Das ist wenigstens ein Betreff, bei dem man weiß, um was es wohl geht.
Ich bin ja immer erfreut, wenn ein Spammer eine große Zahl schreibt und das mit den Punkten und dem Komma richtig macht. Im englischen Sprachraum werden Punkt und Komma in Zahlen genau andersrum verwendet, und ehrlich gesagt, gefällt mir das sogar ein bisschen besser. Noch besser gefällt mir übrigens, wie die Schweizer die Tausender optisch trennen, nämlich mit einem Hochkomma. So etwas wie 2'000'000 sieht ansprechend aus, ist als Tausenderseparator leichter erfassbar als die Leerzeichen oder engen Leerzeichen, die in vielen anderen Sprachen üblich sind und führt nicht zu einer Überfrachtung eh schon häufiger Sonderzeichen wie Kommas und Punkten. Auch ist ein Missverständnis sehr unwahrscheinlich, selbst, wenn man die Regeln dort gar nicht kennt. Die deutschen Kommas als Dezimaltrenner und Punkte als Tausenderseparatoren werden öfter mal im Ausland missverstanden. Aber was kann ich für die Konventionen meiner wunderhübschen Muttersprache in ihrer gewucherten Wucht! Diese spezielle Hürde hat der Spammer jedenfalls noch genommen, obwohl viele Computerübersetzer gar nicht gut damit klarkommen. Ohne, dass er, wie ich es in Notizen immer wieder einmal mache, 2e6 geschrieben hätte. Oder, wie ich es hier immer wieder mit Einheitenpräfixen mache, damit die meist üppigen „Geldgeschenke“ der Vorschussbetrüger so richtig lächerlich klingen: zwei Megadollar.
Oh, ich werde sehr weitschwafelig. Zeit, in die Spam zu schauen, bevor ich noch einen Job als ätherbequasselnder Sportmoderator bei Liveübertragungen von ARD und ZDF angeboten bekomme.
Von: Manuel Franco <nancy.fernandez@bnv.gob.ve>
Antwort an: Manuel Franco <manuelfrancospende001@gmail.com>
Ein Empfänger wurde gar nicht erst eingetragen. Dieser Müll geht an ganz viele Empfänger gleichzeitig. Die Spam wurde wirklich über einen Server aus Venezuela transportiert, der im Moment…
$ host bnv.gob.ve bnv.gob.ve has address 201.249.200.115 Host bnv.gob.ve not found: 2(SERVFAIL) $ whois bnv.gob.ve | grep -i ^address | sed 1q address: Final avenida Panteón, edificio Sede Administrativa Biblioteca Nacional, Complejo Cultural Foro Libertador. Parroquia Altagracia. $ _
…erstmal vom Netz genommen wurde. Vermutlich wurde er von Kriminellen übernommen und für allerlei krumme Dinge missbraucht, unter anderem für den Versand dieser Spam, bis endlich jemand die Notbremse gezogen hat. „Vollständige Verbindungstrennung“ klingt viel besser als Steckerziehen, läuft aber auf genau das Gleiche hinaus. 😃️
So, und jetzt zum „Inhaltlichen“:
<div><div>Hallo, Sie haben eine Spende von $2.000.000,00. Mein Name ist Manuel Franco aus den Vereinigten Staaten. Ich habe im amerikanischen Lotto 768 Millionen $ gewonnen und spende einen Teil davon an nur 5 glückliche Menschen und einige Waisenhäuser als Zeichen des guten Willens an die Menschheit. Wenn Sie diese E-Mail erhalten haben, kontaktieren Sie mich für weitere Einzelheiten und Ansprüche.</div></div>
Ja, da stehen wirklich HTML-Tags im Text. Es reicht ja, wenn man so viel Massel im Lotto hat, dann kann man ja auch nicht auch noch Massel in der Datenverarbeitung haben. Oder anders gesagt: Dieser Spammer versteht nicht einmal das Spamskript, das er benutzt hat, weil ihm das mit dem Lesen und Lernen zu umständlich ist.
Stattdessen winkt er Herrn „Hallo“, also mir, mit zwei Megadollar zu. Die bekomme ich völlig grundlos. Denn das ist Manuel Franco aus den USA, der echt toll Lotto spielen kann und auch sonst ein etwas schlichterer Geist ist. Immerhin kennt er seinen eigenen für sich selbst ausgedachten Namen, wenn er schon nicht meinen Namen kennt. Ich bin jedenfalls einer von diesen fünf Menschen – ein Waisenhaus bin ich ja nicht – der als Zeichen seines „guten Willens“ eine Spam… nein, zwanzigtausend grüne Läppchen mit der Independence Hall auf der Rückseite bekommen soll. Aber nur, wenn ich auf diese Spam antworte. Natürlich geht meine Antwort an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei GMail, dem besten Kumpel und Komplizen des Trickbetrügers.
