Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Click here“

Try HQ Medications Online

Dienstag, 26. Juni 2012

Hey Spammer,

ich finde es ja lobenswert, dass du dich mal hingesetzt und HTML gelernt hast. Du hast dir bestimmt gedacht: Das ist ja toll, dass ich meine Drecksmails auch ansprechend formatieren kann, das macht sie bestimmt gleich viel überzeugender und wirksamer:

Try HQ Medications online Here

Jetzt musst du nur noch eines lernen: Dieses Ding mit den Inhalten. Ein einfaches Wiederholen des Betreffs ist jedenfalls wenig als „Inhalt“ geeignet und wird niemanden dazu motivieren, auf den tollen Linktext „Here“ zu klicken. Weder, um deinem Skript mit der eindeutigen ID aus dem Link mitzuteilen, dass deine Drecksspam ankommt, noch, um sich auf deine betrügerische Pimmelpillen-Apotheke mit der lächerlichen Firmierung „Canadian Health&Care Mall“ weiterleiten zu lassen. Diese Dreckssite ist übrigens auch schon bei allen Filtern dieser Welt bekannt, so dass Menschen mit einem aktuellen Browser eine Warnung wegklicken müssen, bevor sie Viagra, Cialis und Levitra zu Gesicht bekommen.

Aber wenns auch völlig sinnlos ist, was du da treibst, unbekannter Idiot: Du hast wenigstens ein bisschen HTML gelernt.

Vielleicht fängst du damit ja mal was anderes an, als lächerliche Mailtexte aufwändig zu verpacken… :mrgreen:

Dein dich lesen müssender

Nachtwächter

Zum Pfundbrennen

Sonntag, 3. Juni 2012

Werter unbekannter Werber,

der du dieses auf einigen größeren Websites eingeblendete Ad in der Größe von 300×250 Pixeln gestaltet hast, das ich hier zu rein dokumentarischen Zwecken in seiner originalen Pracht einbette,…

Spannende Bericht zeigt, wie zu 12 Pfund in 30 Tagen brennen kostenlos -- Verlieren sie Gewicht in dem Bauch-Bereich -- Unsere Gesundheit Reporter verrät einen einfachen Trick, die Kalorien zu verbrennen. in nur vier Wochen GRATIS! -- Klicken Sie hier, um den Bericht zu lesen! -- Gesundheits Kanal 6

…ich muss dir neidlos eingestehen, dass du einen Teil deines Auftrages vortrefflich erfüllt hast: Du hast meine Aufmerksamkeit eine größere Zeitlang dafür gewinnen können, dass ich auf deine Reklame starre. Und wärend dieser ganzen Zeit – es war deutlich über eine Minute – habe ich mir nur eine einzige Frage gestellt. Nämlich die Frage, Werber, was du eigentlich von Beruf bist.

Und ich bin immer noch ratlos.

Dein dich „genießender“
Nachtwächter

Ihre grosse vorhersage 2012

Mittwoch, 16. Mai 2012

Na, hat der ß-Beauftragte gerade Urlaub? Und der Großschreibbeauftragte für die Substantive auch?

Sparen Sie jeden Tag.
Um diese Nachricht zu lesen, klicken Sie auf diese Website. [sic!]
Speichern Sie news (at) news (punkt) gagc2 (punkt) com in Ihrem Adressbuch.

Tolle Idee! Die Absenderadresse eines Spammers in mein Adressbuch aufnehmen. Ich könnte mir nichts Dümmeres vorstellen. Moment, ich habe ja das Angebot noch gar nicht gesehen…

Ihre grosse vorhersage 100% gratis

Was wäre eigentlich 80 Prozent Gratis? Oder vielleicht mal 120? Spam ist ja schon schlimm genug, aber wenn sie sich mit dem gewöhnlichen Idiotensprech der Werber kombiniert, wird sie schmerzhaft.

2012,
ein Jahr voller Glück und Reichtum!

Schade, ich hatte eigentlich ganz leise gehofft, es sei das Jahr mit dem Doomsday. Ist die Erd erst ausradiert, gibts auch keine Spam serviert… :mrgreen:

Wie Sie wissen, eignet sich der Beginn eines neuen Jahres bestens, um das bisher Erreichte rückblickend zu betrachten und gute Vorsätze zu fassen. Für Sie ist nun der Augenblick gekommen, sich für Ihr Leben zu entscheiden [sic!] und endlich von all den guten Dingen zu profitieren, die Ihnen das Leben seit viel zu langer Zeit vorenthält.

Hmm, „der Beginn eines neuen Jahres“. Am 15. Mai, also 135 Tage nach Neujahr. Mir scheints, die Absender dieser Mail haben schon so manchen Zug im Leben verpasst. 😀

Heute kann sich das ein für allemal ändern.

