2012

St. Patrick’s Day steht vor der Tür und die beste Möglichkeit, um Ihr Glück auf die Probe zu stellen, ist ein Besuch innerhalb unseres Casinos und dabei kräftig zu gewinnen!
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Der Spammer steht vor der Tür und nutzt mal wieder die nächstbeste Möglichkeit, allen Lesern zu zeigen, dass er immer wieder ein bisschen Pech beim Denken hat. Denn der Spammer glaubt allen Ernstes, dass Lá Fhéile Pádraig in Deutschland gefeiert wird. Und er glaubt, dass dieser Tag im August vor der Tür steht. Nun, je nach Definition des Begriffs „vor der Tür“ stimmt das ja auch, es sind nur noch 201 Tage bis zum nächsten St. Patrick’s Day. Verglichen mit dem Tag, an dem die Sonne sich zum Roten Riesen aufbläht und alle eventuell bis dahin überlebenden Spammer in erfreulich schnell abfackelnde Feuerbälle verwandelt, ist das unmittelbar bevorstehend. Für diesen Spammer mit seiner saudummen Casinomasche wird sich sowieso nichts ändern, bei dem wird die Asche genau so intelligent sein wie seine jetzige, vollends überflüssige Existenz als missratene Ausgabe der Gattung homo sapiens.

Wenn ich eine Woche nichts schreibe

Sonntag, 26. August 2012

Wenn ich eine Woche lang nichts schreibe, bedeutet das leider nicht, dass ich eine Woche lang keine Spam sehe, sondern, dass eine ganze Woche lang keine einzige erwähnenswerte Spam kommt. Im Moment werden zum Beispiel ausschließlich dumme Hilfsgeldwäscher für die organisiert Kriminellen des Internet gesucht:

Screenshot meines Spamordners

Und zwar immer mit anderem Absender, aber dem gleichen, brotdoofen Text. Ganz so, als glaubten die spammenden Idioten, dass solche Angebote seriöser und überzeugender klingen, wenn sie wie eine Flut in den virtuellen Briefkasten strömen.

Von: 3% interes rate loan offer

Dienstag, 21. August 2012

Ah, eine Mail ohne Betreff von einem Absender, der offenbar den Absendernamen mit der Betreffzeile verwechselt. Der macht mir bestimmt ein tolles Angebot.

Do you need a loan, If yes Reply us amount and duration.

Ich wünsche zur Beseitigung meiner (wie alles im Kosmos) vorübergehenden finanziellen Enge ein Darlehen in Höhe von 2 Milliarden Dollar. Ich bin gern dazu bereit, es über die nächsten fünfhundert Millionen Jahre in für mich bequemen Monatsraten zurückzuzahlen. Vielen Dank für ihr freundliches Angebot.

Nur noch 128 Tage

Samstag, 18. August 2012

Hallo, unbekannter Spammer,

dass du gerade einen besonders großen Bedarf an Geldwäschern zu haben scheinst und mir deshalb den folgenden Text gleich in zwei Handvoll identischen Ausgaben in das virtuelle Postfach stopfst:

Gut bezahlte Arbeit für Dich! Hohes Zusatzeinkommen in kurzer Zeit

Wir bieten Dir den ausgezeichneten Weg das Geld zu verdienen! Mit uns verdienst Du leicht von 4.000 bis 8.000 Euro pro Monat. Die Arbeit bei uns verlangt nur 2-3 Stunden Deiner Zeit, 1-2 Mal pro Woche. Du kannst die Arbeit bei uns mit Deinem jetzigen Job vereinbaren!. Für Erledigung jeder Aufgabe wird Deine Provision von 400 bis 1.600 Euro ausmachen.

Deine Arbeit wird darin bestehen:

  • ir überweisen auf Dein Konto in der Bank von 2.000 bis 8.000 Euro.
  • Sobald die Überweisung Deinem Bankkonto gutgeschrieben wurde, hebst Du das Bargeld ab.
  • Deine Provision macht 20 % von der Überweisung aus! – von 400 bis 1.600 Euro sind für Dich!
  • Den restlichen Betrag übermittelst Du uns.
  • Wir schicken die nächste Überweisung auf Dein Bankkonto.

