Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Die besten Generica

Montag, 19. Dezember 2016

Und wieder ein Spammer, der meint, dass man das Hängenbleiben im Spamfilter doch vermeiden kann, wenn man seine zweihundert Byte Text ganz einfach in ein 87,5 KiB großes Bild schreibt, das durch die Base64-Codierung für den Mailversand auf rd. 115 KiB sinnloser Stopfmasse fürs Postfach aufgemoppelt wird. Das Ergebnis ist die folgende Kombination aus übersteigerter gestaltierischer Ambition und Spammers klaffendem Unvermögen beim Umsetzen seiner Ideen:

SUPER PREISE TESTPAKET GENERIKA -- HABEN SIE SICH JEMALS GEFRAGT, WELCHE POTENZMITTEL IN IHREM KONKRETEN FALL AM BESTEN WIRKEN WÜRDE? HEUTE HABEN SIE DIE MOGLICHKEIT, ES HERAUSZUFINDEN. NUTZEN SIE DIESE EIGENARTIGE GELEGENHEIT, USERE GENERIKA POTENZMITTEL TESTPACKUNG AUSZUPROBIEREN -- ZUR HOMEPAGE >>>

Das von irgendwo aus dem Internet mitgenommene Bild ist ja durchaus hübsch, aber schade, dass es durch den vom Spammer in gleichsam müder wie unlesbarer Typografie reingemachten Text versaut wird. 😀

Und nein, Spammer: Deine „eigenartige Gelegenheit“ werde ich nicht nutzen!

tamagothi.de

Sonntag, 18. Dezember 2016

Spammer's Hall of Shame: Max Exposure

In die „Hall of Shame“ kommen nur die ganz Harten. Die, bei denen sich der mutige Einsatz von Technik mit beachtlichem Verzicht auf Gehirn vereint. Wenn du hier landen willst, Spammer, dann ist eine einfache Lobotomie nicht ausreichend…

Ja, die im Betreff genannte Domain stimmt.

Hello,

Nein, der in der Anrede genannte Name stimmt nicht. Und dabei ist es wirklich schwierig, meinen Namen auf der Website in der von dir benannten Domain zu übersehen. Dafür braucht man nicht einmal ins Impressum zu schauen.

Oh, du hast ja ins Impressum geschaut und sogar die Kontaktmailadresse gelesen, um sie anzumailen. Aber eine andere Anrede als „Hello“ war dir zu viel Mühe. Dafür hättest du ja eine Zeile in deiner Drecksmail editieren müssen und Leute individuell anschreiben müssen. Und dann hättest du nicht so bequem ein ganz ordinäres Spamskript nehmen können, um ein paar Idioten zu finden, die für eine Handvoll Klimpergroschen vom Spammer zu Schleichwerbern und SEO-Spammern werden, die den Müllanteil im Internet erhöhen.

My name is Sebastian H. and I work for Max Exposure, an online marketing agency. I‘m currently looking for sites in German.

Schön, dass wenigstens du einen Namen hast. Und du arbeitest für eine tolle SEO-Spam-Klitsche, die eine tolle Website (später noch in der Spam verlinkt) hat…

Screenshot der Website der spammenden SEO-Spammer, die sich 'Max Exposure' nennen

…in der man tolle Sachen lesen kann. Zum Beispiel „Kreative Link-Entwicklungs-Kampagnen, die großartige Links aufbauen, die man mit Geld gar nicht kaufen kann“. Moment, was wolltest du Hirni mir nochmal in deiner stinkenden Drecksspam anbieten?

Ach ja, das hier:

Would you be interested in posting an article that is relevant to your readers, with a link to one of my clients, for a fixed fee that we would pay you? If so, what would be the price for it?

Geld dafür, dass ich dir einen Link setze. Das wolltest du mir anbieten. :mrgreen:

Komm, erschieß dich einfach, SEO-Spammer! Aber schieß nicht auf den Kopf, da könntest du das Vakuum zwischen den Ohren treffen und so dein Ziel verfehlen! Und nimm deine Dreckslinks auf irgendwelche Websites, von denen du und deine angeblichen „Kunden“ genau wissen, dass sich ohne Spam kein lobotomierter Zombie dafür interessieren würde, mit in dein Würmerloch! Viel Spaß bei deiner Kompostierung, die im Gegensatz zu deinem jetzigen Tun und Wirken wenigstens einen Nutzen für deine Mitwelt hat.

