Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Microsoft Windows Update

Dienstag, 25. September 2012

Die Mails haben den (gefälschten) Absender privacy (at) microsoft (punkt) com, aber sie stammen natürlich nicht von Microsoft. Das fällt übrigens schon beim flüchtigen Lesen auf, ohne dass man eigens einen Blick in die Mailheader werfen müsste, denn die holprig-unbeholfene Ausdrucksweise und die Kleinschreibung des Microsoft-Produktes „windows“ klingen nicht überzeugend nach dem behaupteten Absender. Einmal ganz davon abgesehen, dass Microsoft – wenn man dort überhaupt derartige Mail schriebe – für deutsche Empfänger gewiss einen ins Deutsche übersetzten Text verwendet hätte.

Und vermutlich hätte Microsoft keine Menschen wie mich angeschrieben, die gar kein Betriebssystem von Microsoft verwenden…

Dear Windows User,
It has come to our attention that your Microsoft windows Installation records are out of date. Every Windows installation has to be tied to an email account for daily update. [sic! Wie konnte man nur die ganze Zeit arbeiten, ohne seine Windows-Installation an ein E-Mail-Konto zu binden?]

This requires you to verify the Email Account. Failure to verify your records will result in account suspension. Click on the Verify button below and enter your login information on the following page to confirm your records.

VERIFY

Thank you,

Microsoft Windows Team.

Natürlich führt der Link unter „VERIFY“ nicht zu Microsoft, sondern zu einer schnell hingepfuschten Website mit einem Windows-Logo und der Behauptung:

Your computer is out of date [sic!], and risk is very high. To update your windows installation records, you are required to choose your email address below.

Anders als der etwas kränkelnd formulierte Text vermuten lässt, befindet sich darunter keine Auswahlliste mit sämtlichen Mailadressen im Internet. Darunter befinden sich vielmehr die Logos verschiedener populärer Freemailer sowie ein weiteres Bild „Other emails“. Wenn man auf eines dieses Logos klickt, erhält man die Gelegenheit, seine Mailadresse und das Passwort seines Mailaccounts einzugeben und mit dem Button „Sign in“ direkt an die Kriminellen zu übertragen. Diese werden sich gewiss sehr darüber freuen, dass sie viele neue Mailaccounts für betrügerische Geschäfte und für den Spamversand zur Verfügung haben. Deshalb machen sie diese Phishing-Nummer ja auch. Wenn es sich um einen Account bei GMail, AOL, Yahoo oder Windows Live handelt, bekommen sie auch gleich noch die Adressbücher der Kontakte und ganze Userprofile zur beliebigen Manipulation geliefert. Und wehe, das gleiche Passwort wird auch auf anderen Websites (Facebook, Twitter, LinkedIn, etc.) verwendet.

Wer darauf hereingefallen ist, sollte sofort sein Passwort ändern und alle seine Kontakte aus dem Adressbuch darüber unterrichten, dass sein Mailaccount gehackt wurde (man muss ja nicht gleich zugeben, dass man in akuter Panik auf eine plumpe Phishing-Masche hereingefallen ist) und dass deshalb eventuelle Mails der letzten Stunden mit äußerster Vorsicht zu behandeln sind.

Ein Internet-Betrug ist nämlich viel überzeugender, wenn das Opfer glaubt, den Absender einer Mail persönlich zu kennen. Da wird viel schneller in eine Mail geklickt, ein Anhang geöffnet oder ein „Gefallen“ getan – so etwas wie: „Ich bin in der Klemme. Kannst du mir schnell 300 Euro über Western Union zukommen lassen, ich geb dir das Geld nächste Woche zurück“.

Grundsätzliches

Jeder, der ein Mailpasswort haben will, ist ausgesprochen fragwürdig. Ein Passwort ist eine Sicherheitsmaßnahme, die nur dadurch Wirkung entfaltet, dass das Passwort auch geheim bleibt. Es gibt keinerlei Internetdienst, der auf die Kenntnis von Mailpasswörtern angewiesen ist – mit Ausnahme eines Mailservers.

Das gleiche gilt übrigens auch für andere Passwörter. Solche Versuche, an ein Passwort zu gelangen, sind in beinahe allen Fällen das Treiben von Kriminellen.

Deshalb: Niemals darauf hereinfallen!

Wenn ein Absender, bei dem eine derartige Frage ausnahmsweise einmal legitim erscheint (zum Beispiel ein Provider oder sonstiger Dienstleister, der im Falle eines akuten technischen Problemes Support leistet) eine derartige Frage in einer nicht digital signierten Mail stellt, ist ebenfalls äußerste Vorsicht angesagt. Die Absenderadresse einer Mail kann ohne großen Aufwand beliebig gefälscht werden. Der Verzicht auf eine digitale Signatur in einer derartig heiklen Angelegenheit deutet übrigens – wenn sich eine solche Anfrage bei telefonischer Rückfrage als authentisch erweisen sollte – auf schwere professionelle Mängel hin, die genug Grund sind, so schnell wie möglich einen anderen Dienstleister zu suchen.

