Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


From Mrs. Rachel Leyton..

Dienstag, 27. Juli 2010, 02:30 Uhr

Tja, ist schon dumm, wenn man dieses Standardskript benutzt, dass so viele Spammer benutzen. Dieses Skript, das einen Punkt hinter den Betreff klatscht. Wenn man dann selbst auch einen Punkt dahinschreibt, stehen da eben zwei Punkte…

Übrigens scheint diese Frau mit dem ausgedachten Namen nicht zu wissen, was der genaue Zweck des Absenders ist, und deshalb schreibt sie ihren Absender lieber in den Betreff.

Greetings from Rachel,

Wenn man schon den Namen des Empfängers nicht kennt, kann man ja wenigstens als Ersatz in seine Anrede den eigenen Namen reinschreiben.

Aber wenigstens fängt die Spam gleich…

My name is Mrs. Rachel Leyton, a dying woman […]

mit der erfreulichen Vorstellung an, dass eine Spammerin sterben könnte. Allerdings ist dies nur ein Vehikel für den üblichen Vorschussbetrug.

[…] who has decided to donate what I have for the good work of charity. I was diagnose for breast cancer for about 2 years now and I have been touched by God to donate from what I have inherited from my late husband to you for the good work of God, rather than allow my late husband evil family members to use our hard earned funds ungodly. They don’t care about mankind, all they care is how to rob my money and lavish it ill-mannered. Since they become aware of my sickness they threatened my life, forcing me to move most of my assets to them.

Denn diese Frau mit dem hübsch ausgedachten biblischen Namen Rachel hatte mal einen Mann, der sein Geld auf weniger gottgefällige Weise zusammengerafft hat, und sie ist auch nicht gerade von so viel Gottesfurcht geplagt, dass sie meint, man könne ein bisschen Frömmeln nicht doch für den Betrugstext instrumentalisieren. Und so spielt sie die sterbende Frau, voller Krebs und schlechtem Gewissen, die einfach irgendeinen Menschen sucht, der ihr Erleichterung über diese schamlos ersonnene Geschichte verschafft. Die beste Methode, irgendeinen Menschen zu suchen, ist für sie das Herauspusten von einigen Millionen illegalen Spams mit gefälschtem Absender.

I have asked God to forgive me and I believe he has because he is a merciful God.

Wer diesen frommtümelnden Mist denn zu lesen bekommt, findet es schon ein bisschen schade, dass der gnadenreiche Gott nicht mal wieder einen ordentlichen Feuerregen über diese Verbrecher heruntergehen lässt.

I will be admitted soon for a surgery and I want to make this donation before undergoing my surgery. I have determined to donate my fund to you for charitable trust towards the good work of the lord, and also to help the motherless, less privilege, widows including unfortunate mothers. At this moment I don’t always attend to telephone calls due to the fact that my husband’s relatives are always around me and trying to see if they can overhear my conversations and my health status as well. We can only speak on phone with a fixed time.

Und jetzt wird weiter vom Weihnachtsmann erzählt. Von einer Operation, die da nur zu bald kommen wird, und vom Wunsch, die Spende noch rasch vor der Operation abzuschlagen. An irgendwelche frommen Wohltäter. Allerdings möchte die gute ausgedachte Rachel, die solche Wünsche zu haben vorgibt, das Geld nicht einfach mit einer Banküberweisung loswerden. Denn leider ist sie ständig von den Verwandten ihres bösen bösen Mannes umgeben, die sie ständig kontrollieren und wohl auch das eine ums andere Mal nachschauen, wann diese ausgedachte Rachel endlich das Zeitliche segnet, damit sie das Erbe antreten kann. Die wollen natürlich verhindern, dass Rachel das Geld einfach weggibt. Und in diesem festen Willen zur Sicherung ihres Erbes haben sie nicht kapiert, dass Rachel vielleicht über das Internet kommuniziert, ein kleines Spamskript schreibt und sich das ganze dumme Internet als Gehilfen holen könnte.

I wish you all the best and may the good Lord bless you abundantly. Please use the funds well and always extend the good work to others. It is true that we don’t know each other, but I have been directed by God to contact you for this grace.

Und Gott selbst hat ihr gesagt, dass sie spammen soll, da muss es doch richtig sein. Und das ganze Geld will sie in großem Glauben irgendeinem Unbekannten geben, der dann damit schon das Rechte tun wird.

I will appreciate your maximum confidentiality in this matter until the task is accomplished. I will inform you on more details once I have received your reply. Write to me through this my email rachelleyton (at) superposta.com

Das muss jetzt natürlich alles total vertraulich behandelt werden, denn wenn ein Irrenarzt hört, dass jemand so etwas glaubt, könnte er Zweifel an der intellektuellen Leistungsfähigkeit dieses Jemandes bekommen. Solche Menschen mit gesenkter intellektueller Leistungsfähigkeit wundern sich denn auch nicht darüber, dass diese furzfromme Rachel offen eingesteht, dass die Mailadresse gefälscht ist und dass man die Mail nicht einfach beantworten kann, indem man in seinem Mailprogramm auf „Antworten“ klickt. Die schreiben denn dahin und lassen sich weitere Märchen von „Rachel“ erzählen, alle mit einer Extraprise Frömmigkeit und genau so kindisch im Ton. Später auch gern übers Telefon. Damit „Rachel“ ihnen so richtig die Millionen Dollar in die inneren Augen malen kann. Dieses Geld gibt es natürlich nicht, aber irgendwie muss man ja die Opfer dazu bringen, dass sie immer wieder finanzielle Vorleistungen aller Art erbringen, mal einen Fünfziger für den Notar, mal ein paar Hunderter für ein kleines Bestechungsgeld, mal einen Hunnie für ein erforderliches Dokument und dieses und jenes. Natürlich läuft das alles hübsch anonym über Western Union und MoneyGram und niemals über den normalen Bankweg, denn diese Verbrecher wollen sich ja in aller Ruhe ein hübsches Leben mit dem so ergaunerten Geld machen und bei diesem Versuch nicht plötzlich Besuch von der Kriminalpolizei bekommen. Und „Rachel“, die so seelenwirksam sterbende, ausgedachte Frau wird ganz viele Gründe dafür kennen, warum das so sein muss. Denn auf den Herrn allein wollen diese Verbrecher sich denn doch nicht verlassen…

Best Regards,
Mrs. Rachel Leyton

Geh bitte sterben! Aber in echt!

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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