Please also let me know your best price for a banner ad and if you own other sites available for advertising.

Nein! Und schon gar nicht für Spammer.

Best Regards,

Sebastian Hauser
Collaborations Manager – German Market
sebastian (at) max (strich) exposure (punkt) com
http://www.max-exposure.com/

Übrigens, wenn du wirklich der Manager für Kommunikation und Zusammenarbeit im deutschen Markt bist, wie wäre es dann mal damit, ein bisschen Deutsch zu lernen? Oder jemanden einzustellen, der die immer noch wichtigste Sprache auf dem „deutschen Markt“ beherrscht? Oder wenigstens ein paar Dollar, Euro oder Rubel für einen guten Dolmetscher auszugeben?

Ach, das geht nicht, weil du einfach nur ein spammender Spezialexperte mit ausgedachtem Namen und ganz viel Spam bist, der mit solchen Phantasietiteln seine Leser beeindrucken will, damit sie Links auf Abzock-Casinos und Betrugsshops setzen? Ganz genau so habe ich mir das auch gleich gedacht.

So könnt Ihr Euch das Weihnachtsgeld auf die Feine Art zusammenklauen!

Samstag, 17. Dezember 2016

So so, „klauen“ ist ganz was Feines. Da weiß man ja, wie der Absender dieser Spam moralisch tickt und wie viel Achtung er vor seinen Mitmenschen hat… :mrgreen:

Hi Leute!

Bin ich nicht.

Bald ist Weihnachten und es gibt bekanntlich viele tolle Dinge, die man gern für seine Liebsten besorgen will, sich aber leider nicht leisten kann. Doch zum Glück gibt es noch einen anderen Weg, um trotzdem noch rechtzeitig an all die Objekte der Begierde heranzukommen. Absolut unkonventionell und im juristischen Graubereich, aber 100-prozentig legal! Ihr wundert Euch, was das sein könnte? Dann zögert nicht lange und zieht es Euch rein!

Da liegt also ganz legal Geld für jeden auf der Straße, und so etwas erfährt man nur mit einer illegalen und asozialen Spam? Woran das wohl liegt?

HIER ERFAHRT IHR WIE MAN SICH SEIN WEIHNACHTSGELD ZUSAMMENKLAUEN KANN, OHNE SICH STRAFBAR ZU MACHEN!

Daran liegt es:

Headergrafik der verlinkten Website. Links eine Frau vor einem Laptop, die mit einem Fächer aus 100-Euro-Banknoten rumwedelt, rechts ein tiefgelegtes Auto, dass seinen Fahrer zum besten Freund des Tankwarts macht und in der Mitte ein Routlettekessel, über dem die Worte 'Clever zum Erfolg' stehen.

Natürlich funktioniert das angepriesene Roulettesystem nicht, sonst würde der Spammer ja nicht spammen, sondern beim Roulette mit seinem System reich werden. Stattdessen zieht es der Spammer aber vor, Affiliate-Geld von windigen Internet-Zockschuppen dafür zu erhalten, dass er ihnen neue Kunden zum Ausnehmen zuschleust. Die dazu verwendete Website ist seit über zwei Jahren völlig unverändert, taucht aber immer wieder einmal in neuen Domains auf, die dann in massenhafter und oft erschreckend dummer Spam verlinkt werden.

Ich muss sagen, dass der erste Eindruck vom Charakter dieses Spammers wegen des Klauen-ist-fein-Betreffs völlig zutreffend ist. :mrgreen:

Gutes Gelingen
Alexander Möllmann

Oh, ich habe doch tatsächlich „Müllmann“ gelesen. :mrgreen:

Hier raufgehen, wenn Ihr nicht wollt, dass weitere Infomails an Euch verschickt werden.