Der beste Schutz vor Internet-Kriminalität ist ein funktionierendes und stets aufmerksames Gehirn, dass bei der Benutzung des Computers mitläuft – und eine Haltung, sich nicht von jeder alarmierend formulierten Mail in eine Panik versetzen zu lassen, die die Vernunft dämpft und damit den Verbrechern entgegenkommt.

Ubuntu bringt Werbung auf dem Desktop

Montag, 24. September 2012

Satirische Bearbeitung des Ubuntu-LogosDie Linux-Distribution Ubuntu leistet einen interessanten Beitrag zur Allgegenwart der Werbung, indem sie in einer Standardinstallation von Amazon bezahlte Werbung für bei Amazon käufliche Bücher zusammen mit dem Startmöglichkeit der lokal installierten Anwendungen auf dem Unity-Desktop ihrer Anwender platziert – eine aus gewöhnlicher Benutzersicht so überraschende und überrumpelnde Entscheidung, dass hier einmal mehr die Nähe legaler und gewöhnlicher Werbung zur zerstörerischen Pest der Spam deutlich wird.

Amazon habe man ausgesucht, weil […] Amazon für die Integration zahle.

Äquivalent zur Spam ist auch, dass man die wohl meist unerwünschte Belästigung mit Werbung an einem bislang werbefreien Ort einfach „löschen“ (also deinstallieren) kann:

sudo apt-get remove unity-lens-shopping

Genau wie eine Spammail im Posteingang oder ein Spamkommentar im Blog. Man kann es einfach löschen, wenns einem nicht gefällt. Viele werden das wohl auch tun, nachdem sie mit der Websuchmaschine ihrer Wahl kurz herausgesucht haben, wie es geht.

It f*cks your brain…

Montag, 24. September 2012

Drei Minuten monotone, repetitive Computermusik: Meine mehr oder minder musikalische Zusammenfassung der allgegenwärtigen (und leider völlig legalen) Reklame für Produkte, Marken und politische Parteien.

Aviras lächerliche Metasatire

Montag, 24. September 2012

Stoppen Sie Online-Verfolger! Dank Antivirus Premium 2013 können Werbefirmen Sie nicht länger online verfolgen. Erhalten Sie 35 % RABATT und Gratis-Upgrade auf die neue Avira Version 2013, sobald diese erscheint! Jetzt kaufen!

Ich finde ja, dass eine innerhalb des Windows-Desktops erscheinende Reklame, die mir ein Produkt anbietet, dass mich dann vor gewissen in meine Privatsphäre eindringenden Machenschaften der Werbetreibenden schützen soll, einen nicht zu verachtenden realsatirischen Charakter hat.

Nein, der Screenshot ist nicht von meinem Computer. Ich nutze gar kein Windows, und wenn ich solche Reklamemaschen sehe, habe ich einen weiteren Grund für diese Entscheidung.

Zuverlassige Testkaufer gesucht – landesweit!

Donnerstag, 20. September 2012

Das hatten wir lange nicht mehr…

Diese Spam gibt es auch mit anderen Betreffzeilen, in den letzten 60 Minuten kam bei mir unter anderem

  • „Jobs Annonce!“, und
  • „Zuverlassige Mystery Shopper gesucht – landesweit!“

an. Vermutlich sind noch mehr Betreffzeilen in Benutzung. Die gefälschte Absenderadresse ist immer eine Zeichenfolge aus sechs bis acht Buchstaben, gefolgt von zwei Ziffern @web.de. Alle bei mir angekommenen Mails gehen von IP-Adressen aus dem Range der 1&1 Internet AG aus, deren Hosting-Dienste offenbar zurzeit von Kriminellen missbraucht werden – ich gehe jede Wette ein, dass die Hosting-Rechnungen niemals bezahlt werden und die Server mit Namen und Adressen anderer Menschen gemietet wurden. Dafür lassen sich Kriminelle schließlich so gern Name, Adresse und Geburtsdatum von ihren Opfern geben, damit die Polizei nicht bei ihnen vorbeischaut.