Wie, für mich ist der Augenblick gekommen, an dem alles gut wird. Und genau das kann sich heute unumkehrbar ändern. Ist ja doch eine Scheißnachricht. 😆

Sie können guten Mutes in das neue Jahr 2012 [sic!] starten und sämtliche Chancen nutzen, die in Ihrem Sternenhimmel [sic! Sogar das gestirnte Firmament ist meines!] in den nächsten zwölf Monaten für Sie vorgesehen sind. Ich habe für Sie einen ersten Blick auf Ihr großes Orakel 2012 geworfen. Es offenbart Ihnen sämtliche Informationen zu Ihrem Glück, mit genauen Datumsangaben und weiteren Details, die Ihnen einzig und allein ein echtes Medium [sic!] offenbaren kann…

Aber mit ganz genauen Datumsangaben kommt dieses Orakel, das im Mai davon spricht, dass ich ins Jahr 2012 starte. Vermutlich ist das Medium so echt, dass es mit einem besonders großen Erguss von Ektoplasma einen Zeitriss gebaut hat. :mrgreen:

Um mehr darüber zu erfahren, was das Jahr 2012 für Sie bereit hält, klicken Sie hier.
Sie müssen nichts bezahlen, mein Angebot ist kostenlos. [sic! Und kostenlos ist es auch, also bezahlen sie nichts…]

Och nö, ich weiß eigentlich schon genug. Zumindest über dich, du Dummspammer, der du ein paar leichtgläubige Esotrottel mit ein paar unverbindlichen und leicht über das Clipboard zu bewegenden „Weisheiten“, die nur geringfügig unter dem Niveau eines Kalenderblattes liegen, über die konkrete Ödnis, Dummheit und Leere ihres Daseins hinwegtrösten willst. Ganz kostenlos natürlich. Erstmal. Der Köder soll ja auch nicht dem Angler schmecken, sondern den Fischen.

Sie bekommen diese Nachricht, weil Sie in der Datenbank von Meine Ersparnisse [sic!] eingetragen sind.
Um sich aus dem Newsletter auszutragen, klicken Sie hier.

Ich werde einen Teufel tun und einem Spammer mitteilen, dass seine Drecksmails auch ankommen. Soll er doch das große Orakel für 2012 befragen!

Natürlich sind alle Links in der Drecksmail indirekt gesetzt und enthalten eine ellenlange ID, mit der Empfänger eindeutig identifiziert werden kann. Und natürlich sind in die HTML-formatierte Mail auch zwei Webbugs eingebaut worden, damit die Mail bei Ansicht mit ebenfalls ellenlanger ID zurückfunkt, dass sie auch gelesen wurde. Es gibt eben Dinge, bei denen sich derartig Hokuspokusmöchtegerns nicht auf ihre Orakel verlassen, sondern lieber hinterfotzige Tracking-Techniken anwenden.

Oder glaubt ein Empfänger dieses kriminellen Unfugs, dass asoziale Spammer von ewiger Blumenkraft leben würden?

Security Alert

Montag, 23. April 2012

Ein Hinweis vorab: Diese Mail kommt nicht von PayPal. Das Konto bei PayPal ist nicht gesperrt. Es handelt sich um einen Betrugsversuch, um so genanntes Phishing. Die Mail sollte einfach gelöscht werden. Es ist keine weitere Aktion erforderlich.

Diese Phishing-Mail für PayPal-Kunden kommt zurzeit auch mit anderen Betreffzeilen wie „Der Zugriff auf ihr Konto wurde eingeschr“ [sic!].

Liebe User PayPal,

In einer echten Mail von PayPal wird der Kunde immer namentlich angesprochen. Und nicht als „User PayPal“. Vom…

Ungewöhnliche Kontobewegungen haben es notwendig gemacht Ihr Konto einzugrenzen [sic!] bis zusätzliche Informationen zur Überprüfung gesammelt werden.

…Deutsch einmal ganz abgesehen. Und natürlich vom Inhalt, denn einen derartig aussagelosen und dummen Bullshit vom „eingegrenzten Konto“ auf dem „Informationen zur Überprüfung gesammelt werden“, würde PayPal oder irgendein anderes Unternehmen niemals schreiben. Eingegrenztes Konto?! Das klingt ja wie ein Gartenzaun. Mit „ungewöhnlichen Bewegungen“ darin.

Tja, schon mistig, wenn man die Übersetzungen von jemanden erledigen lässt, der die Sprache, in die er übersetzt, eher rudimentär beherrscht.

Zur Zeit haben Sie nur begrenzten Zugang zu Ihrem Pay Pal Konto. [sic! Mit Deppen Leer Zeichen] Wir bitten Sie daher die von uns angeforderten Kontodaten zu enrneuern. [sic!]

