Wie, zwei Drittel der Menschen sind inzwischen völlig taub? 🤭️
Hope this finds you well,
Das ist ja fast schon mein Name!
Fact: Roughly 68% of the population never experiences tinnitus, no matter if they have been exposed to loud workplaces or other ear-harmful environments.
Auf eine Quellenangabe für die Behauptung wird verzichtet. Die Mail ist zwar in HTML ausgezeichnet, aber das heißt ja noch lange nicht, dass so ein Spammer seine Links auf etwas anderes als die eigene Betrügerwebsite setzt.
Leider sind Menschen durch den Journalismus an völlig unbelegte Behauptungen gewöhnt, und wenn dann gar noch eine Zahl erwähnt wird, schmeißen viele Menschen sofort ihren kritischen Verstand aus und verfallen mit staunenden Augen in einen Zustand kindischer Gläubigkeit. Oder genauer gesagt: es sind rd. 35 % der Menschen.
Ja, diese Zahl habe ich mir auch einfach ausgedacht. Ganz schön fies, so etwas, nicht wahr? Es ist aber schon erstaunlich, wie viele Menschen glauben, dass ein gewisser Albert Einstein einmal gesagt habe, dass die Menschen nur zehn Prozent ihres Gehirnes nutzen. Natürlich wissen die Menschen, die so etwas glauben, nicht, womit sich Albert Einstein in Wirklichkeit beschäftigt hat. Quelle dieser steilen, bis heute nachklingenden Behauptung ist eine auch damals deutlich mit Worten wie „Anzeige“ gekennzeichnete und vom redaktionellen Teil abgesetzte Reklame für ein Buch zur angeblichen Gedächtnisschulung aus den Achtziger und Neunziger Jahren, die in diversen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt wurde. Sie wurde von Strukturen der Church of Scientology geschaltet [Archivversion]. In dieser Reklame wurde noch nicht einmal behauptet, dass die Aussage auf Albert Einstein zurückgehe, es wurde einfach nur immer wieder sein gegen solchen Missbrauch ziemlich wehrloses Gesicht zusammen mit dieser Aussage abgebildet. Und schon halten die Menschen etwas für wahr. Weil sie es immer und immer und immer wieder vor Augen gestellt bekommen. Mit dem Bild einer Autorität verbunden.
Werbung wirkt. Sie macht jede Lüge schmackhaft. Deshalb geben Lügner auch so viel Geld für Werbung aus; deshalb ist es auch möglich, dass sich ganze Industrien – etwa der gegenwärtige contentindustrielle Journalismus bei Presseverlegern – beinahe ausschließlich über die Vermarktung von Werbeplätzen für die Lüge der Reklame finanzieren. Werbeblocker schützen ihr Gehirn vor einer primitiven und quasimechanischen Manipulation, die zu erheblichen Realitätsverlusten führen kann.
Benutzt wirksame Werbeblocker im Webbrowser! Und benutzt keine Webbrowser, die euch an der Nutzung von wirksamen Werbeblockern hindern wollen! Benutzt keinen Chrome von Google! Lasst nicht euren Verstand von professionellen (also: gegen Zahlung von etwas Geld für jeden dahergelaufenen Zeitgenossen tätig werdenden) Lügnern vergewaltigen; lasst nicht die Grundlagen eurer Fähigkeit zur Vernunft unter einen Berg von Lüge ersticken! Es gibt Alternativen. Zumindest zu Webbrowsern, die euch technische Möglichkeiten aus reinen Gängeleigründen vorenthalten wollen.
Chrome ist als Browser tot. Gut, dass es Alternativen gibt. Die meisten „normalen“ Menschen dürften im Moment mit Brave am besten bedient sein. Der Werbeblocker ist gleich eingebaut, und er ist wirksam. Von der Nutzung des eingebauten Wallets für Kryptogeld und der „Brave Rewards“ für das Anzeigen von Werbung, die vom Brave vermittelt wird, rate ich allerdings dringend ab. Der eingebaute Torrentclient ist für jemanden, der eher sporadisch mal einen Download macht, völlig ausreichend. Sehr misslungen ist am Brave eigentlich nur die Verwaltung der Lesezeichen.