Und zum Abschluss wieder das „Click here“ für die Generation Smartphone, genau so dumm und sprachlich sinnlos wie das richtige „Click here“. Solche Phrasen finden sich nur in Texten von Spammern und Reklameheinis, die man getrost ungelesen in den Müll tun kann – kein fühlendes Wesen würde so etwas wie „Click here“ schreiben.

Ihr Konto wurde eingefroren, Elias Schwerdtfeger

Freitag, 16. Dezember 2016

Oh, das liegt in der Tiefkühltruhe? Hält sich das Geld da länger? :mrgreen:

(Ich habe kein Konto bei der Deutschen Bank. Diese Mail kommt nicht von der Deutschen Bank. Sie ging an eine im Web „eingesammelte“ Mailadresse. Sie geht an jede Mailadresse, die sich im Web einsammeln lässt. Es ist Spam-Schrotmunition von Phishern.)

Von: „warnung@deutschebank.de“ <info (at) lingerie (strich) gallery (punkt) de>

Hey, Spammer! Wenn du schon deinen Absender fälschst…

Logo der Deutschen Bank Deutsche Bank Mitteilung

…dann kannst du es doch auch so machen, dass es wie eine echte Mail der Deutschen Bank aussieht, die von einer Mailadresse aus der Domain der Deutschen Bank versendet wurde. Ist doch auch nicht mehr Aufwand. So bemerkt jedenfalls jeder, dass es sich um eine weitere, dumme Phishing-Spam handelt.

Gut, dass die Spammer oft dermaßen mies sind, sonst wäre alles noch viel schlimmer. 😉

Sehr geehrter Herr Elias Schwerdtfeger,

Immerhin, das stimmt zur Abwechslung mal.

leider mussten wir aus technischen Gründen Ihr Deutsche Bank Konto temporär einfrieren, da es zu Unstimmigkeiten in Bezug auf Ihren persönlichen Adressdaten gekommen ist, welche veraltet oder ungültig sind. Wir bitten Sie, diese schnellstmöglich zu aktualisieren, da es sonst zu einer dauerhaften Sperre führen kann.

Aber…

  • …erstens würde eine richtige Bank nicht so eine Mail versenden, und
  • …zweitens würde eine richtige Bank in jedem Schriftverkehr wegen eines Kontos angeben, um welche Kontonummer es sich handelt. Dass jemand mehrere Konten hat, ist nämlich gar nicht so selten.

Jetzt beheben!

Wer da klickt, lasse alle Hoffnung fahren!

Der Link geht nicht etwa auf die Website der Deutschen Bank, sondern auf eine Website in der Domain dbkunden (punkt) info, die…

$ whois dbkunden.info | grep '^Creation'
Creation Date: 2016-12-10T23:38:11Z
$ _

…ganz frisch vor noch nicht einmal einer Woche unter Angabe einer offensichtlich unzutreffenden Anschrift eingerichtet wurde. Zurzeit ist diese Website nicht verfügbar, weil offenbar der Hosting-Provider den Stecker gezogen hat, um den Schaden zu begrenzen. Das gefällt mir. Aber in Kürze werden die gleichen Spams mit anderen Links versendet werden.

Nach einem Login werden Sie automatisch nach [sic!] einer Aktualisierung gebeten, welche zwei Minuten Ihrer Zeit erfordert und eine sofortige entsperrung [sic!] Ihres Kontos herbeiführt.

Der Link ist gesetzt, jetzt lässt die Konzentration des unbekannten Autors nach und es häufen sich kleine, auffällige Fehler. 😀

„Aktualisierung“, gern auch „Verifizierung“ genannt, heißt bei Phishern, dass man auf einer Webseite in einer obskuren Domain alle möglichen Daten eingeben soll, die der Bank schon längst bekannt sind. Welchen Zweck dieser Vorgang bei einer richtigen Bank haben sollte, ist eine Frage, die sich schon nach ganz kurzem Nachdenken stellt – gefolgt von der Einsicht, dass es ein völlig sinnloses Verfahren wäre. Und von dieser Einsicht ausgehend braucht es nicht mehr viel weiteres Nachdenken, bis die miese Masche der Kriminellen erkannt und die Spam einfach gelöscht wird. Das ist nur ein kurzes Zucken im Löschfinger. Zumal die Deutsche Bank auf ihrer Website sehr deutlich klarstellt, dass sie niemals vertrauliche Daten über eine E-Mail, eine SMS oder telefonisch abfragen wird¹. Es handelt sich bei derartigen E-Mails also immer um Phishing.