Bitte klicken Sie hier »

Worum es geht, ist natürlich das Übliche: Den Menschen verunsichern, alarmieren und damit seine Kritikfähigkeit außer Kraft setzen, und ihm einen Link zum Klicken anbieten. Der führt übrigens zu einer Site mit eine epischen Liste von Subdomains, beginnend mit www.paypal.de, aber endend in der eigentlichen Doamin deutscheberlin.org. Und nein, das ist nicht die PayPal-Website, sondern eine Website unter der Kontrolle krimineller Spammer. Dort sieht man die übliche, „liebevoll“ nachgebaute PayPal-Login-Seite. Wer da seine Mailadresse und sein Passwort eingibt, hat den Verbrechern schon einmal eine Menge Möglichkeit gegeben, aufs Konto zuzugreifen und einmal so richtig abzuräumen.

Das reicht den Verbrechern allerdings nicht. Deshalb darf man hinterher noch ein paar Sicherheitsfragen beantworten. Natürlich nicht die, die man bei PayPal konfiguriert hat, sondern solche…

Screenshot der Phishing-Site

…die es den organisierten Kriminellen auch noch ermöglichen, die eigene Identität zu missbrauchen: Voller Name und Geburtsdatum. Wer das macht, hat vollständig verloren und eine äußerst unerfreuliche, nervenaufreibende und möglicherweise teure Zeit vor sich.

Gut, dass die Phishing-Mails in dieser Version so durchschaubar und schlecht sind, dass niemand darauf hereinfallen wird. Gut, dass jeder weiß, dass PayPal derartige Mails nicht versendet. Gut, dass niemand Websites, bei denen es um „richtiges Geld“ geht aufruft, indem er in eine Mail klickt, sondern dass jeder die Adresse immer in die Adresszeile seines Browsers eingibt.

Ach, wenn es doch nur so wäre! 🙁

Leider werden doch einige Leute Daten eingeben, und zwar andere als der „Hansdieter Strunzmeister“, der sich diese müde Nummer gerade ein bisschen genauer angeschaut hat. (So etwas macht man übrigens nur mit einem besonders gesicherten System, es handelt sich um die Website von schwer kriminellen Zeitgenossen, die auch den Herstellern der Antivirus-Software um ein paar Tage voraus sind. Ein unvorsichtiger Klick in eine Spam kann zur Folge haben, dass man seinen Rechner und seine Internet-Leitung der organisierten Kriminalität zur Verfügung stellt. Wer nicht genau weiß, wie man ein System besonders sichert, sollte gar nicht erst über solche Experimente nachdenken.) Der Hansdieter hat nämlich, nachdem er sogar noch den Mädchennamen seiner Mutter bestätigte, gesehen, dass die Kriminellen zu gern auch noch…

Screenshot der Phishing-Site

…die Kreditkarte für ihre „Geschäfte“ benutzen würden. Und dann hat er sich gefragt, ob es nicht doch ein paar Leute gibt, die da echte Daten eingeben…

Copyright © 1999-2012 PayPal. All rights reserved
PayPal Germany Pty Limited
ABN 93 111 195 389 (AFSL 304962)

Nein, von PayPal ist diese Mail nicht.

R01EX Discount-1694

Freitag, 23. März 2012

R01EX Discount-1694 Click here!

Ein prächtiges Exemplar der Gattung Spam, dass ich selbst an mich selbst geschrieben haben soll – wer da nicht merkt, dass der Absender gefälscht ist, wird vermutlich auch einen Gülletank für einen Getränkeautomaten halten. Das ganze kombiniert mit etwas 13375P34K für Spammer im Betreff, dem dümmsten denkbaren Linktext, den man in einer HTML-formatierten Mail verwenden kann und einem Zählpixel, der zurückfunkt, dass die Spam unter dieser Adresse auch angekommen ist (hier natürlich nicht geladen).

Auch in den täglich auf dem Mailserver einbrandenden, stinkenden Fluten der Spam gibt es besonders miese Einzelstücke. So etwas wie diese Spam zum Beispiel…

Zuhause Geld verdienen! 500€ pro Tag!

Montag, 20. Februar 2012

Wow, das nenne ich eine ansprechend formatierte HTML-Spam, die mir da mit dem Absender onlinenebenjob (at) email (strich) counter (punkt) com ins virtuelle Postfach getröpfelt ist. So etwas wie 500 Euro pro Tag liegt ja auch so bleischwer im Regal, dass man es nur mit illegaler und asozialer Spam anpreisen kann.

