Unser täglich Spam

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Schwanger werden mit Persona

Mittwoch, 21. März 2007, 02:36 Uhr

Persona-LogoPersona scheint ein ganz prächtiges Produkt zur Förderung der unerwünschten Empfängnis zu sein, wenn es auch für eine etwas andere Absicht verkauft wird. Das bestätigen die sogar keck und frech in ihrem TV-Werbespot.

Denn über die gesamte Dauer dieses Werbespots ist eine Angabe zur Zuverlässigkeit eingeblendet, die jede Frau beachten sollte, die auch nur mit dem Gedanken der Anschaffung spielt:

Die Einblendung der Zuverlässigkeit

Nochmal zum bequemeren Nachlesen:

Bei korrekter Anwendung liegt die Zuverlässigkeit bei 94%, d.h. in einem Jahr können 6 von 100 Frauen schwanger werden.

Es gibt viele Möglichkeiten, auf eine Geschäftsschädigung zu reagieren. Man kann jemanden für seine verbreitete Information in den persönlichen Ruin klagen. Man kann auch offensiv mit Aufklärung an die Öffentlichkeit gehen. Bei der Unipath Diagnostics GmbH, den Herstellern von Persona, hat man sich zu einem sehr kreativen Weg entschlossen. Man nimmt jeder Kritik den Wind aus den Segeln, indem man selbst die Aufgabe des Kritikers übernimmt und ganz plump die Gefährlichkeit des eigenen Produktes durch eine lange Einblendung im Werbespot einräumt, als sei sie ein erwünschtes Merkmal.

Nehmen wir einmal an, der Kinderwunsch bestehe für längere Zeit nicht. Denn ist eine Frau, die sich in dieser gesamten Zeit ausschließlich auf Persona verlässt,

  • nach einem Jahr mit 6,0 % Wahrscheinlichkeit,
  • nach zwei Jahren mit 11,6 % Wahrscheinlichkeit,
  • nach drei Jahren mit 16,9 % Wahrscheinlichkeit,
  • nach vier Jahren mit 21,9 % Wahrscheinlichkeit,
  • nach fünf Jahren mit 26,6 % Wahrscheinlichkeit,
  • nach sechs Jahren mit 31,0 % Wahrscheinlichkeit

mindestens einmal schwanger geworden. Ein kleiner Anteil der Frauen hat über einige Jahre hinweg sogar mehrfach das „Glück“, sich über eine Schwangerschaft „freuen“ zu können. Über einen Zeitraum von sechs Jahren sind es immerhin rund 5,5 5 Prozent der Frauen, die mindestens zwei Mal schwanger geworden sind – das entspricht ungefähr der Chance auf einen Dreier im Lotto 6 aus 49, wenn man nur zwei Kästen spielt.

Zur juristischen Absicherung sind bei der schnellen Rechnung natürlich Rechen- und Denkfehler vorbehalten. Wer mir nicht glauben will, rechne einfach selbst nach – ein Blatt Papier und ein Taschenrechner genügen zur Kontrolle.

Und spätestens nach einer kleinen Kontrollrechnung sollte jedem (und vor allem auch jeder Frau) klar sein, was von einem solchen Produkt zur „Verhütung in Harmonie mit dem Körper“ zu halten ist.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

8 Kommentare für Schwanger werden mit Persona

  1. […] in der BRD sich offenbar schon auf die völlige Verblödung der Menschen verlassen können, das kann am Beispiel “Persona” in “Unser täglich Spam” nachgelesen werden. Offenbar kann man darauf inzwischen […]

  2. Lupus sagt:

    Habe ich in Mathe nicht aufgepasst oder ist das eine sehr kreative Art der kummulativen Prozentrechnung?!

