Unser t├Ąglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. K├Âstlich und aromatisch.


­čîŹ POSTß║×ANK

Samstag, 12. Juni 2021, 13:57 Uhr

Hui, dieser Spammer kann ein Emoji und ein gro├čes „ß║ד in den Betreff machen, das muss ein ganz gro├čer Spezialexperte sein.

ss

Nein, ich geh├Âre nicht zur Schutzstaffel.

WICHTIGE INFORMATION F├ťR SIE

Oh, das ist f├╝r mich? Lag es etwa deshalb in meinem Posteingang?

Sehr geehrter POSTBANK Kunde,

Erstens ist das nicht mein Name, und zweitens bin ich kein Postbank-Kunde. ├ťbrigens auch kein Post├čank-Kunde. Und drittens w├╝rde die echte Postbank sicherlich noch die Kontonummer erw├Ąhnen, denn es sind gar nicht so wenige Menschen, die mehrere Konten haben.

Um unsere Beziehung weiter zu personalisieren und den Austausch mit Ihrem Berater zu erleichtern. Wir m├Âchten Ihre Zustimmung einholen, um Ihre Daten in Bezug auf Informationen zu neuen Bank├Ąnderungen, die von der POSTBANK * durchgef├╝hrt wurden, zu ├╝berpr├╝fen.

Das letzte, wozu ich eine „pers├Ânliche Beziehung“ haben m├Âchte, ist ein Kreditinstitut. Schlimm genug, dass die meisten Menschen es nicht mehr vermeiden k├Ânnen, die Dienstleistungen dieser legalisierten Abzocker in Anspruch zu nehmen, noch schlimmer, dass diese Parasiten nach der politisch seit Jahren vorangetriebenen Abschaffung des Bargeldes nicht nur ihre Kunden weiter abziehen, sondern zudem f├╝r jeden popligen Bezahlvorgang eine Transaktionsgeb├╝r kassieren, ohne dass noch jemand davor fliehen kann. Bezahlen werden wir das alle, denn diese Kosten werden in die Produktpreise mit eingepreist.

Was kannst du tun?

Vehement und bei jeder Gelegenheit der Politik und der Bankenlobby widersprechen. Ach, der Spammer fragt mich ja, was ich f├╝r meine Beziehung mit der Pestbank tun kann. Na, das ist eine Spam, da ist doch klar, was ich tun kann:

├ťberpr├╝fen Sie Ihre Nachrichten, indem Sie sich anmelden:

Mein Login >>

Ich kann in die Spam klicken. Wenn ich dumm bin.

Und nein, nat├╝rlich f├╝hrt der Link nicht zur Pestkrank, sondern in eine Website…

$ surbl ousthunfirws.com
ousthunfirws.com	LISTED: ABUSE

…die wegen Spam bereits auf allen Blacklists dieser Welt steht.

Und damit kann ich einmal mehr darauf hinweisen, dass es zum Gl├╝ck f├╝r die ganze Menschheit einen hundertprozentig wirksamen Schutz gegen die h├Ąufigste Betrugsform im Internet, gegen Phishing gibt: Einfach niemals in eine E-Mail klicken! Wenn man nicht in eine E-Mail klickt, sondern sich f├╝r h├Ąufig besuchte Websites Lesezeichen im Webbrowser anlegt, kann einem kein Verbrecher mit einer solchen Spam einen vergifteten Link unterschieben. Einfach die Website ├╝ber das Lesezeichen aufrufen, sich ganz normal anmelden, und wenn die in der Mail behaupteten Probleme gar nicht existieren, dann hat man einen kriminellen Angriff abgewehrt. So einfach geht das. ­čŤí´ŞĆ

Irgendwelches Schlangen├Âl und irgendwelche Browser-Addons gew├Ąhren hingegen einen sehr geringen Schutz, der sogar gef├Ąhrlich werden kann, wenn er zu einer falschen „gef├╝hlten Sicherheit“ f├╝hrt. ÔÜá´ŞĆ

Was ├Ąndert sich konkret?

Die neuen ├änderungen betreffen haupts├Ąchlich die Synchronisation von Mobiltelefon und Postfach, um Erinnerungen per E-Mail zu senden.

Aha! ­čĄí´ŞĆ

Sie haben Fragen? Wir sind f├╝r Sie da.
Telefon-Banking: 0211 – 900 20 ÔľáÔľáÔľá
Kreditkartenservice: 0211 – 900 20 ÔľáÔľáÔľá

Ja, ich frage mich, warum das mit euren Kunden immer noch funktioniert. Seid ihr bei der Pestkrank etwa nicht dazu imstande, eure E-Mail digital zu signieren und eure Kunden anzuleiten, diese digitale Signatur zu ├╝berpr├╝fen? Damit w├╝rdet ihr helfen, den Phishing-Sumpf auszutrocknen. Wollt ihr aber nicht? Das ist sehr, sehr schade. Und sehr, sehr schlimm.

