Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Nebenjob.

Dienstag, 7. April 2015

Mit Punkt am Ende des Betreffs. So wird mir das Filtern der Spam doch sehr erleichtert, denn das machen nur Spammer, die ihre Skripten nicht richtig verstehen (oder einfach keinen Stil haben).

Sehr geehrte Damen und Herren,
eine neue Vakanz ist eroffnet:
Stelle: Assistent der Finanzabteilung

Großes Kino! Völlig namenloser Empfänger einer Mail soll einen Job in der „Finanzabteilung“ einer völlig namenlosen Unternehmung bekommen. Statt einer Firmierung des Unternehmens kann man aber immerhin…

„Erfolg – unser Ansporn“ ist unser Motto!

…ein tolles „Motto“ lesen, das vermutlich einem minderbegabten Spamautor auf der Toilette eingefallen ist.

Ein breit gefachertes Spektrum an Klienten halt uns frisch und fordert uns stets mit neuen Aufgaben heraus. Langeweile ist fur uns ein Fremdwort. Die Strategie wird von unseren Mandanten mit grober Treue [sic!] belohnt.

Das ganze wird ergänzt um weitere grobe Phrasen, die nichts sagen.

Unsere Gesellschaft ist als unabhangiges Escrow-Unternehmen lizenziert, das die Transaktionen versichert. Wir machen unsere Arbeit fur Kunden Online. Wir bieten unseren Service in dem sehr hohen professionellen Niveau.

Eine tolle Unternehmung! Hat keinen Namen, keine Anschrift und sucht seine Leute für die „Finanzabteilung“ mit illegaler und asozialer Spam.

Was macht man da?

Ihre Aufgaben
– Zusammenarbeit Erstellung des Vertrags und deren Bearbeitung
– Unabhangige Ubernahme kleinerer Projekte
– Mitarbeit bei der Erstellung von Berichten und Statistiken
– Unterstutzung im Tagesgeschaft sowie bei anderen Projekten
– Gute Moglichkeit 3000 – 4000 Euro verdienen.

  • Mit seinem eigenen Namen, seiner eigenen Anschrift und seinem eigenen Konto die Geschäfte für Leute aus der organisierten Kriminalität (vor allem Geldwäsche und Betrug) durchführen und sich hinterher dafür verhaften und verknasten lassen
  • Geld vom Konto abheben und über Western Union zu irgendwelchen Anonymen irgendwo in der Welt senden
  • Pakete empfangen, neue Adressaufkleber draufkleben und weitersenden
  • Übers Internet mitteilen, was man getan hat, damit es auf der anderen Seite schnell klar wird, wenn man deswegen verhaftet wurde – so dass mit dem Verschleiß eines anderen leichtgläubigen Menschen begonnen werden kann
  • Eventuell gibt es noch weitere Hilfstätigkeiten für die Kriminellen
  • Nachdem man sich seine Vorstrafe abgeholt hat (und unter Umständen sogar einen längeren „Urlaub“ in der JVA), „darf“ man für alle dabei angerichteten Schäden (mehrere zehn- bis hunderttausend Euro) haften

Dazu kann doch keiner „nein“ sagen! Und weil es doch so viele Menschen gibt, deren Gehirn zu stark durchblutet wird, hier gleich noch einmal:

Auch Rentner sind fur diese Arbeitstatigkeit geeignet.

Wir nehmen jeden! Man muss auch nichts können! Sei so doof und…

Freuen Sie sich auf einzigartige Karrierechancen in einem dynamischen und innovativen Unternehmen. Wir bieten Ihnen einen abwechslungsreichen und eigenverantwortlichen Job in einem vollen Energie Gruppe [sic!].

…freu dich auf deine Chance in einem Unternehmen ohne Anschrift und Firmierung! Das wird der goldene Start in die kriminelle Karriere!

Und jetzt bitte…

Wenn Sie Interesse haben, dann freuen wir uns auf Ihre aussagekraftige Bewerbung uber unser Online Portal. Bitte nennen Sie uns Ihren fruhestmoglichen Eintrittstermin sowie Ihre Gehaltsvorstellung und laden Sie nur Dateien mit einem Datenvolumen von maximal 5 MB hoch.

…einmal den Datenstriptease vor Spammern machen, einschließlich der tief in die Privatsphäre reinragenden Dinge, die man in einer Bewerbung mitteilt! Falls sie nicht jeden „Bewerber“ verheizen können, haben die dann gleich noch ordentlich Datenmaterial für ihre Betrugsgeschäfte.