Ach, zurück zur Spam:
This has drawn the attention of a small group of European researchers who have recently published their astounding discoveries…
Die kleine Gruppe europäischer Forscher ist völlig namenlos und für kein Institut oder keine Unternehmung tätig. Es ist nicht einmal klar, in welchem europäischen Staat sie tätig sind. Die Veröffentlichung ihrer erstaunlichen Entdeckungen erfolgte kürzlich in einem Magazin, das ebenfalls keinen Namen hat. Einen DOI für den Artikel gibt es nicht.
Müsst ihr alles trotzdem glauben, es geht dabei ja nur um eure Gesundheit! 😸️
Und jetzt das Wichtigste an der Quacksalberei: Ein paar Begriffe, die man nicht verstehen, sondern von denen man sich einfach nur beeindrucken lassen soll.
They have found the nucleic acid which makes some immune to developing tinnitus and how everybody can activate it in a matter of months, possibly even weeks…
This is fresh-out-of-the-box info that you won’t find anywhere else but in their short documentary.
Leute, die unempfindlich für Tinnitus sind (das es die gäbe, ist übrigens die erste unbelegte Behauptung aus dieser Spam, bei der es sich um eine Lüge handeln wird), haben in ihrer DNA andere Nukleinsäuren als andere Leute. 😅️
Und die Spammer haben eine Methode, jetzt auch bei mir die Nukleinsäuren auszutauschen. Ganz flutsch und schnell. 🤣️
Man muss nicht sehr viel Biologie verstanden haben, um von so einer Ausdrucksweise einen Anfall spontaner Heiterkeit zu bekommen. Aber es ist schon mehr, als ich in diesen Text hineinschreiben möchte, um eventuellen Lücken in der Allgemeinbildung zu begegnen. Wer mehr wissen möchte, besorge sich bitte einfach ein Schulbuch der Biologie für die Sekundarstufe 2 (in einigen Bundesländern auch „gymnasiale Oberstufe“ genannt) aus einem Antiquariat oder leihe es sich bei einer Leihbücherei aus! Es darf auch ruhig dreißig Jahre alt sein, hauptsache, es ist didaktisch gut genug aufgebaut.
Oh, nur drei einfache Schritte, um bei mir irgendwelche Nukleinsäuren auszutauschen? Das geht ja einfach. Wenn das stimmte, wüssten wir es übrigens. Wir hätten es bei der Verleihung eines Nobelpreises für Medizin erfahren. Ein solches Verfahren könnte ansonsten unheilbare Erbkrankheiten therapieren.
Stay healthy,
Joe Chavez
Glaubt nicht jeden Quatsch! Schon gar nicht von irgendwelchen Quacksalbern aus dem Spameingang.
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Oh, mit proklamierten „geistigen Eigentum“ an diesem bizarren Werk der Marke „Schlechte Prosa für leichtgläubige Menschen“? Dann verklag mich doch einfach für mein Vollzitat, Spammer!
This email was sent to gammelfleisch@tamagothi.de by Joe Chavez Unsubscribe here
Diese Angabe ist völlig überflüssig und hirnlos. Sowohl die Empfängermailadresse als auch der Name und die Mailadresse des Absenders stehen in den Mailheadern und werden von der Mailsoftware angezeigt. Diese Angabe soll nur beeindrucken – und ansonsten davon ablenken, dass für nichts irgendeine Quelle angegeben wurde. Selbst der angebliche „New Scientific Discovery Newsletter“ scheint keine Website zu haben, denn sonst hätte es ja einen Link dorthin gegeben. Dieser ganze Quatsch steht da nur, um zu beeindrucken. Er kommt vom…
Hearing Noises? Media, Hill 34, San Diego, California
…kalifornischen Hügel 34 von einer Klitsche, die sich Medien für Geräuschhörer nennt. 🤡️
Da überrascht es auch nicht weiter, dass die für den Link verwendete Domain bereits wegen Spam, Spam, Spam und noch mehr Spam auf allen Blacklists dieser Welt steht.
