Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Job

Donnerstag, 10. September 2009, 02:25 Uhr

Hey, die Betreffzeilen der Verbrecher werden auch immer kürzer. Dafür ihre komischen Müllbriefe immer länger. Aber das heißt nicht, dass sie besser würden…

Sehr geehrte Damen und Herren.

Eine ausgesprochen stilsichere Anrede, die jedem beim bloßen Hinschauen klar macht, dass da jemand schreibt, der die Empfänger seines Schreibens gar nicht kennt.

Ich, Andreas Buhmann, nehme die Interessen der Company Transcontinental Service.

[Das war wirklich der Satz!]

Schön, dass du mit deinem ausgedachten Namen und deiner gefälschten Absenderadresse irgendwelche Interessen nimmst. Und, was machst du damit?

Unsere Gesellschaft verkauft die elektronischen Geraten in GUS-Staaten. Wir kaufen die Elektrogerate in den EU-Staaten und verbreiten unter unserer Ladensnetz in GUS.

Hey, tolle Gesellschaft mit einer tollen Firmierung und ohne jede Präsenz im Internet, ohne Anschrift und voll mit dem internationalen Geschäft! Klingt irgendwie danach, dass hier mit gephishten eBay-Zugängen und PayPal-Konten betrügerische Geschäfte gemacht werden, und die ganze heiße Ware denn ins große, weite Russland geht.

Aber natürlich gibt es auch eine Erklärung für dieses tolle Geschäftsmodell, und zwar…

Viele fragen uns: warum kauft unsere Gesellschaft die Gerate in der EU und verkauft sie in GUS-Staaten. Die Antwort ist einfach: erstens, er ist fur uns wichtig, die hochwertigen Waren zu verkaufen, und zweitens, die EU Produktion ist auch billiger als die in GUS-Staaten.

…sind die Elendslöhne im einst so stolzen Europa inzwischen so schäbig geworden, dass die Produktion in Europa viel viel billiger als irgendwo im weiten weiten Russland ist. Das klingt doch für jeden Hartz-IV-Billigsklaven so richtig glaubwürdig, wenn er beim letzten Naseputzen sein Gehirn mit herausgeschnäuzt hat.

So, es gibt eine Reihe der Vorteile, die Waren aus Europa in GUS Staaten zu verkaufen. Wir arbeiten seit dem Jahre 2005 und haben die gute geschaftliche Reputation einer Lieferanten der elektronischen Haus- und das Burotechnik.

Und dann habt ihr hier in den letzten vier Jahren so wenig Struktur gebildet, dass ihr eure Hilfshehler „Arbeitnehmer“ nur über kriminelle und asoziale Spam anwerben könnt?

WIr haben eine Reihe der freien Vakanzen:

-Kurier
-Manager (Berufserfahrung 5 Jahre)

Echt toll, ich werd Manager! Ich habe für Jahre Berufserfahrung als Klofrau! :mrgreen:

Die Anforderungen:

- Alter mehr als 18 Jahre
- erfahrener PC-Nutzer
- ein standiger Internetzugriff
- Ausbildung
- Gekonntheit

Und die dicken Anforderungen gibt es auch nicht. Man muss eigentlich fast gar nichts können, und auch eine Ausbildung zum Konditoreifachverkäufer oder Friseur scheint für diesen Job ausreichend zu sein. Man muss nur so viel können, dass man sich niemals fragt, was das Wort „Gekonntheit“ wohl bedeuten mag.

Ihre Aufgaben:

- Schutzprogramm
- Frachbeforderung

Wow! Schutzprogramm! Und Hehlerware durch die Welt bewegen! Toller Job!

Privilegien:
- Gehalz 950 Euro
- Support im Netz
- flexibler Arbeitsplan
- zwei Wochen des von unserer Gesellschaft zu bezahlenden Urlaubs pro Jahr

Allerdings ist die Angabe des Urlaubs etwas daneben. In Wirklichkeit wird der ganze Urlaub für die gesamte Lebenszeit en bloc genommen und in einer komfortabel ausgestatteten JVA mit hohem Freizeitwert verlebt. Und das schon nach wenigen Wochen dieser tollen „Arbeit“. So etwas bietet kein richtiger Arbeitgeber, solche Bedingungen gibt es nur bei der Spam- und Phishing-Mafia. Leider hat man dafür nicht so viel von seinem Gehalt, falls man es überhaupt jemals sieht, denn wer diesen „Job“ macht, ist im vollen Umfang für den Schaden haftbar, den er damit verursacht. Und das wird wohl kein kleiner sein.

Weitere Fragen zu diesen „Jobs“ beantwortet gern die Kriminalpolizei oder auch der freundliche Beamte in der Wache um die Ecke.

Verlieren Sie Ihre Chance nicht!

Eine einmalige Chance, eine ordentliche kriminelle Karriere zu starten!

EIne Arbeit, die nur in EU aktuell ist.

Ein „Job“, den es nur dort gibt, wo sich auch ordentliche materielle Werte mit den Internet-Betrugsnummern bewegen lassen.

Wie kann ich mich fur eine Stelle bewerben.

Meine Arbeit besteht darin, dass ich die Kunden fur die Gesellschaft suche.

Wie jetzt? Echt? Du suchst Kunden für „die Firma“? Oder suchst du gerade Mitarbeiter? Oder ist – mal so ganz deutlich gesagt – Opfer nicht das noch passendere Wort?

Senden Sie bitte Ihre Bewerbugen uns per E-Mail:
job.de (at) hotmail.com
und zwar an unsere Kaderleitung

Wer darauf reinfällt, wundert sich weder über das komische Wort „Kaderleitung“ für eine Personalabteilung, noch über die Benutzung einer kostenlosen und anonym eingerichteten Mailadresse bei einem Freemailer für den geschäftlichen Mailverkehr und schon gar nicht darüber, dass man solche Mails nicht einfach dadurch beantworten kann, dass man in seiner Mailsoftware auf „Antworten“ klickt, weil die Absenderadresse mal wieder gefälscht ist und der Spammer mal wieder zu blöd zum überzeugenden Spammen war. Nein, das ideale Opfer dieser Masche ist ein bisschen dumm und wundert sich über gar nichts. Das kriegt Päckchen nach unter seiner persönlichen Anschrift nach Hause und darf diese an eine andere Adresse weitersenden und fragt sich nicht einen Moment lang, warum so eine Sendung nicht direkt zugestellt werden kann. Und wenn denn die Polizei mit einer Hausdurchsuchung kommt und etwas von Hehlerei erzählt, denn wundert sich ein solches Opfer auch nicht, sondern meint, das alles ganz schnell unter Verweis auf seinen tollen „Job“ aufklären zu können. Solche Leute suchen die. Chronischer Hirnmangel ist die wichtigste Qualifikation für diese „Jobs“.

Aber so dumm kann doch keiner sein, oder?

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

Ein Kommentar für Job

  1. […] Nachbauversuch in Form der nachgeschröderten SPD. Irgendwie fehlte es den Wahlwerbern an der Gekonntheit. Und auch die kleine Spam-Aktion der FDP konnte ebensowenig überzeugen wie die Schleichwerbung […]

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