Ach, ich fange einfach mal an. Die Gesichter in den eingebetteten Bildern habe ich verpixelt, da ich davon ausgehe, dass diese Bilder irgendwo aus dem Internet „mitgenommen“ wurden¹, und weil ich gerade dabei war, habe ich die Grafiken auch ein wenig auf geringere Dateigröße optimiert, was ohne Qualitätsverlust aus recht fetten 130 KiB erträglichere knapp 55 KiB gemacht hat. Warum sollte sich ein Spammer auch um solche Grundlagen der E-Mail-Kommunikation Gedanken machen – oder überhaupt um irgendetwas? Da könnte er ja gleich arbeiten, statt Leute zu betrügen.

Geld verdienen im Internet

Deine Chance!

100% kostenlos650,– Euro am Tag sind leicht erreichbar

Wie kann man heute zu Tage schnell und einfach Geld im Internet verdienen?

Jubelnde, begeisterte Frau im SchneidersitzJeden Tag werden tausende von Angeboten versendet, mit denen Sie im Internet „angeblich“ schnell, einfach und sehr viel Geld verdienen können. [sic!] Die meisten davon zielen aber nur darauf ab, Ihnen einige Euros aus der Tasche zu ziehen. Sie bezahlen in fast allen Fällen nur für eine wertlose Idee, die sich zwar gut anhört, aber nicht umsetzbar ist. Wir würden ja nichts sagen, wenn man damit auch wirklich Geld verdienen könnte, aber leider ist das meistens nicht der Fall.

Wir hingegen wollen nichts von Ihnen! Sie brauchen nichts für unser System zu bezahlen, Sie brauchen uns nichts abzukaufen und Sie brauchen uns auch nicht Ihre persönlichen Daten zu geben.

Zum Thema Geld verdienen bekommen Sie von uns alle nötigen Informationen und eine Schritt–für–Schritt Anleitung mit der Sie innerhalb der kommenden Stunde einige hundert Euro verdienen können. Und das alles, absolut KOSTENFREI!

Und warum machen wir das?
Ganz einfach: Wir wollen Ihr Vertrauen!

Wie gesagt, gibt es zahllose Webseiten, die einem versprechen viel Geld zu verdienen, oder gar Millionen in wenigen Wochen. [sic! Wo surft der rum?!] Versprechen, die nie gehalten werden. Man muss erst bezahlen oder investieren und wird dann doch nur über den Tisch gezogen. Wir jedoch, sind so sehr von unserem „Produkt“ überzeugt [sic! In Anführungszeichen], dass wir uns aus diesem Grund entschlossen haben unser Projekt auf Vertrauensbasis zu führen. Und der beste Weg Ihr Vertrauen zu gewinnen, ist es selbst vertrauen
zu schenken. [sic!]

Wir vertrauen Ihnen, dass nachdem Sie viel Geld verdienen und nachdem Sie zu [sic! Satzstummel endet hier]

Lächelnde Frau mit viel Geld in der HandDenn nur wer viel Geld verdient hat ist auch bereit etwas freiwillig abzugeben und die Idee, mit der er reich geworden ist zu honorieren.

Sie können unser System auf Herz und Nieren prüfen ohne einen einzigen Cent zu investieren! Sie haben hierbei absolut KEIN RISIKO und KEINE AUSGABEN! Sie können leicht 200,- bis 500,- Euro und mehr, sofort innerhalb der nächsten Stunden damit verdienen ohne uns überhaupt etwas dafür bezahlen zu müssen! [sic!]

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Alles was Sie dafür tun müssen, ist die folgende Seite aufmerksam zu lesen!
Und mit der Schritt-für-Schritt Anleitung können Sie sofort beginnen mit dem Geld verdienen.

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Diese Spam ist mir in den letzten 24 Stunden mit Links auf Websites in den folgenden Domains untergekommen:

  1. www (punkt) onlinenebenjob (punkt) net
  2. www (punkt) sisacon (punkt) com
  3. www (punkt) clevergeldmachen (punkt) de

Alle diese Websites sind – von der Headergrafik und dem Vornamen im Impressum abgesehen – „inhaltlich“ völlig identisch.

Im Original enthalten die Links noch eine lange eindeutige ID, an der der Spammer erkennt, dass die Mail auch angekommen ist. Das gleiche gilt für einige der eingebetteten Grafiken, die extern verlinkt sind. Man teilt also den kriminellen Spammern schon durch das Betrachten der Mail mit, dass die Mail auch ankommt – und leistet somit einen Beitrag dazu, dass die Spammer ihre Datenbanken bereinigen können. Diese Bestätigung, dass die Mail angekommen ist, wird Folgen haben, und zwar ganz viele und meist sehr viel stümperhaftere als diese.

Wie betrügen diese Spammer?