$ surbl www.passagestop.sa.com www.passagestop.sa.com LISTED: ABUSE $ surbl passagestop.sa.com passagestop.sa.com LISTED: ABUSE $ _
Entf!
Diese Zeile sollte sicherlich in den Betreff, und „LOTARIA CLASSICA COMMISSION“ sollte sicherlich irgendwo in der Nähe der Absenderangaben im lächerlich simulierten Briefkopf der Spam stehen. Aber wenn der Spammer versuchen würde, sein Spamskript zu verstehen, ginge ihm ja die Zeit fürs Betrügen und Geldverprassen verloren, und deshalb versteht er es nicht. Außerdem hirnt dieser Technikkram immer so, und der Wodka schmeckt ja auch ganz lecker. Dann sind halt mal kleine Pannen und Unstimmigkeiten drin. Es geht ja (angeblich) nur um ein bisschen Geld. Und die Leute, die darauf reinfallen, sind doch eh keine Mühe wert.
Halten wir also kurz fest: Mein Name hängt an einer Losnummer, und auf dem Los sind weitere Nummern, die auf kürzlich zum vorigen Wochenende gezogenen Kugeln und Bonuskugeln standen, und deshalb gibts für mich eine siebenstellige Nummer als Geldbetrag in US-Dollar, die wiederum ein Teil einer achtstelligen Nummer in US-Dollar ist, denn es ist ja eine klassische europäische Lotterie, und in Europa benutzt man ja bekanntlich den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel. Wenn ich die Gesamtausschüttung in der dritten Kategorie durch meinen Anteil an diesem Betrag teile, um herauszubekommen, wie viele Gewinner es gab…
Das schöne Geld liegt jetzt bei der EZB, die wir ja alle von den Werbeaufdrucken der Abk. „EZB“ in neun Sprachen und drei Alphabeten auf den Eurobanknoten kennen. Um da ranzukommen, brauche ich nicht etwa ein Los, sondern diese lustigen Nummern, die der Herr Vizeersatzspammer weiter oben in seiner Spam erwähnt hat. Die muss ich natürlich geheimhalten, und deshalb werden sie mir in einer unverschlüsselten, auf dem Transport mitlesbaren E-Mail offen wie auf einer Postkarte zugestellt – und diese E-Mail ist zudem wegen des Verzichts auf eine digitale Signatur auf ihrem gesamten Transportweg durch das Internet beliebig veränderbar, ohne dass ich (oder der Absender) auch nur eine Chance hätte, so eine Manipulation zu bemerken. Genau die richtige Vorgehensweise, um eine Geldabholnummer für 6,2 Megaøre mitzuteilen! Wenn das die aktuelle Sicherheitsstrategie ist, dann möchte ich lieber nicht mehr erfahren, wie man bei dieser „klassischen europäischen Lotterie“ vorher gegen Betrug vorgegangen ist. Hat man gebetet und Weihwasser über den Mailserver gesprenkelt? Oder hat man sich überhaupt keine Gedanken gemacht? Es geht ja schließlich nur um ein bisschen Geld.