  3. sChen sagt:

    naja du hast dich tatsächlich verrechnet, aber zu deinen ungunsten, weil eine frau kann ja nicht nur einmal im jahr schwanger werden und man muss die prozente multiplizieren mal die möglichkeit einer frau schwanger zu werden und das ist im durchschnitt alle 4 wochen – so gesehen würden die prozente der warscheinlichkeit ins unendliche steigen.

    aber ganz ehrlich weiß ich nicht ob man das so rechnen kann, da man nicht weiß wie die diese prozentzahl errechnet haben.

    ist es zu 94% „sicher“ errechnet auf verwendete frauen auf einen bestimmten testzeitraum ? oder wie ?

    keine ahnung hierfür müsste man vom hersteller bzw vom gesetzgeber(das verfahren zur feststellung der „sicherheit in % sollte ja einheitlich geregelt sein) nachfragen.

    naja aber wie gesagt, weiß echt nicht ob man das so rechnen kann – dazu bin ich in mathe zu schlecht ;)

  4. Wie man das rechnet, ist eigentlich ganz einfach, aber in einem Blog etwas schwierig zu beschreiben. Ich versuche es trotzdem einmal.

    Die Prozentzahlen für die Jahre

    Von 100% Frauen sind nach einem Jahr 6% „mindestens einmal“ schwanger geworden. 94% sind noch nicht schwanger.

    Von diesen 94% der Frauen sind nach zwei Jahren 6% „mindestens einmal“ schanger geworden, das sind ca. 5,6%. Zusammen mit den 6% des ersten Jahres macht das 11,6%.

    Diese Rechnung über die Jahre zu führen, erledigt die Programmiersprache des eigenen Vertrauens (ich mache so etwas meistens flott in Python) oder eine freundliche Tabellenkalkulation. Die Zahlen erstaunen zunächst, sie stimmen aber.

    Die Prozentzahlen für mehrfache Schwangerschaften

    Hier hatte ich tatsächlich einen kleinen Rechenfehler, den ich zu meiner eigenen Schande so korrigiere, dass mein ursprünglicher Fehler gut sichtbar bleibt. Wer Schande austeilt, soll sie schließlich auch mal entgegennehmen.

    Für die Berechnung verwende man einfach die schon fertige Tabelle

    Von den 6% Frauen, die im ersten Jahr erstmals schwanger geworden sind, werden in den folgenden fünf Jahren 26,6% erneut mindestens einmal schwanger.

    Von den 6% Frauen, die im zweiten Jahr erstmals schwanger geworden sind, werden in den folgenden vier Jahren 21,9% erneut mindestens einmal schwanger.

    Das Schema ist klar, die Rechnung überlässt man wieder einem dummen Rechner. Der kommt dann bei der Addition dieser Wahrscheinlichkeiten auf 4,98%, was etwas weniger als die 5,5% ist, die ich vor ein paar Stunden gepostet habe. Leider weiß ich nicht mehr, was ich da vergurkt habe, ich nehme aber an, dass ich den Frauen aus dem ersten Jahr noch sechs weitere Jahre und so weiter gegeben habe. Der typische Mist, den ein müder Mensch so baut…

    Wer in diesen Ansätzen Denkfehler oder in den Zahlen Rechenfehler findet, kann mich gern korrigieren, ich werde auch da die Schande übernehmen.

    Etwas Versöhnliches

    Natürlich sind alle diese Rechnungen Murks, nur Näherungen an die Wirklichkeit. Aber sie zeigen die „Tauglichkeit“ des beworbenen Produktes für den beworbenen Zweck.

    Die Schwächen des unbedarften Rechnens mit Schwangerschaften können durch die folgende Dreisatzaufgabe illustriert werden: „Eine Frau braucht für eine Schwangerschaft neun Monate. Wie lange brauchen drei Frauen?“

  5. […] aufstellt, tut gut daran, diese in irgendeiner Weise zu belegen, sei es mit Zitaten, sei es mit erläuternden, deutlich machenden Bildern und nachvollziehbarer Argumentation. Allein das verschafft dem jeweils Behaupteten Glaubwürdigkeit wie Überprüfbarkeit […]

  6. Liveguide sagt:

    sagt ma…ist euch langweilig???
    ist doch scheißegal, verdammt!!!

  7. Liveguide sagt:

    und ausserdem…sogar ich bin bei dem scheiß schwanger geworden und dabei besitze ich einen penis…also is eure rechnung ja voll fürn anus

  8. […] wenigstens die männlichen Genitalabsonderungen irgendwie in die Scheide kriegen. Aber man kann trotz Persona schwanger werden… […]

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