Wir danken Ihnen,
Ihr Serviceteam der Deutschen Bank

Nichts zu danken, ich lösche gern meine Spam.

© 2016 Deutsche Bank Privat -und Geschäftskunden AG, Frankfurt am Main

Nichts ist lächerlicher als die rechtlich vollkommen unwirksame und deshalb dumm wirkende Proklamation „geistigen Eigentums“ auf eine E-Mail.

Diese Spam ist ein weiteres Beispiel dafür, dass auch schlechtes Phishing auf einmal sehr gefährlich werden kann, wenn es mit einer korrekten namentlichen Ansprache des Empfängers kommt und damit für deutlich stärkere Alarmstimmung als ein „Sehr geehrter Kunde“ sorgt.

Zum Glück kennen die Spammer zwar inzwischen viele Zuordnungen von Namen zu Mailadressen, aber noch keine Kontonummern. Sonst wäre eine derartige Phishing-Mail noch viel gefährlicher.

Wer eine E-Mail „von seiner Bank“ bekommen hat, sollte niemals auf den Link in der E-Mail klicken, sondern einfach die Website seiner Bank aufrufen und sich dort wie gewohnt anmelden. Eine echte Sperrung oder ein anderes Problem würde dort sofort nach dem Einloggen angezeigt, vermutlich ergänzt um die Angabe der Kontaktdaten eines Ansprechpartners zur Klärung der Angelegenheit. Diese sehr einfache Haltung ist auch schon der beste Schutz vor Phishing von Bankdaten. Er funktioniert auch dann noch, wenn die Phishing-Spams einmal sehr viel besser gelungen sind als das mir vorliegende Beispiel, das recht durchschnittlich und durchschaubar ist.

Einen Hinweis, wie man eine derartige Spam überzeugender formulieren könnte, möchte ich den Spammern aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen nicht geben… 😉

¹Für den leider nicht unwahrscheinlichen Fall, dass die Deutsche Bank demnächst mal wieder die Struktur ihrer Website auf den Kopf stellen und damit alle bestehenden Links entwerten wird, gibt es hier noch einen Link auf eine dauerhaft archivierte Version des Hinweises. Er findet sich durch Aufklappen von „Aktuelles“.

US$2,680,000.00 Cash grant payment,reply back for details.

Freitag, 16. Dezember 2016

Ah, schön! Mit Punkt am Ende des Betreffs, den nur Spammer machen, weil sie ihre Spamskripten nicht richtig verstehen. Das vereinfacht die Sortierung enorm.

Good Morning,

Schon wieder genau mein Name!

We wish to use this medium […]

Aber ihr braucht doch gar nichts zu möchten, denn ihr benutzt dieses Medium (Spam) ja einfach.

[…] to congratulate and inform you that you have been selected by the Executive Board of the United Nations Development Programme (UNDP) based
in the United Kingdom for a Cash Grant of US$2,680,000.00 for your contributions in the social, educational and economic development of your community.

Wow, die Vereinten Nationen schreiben mir! Endlich erkennt mal jemand an, wie IRRE WICHTIG ich bin!!! :mrgreen:

Und dann auch noch gleich 2,6 Megadollar auf die Hand! Das habe ich mir verdient! :mrgreen:

So soll ein Empfänger scheinbar „denken“, wenn er diese Spam liest.

Und, wie sind die Vereinten Nationen jetzt auf mich gekommen?

Winners were selected through an open ballot electronics system from over 250,000 participants from North America, South America, Antarctica, Europe, Asia, Africa and Australia.