Wer auf den Link geklickt hat, hat also schon verloren. Ich habe mir mal erlaubt, die ID aus dem URI zu verändern (natürlich auch vorher schon, bei den Grafiken aus der Mail) und mir anzuschauen, was für ein tolles Angebot dieser ganz große Weihnachtsmann und Wohltäter der Menschheit mir anzubieten hat. Leider hat dieser Spammer daran gedacht, dass es eventuell nachteilig für sein Geschäft werden könnte, wenn seine betrügerische Website mit früheren Versionen seiner Nummer verglichen wird, und deshalb die Archivierung über WebCite verhindert. Ich habe aber keine Mühen gescheut, meinen Download-Manager angeworfen und einen vollständigen Spiegel dieses Meisterwerkes der Idiotie bei BayFiles zum freien Download hinterlegt², so dass der Kontext der folgenden Betrachtung erschließbar ist. Aber erstmal ein fröhlicher Screenshot:

Screenshot der betrügerischen Website

Detail aus dem Screenshot, Getestet und geprüft von Pro Sieben Galileo, Online-Test Bester online Nebenjob 1. PlatzZu den bemerkenswerten Details dieser betrügerischen Nummer gehört der Versuch, mit selbstgemachten „Auszeichnungen“ ein bisschen Seriosität zu simulieren – was allerdings nicht mehr überzeugen kann, wenn für die Werbung auf das illegale und asoziale Mittel der Spam gesetzt wird.

Diese Auszeichnung „Bester online NEBENJOB“ kommt – trotz eines auf dem ersten Blick verblüffend ähnlichen Aussehens – nicht etwa von der mit einem gewissen Recht hoch angesehenen Stiftung Warentest, sondern aus einer obskuren Quelle namens „Online-Test“. Das steht da ja auch so. Dass die ähnliche Gestaltung einen falschen Eindruck erwecken soll, sieht man nur beim Hinschauen. Und um beurteilen zu können, was man davon, und von den Menschen, die solche Täuschungen nötig zu haben scheinen, zu halten hat, benötigt man nur einen kleinen Bruchteil der Leistungsfähigkeit eines handelsüblichen Gehirnes.

Toll ist übrigens auch die Behauptung, dass es „getestet und geprüft“ von ProSieben Galileo sei. Als Beleg hierfür wird ein Link auf ein Video angeboten, das in ausgesprochen bescheidener Qualität zeigt, wie drei Gestalten in einem Spielcasino das gute, alte Martingale-System beim Roulette ausprobieren, was in einem der drei Fälle im Bankrott endete. Nicht gerade eine gelungene Werbung… vermutlich ist das Filmchen deshalb auch in so übler Qualität, dass es sich wirklich niemand gern anschaut.

Schon seltsam! Da ist von einem „Nebenjob“ die Rede, aber worauf stößt man? Aufs Zocken. In Internet-Zockhöllen, bei denen die Betreiber das „Spiel“ nach Belieben manipulieren können. Wo es ein „Spiel“ gibt, dass zurzeit in der Bundesrepublik schlicht ein illegales Glückspiel ist. Als „Job“. In der Präsentation hat der frühere Moritz Alborg, Ben Liez, Gerhard Frommel oder auch mal Dr. Rudolf Richter, der sich jetzt im Impressum übrigens „Prof. Günther Klein“ oder „Prof. Samuel Klein“ nennt und im Falle der hier zitierten Mail für eine Unternehmung namens „Online Nebenjob Essen GmbH“ aufzutreten vorgibt, ordentlich zugelegt – aber die Masche ist immer noch die gleiche wie damals: Affiliate-Geld dafür kassieren, dass man bestimmten Online-Casinos (bei denen das System angeblich funktioniert) über leere Versprechungen riesiger Gewinne in anonym eingerichteten Wegwerfwebsites neue Kunden zuschleust. Ja, „er“ hat so sehr zugelegt, dass ich den Verdacht nicht loswerde, dass er hier mitliest und die peinlichsten Patzer beseitigt hat. Das, muss ich zu meinem eigenen Verdruss eingestehen, ist „ihm“ recht gut gelungen. Gut, dass immer noch alles so unfassbar mies ist, dass kaum jemand darauf hereinfallen kann.

Ob die Spieler bei dieser Verschleierung des eigentlichen „Geschäftsmodelles“ der Spammer gewinnen oder verlieren – im Regelfall werden sie natürlich verlieren, und als Martingale-Spieler werden sie sogar verdammt viel Geld verlieren – ist für dieses „Geschäft“ vollkommen egal. Aber hierzu habe ich etwas ausführlicher bei früheren Versionen dieser betrügerischen Masche geschrieben. Wer Lust darauf hat, kann sich ergänzend noch anschauen, wie der gleiche Betrug vor etwas mehr als einem Jahr auf einer damaligen Betrugssite präsentiert wurde, da ist vieles noch durchschaubarer.