Die Beträge und die Anzahl der Überweisungen können beliebig sein, alles hängt nur von Deinem Wunsch und von Deinen Möglichkeiten ab! Diese Tätigkeit ist absolut legal und verletzt keine Gesetze der Europäischen Union und Deutschlands.

Wenn Du bereit bist zu verdienen, schreibe uns auf die E-Mailadresse: de (at) iskan (strich) group (punkt) com. Wir kontaktieren Dich in kürzester Frist und beantworten alle Fragen.

Beeile Dich, die Anzahl der Stellenangebote ist begrenzt!

Sie haben diese Werbung bekommen, weil sich Ihre E-Mailadresse in unserer Datenbank befindet und als für Versand der Arbeitsangebote entsprechend markiert ist. Ihre E-Mailadresse haben wir aus öffentlichen Quellen oder aus Datenbanken unserer Partner bekommen. Wenn Sie meinen, dass Ihre E-Mailadresse irrtümlich in unsere Datenbank geraten ist, senden Sie eine leere E-Mail auf die E-Mailadresse: del (at) iskan (strich) group (punkt) com und Ihre E-Mailadresse wird unverzüglich aus unserem Verteiler gelöscht

Aber findest du nicht auch, dass bei schönen sommerlichen Temperaturen im August dieser eine Betreff…

Betreff: Guter Zuverdienst zum Weihnachten

…ein bisschen daneben ist?

Bis Weihnachten ist es nämlich noch 128 Tage hin.

Meint jedenfalls dein dich lesen müssender

Nachtwächter

Ich hätte den Text ja auch gern völlig auseinandergenommen, aber das ist im Wesentlichen der gleiche Müll, der mich schon im März zum Schreiben brachte. Und das will ich hier nicht alles wiederholen. Wer immer noch und trotz des gefälschten Absenders glaubt, dass es sich um ein seriöses Jobangebot handele, lese bitte beim Antispam e.V. weiter!

An die FüHRER der KONTINENTE

Dienstag, 14. August 2012

[…] Ich habe KONTAKT zum SCHOEPFER erhalten und man sollte mir besser auch glauben, was ich schreibe […]

Wer unempfindlich gegen geistige Durchfälle aus dem Mund ist oder wenigstens eine Familienpackung Kopfschmerztabletten zur Hand hat, lese bitte dieses Prachtstück der vollenthirnten Sinnlos-Spam bei Astrodicticum Simplex in seiner glorreichen Gänze.

Es gibt bizarre geistige Welten, die ich mir lieber aus sicherer Entfernung anschaue.

Der Zugriff auf Ihr Konto wurde eingeschr?nkt.

Montag, 13. August 2012

Es ist ja nicht so, dass die Spammer nichts an ihren Nummern ändern würden.

Es scheint sogar so zu sein, dass die Spammer genau lesen, wie naive Internetnutzer über typische Maschen im Internetbetrug aufgeklärt werden, um dann ihre Spam ein wenig anzupassen.

Der Absender der folgenden Komposition aus HTML-Gestaltung und Phishing-Mail hat sich etwa folgendes gedacht: „Der Polizist da in der Zeitung, der hat gesagt, dass die Phishing-Mails den echten Mails täuschend ähnlich sehen. Da lasse ich mein PayPal-Phishing doch mal völlig anders als die corporate identity von PayPal aussehen, und schon merken die Leute nicht mehr, dass es eine Phishing-Mail ist. Und dann geben die mir hunderte von neuen Zugangsdaten für meine Betrugsgeschäfte“.

Dann setzte er sich an die Tasten und gestaltete eine beachtliche HTML-Mail.