Ganz einfach: Die haben eine Viertelmillion irre wichtige Leute (darunter sogar welche aus der Antarktis, aber leider keine aus der Internationalen Raumstation) in eine riesen elektronische Lostrommel getan und dann ein paar Leute rausgezogen. Die Frage, was Pinguine mit Dollar-Banknoten anfangen können (Supermärkte gibt es in der Antarktis nicht so häufig, als dass man dort viel Geld in die wirtschaftliche Entwicklung seiner Gemeinde stecken könnte), beantwortet gewiss ein Spezialexperte der „Vereinten Nationen“ aus der bizarren Fantasie dieser Spammer.

No payment or cumbersome paperwork is required to receive your US$2,680,000.00 Cash Grant.

Das Geld liegt einfach so herum. Kann abgeholt werden. Die Vorleistungen, die trotz des „no payment required“ geleistet werden müssen, sendet man bequem und völlig anonymisiert über Western Union, weil die Vereinten Nationen natürlich keine Bankkonten haben.

Note that your US$2,680,000.00 Cash Grant will be credited to your submitted bank account within 3 working days and telex confirmation forwarded to you and your bankers for confirmation.

Und es geht alles ganz ganz schnell!

For further details and the immediate payment of your US$2,680,000.00 Cash Grant, send your telephone number to my private email: rosthatcher (at) yahoo (punkt) co (punkt) jp

Wer mehr darüber erfahren möchte, sende seine Antwort einfach an eine kostenlos und anonym zu registrierende Mailadresse beim Freemail-Dienst des japanischen Yahoo. Natürlich unverschlüsselt. So etwas wie Diskretion ist bei Millionenbeträgen völlig fehl am Platze.

Once again Congratulations.

Der Spammer gratuliert den Dummen zu ihrer Leichtgläubigkeit.

Yours sincerely,

Mrs.Rosamund Thatcher
Grant Payment Officer – UNDP, UK
Tel: +44-844-589-xxxx

Mit Gruß von der großartigen Frau Auszahlungsbeamtin! Das muss ein toller Job sein, immer dieses hauptberufliche Auszahlen von Geld… :mrgreen:

Hartz4 war gestern, Hartz5 ist doppelt so hoch!

Freitag, 16. Dezember 2016

Guten Tag!

Gute Nacht!

Hartz4 war gestern, Hartz5 ist doppelt so hoch! Wer immer noch zum Staat rennt und sich bemuttern lässt, der darf sich nicht wundern, wenn er sich bald nicht mal mehr vernünftig ernähren und bekleiden kann. Hinzu kommt noch die laufende Schikane der Ämter und der Frust, im Leben nicht mehr weiter zu kommen. Umso wichtiger ist es zu wissen, dass es noch einen anderen, besseren Weg gibt, damit sich alles rasant zum Guten wenden kann und Leute, die einem weiterhelfen!

Hartz4 war gestern, von einem schäbigen Kriminellen abgezockt zu werden und danach noch größere Probleme zu haben, ist doppelt so beschissen. Wer zu den Menschen gehört, deren Arbeit niemand mehr so bezahlen will, dass man davon halbwegs menschlich leben kann, soll auf diese Spam reinfallen. (Nach völlig unbestätigten Gerüchten der Satire-Redaktion von Unser täglich Spam sollen die Hartz-4-Architekten Joschka Fischer und Gerhard Schröder an den Einnahmen dieser kleinen Bande beteiligt werden.) Der soll glauben, dass ausgerechnet mit einer illegalen und asozialen Spam die Erlösung kommt, ja, die Menschlichkeit! Da müsste man aber ganz schön dumm sein!

Unser Team hat bereits hunderten von Menschen geholfen und steht Dir bei Fragen jederzeit zur Seite. Es spielt keine Rolle, wie alt Du bist und wo Du herkommst, bei uns kriegen alle die Unterstützung, die sie brauchen und es kann jeder vorbeischauen, der keine Perspektive hat – wir helfen sofort und erklären, was es mit Hartz5 auf sich hat und warum es locker das Vierfache einbringt, als das alte Hartz4.

Ah ja, „locker das Vierfache“ ist also „doppelt so hoch“. Wer so viel Gedächtnis hat, dass er sich noch daran erinnern kann, was er vor drei Minuten gelesen hat, ist für die Masche dieser Gangster schon viel zu schlau.

