Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Montag, 14. Januar 2019, 06:54 Uhr

Abt.: Irgendeine Sprache wird schon passen…

Na, was wird mir denn angeboten? Schade, dass das nicht wie bei jedem vernunftbegabten Wesen einfach im Betreff steht. Mal reinschauen:

Von: infoh@nc-import.co.uk
Antwort an: impactfundscorp@gmail.com

Kenne ich nicht – und die Absenderadresse ist gefälscht.

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Aha, dieser dumme Hirnkrepel von Vorschussbetrüger, der offensichtlich schon irgendwann aufgeschnappt hat, wie man Google Translate bedient, hat es leider immer noch nicht gelernt, wie man die dabei hervorkommenden lustigen Zeichen mit irgendwelchen Kringeln dran in eine HTML-formatierte E-Mail bringt, obwohl das jedes aufgeweckte Kind weiß. Weil der Vollidiot sein peinliches Gestrokel nicht testet, bevor er das Spamskript startet und auf ein paar Millionen E-Mail-Konten loslässt, hat er es auch nicht vorher gemerkt, und hinterher konnte er es halt nicht mehr ändern, falls es ihm überhaupt aufgefallen ist. Einmal ganz davon abgesehen, dass er einfach UTF-8 als Kodierung angeben könnte, damit er niemals mehr derartige Probleme hat.

Aber dafür hat der Spambankier angeblich Darlehen. Sagt er. Wer auf seine Spam antwortet – aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten, denn die ist gefälscht – hört lustige Lügen und muss ein paar Vorleistungen bezahlen. Nein, nicht mit einer Banküberweisung, einem Scheck oder einer Kreditkarte, sondern vollständig anonymisierend über Western Union und Konsorten. Das Geld ist natürlich weg, wenn man darauf reingefallen ist. Und vorher kommunziert man in unverschlüsselter E-Mail, also offen wie mit Postkarten, mit einer kostenlos und anonym eingerichteten Freemailer-Adresse über Geldsachen und gibt Spammern auf diesem Weg auch noch genug persönliche Daten, um damit allerlei Betrugsgeschäfte machen zu können. Das ist alles keine gute Idee.

Animierter Briefumschlag mit HakenVirus-free. www.avast.com

Das Wörtchen „Spam“ in dieser Animation ist natürlich von mir. ;)

Solche Sprüche unter einer E-Mail sind sozusagen das Siegel dafür, dass es sich um Sondermüll handelt, den man einfach automatisch in die Glibbertonne schmeißen kann.

Denn ein fühlendes Wesen, das etwas Lesens- und Wissenswertes mitzuteilen hat, würde die Empfänger seiner Mitteilungen niemals mit derartiger Reklame belästigen.

Aber auf der anderen Seite hindert nichts und niemand einen Verbrecher daran, an seine E-Mail eine Kollektion frischer Schadsoftware anzuhängen, und anschließend diesen Text mit „Virusfrei dank Avast“ nebst hochnotlächerlicher Briefumschlag-Animation einzufügen, um naive Empfänger damit einzulullen. Ich habe diesen Text eben gerade in einem Blogartikel eingefügt. Das war nicht schwierig. (Es war schwieriger, das Wort „Spam“ in die Grafik zu fummeln.) Er lässt sich genau so einfach in eine E-Mail einfügen. Er ist reine Reklame. Er sagt nichts über die Sicherheit einer Mail aus. Er ist reinster Bullshit, der das Schlangenöl-Prinzip der „gefühlten Sicherheit“ in Regionen bislang ungekannter Hirnlosigkeit trägt.

Deshalb würde ja auch ein fühlendes Wesen niemals ein Schlangenöl einen solchen Reklametext unter seine lesenswerten Mitteilungen pappen lassen. Und deshalb findet man Werbesprüche wie diesen Avast-Spruch nur unter den Lügen von stinkenden Reklameheinis und unter den kriminellen Versuchen spammender Gauner, die in der Intelligenzliga regelmäßig gegen eine Brennnessel verlieren.

Wenn man eine E-Mail mit diesen Spruch unbesehen löscht, ist das wie bei der Phrase „Click here“. Es gibt keine einzige Fehlerkennung.

Gruß auch an Avast! :mrgreen:

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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