Ach, übrigens, der „Prof. Günther Klein“! „Der“ hat es offenbar nicht für nötig befunden, diese Domain unter seinem im Impressum angegebenen Namen zu registrieren, stattdessen hat er hierfür den Namen Linh Wang mit mutmaßlich falscher Anschrift im fernen, brummenden Hong Kong angegeben, als er sich die Domain am 21. November des letzten Jahres gegriffen hat, um am 22. November einen Update der Domain zu machen. Das verwundert aber auch nicht weiter, denn seine angebliche Unternehmung „Online Nebenjob Essen GmbH“ existiert nicht im Handelsregister und die im Impressum angegebene Adresse gibt es in Essen nicht. [Und dabei suche ich so gern Fotos raus, wenn sich Spammer einer Adresse ausdenken…] Ist ja auch klar, denn das hier ist nicht ein Angebot des Weihnachtsmannes, sondern eine Betrugsmasche der organisierten Internet-Kriminalität.

Nee, da habe ich einfach keine Lust mehr, mich mit der heutigen Version des Bullshits auseinanderzusetzen, mit dem von Betrügern das Martingale-System bei fragwürdigen Zockläden im Internet angepriesen wird, als könne man davon wirklich leben. Wer darauf trotzdem noch reinfällt, dem kann ich auch mit der fünffachen Textmenge nicht zum eigenständigen Denken bewegen.

Fußnoten

¹Die Grafiken sind hier nur zum Zweck der Dokumentation einer Betrugsnummer von Internetkriminellen in den Beitrag aufgenommen worden, damit ein möglichst genauer Eindruck des Erscheinungsbildes der betrügerischen Spam entsteht.

²Ich habe hierfür jetzt einen One-Click-Hoster verwendet und werde das auch in Zukunft so handhaben, um klarzumachen, dass es völlig legitime und vernünftige Anwendungen für diese Form des Hostings gibt, die nichts mit der Verbreitung von Werken der Content-Industrie zu tun haben. Hier auf dem Serverchen ist die Platte immer ein bisschen eng, und da möchte ich nur ungern dieses Megabyte für diese Dokumentation opfern. Vermutlich wird sich in wenigen Tagen niemand mehr für diese Gestaltung einer Betrugssite interessieren, von daher stört es mich auch nicht, dass dieser Mirror in dreißig Tagen gelöscht werden kann.

Königliche 300% Bonus nur im Premier Players Club

Mittwoch, 1. Februar 2012

Aber nur dort! Und auf den anderen Deppenfänger-Betrugssites mit anderen gleichermaßen idiotisch ausgedachten Firmierungen.

K�nigliche 300% Bonus nur im Premier Players Club

Hey, diesen Schwachsinn hast du schon im Betreff gesagt, Spammer! Und dass du nicht einmal dazu imstande bist, mit deinem hingerotzten Spamskript in einer HTML-formatierten E-Mail die entsprechenden Entities für die deutschen Umlaute zu verwenden, das erweckt ein ganz besonders großes Vertrauen. Jemand, der schon auf dem ersten Blick dermaßen inkompetent aussieht, ist doch genau der richtige, um Adjektive wie „königlich“ in den Mund zu nehmen.

F�r die Spieler, die auf Free Money aus sind, vergibt der Premier Players Club den enormen Willkommensbonus von 300% bis zu 300 �!

Für die Idioten, die glauben sollen, dass sie von spammenden Verbrechern Geld geschenkt bekommen, ein unwiderstehliches Angebot. Wer denen echtes Geld gibt, bekommt die vierfache Menge in virtuellen Jetons. Die sind fast so wertvoll wie die Glasperlen, die Europäer damals in Amerika gegen Gold eingetauscht haben.

Wer das nicht sofort kapiert…

Zahlen Sie 100 � ein und schauen Sie zu, wie sich Ihr Kontostand in ganz besondere 400 � verwandelt, noch bevor Sie mit dem Spielen begonnen haben.

…bekommt auch gleich noch einmal konkret gesagt, dass er einen möglichst hohen Betrag einzahlen soll. Nur schade…

http://www.premier-players.eu/de/ [Endlose eindeutige ID gelöscht]

…dass die betrügerische Website, auf der man Software von kriminellen Spammern runterladen konnte, schon eine halbe Stunde nach Eingang dreier Exemplare dieser Drecksspam in meinem Postfach vom Netz war. Tja, so richtig Lust auf eine Geschäftsbeziehung zu derartigen Verbrechern hat nicht jeder Hosting-Provider, schließlich kann ein Besuch der Polizei und die Beschlagnahme von Schriftverkehr und Hardware zur Beweissicherung im Geschäftsbetrieb sehr stören.