Aber es scheint ja leider mehr als genug Menschen zu geben, bei denen alle höheren Verstandesleistungen aussetzen, wenn sie sich nur vorstellen, mit ganz geheimen Geheimmethoden, von denen man nur aus fragwürdigen Quellen erfährt an ganz viel Geld zu kommen. Die greifen dann auch nicht mehr zum Taschenrechner, zum Handy, zu ihrer Tabellenkalkulation oder zu ihrem so genannten „intelligenten Assistenten“ und rechnen einfach mal kurz überschlagsweise nach, wie plausibel das wohl alles ist, bevor sie irgendwelchen Leuten oder Klitschen ihr oft bitter erarbeitetes Geld geben. Eine Rendite von rd. 15,6 Millionen Prozent im Jahr ist so völlig absurd und gaga, dass ich hoffentlich nicht mehr darlegen muss, warum die absurd ist. Vom zweiten Jahr will ich gar nicht erst anfangen… 😲️
Nein, ich kenne das nicht, denn ich habe nicht nur keinen Firmenwagen, ich habe nicht einmal ein Auto. Auch einen Führerschein habe ich niemals gemacht. Weil ich niemals ein Auto haben wollte. Wenn man in einer Stadt lebt, benötigt man keines. Wenn man dennoch eines hat, bringt es nur Kosten, Ärger, Stress und Probleme. Genau das Richtige für Leute, die mit ihrem Geld und ihrer Lebenszeit nichts Besseres anzufangen wissen. Das ließ sich schon in den Siebziger Jahren sehr einfach ausrechnen – ja, ganz banal ausrechnen – und heute sieht es eher noch schlimmer aus. Eine Monatskarte des Nahverkehrs und zwei bis vier Taxifahrten im Monat sind immer noch billiger als ein Auto, wenn man sämtliche Kosten berücksichtigt. Und nein, das heißt nicht, dass der Nahverkehr oder die Taxe irgendwie billig wären. Ich habe es allerdings in meinem Leben das eine ums andere Mal bedauert, dass ich in der Zeit, in der das noch einigermaßen preiswert war, keinen Führerschein gemacht habe – denn mal eben kurz ein Auto leihen zu können, ist eine völlig andere und oft sinnvolle Sache. Heute ist sogar der Lappen eine teure Abzocke. Nun gut, als Fahrer eines bewährten Muskelkraftfahrrades kommt man auch flott durch die Stadt, und wenn nicht so viele Autofahrer nach dem Motto „Ich sehe nichts, also ist da frei“ oder „Warum soll ich denn jetzt gucken, da kam gestern doch auch keiner“ fahren würden¹, dann wäre es sogar entspannend.
Aha, es gibt also 100 Kiloakzeptanzstellen in Europa. Ich nehme mal an, dass hier mit „Europa“ die Europäische Union gemeint ist. Diese besteht zurzeit aus 27 Mitgliedsstaaten. Ja, Estland, Lettland, Litauen, Kroatien und Rumänien sind dabei, während Türkei, Georgien, Ukraine und Albanien zurzeit noch im Aufnahmeprozess sind und erst demnächst dabei sein werden. Zusammen mit einigen anderen Staaten, bei denen ich eine stille Sehnsucht nach einer Zeit bekomme, in der Portugal noch das Armenhaus der Europäischen Union war und in der das vor Hohn und Intelligenzverachtung nur so triefende Gefasel von einer Werteunion der Demokratie und Menschenrechte noch nicht so eine widerliche Lüge zum Schönreden einer tief korrupten Wirtschaftsunion mit politisch gefordertem und gefördertem Lohndumping war, in welcher es Konzernen, Banken und Rüstungsunternehmen immer besser und Menschen immer mieser gehen soll und immer mieser geht.
Weil der Absender dieser Spam davon ausgeht, dass man der „Generation Teletubbie“ alles noch einmal sagen muss, gibt es ein großes „Nochmal“, in dem im Wesentlichen der Inhalt des bereits genossenen Textes noch einmal wiederholt wird, damit man das alles noch einmal lesen darf. Wer verstanden hat, was die Funktion eines Rollbalkens in einem Fenster ist und dass man damit einfach im Text zurückscrollen kann, um ihn nochmal zu lesen, gehört wegen seiner Lernfähigkeit und Hirnmasse vermutlich nicht zur „Zielgruppe“ dieser Spam. Ganz wichtig ist es, dass immer wieder ein neuer Link in den Text eingestreut wird. Sonst verpasst die „Zielgruppe“ es noch, an der richtigen Stelle im Text zu klicken. Und das wäre doch schade für das Geschäftsmodell dieses…

„Extrem chancenarm“ ist ein hartes Wort? Nein. In der Bundesrepublik Deutschland sterben im Durchschnitt pro Jahr 4 Menschen durch Blitzschlag. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem dieses seltene Schicksal im Laufe eines Jahres ereilt, liegt also bei rd. eins durch 20 Millionen. Das ist sehr selten. Zum Vergleich: 

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