Das total namenlose „Team“ hat schon hunderten von Menschen geholfen, aber du erfährst das nur aus einer Spam, der du einfach glauben sollst. Deswegen redet dich die Bande auch als „Du“ an, obwohl sie dich nicht kennt, damit du glaubst, dass es tolle Kumpel sein könnten. Es ist diesem „Team“ vollkommen egal, was du für ein Mensch bist, wenn du nur darauf reinfällst, was dir diese Geldverdienexperten als Geldverdienmethode anbieten. Weitere Lügen dieser Bande kannst du auf diversen Websites lesen, die häufiger im Web umziehen, als ein Neurotiker sich die Hände wäscht, und dabei doch immer wieder gleich aussehen und den immer wieder gleichen Inhalt haben. Was ist nun diese tolle Geldverdienmethode? Nun, um das zu erfahren, sollst du einfach klicken:

- HIER KOMMST DU DIREKT ZU UNS UND KANNST ALLES DAZU LESEN -

Na, schaue ich doch mal nach, wo die Reise hingeht. Der Link geht in die tolle, erst vor zwanzig Tagen standesgemäß anonym eingerichtete Domain hartz4koenig (punkt) com, und ein Blick auf die MIME-Header beim Aufruf – ich habe dafür ein kleines Skriptchen, das „aus Gründen“ auch die Benutzung eines Internet Explorers simuliert – zeigt mir, dass…

$ mime-header "http://hartz4koenig.com/hartz4koenig/link.php?M=194xxx&N=19&L=5&F=H"
http://hartz4koenig.com/hartz4koenig/link.php?M=194xxx&N=19&L=5&F=H
  HTTP/1.1 302 Found
  Date: Thu, 15 Dec 2016 21:48:41 GMT
  Server: Apache/2.2.15 (CentOS)
  X-Powered-By: PHP/5.3.3
  Location: http://cleverleben.info/
  Content-Length: 0
  Connection: close
  Content-Type: text/html; charset=UTF-8
$ _

…es sich dabei nur um eine Weiterleitung auf die Website in der Domain cleverleben (punkt) com handelt. (Wer es nicht merkt: Die eindeutige ID habe ich im Zitat mit ein paar „x“ unlesbar gemacht. Die Angabe war erforderlich, ohne ID gibt es keine Weiterleitung. Da die Spam auf einer Honigtopf-Adresse ankam, ist mir egal, ob die Spammer weitere Spams an die so verifizierte Adresse senden.)

Und dort erfährt der geneigte Leser dann von ganz cleveren Lebenden, wie Hartz5 aussieht – viel Lesen ist nicht erforderlich, es reicht ein Blick auf die lustige, seit über zwei Jahren völlig unveränderte Headergrafik zu diesem Beschiss:

Headergrafik der verlinkten Website. Links eine Frau vor einem Laptop, die mit einem Fächer aus 100-Euro-Banknoten rumwedelt, rechts ein tiefgelegtes Auto, dass seinen Fahrer zum besten Freund des Tankwarts macht und in der Mitte ein Routlettekessel, über dem die Worte 'Clever zum Erfolg' stehen.

Wer trotzdem weiterlesen möchte: Ich habe schon vor längerer Zeit einen Screenshot der Website zu Flickr hochgeladen, und diese Website ist immer noch unverändert.

Die Spammer werden natürlich nicht mit ihrem eigenen Roulettesystem reich. Das würde ja auch gar nicht funktionieren. Stattdessen nehmen sie die Affiliate-Groschen von fragwürdigen Online-Zockschuppen, denen sie neue, mit ihrer Spammasche angeworbene Kunden zuschleusen. Bei denen, die darauf reinfallen, ist hinterher irgendwann das ganze eingezahlte Geld weg, und dann bekommt Hartz5 sofort eine ganz andere und äußerst unerfreuliche Bedeutung.

Mit freundlichem Gruß
Klaus Sperling

Wie, nicht mehr Reinhart Winter, Matthias Kaiser, Petra Siebert, Manuela Bauer, Angelika Becker oder Stefanie Mainzer? Die Namen und Mailtexte ändern sich ständig, der Beschiss bleibt der gleiche. Seit über zwei Jahren.

