Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Ihr Tarifmodell ist veraltet

Donnerstag, 7. Juni 2018, 14:12 Uhr

Aber ich habe gar kein Tarifmodell. :D

Hallo,

Ich heiße aber „Liebes Mailadresse“. :D

Wie besprochen […]

Wann? Wo? Warum?

[…] können wir die Anpassungen in Ihrem Tarifmodell nur noch über eine Umstellung realisieren.

Und vor allem: Wer ist dieses „wir“, das da so wirr spammt.

Ihr Vorteil: Geringerer Beitrag ab dem 17.8. um 23%, ab September dann in der ersten vollständigen Rate um 87,44 Euro für die weiteren Monate. Wir prüfen im Januar erneut nach, um Beitragserhöhungen abfangen zu können.

Aha, ich habe als Vorteil geringere Beiträge. An was? An den Kleingartenverein? Und dann zahle ich Raten. Für was?

Ihre Übersicht.

Alle Fragen, was diese Sphinx von Spammer mit ihren nebulösen Formulierungen überhaupt meint, lassen sich nur durch einen Klick in die Spam klären. Der Link enthält eine eindeutige ID als URI-Parameter, so dass der Spammer immer mindestens erfährt, dass seine Spam angekommen ist und auch beklickt wird.

Und anschließend „darf“ man nach den spamüblichen Weiterleitungen noch in der Website in der Domain siegervergleich (punkt) online einen Datenstriptease vor Spammern machen, der für einen kriminellen Identitätsmissbrauch und für eine gute Einschätzung der Bonität (wichtig bei Betrugsgeschäften in fremdem Namen) hinreicht. Diese Website sieht übrigens so aus:

Screenshot der betrügerischen Website mit dem angeblichen Vergleich privater Krankenversicherungen

Zu Risiken und Nebenwirkungen der wirklich dummen Idee, wegen einer E-Mail-Spam in einer spamverlinkten Website umfassende persönliche Daten einzugeben und diese abzusenden, weil von Unbekannten gespartes Geld versprochen wird, fragen sie doch bitte einfach auf der nächsten Polizeiwache, wenn sie einem dahergelaufenen Blogger wie mir nicht glauben wollen! Aber bitte auf gar keinen Fall darauf reinfallen!

Diese Form der Datengewinnung für kriminelle Zwecke ist natürlich schon ein alter Hut. Aber sie scheint immer noch erfolgreich genug für die spammenden Banden zu sein. Nur das Design der Webseiten, mit denen die Daten eingesammelt werden, ist im Laufe der Jahre immer vertrauenerweckender geworden. Wohl dem, der sich nicht vom Design verblenden lässt!

Vergleichen Sie das selbst. Ich freue mich dann auf Ihre Nachricht.

Hey, ich denke, ihr habt da schon was für mich rausgesucht. Und jetzt soll ich selbst suchen? Nö!

Freundliche Grüße und eine schöne Restwoche wünscht

Milena Niehüser
Kundenbetreuung Region Nord
Sachsenstraße 5
20097 Hamburg

Aha, nicht weiter verwendbare Daten landen dann einfach in den Spams, so dass man sich über Strafanzeigen und Hassbriefe freuen darf… :mrgreen:

Sie können jederzeit entscheiden, diese Informationen nicht weiter zu erhalten.

Wer es glaubt, ist dumm. Der Klick teilt dem Spammer mit, dass die Spam ankommt, gelesen wird und beklickt wird. Was wird ein Spammer – wohlgemerkt: der schon äußerst asozial und offen illegal vorgeht – wohl mit dieser Information anfangen? Der Klick wird Folgen haben. Bis zu dreißig jeden verdammten Tag.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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Beachten sie vor dem Schreiben eines Kommentares die Datenschutzerklärung für Unser täglich Spam. Wenn sie Wert auf ihre Privatsphäre legen und aus gutem Grund nicht überall ihren Namen und ihre E-Mail-Adresse angeben wollen, machen sie einfach Phantasieangaben.