Zum krönenden Abschluss des königlichen Bullshits noch ein paar weitere Unverschämtheiten der kriminellen Arschlöcher:

Sie erhalten diesen Newsletter von uns aufgrund einer Eintragung zu unseren Services und Diensten.

Dieses Mailing-System darf nur f�r das Senden erlaubter E-Mails [sic!] verwendet werden. Falls Sie keine Erlaubnis erteilt haben, von diesem Absender E-Mails zu erhalten, benachrichtigen Sie uns bitte.

Wenn Sie diese Empfehlungen nicht erhalten m�chten, bitte klicken Sie hier: Abmelden

Wer gern noch mehr „erlaubte E-Mails“ mit betrügerischen Angeboten (oder auch mal mit Schadsoftware oder anderen Angriffen auf den eigenen Rechner) haben möchte, kann einfach mitteilen, dass die Drecksspam angekommen ist und von einem Menschen gelesen wurde, der in einer kriminellen Spam herumklickt. Obwohl man ihr schon an ihrer Erscheinung ansieht, mit was man es zu tun hat. Der Klick wird Folgen haben, aber mindestens 30 am Tag…

preise – Speicher-karten micro SDHC

Donnerstag, 19. Januar 2012

Oh, was für ein lustiger Betreff.

In letzter zeit haben wir viele Anfragen für SD-Karten erhalten.

Und ich habe in letzter Zeit viel Spam erhalten.

Nun können wir unseren Kunden Micro-SDHC-Karten mit Adaptern anbieten. Diese sind mit allen Geräten kompatibel, die SDHC unterstützen. Dies sind z.B. die meisten neuen Handys, Kameras und Camcorders.

Und auch das hier ist mal wieder so ein Meisterwerk des hippen Technomülls aus dem Spamskript. Hat keine Anrede, aber faselt was von „unseren Kunden“, wenn es das Betrugsgeschäft anpreist. Und das an eine Mailadresse, die ich niemals für normale Kommunikation verwende, sondern an einigen Stellen als für normale Leser unsichtbare technische Metainformation in Websites reingeschrieben habe. Wozu? Als klebrigen Honeypot für die Harvester der Spammer, damit ich so etwas wie diesen Maildreck ganz sicher und frei von auch nur der Spur eines Zweifels als eine Spam bezeichnen kann – also als einen unverlangt zugestellten Massenmüll der zwielichtigen Reklame.

Denn von der Spam einmal abgesehen, wirkt das Angebot ja fast seriös:

R/W- Geschwindigkeit sind 10 MB/Sek (Klasse 10)

6er-pack NOLT 8 GB 51 €
12er-pack NOLT 8 GB 99 €

6er-pack NOLT 16 GB 113 €
12er-pack NOLT 16 GB 221 €

6er-pack NOLT 32 GB 296 €

Ein Adapter, der die Micro-SDHC-Karte in eine vollformatige SDHC-Karte umwandelt, ist im Preis inbegriffen.

Aber vollformatig!

Nolts hochqualitative USB-Sticks wurden genau für die Bedürfnisse entwickelt, welche man heutzutage in Unternehmen und Organisationen hat: Schnelligkeit und Sicherheit. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeit ist im Vergleich zu anderen USB-Sticks viel höher. Außerdem wird eine hohe Datensicherheit gewährleistet. Daher eignet sich dieser USB-Stick auch besonders zur Speicherung wichtiger Informationen und Daten. NOLT-USB-Sticks werden größtenteils für Backup und Archivierung benutzt, aber sie können auch zur Präsentation und das Speichern von Video-Dateien angewendet werden.

Selten hat mir jemand mit so vielen Worten die für mich völlig neue Weisheit offenbart, dass man auf einem USB-Stick Daten speichern kann. 😀

20-pack NOLT 2GB 141€

20-pack NOLT 4GB 161 €

10-pack NOLT 8GB 133 €
20-pack NOLT 8GB 260 €r [sic!]

6-pack NOLT 16GB 165 €
12-pack NOLT 16GB 323 €

6-pack NOLT 32GB 319 €

Bestellen Sie direkt bei:
Speicher-depot.de

Bestellen sie direkt beim Spammer – dort kann man ja immer die besten Geschäfte machen. Vor allem für den Spammer sind sie in der Regel gut. Wer mag, kann…

oder schicken Sie eine Mail an
info@speicher-depot.de
> [sic!]

…auch einfach eine Mail hinschicken und damit den Spammern mitteilen, dass unter der vollgespammten Adresse auch Spam ankommt. Das wird gewiss Folgen haben, aber bis zu zweihundert am Tag.

