Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Grüße von Frau Rebecca Richard Marius

Freitag, 1. August 2014, 14:49 Uhr

Schöner Name, wenn auch etwas fremd… :D

Grüße von Frau Rebecca Richard Marius

Aber das hast du doch schon in den Betreff geschrieben. Und es ist übrigens auch kein guter Ersatz für eine Anrede.

Ich bin Mrs.Rebecca Richard Marius eine alternde Witwe leidet lange Krankheit, […]

Vermutlich gehört die Schwierigkeit eines treffenden Ausdrucks in der Sprache, in der du mich anschreibst, zu den quälenden Symptomen deines Krankseins.

[…] Kürzlich sagte mir mein Arzt, dass ich nicht für die nächsten drei Monate wegen meiner Krebs problem.

Immerhin, deiner Krebs Problem wird sich dann erledigt haben. Eingentlich eine sehr schöne Vorstellung, dass es einen Spammer weniger gibt.

I derzeit in einem Krankenhaus bin Liguster zugelassen dauern [sic!], ich habe einige Fonds ich von meinem verstorbenen liebevoller Ehemann Richard Marius geerbt, wir waren für Achtzehn Jahre mit einer Tochter (Hannah), der später starb bei einem Autounfall verheiratet.

Nett, dass ihr so vorbildliche Eltern wart, dass ihr eure Tochter nicht nur geliebt, sondern gar geheiratet habt – und zwar während eines tödlichen Autounfalls.

Als mein verstorbener Mann noch am Leben war er hinterlegt die Summe von (US $ 2.500.000) zwei Millionen fünfhunderttausend US-Dollar, die er mit einer erstklassigen Bank in Abidjan Cote d‘Ivoire hinterlegt.

Immer wieder faszinierend, dass stinkreiche Leute von der Elfenbeinküste nicht wissen, wie man „Côte d‘Ivoire“ schreibt (mit accent circonflex über dem „o“). Oder wie dieser Staat auf deutsch heißt, wenn sie schon deutsch schreiben. Schließlich würde sich ja auch jeder Deutsche beim Wort „Deutschland“ verschreiben. Aber hauptsache, das mit dem Geld stimmt.

Nachdem bekannt meinen Zustand habe ich beschlossen, diesen Fonds zu einer Organisation spenden, Waisenhäusern , humanitäre Hilfe, und ich brauche eine sehr ehrliche und gottesfürchtige Person, die diese Mittel für Gottes Werk verwenden können. Ich beschloss, diese Fonds zu einer Charity-Organisation und der humanitären Hilfe zu spe [sic! Zeilenumbruch aus dem Original.]
nden, dass dieses Geld den Weg werde ich hier anweisen nutzen wird, nach dem Wunsch meines verstorbenen Mannes vor seinem Tod. Und 15% von der gesamten Mittel werden für Ihre Entschädigung für diese Arbeit Gottes zu sein.

Todesnähe und geheuchelte Frömmigkeit sollen hier erklären, wie jemand auf dieser Welt so unsäglich dumm sein kann, irgendeinem Fremden zweieinhalb Millionen Dollar in die Hand drücken zu wollen. Offenbar ist es der guten Frau nicht möglich, einfach einen Überweisungsauftrag auszufüllen oder Schecks in Briefumschläge zu stecken, und deshalb möchte sie es maximal umständlich machen – mit einem unbekannten Ausländer, der das Geld empfängt und dann unkontrolliert an irgendwen weiterverteilt (oder sich selbst in die Tasche steckt, es soll ja, wie ich mir kürzlich erst hab sagen lassen, Menschen geben, die gierig werden, wenn sie Geld sehen und die Diebe werden, wenn sie Gelegenheit dazu haben).

Natürlich existiert das Geld nicht. Wer auf die dürftige und stümperhaft vorgetragene Story reinfällt, bekommt einen entzückenden Mail- und Telefonkontakt mit einer kleinen, aber gut eingespielten Betrügerbande, die eine tolle Geschichte von angeblich herumliegenden Millionen aufführt. Damit das Geld „jetzt endlich“ überwiesen werden kann, ist immer nur noch eine kleine Vorleistung des Empfängers fällig – mal ein paar hundert Dollar für eine notarielle Beglaubigung, dann ein paar hundert Dollar für einen korrupten Beamten, dann ein paar hundert Dollar für ein Sicherheitsunternehmen, dass die Sache übernimmt, dann ein paar hundert Dollar für eine Prüfung durch den Zoll, dann ein paar hundert Dollar, weil ein Polizist bestochen werden muss, der wegen Geldwäsche ermittelt und den Vorgang um Jahre verzögen kann. Natürlich nie mit Überweisungen oder Schecks, sondern immer anonym über Western Union und MoneyGram, denn diese Leute hören nicht gern das Klicken von Handschellen um ihre Gelenke und eröffnen deshalb nicht so gern Konten, die es ermöglichen, dass der Geldfluss nachvollzogen werden kann.

Bitte, wenn Sie in der Lage wäre, diese Mittel für das Werk des Herrn zu verwenden, humaniterian Hilfe bitte antworten Sie mir.

Religiosität ist für die Betrüger natürlich eine große Hilfe, denn wer an seinen unsichtbaren Begleiter glaubt, ist auch ansonsten tendenziell ein leichtgläubiger Gimpel, der auch auf eine schlecht vorgetragene Betrugsnummer reinfallen kann.

Mit freundlichen Schwester im Herrn [sic!].
Frau Rebecca Richard Marius

Auch, wenn das Deutsch der Mail immer noch fürchterlich klingt… es hat sich gebessert. :D

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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