Ich hoffe mal, dass es überflüssig ist, darauf hinzuweisen, dass dieser „Manuel“ mehr als nur fünf Spams versendet hat. Und dass es die zwei Millionen gar nicht gibt, das man aber trotzdem eine Vorleistung nach der anderen zahlen soll.
Gesehen. Gelacht. Gelöscht.

So viel Geld hat er, der Martin, dass er mir (und ganz vielen anderen Leuten) grundlos zwei Megaeuro schenken will, um sein ganzes lästiges Geld loszuwerden, damit endlich wieder ein bisschen Platz in seinem überquellenden Geldspeicher ist, aber diese paar Euro zwanzig für einen richtigen Dolmetscher hat er gerade nicht übrig und deshalb klingt seine Übelsetzung wie ein sprachgestörter Roboter mit größtenteils leergelutschtem Akkupack und ein paar kalten Lötstellen auf der Hauptplatine. 😅️
…die gesamte Kommunikation über dieses Geld wird mal wieder über eine anonym und kostenlos eingerichtete Mailadresse bei GMail laufen. (Ja, es ist fast immer GMail, weil Google seit Jahren nichts gegen Spam und Betrug mit seinen kostenlos angebotenen Diensten unternimmt.) Offen wie mit Postkarten. Unverschlüsselt. Nicht einmal digital signiert. Auf dem gesamten Transportweg beliebig veränderbar. Ohne, dass der Empfänger das auch nur bemerken könnte. Es geht ja nur um Geld. Wer braucht da schon Diskretion und einen sicheren, unmanipulierten Transportweg für die Kommunikation? Wir sprühen unsere Überweisungsaufträge ja auch offen als Graffiti auf die Hauswand der Bankfiliale und freuen uns, wenn da jemand anders ein paar Änderungen drin macht. Weil alles so schön bunt ist.
Schön, dass der Spammer einräumt, dass er nicht einmal weiß, ob die zugespammte Mailadresse überhaupt existiert. Wie ich heiße, weiß er auch nicht. Noch klarer kann man kaum sagen, dass man den Beschenkten überhaupt nicht kennt. Andere tun wenigstens so, als wüssten sie die Mailadresse. Dass sie die Mailadresse nicht kennen, merkt ja auch niemand, wenn die Spam nicht ankommt. Aber nicht dieser Hirni. Der kann so einen abstrakten Gedanken gar nicht fassen. Der glaubt, dass seine Spams auch gelesen werden, wenn sie an „ungültige“ Mailadressen gehen – statt einfach vom Mailserver zurückgewiesen oder still ins glibberige Tönnchen sortiert zu werden. Aber hauptsache, mit Spenden und Investmentfonds kennt er sich aus! 😁️
Schon lustig, dass diese tollen Spambanken, denen bei der Darlehensvergabe alle Bonitätserwägungen egal zu sein scheinen, immer kostenlos und anonym eingerichtete Mailadressen bei GMail von Google, dem dicksten Freund des Spammers und Betrügers, haben. Heute sogar mal als „Firmen-E-Mail“. Nicht einmal die
So so, vorhin… also ich habe vorhin ein paar Mails gehabt, in deren Betreffs steht, dass ich über die Paketzustellung benachrichtigt werde; dass meine Prostata so groß wie eine Melon… ähm… Zitrone ist; dass es ganz schlechte Nachrichten für Solarpanels gibt; dass ich meine Eingeweide mit einem halben Teelöffel irgendeiner Pampe eines Quacksalbers befreien kann; dass sich eine mir unbekannte Frau herzeheiß spontanverliebt hat, und das ausgerechnet in mich; dass der Sommer kommt und ich buchen soll, bevor die Preise steigen; dass es einen dreitausend Jahre alten Pimmelwachstumscocktail aus Afrika gibt; dass ich etwas nicht näher benanntes essen soll, um abzunehmen, statt einfach weniger zu essen, um abzunehmen; dass jemand das coolste gadget für mich hat, das ich jemals bekommen könne; dass revolutionäre Brillen mich sicher durch die Nacht fahren lassen; dass ich meinen kleinen Lümmel um