Wer keine Schreiben mehr von uns bekommen will, drückt bitte hier rauf.

Hier draufdrücken ist das „Click Here“ für die verdummte Smartphone-Generation, und es klingt auch ganz genau so dämlich. Kein fühlendes Wesen (also etwas anderes als ein Werber oder ein Spammer) würde so etwas schreiben.

Mindestens fünfzehn Prozent Nachlass beim Anstand…

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Dies ist keine Spam, sondern ein Link zum Bildblog über eine im Kontext besonders unpassende und widerliche Reklame in der Druckausgabe des Berliner Tagesspiegels – Merry Christmas: 15% Rabatt auf Schmuck und Uhren. 🙁

Einem leidenden Jungen aus Aleppo einen dicken Aufkleber ins Gesicht zu pappen, der frohe Weihnachten wünscht und „15% Rabatt auf Schmuck und Uhren“ im Onlineshop eines edlen Juweliers verspricht, ist so grotesk, dass es fast schon wieder ein treffender Kommentar zur aktuellen Lage in dieser Welt und zum Desinteresse vieler Menschen an der Situation in Syrien sein könnte. Leider ist es aber nur eine völlig deplatzierte Werbung.

Von mir hier ergänzend nur ein kurzer, wie immer in Contentindustrie-Sachen völlig unversöhnlicher Kommentar:

Nein, so etwas bemerkt man im Geschäft der Contentindustrie – das darin besteht, Inhalte als Köder zu verwenden, um Leute zum eigentlichen Geschäft, zur überall verabreichten Reklame zu locken – nicht; weder in der WYSIWYG-Ansicht des DTP-Programmes lange vor dem Druck, noch wenigstens vor der Auslieferung der Zeitungen an die Verkaufsstellen, wenn man einen Blick auf das Druckergebnis wirft. Wie denn auch? Anstand und eine minimale Fähigkeit zur Empathie haben ja gar nichts mit diesem eigentlichen Geschäft eines Presseverlages zu tun. An das Psychopathische streifende Menschenverachtung hat hingegen sehr wohl etwas mit diesem Geschäft zu tun. Zumindest die Leser werden jeden Tag verachtet, wenn auch nur selten so schrill auffällig.

Die so oft – und oft recht aggressiv und unter Ablassen weitgehender, gegen die Interessen aller anderen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland gerichteter politischer Forderungen – von Journalisten und Presseverlegern bejammerte „Krise des Journalismus“ ist nichts Neues. Sie hat begonnen, als Journalismus zur Werbeplatzvermarktung wurde. Es gibt nichts, was irgendeine Form der Kommunikation stärker beschädigen und in den Dreck ziehen könnte als die alles zum aufdringlichen, gern auch überrumpelnden Kaufangebot machende und somit jede wärmere Menschlichkeit auffressende Reklame, die zudem wie eine Infektionskrankheit ihren wenig erfreulichen Stil allem aufdrückt, was in zu inniger Berührung mit ihr steht. Wer im journalistischen Gewerbe als Mensch noch etwas fühlen kann, hätte das schon lange bemerken müssen, bevor die Leser massenhaft vorm erbärmlich gewordenen Produkt geflohen sind. Leider ist das mit dem „menschlich Fühlen“ unter Journalisten nicht so verbreitet (was jeder gern durch direkten Kontakt mit so genannten Journalisten überprüfen kann), und dann geht es eben hart: Ich wünsche allen Presseverlegern eine fröhliche Insolvenz.

Schade ists nur, dass es keine Werbeblocker für die „wirkliche“ Welt gibt¹. Die Werbeblocker fürs Web lässt sich niemand mehr wegnehmen, und schon gar nicht von Journalisten. Das wäre übrigens auch ein Zeichen erheblicher technischer Inkompetenz und Dummheit.

¹Ich schreibe „wirklich“ in diesem Kontext in Anführungszeichen, weil das Internet genau so „wirklich“ wie das Autobahnnetz, ein Bagger, der Frühstückskaffee oder das Wetter ist. Nur Politiker und Journalisten gehen in ihrem vorsätzlich volksverdummenden Schreiben und Reden davon aus, dass ihm ein geringerer Grad an Wirklichkeit zusteht.