Alle Preise sind exklusive MwSt.
Speicher-Depot ist ein Unternehmen der Techimport AB.
Stensätravägen 2, 127 39 Stockholm, Schweden
Geschäftsführer Håkan Ericson
SteuerIdNr: SE556689899401 , 17/080/26413
Tel.: 0800 200 xxx x [von mir unkenntlich gemacht]

Na, immerhin existiert eine Unternehmung dieses Namens an der angegebenen Adresse – eigentlich eine gute Chance für Meteoriten, die hoffentlich demnächst genutzt wird. Deshalb auch meine Vorsicht mit dem kleinen Honigtöpfchen, denn ich bekomme derartigen Mist schon etwas länger. Ich weiß nicht, wo dieser Laden seine Mailadressen für diese Akquise hergeholt hat, aber aus einer halbwegs seriösen Quelle stammen sie nicht.

Übrigens ist es schon ein bisschen verwunderlich, dass die Unternehmung Techimport AB nicht einfach ihre Website techimport (punkt) se für ihre Geschäfte verwendet. Es kann also gut sein, dass die Unternehmung Techimport AB nichts mit dieser Spam zu tun hat – die deutsche Domain speicher (strich) depot (punkt) de ist allerdings mit der Firma und Anschrift dieser Unternehmung angemeldet worden. Daher habe ich von einer Rückfrage abgesehen, da ich mit Leuten, die mir das virtuelle Postfach zumüllen, grundsätzlich nicht kommuniziere.

Das es eine Spam ist, merkt man aber auch schon am extrem unpersönlichen Stil und am „hingerotzten“ sprachlichen Stil der Mitteilung – denn damit würde keine normale Unternehmung ihre Kunden vergrätzen.

Und, wie nennt ein Spammer so eine Spam?

Diese E-Mail Nachricht wird innerhalb der Regeln der E-Mail Marketing in der „Datenschutz-und Marketing Gesetzgebung in Europa“ gesendet. Klicken Sie hier für die Löschung aus der E-mail Verteiler-Liste, wenn sie falsch adressiert ist, oder wenn Sie diese email nicht wollen. [sic! Ich klicke allerdings weiterhin auf „Löschen“, wenn ich diese Spam nicht will.] Herkunft der Adressen aus eigenem Email-Register.

Richtig, er nennt es Adressen aus eigenem E-Mail-Register. (Das mit dem halbwegs korrekten Rechtschreiben im geschäftlichen Schriftverkehr braucht man in dieser Liga gar nicht erst zu üben, weil es nicht wirklich darauf ankommt…) Das wird auch vom Gefasel von irgendwelchen Marketing-Richtlinien und irgendwelcher EU-Gesetzgebung nicht besser, schon gar nicht, wenn diese in Anführungszeichen stehen.

Und zum Abschluss noch ein bisschen dumme Redundanz:

Klicken Sie hier für die Abmeldung des Newletters.

Nun, das ist kein Newsletter, das ist eine Spam. Und der angegebene Link enthält natürlich die Mailadresse, an die dieser Müll gegangen ist – so dass damit auf der anderen Seite klar wird, das der Müll auch angekommen ist, gelesen wird und sogar bei jemanden gelandet ist, der bereit, in eine Spam einfach reinzuklicken. Das wird – wie oben schon gesagt – Folgen haben.

Ach ja, reinklicken.

Wer in einem Anfall geistiger Umnachtung wirklich auf den Link geklickt¹ hat, der zur Homepage mit den billigen Speicherkarten führt…

Screenshot der durch Spam beworbenen Website

…kann dort nicht nur lesen, dass sich die Angebote dieses obskuren Anbieters ausschließlich an Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Sektor richten (nichts davon bin ich, und nichts davon hat irgendwie mit meinem Leben zu tun), sondern auch gleich die besondere Qualitätsoffensive dieses Spammers in anderen Bereichen der Internetarbeit bewundern. Schon auf der Startseite lächelt einem direkt unter dem billigen Symbolbild mit der Frau am Telefon eine hässliche Fehlermeldung der im Hintergrund laufenden Datenbank an.

Tja, wo Spam und technische Inkompetenz sich vereinen, da entsteht sofort der richtige Eindruck. Nur nicht der aus Sicht der Spammer gewünschte.

¹So etwas sollte man nur mit einem besonders gesicherten System machen. Aktuelle Antivirensoftware und eine „personal firewall“ sind noch kein besonders gesichertes System. Wer nicht weiß, wie man sich ein hinreichend gesichertes System herstellt, denke bitte gar nicht erst darüber nach, in einer Spam herumzuklicken! Der Ärger, den man dabei bekommen kann, ist die befriedigte Neugierde nicht wert.