Nun zur Mail, die ein tolles „Jobangebot“ enthält, dass einen direkt vor Gericht bringt:

Hallo,

Wir haben keine verdammte Ahnung, wer sie sind.

falls Sie etwas Zeit hätten würde wir uns gerne bei Ihnen vorstellen. Eventuell spricht Sie unsere vorgeschlagene Arbeit Annonce an. Wir sind eine Firma die im Bereich der Bewertung von Produkten und Dienstleistungen arbeitet und suchen jetzt neue Mitarbeiter auf dem Gebiet Testkäufer in allen Bundesländern.

Sie haben keine verdammte Ahnung, wer wir sind. Wir schreiben Mails mit gefälschtem Absender und faseln davon, dass wir eine namenlose Unternehmung seien, die ihre Mitarbeiter völlig willkürlich auswählt.

Die Nachfrage nach Testeinkäufer ist groß. Wir suchen auf dem deutschen Arbeitsmarkt motivierte und engagierte Mitarbeiter.

Dabei brauchen wir immer wieder neue Leute, denn die Polizei ist nicht untätig.

Wir bieten Ihnen die Chance zusammen mit uns erfolgreich zu sein. Die Produkt- und Servicetester besuchen Filialen der Auftraggeber in ihrer Region und beurteilen den Kundenservice, den sie während ihres Einkaufs oder bei einer Dienstleistung erfahren. Zu Hause werden die Produkte getestet, im Anschluß geben sie ihre Einschätzungen per Internet an uns weiter, diese unterstützen mit den Informationen die Firmen bei der Qualitätsmessung und Verbesserung ihres Kundenservices.

Wir bieten ihnen die Chance, an unserer Stelle vor Gericht zu stehen. Sie kaufen mit ihren Personalien für uns ein und senden die gekauften Waren zu uns, und wir bezahlen niemals und verkaufen das Zeug weiter. Dann kommt die Polizei zu ihnen, und wir bleiben anonym und können uns neue Autos kaufen und uns von Nutten verwöhnen lassen. Das ist die Hauptsache. Den Rest schreiben wir nur, damit sie nicht bemerken, was sie wirklich tun sollen und glauben, sie verrichten eine richtige Arbeit.

Was wir Ihnen anbieten:
– vertraglich festgelegten Verdienst
– flexible Arbeitszeiten auch in Teilzeit
– abwechslungsreiche Tätigkeit
– Urlaubs- und Weihnachtsgeld
– fortlaufendes Training

Was wir ihnen anbieten:

  • Niemals gezahltes Geld
  • Eine Vorstrafe
  • Schulden, weil sie den Schaden wiedergutmachen müssen
  • Zwei Jahre Papierkrieg dafür, dass wir sie zwei Wochen missbrauchen konnten
  • Wenn sie uns persönliche Daten gegeben haben, einen Missbrauch ihrer Identität für betrügerische „Geschäfte“.

Voraussetzungen:

- mindestens 18 Jahre
– gute deutsche Sprachkenntnisse
– sehr gute Auffassungs- und Beobachtungsgabe
– Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit
– Computerkenntnisse (Microsoft Windows, Microsoft Office)
– Spaß am Bewerten von Serviceleistungen und Produkten

Können müssen sie dafür beinahe nichts. Wir nehmen jeden.

Mehrere Arbeitsstellen sind ab jetzt frei.

Der Verdienst beträgt ab 1850 Euro monatlich (Brutto). Sie können die Tätigkeit gerne auch als Zweitberuf ausüben. Für Rentner sind die Stellen besonders gut geeignet. Ein Firmenfahrzeug stellen wir Ihnen auf Wunsch durch unseren Leasingpartner zur Verfügung.

Es ist immer eine Stelle frei, weil das Gefängnis immer voller mit unseren ehemaligen „Mitarbeitern“ wird. Der Verdienst wird niemals ausgezahlt. Oder haben sie wirklich geglaubt, dass Kriminelle ihnen gegenüber ehrlich wären?

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann freuen wir uns auf Ihre Antowrt, diese richten Sie bitte an unsere Personalabteilung per E-Mail. Um uns eine E-Mail zu senden drücken Sie die „antworten“ Taste bei Ihrem E-Mail System.

Wenn sie weitere Lügen hören möchten, freuen sie sich darüber, dass wir inzwischen wissen, wozu ein Reply-To-Header gut ist und die Mailadresse personal_a (at) eriga (punkt) lv als Antwortadresse angegeben haben. Dass wir die Absenderadresse fälschen, gehört zu den Dingen, an die sich unsere Opfer nicht stören sollten.

Wir werden Ihnen spätestens in zwei bis drei Tagen ein Arbeitsangebot machen.

Wir werden ihnen so schnell wie möglich die gleiche Mail wie allen anderen Deppen zusenden, die auf unseren Betrug reinfallen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung..