Booking Confirmation

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Oh, im Honigtöpfchen…

Booking Confirmation

Das hast du schon im Betreff gesagt, Spammer!

This email and any attachments are confidential. If you have received it in error – notify the sender immediately, delete it from your system, and do not use, copy or disclose the information in any way. Kirklees Council monitors all emails sent or received.

Aha, eine E-Mail, die eine ganz geheime Geheimsache, weshalb sie unverschlüsselt und lesbar wie eine Postkarte durch das Internet geht (und dabei angeblich von irgendeinem durch die Leitungen fliegenden Superhelden bewacht wird). Dafür steht aber auch gar nichts drin. Stattdessen gibt es einen Anhang, der…

$ file BookingConfirmation_61429_a9c32xv4@tamagothi.de.doc 
BookingConfirmation_61429_a9c32xv4@tamagothi.de.doc: Microsoft Word 2007+
$ _

…ein Dokument für Microsoft Word ist¹. Dieses kann beliebige Makros enthalten, die beim Öffnen des Dokumentes ausgeführt werden. Das sind „richtige Programme“, die innerhalb von Microsoft Word ausgeführt werden und im Großen und Ganzen alles können, was jede ausführbare Datei für Microsoft Windows auch kann. Wenn das schon einmal zugelassen wurde, kann die Makroausführung sogar automatisch und für den Anwender unsichtbar geschehen. Das ist immer noch in sehr vielen Unternehmen der Fall, weil vor einigen Jahren ganz viele Menschen die Idee hatten, dass das Microsoft-Office-Paket eine gut geeignete Runtime für allerlei betriebliche Software sei. Und heute haben sie halt den Salat!

Was wird ein krimineller Spammer wohl in so einer Form an jede Mailadresse versenden, die er irgendwie im Web einsammeln kann? Richtig: Es ist die kriminelle Pest.

Auch weiterhin gilt: Mailanhänge sind grundsätzlich mit äußerster Vorsicht zu behandeln! Niemals einen Mailanhang öffnen, der nicht vorher und über einen anderen Kanal als E-Mail explizit vereinbart wurde! Im Zweifelsfall und wenn es doch einmal eilig sein könnte: Die Zeit für ein kurzes Telefongespräch mit dem vorgeblichen Absender ist immer. Und Mailanhänge von Unbekannten verbieten sich von selbst. Ein Unternehmen, in dem diese einfachen Regeln nicht von Jedem und Jeder befolgt werden, findet sich schnell in der gleichen Lage wieder, in der vor einigen Monaten die Stadtverwaltung Dettelbach war. Wenn dann mit einer guten und regelmäßig überwachten Backup-Strategie vorgesorgt wurde, bedeutet das einige Stunden Betriebsausfall bei weiterlaufendem Kostenapparat, und wenn nicht vorgesorgt wurde, bedeutet es bei hinreichend großem Schaden sogar das Ende einer wirtschaftlichen Unternehmung.

Übrigens: Mein Mitleid mit zerstörten Unternehmen, die es trotz gefährlicher, E-Mail betriebener Internet-Kriminalitätsformen im Jahre 2016 immer noch nicht geschafft haben, wenigstens innerbetrieblich digitale Signaturen für ihre E-Mail-Kommunikation zu verwenden (und dies auch wichtigen Geschäftspartnern zumindest nahezulegen), ist außerordentlich klein. Alles, was dafür benötigt würde, ist seit anderthalb Jahrzehnten fertig und kostet nichts. Zu schade, wenn es für „Entscheidungsträger“ – das ist Neusprech für Menschen, die Geld zum Fenster hinauswerfen und sich deshalb unfassbar wichtig nehmen – nur eine Informationsquelle gibt, nämlich die Werbung und die Schleichwerbung in der Fachjournaille, aus der man niemals etwas über kostenlose Produkte erfährt.

¹Die Mailadresse aus dem Dateinamen existiert jetzt nicht mehr…