POSTBANK
Vorstand: Pascal Laugel (Vorsitzender); Berthold R├╝sing; Maria Topaler
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Ren├ę Dangel | Sitz der Gesellschaft: D├╝sseldorf
Handelsregister Amtsgericht D├╝sseldorf HRB 83351 | USt-ID-Nr.: DE 811 285 485
USt-ID-Nr. des umsatzsteuerlichen Organtr├Ągers: DE 811 623 326

Oh, eine Spam mit einem hinreichenden E-Mail-Impressum. Leider nicht mit dem vom wahren Absender. Denn diese E-Mail hat niemals einen Server der Frostzank gesehen.

Falls sich jemand fragt, warum ich die Firma „Postbank“ st├Ąndig verballhorne: Ein Kreditinstitut, dass nicht wei├č, dass seine wesentliche Dienstleistung in der Auszahlung von gesetzlichem Zahlungsmittel liegt und das vors├Ątzlich in einer gar nicht ganz so kleinen Gegend Hannovers rd. 100.000 Menschen in Abh├Ąngigkeit von einem einzigen Geldautomaten f├╝r die geb├╝hrenfreie Abhebung leben l├Ąsst, ist nicht mehr ernstzunehmen. Wenn dann auch noch zur Fernkontof├╝hrung ├╝ber das Internet oder gar zur ganz „sicheren“ Fernkontof├╝hrung ├╝ber das Wischofon gewaltgestupst wird, indem man Kunden, die das nicht wollen oder k├Ânnen, Apothekengeb├╝hren f├╝r das Einlegen eines ├ťberweisungstr├Ągers in einen Schnellscanner und den anschlie├čenden automatischen Start einer OCR in einem Formular abzockt (Arbeitsaufwand: unter eine Sekunde), ist man auch noch offen kundenverachtend und widerlich. Ich w├╝nsche der Pestkrank von ganzen Herzen eine tiefe und intensive Beziehung zum Insolvenzverwalter, von der sie sich niemals wieder erholt! ÔÜ░´ŞĆ

Diese Mitteilung sowie alle Anlagen sind vertraulich und ausschlie├člich f├╝r ihren bzw. ihre Empf├Ąnger bestimmt. Sollten Sie diese Mitteilung versehentlich empfangen haben, teilen Sie dies dem Absender bitte unverz├╝glich mit und vernichten Sie die Mitteilung. Unerlaubte ├änderungen, Bearbeitungen, Nutzungen oder Bekanntgaben sind verboten. Der Absender lehnt eine Haftung aufgrund dieser Mitteilung ab, falls sie ge├Ąndert, verzerrt, gef├Ąlscht, mit einem Virus infiziert bzw. ohne Erlaubnis bearbeitet oder weitergeleitet wurde.

This message and any attachments are confidential and intended for the named addressee(s) only. If you have received this message in error,

Oh, der englische Absatz bricht mittendrin ab. Vermutlich wurde es an dieser Stelle sogar dem Spammer zu l├Ącherlich.

Diese Spam, die offen wie eine Postkarte durch das Internet gesendet wurde; die wegen des Verzichts auf digitale Signatur auf ihrem ganzen Transportweg gelesen und unentdeckbar ver├Ąndert werden konnte, ist ein ganz geheimes Geheimdingens. Bitte gleich nach dem Lesen aufessen! Das bedeutet aber nicht, dass der Absender f├╝r die Sch├Ąden durch seine ganz geheime Geheimmail haften will.

Acc├ędez ├á la version en ligne du message.

Aber ich habe die Mail doch schon in ihrer „Online-Version“ gelesen. Oder was glaubt ihr, wie ich Mails bekomme? ├ťber das dritte Auge? ­čĄí´ŞĆ

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Und ich brauche da auch nichts abzubestellen. Dies ist eine kriminelle Spam von Trickbetr├╝gern. Wenn ich da reinklicke, dann erfahren die Absender nur, dass diese Spam angekommen ist, gelesen wurde und sogar beklickt wurde. Danach wird es zwar nie wieder leer im Postfach…

Screenshot eines kleinen Ausschnitts meines heutigen Spamaufkommens

…aber die „├╝blichen Themen“ der Spammer sind fast noch langweiliger als Leere. Keiner will diese M├╝llfluten asozialer, krimineller Idioten!

Ach ja, deshalb klickt man ja auch nicht in eine E-Mail. Das bewahrt nicht nur vor Phishing, sondern indirekt auch ein bisschen vor vielen anderen Kriminalit├Ątsformen, die ├╝ber E-Mail-Spam vorangetrieben werden. ­čľ▒´ŞĆ­čÜź´ŞĆ

2 Kommentare für ­čîŹ POSTß║×ANK

  1. Herr B. sagt:

    Hier steckt ein kleiner Zitat / Text – Formatierungsfehler drin (vor dem „Erstens ist das…“), der das ganze etwas un├╝bersichtlich macht.

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