Und so sah das Meisterwerk des unbekannten Künstlers schließlich aus (zum Vergrößern klicken):

Liebe User PayPal, Ungewöhnliche Kontobewegungen haben es notwendig gemacht Ihr Konto einzugrenzen bis zusätzliche Informationen zur Überprüfung gesammelt werden. Zur Zeit haben Sie nur begrenzten Zugang zu Ihrem Pay Pal Konto. Wir bitten Sie daher die von uns angeforderten Kontodaten zu enrneuern. Bitte klicken Sie hier

Es wird mit Sicherheit ein grandioser Erfolg werden! :mrgreen:

@Kreditversorger

Montag, 13. August 2012

Screenshot der Timeline des Twitter-Spammers @Kreditversorger mit dem immer gleichen Tweet: Kostenlose Kreditkarte, bis zu 7 Wochen zinsfreien Kredit, gefolgt von einer nicht empfehlenswerten URL

Klar, du Idiot mit dem einseitigen Mitteilungsbedürfnis, der Flut von Spamfollows und dem extremen Einfallsreichtum beim Einkleiden deines tollen Angebotes – laut deiner Kurzbio auch „ohne Schufa moeglich“ – in idiotische Worte machst überhaupt nicht den Eindruck eines saudoofen Betrügers…

Hi

Sonntag, 12. August 2012

Die im Folgenden zitierte Spam ist eine Einsendung meines Lesers S.

Einen besseren Betreff konnte ich nicht wählen. Ich weiß ja gar nicht, wer du bist und kann dich deshalb mit keinem Namen anreden. Ich hoffe sehr…

Ich hoffe du kriegst diese Nachricht rechtzeitig. […]

…dass rechtzeitig genügend Leute auf meine Story reinfallen, denn die Nutten sind immer so teuer und deshalb brauche ich Geld. Das kann ich natürlich nicht so schreiben, da ich sonst bestenfalls eine grob formulierte Aufforderung zurückbekomme, dass ich mich doch einfach masturbatorisch betätigen möge. Deshalb schreibe ich das lieber ein bisschen anders:

[…] Ich habe einen Ausflug nach Aberdeen in Schkotland [sic!] gemacht und dabei wurde meine Tasche mit Reisepass, Bargeld, und meine Kreditkarten gestollen [sic!]. […]

Du musst verstehen, ich bin hier völlig ohne Geld. Ich tue zwar so, als ob ich dich kenne, aber ich kann dich nichtmal anrufen, sondern dir nur eine ziemlich unpersönlich formulierte Mail schicken. Weil… ähm… mich die persönliche Ansprache eines Freundes einen Cent extra kostet, den ich gerade nicht habe. :mrgreen:

[…] Habe schon meine Bank informiert, aber die Arbeiten nicht so schnell wie ich es haben will. Kannst du mir ein bischen [sic!] Geld borgen damit ich alles erledigen kann und zur recht [sic!] komme. Ich gebe dir das Geld so schnell wie möglich zuruck.

Dass du nach Empfang dieser Mail nicht wissen kannst, wer ich bin und dass ich nicht weiß, wer du bist, ist gar kein Problem. Ich bin schließlich Betrüger und fange vor allem die Dummen – die denken sich nichts dabei, dass sie von einer Mailadresse bei Yahoo, die sie noch nie gesehen haben, angeschrieben werden und auf diesem Weg ohne persönliche Ansprache von angeblichen Freunden um Geld angegangen werden. Das ist ja nur Geld, da ist Mitmensch Dumm eben leichtgläubig. Da sagt sich Mitmensch Dumm so etwas wie: „Welcher von meinen zweihundert flüchtigen Bekannten könnte das jetzt sein? Wer von denen macht so abgefahrene Urlaube? Warum schreibt der nicht seinen Namen dazu? Mann, muss der abgebrannt sein!“

Und dann macht Mitmensch Dumm das, was ich will:

Das Geld durch Western Union ist die beste möglichkeit [sic!]. Lass mich wissen wenn du angaben zur meiner person brauchst (Name, Vorname …) mich das Geld schiken zu können [sic!]. Du kannst mich durch e-mail oder durch die Hotel Reception erreichen kann unter di nummer +44703180xxxx.