Wir haben ihnen etwas Lebenszeit mit einer asozialen Spam geklaut und bedanken uns dafür, dass sie sich die Zeit haben klauen lassen. Wir freuen uns darüber, dass die Mutter der Deppen immer schwanger ist. Diese Spam wurde automatisch erstellt und ist ohne Grußformel gültig.

Diese E-Mail wurde von Vermittlungsagentur in Zusammenarbeit mit Marketing Firmen versendet.

Sie erhalten diese Spam ohne Grund.

Natürlich ist die Masche nicht neu, ich habe sie nur lange nicht mehr gesehen. Wer weitere Informationen haben möchte, werfe einen Blick in das Wiki des Antispam e.V.!

Herr Frank Johnson

Donnerstag, 20. September 2012

So nannte sich der „Mensch“ (nur im biologischen Sinn zu verstehen, nicht im kognitiven oder ethischen), der den folgenden Kommentar hinterließ (zum Vergrößern klicken):

Screenshot aus der Kommentarmoderation

Ohne weitere Worte.

Der mit Abstand dümmste Name

Donnerstag, 20. September 2012

Der mit Abstand dümmste „Name“, den sich ein Kommentarspammer geben kann, um einen Linktext für seine angegebene „Homepage“ zu erzeugen, ist…

Screenshot aus der WordPress-Kommentarmoderation

…der eh schon gnadenlos dumme Text „click here“.

Aber es gibt ja keine Dummheit, die so groß wäre, dass sie nicht von irgendeinem Enthirnungsrest von Spammer begangen würde. :mrgreen:

Angebot

Donnerstag, 20. September 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich oder wir habe oder haben keine verdammte Ahnung, wie sie heißen oder wie ihr heißt, obwohl…

nach unserem Besuch Ihrer Homepage möchten wir Ihnen ein Angebot von Produkten vorstellen, das Ihnen ermöglichen wird, den Verkauf Ihrer Produkte sowie Dienstleistungen deutlich zu erhöhen.

…wir ihre Homepage besucht haben. Was das Wort „Impressum“ bedeutet, hatten wir noch nicht in der Schule.

Unser Angebot beinhaltet Datenbanken mit den Adressen deutscher Firmen, respektive potentiellen Kunden für Ihr Unternehmen.

Die Datenbanken der Firmen sind in für Sie interessante und relevante Zielgruppen untergliedert.

Die Firmenangaben beinhalten: Name der Firma, Ansprechpartner, E-mail Adresse, Tel. + Fax-Nr., PLZ, Ort, Straße etc.

Dafür wollen wir ihnen Daten verkaufen, mit denen sie andere Leute zuspammen und oder auf andere Weise belästigen können. Wie groß die Qualität unseres tollen und vor allem relevanten Materiales ist, können sie daran erkennen, dass unsere unverlangten und vollständig unerwünschten E-Mails sogar bei Leuten ankommen, die ein Blog mit dem Namen „Unser täglich Spam“ betreiben.

Die Verwendungsmöglichkeiten der Datenbanken sind praktisch unbegrenzt und Sie können durch Verwendung der von uns entwickelten Programme des personalisierten Versendens von Angeboten u.ä. mittels E-mailing bzw. Fax effektive und sichere Werbekampagnen damit durchführen.

Wenn sie technisch nicht zum Spammen imstande sind, liefern wir die passende Software gleich mit. Freuen sie sich über Abmahnungen für ihre illegale Reklame und über einen nachhaltig beschädigten Ruf, wenn sie das Zeug benutzen. Uns haben sie ja schon vorher bezahlt.

Bitte informieren Sie sich über die weiteren Details einmal unverbindlich auf unseren Webseiten:

http://www.gb-ct.net

Bitte klicken sie in eine Spam, um weitere Lügen von Spammern zu lesen!

Wir würden uns freuen, wenn unsere Datenbanken sowie Programme Ihren Vorstellungen des innovativen Bewerbens potentieller Neukunden entsprechen und stehen Ihnen gerne jederzeit zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.

Wir freuen uns über jeden, der Spam auf allen Kanälen für eine gute Idee hält und uns deshalb sein Geld gibt.

Mit freundlichen Grüßen
http://www.gb-ct.net

Mit mechanischen Grüßen
Dein immer wieder nervender Spammer
Früher unter diversen anderen Domains mit gleichem Text bekannt

Wollen Sie keine Infos mehr über unsere Datenbanken erhalten, klicken Sie bitte den Link an und melden sich ab:

http://www.gb-ct.net/?lang=deu&page=unsubscribe

Wollen sie noch mehr Spam haben? Teilen sie uns einfach mit, dass unsere Mails ankommen. Was glauben sie wohl, wie wir an den Datenbestand kommen, den wir hier verramschen?!