Also komm, Opfer, ruf mich an! Ich habe dir mal eine Nummer des Puffs reingeschrieben, in dem ich mich sowieso mein halbes Leben aufhalte, dort weiß die knackige Schwarze mit den unglaublichen Hüften schon Bescheid. Ich bin sehr geübt, dir am Telefon sowohl deinen Namen als auch die Namen von irgendwelchen flüchtigen Bekannten rauszuleiern, so dass du kaum merken kannst, dass ich alle Infos, über die ich im Laufe des Gespräches verfüge, erst von dir bekommen musste. Über Mail gehts im Prinzip auch, aber das ist schwieriger, weil ich dich nicht so gut überrumpeln kann und du alles noch einmal nachlesen kannst, wenn dir etwas spanisch vorkommt. Deshalb werde ich dich in jedem Fall schnell darum bitten, dass wir die weiteren Dinge telefonisch klären – und dir in meiner bereits halbfertigen Antwortmail von riesigen Problemen erzählen, in denen ich stecke. (Haha, wenn du wüsstest, worin ich jetzt wirklich stecke!) Herzzerreißende Geschichten habe ich noch genug auf Lager. Schließlich sollst du schnell einen möglichst großen Betrag anonym zu mir rüberschicken. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie teuer mein Lebensstil ist! Die Huren! Das Auto! Mach schnell!!

Ich warte auf deine Antwort.

Txxxxxs

Ich warte auf das Geld von zwei Handvoll Idioten, die auf meine Nummer reinfallen.

Dein zynischer Betrugsspammer

PS: Wenn die plumpe, anonyme Nummer irgendwann nicht mehr geht, werde ich das Verfahren verfeinern. Dann werde ich mir über Facebook, Google Plus, LinkedIn und Co. gleich Leute raussuchen, die den Eindruck erwecken, als seien sie mit Zaster vollgesogen, damit ich die gezielt leersaugen kann. Das Geld sieht man ja daran, was sie so machen und wo sie so hingehen. Und man sieht auch gleich, wie die Bekannten heißen und was sie so machen und wohin sie in Urlaub fahren. Die Mailadressen herauskriegen ist häufig kein Problem mehr, nach diesem Jahr der großen Datenlecks*. Das macht zwar viel mehr Mühe als die Streumunition, aber verspricht mir auch, viel mehr Geld abzugreifen. Das Internet der Deppen und Idioten ist für das alte Betrugsgeschäft ein Paradies. Ich hoffe nur, dass die Deppen und Idioten niemals lernen, ihre E-Mail digital zu signieren

Denn das wäre wirklich gräßlich für mich, wenn bei E-Mail der Absender jenseits jedes vernünftigen Zweifels klar wäre. Gut für fiese Betrüger wie mich, dass im Internet der Deppen und Idioten durchgehend Webmailer verwendet werden, die ein digitales Signieren des E-Mail gar nicht erst ermöglichen.

*Welche Datenlecks? Blizzard, Mister Spex, Dropbox, MeetOne, Gamigo, AndroidForums.com, Yahoo, eventuell DHL, LinkedIn (unbedingt auch lesen, was Datenschutz dort wert ist), YouPorn, Zappos… und das waren nur die größten und bekannt gewordenen Fälle dieses Jahres. Es zirkulieren längst riesige Listen, in denen den Klarnamen Mailadressen zugeordnet werden. Die anonyme Ansprache in einer E-Mail ist kein sicheres Kriterium mehr, um Spam von richtigen Mails unterscheiden zu können. Was passieren wird, wenn das mit den so genannten „Social Web“ kombiniert wird und von talentierten Betrügern genutzt wird, kann ich mir lebhaft vorstellen. Dass es irgendwann, vermutlich sogar recht bald, zu dieser Kombination von offenen Datenbeständen durch Kriminelle kommen wird, ist hingegen völlig sicher. Geld ist einfach unwiderstehlich.