Und übrigens:

Antworten Sie bitte auf diesen E-Mail loveolga (punkt) yy (at) gmx (punkt) com oder lassen Sie Ihrer Telefonnummer und wir kontaktieren mit Ihnen in allerkurzester Zeit.

Das Senden einer Bewerbung an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim Freemailer GMX ist das neue „Bewerben über unser Online-Portal“. :mrgreen:

Ohne Gruß, aber voller Verachtung
Deine Betrügerbande auf der Suche nach Hilfsgeldwäschern

Ostern auch allein?

Sonntag, 5. April 2015

Hallo,

Genau das ist mein Name!

bist Du an Ostern auch allein? Maya möchte sich mit Dir treffen und hat Dir eine Nachricht geschrieben.

Und, warum schreibt mir diese Maya nicht einfach ihre verkackte Nachricht in eine Mail, dass ich mich jetzt drüber freuen kann, wo ich so ganz allein zu Ostern in meiner Trauerhöhle sitze, mit einem Monitor, einer Tastatur und meinen beiden Händen Karechta und Kalinka als einzige Trösterinnen meines eklen Daseins? Ach ja, sie tut das natürlich nicht…

Um sie zu lesen und ihr Profil anzuschauen, klicke hier:

http://www.funbook-ostern.com/[ID entfernt]/

…weil es sie gar nicht gibt, diese Maya. Es geht hier nur darum, Leute dazu zu bewegen, in eine Spam zu klicken, um auf einer Seite zu landen, die dann zur betrügerischen Dating-Site in der Domain funbook18 (punkt) com weiterleitet. Dort gibt es zurzeit…

Screenshot der betrügerischen Dating-Site

…leider nur Frauen, die „alle NUR auf der Suche nach unverbindlichen sexuellen Treffen sind“ und keinen einzigen Mann darunter. Vermutlich gucken sie deshalb auch allesamt jedesmal mit Augen wie ein offenes Bett in die Selfie-Kamera, damit sich endlich irgendjemand ihrer annimmt und die Suche beendet.

Die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von „irgendwo“ (Facebook, Instagram, Tumblr, etc.) aus dem Internet „mitgenommenen“ Fotos habe ich im Screenshot verpixelt – die jungen Frauen, deren größtenteils ausgesprochen hübsche Gesichter hier von Verbrechern als Köder missbraucht werden, sind nämlich schon gestraft genug. Die Existenz solcher Betrugssites sollte jeden Menschen einmal darüber nachdenken lassen, ob es wirklich eine gute Idee ist, ein Internet voller teilweise sehr übler Gestalten mit Fotos von sich zu fluten – ich rate jedenfalls strikt davon ab.

Nun, im Web of Trust hat sich diese Betrugssite schon einen gewissen, wenn auch noch etwas zu harmlos aussehenden Ruf erarbeitet. Aber diese Info ist ja gar nicht nötig, denn man sieht ja schon an der illegalen und asozialen Spam, dass hier Verbrecher am Werke sind…

Lieben Gruß,
Dein Kundenservice

Wie jetzt, diese Maya hat auch einen „Kundenservice“? Was macht die eigentlich so? :mrgreen:

Ansonsten allen Spamempfängern, Mit- und Zulesern noch ein frohes Fest mit dicken, großen Eiern!

Das Problem: Paypal Sperrung

Freitag, 3. April 2015

Achtung, keine Tischkanten in Gebissnähe! Diese Qualitätsspam hält, was der Betreff schon verspricht. Es ist eine gnadenlos schlechte Phishing-Spam, an deren Gestaltung und Formulierung garantiert kein Gehirn beteiligt war:

Sehr geehrte/r Benutzer/in!

Wir bitten Sie um einer Unterstatzung [sic!] bei der Freistellung [sic!] Ihres PayPal Konto.
Es sind uns auffullige Aktivituten aufgefallen [sic!] in der Zeit Ihres letzen Aufrufs,
Ihr PayPal-Konto ist vorabergehend [sic!] gesperrt

Fremde IP-Adresse lautet 159.161.77.64

Wo liegt das Problem?
Bei Ihrer letzten Anmeldung sind uns auffallige Aktivitaten aufgefallen [sic!].

Was ist die Losung? [sic!] Bitte bestatigen Sie Ihre Personalitat durch folgenden Button [sic!] und geben Ihre Personliche Daten ein, damit wir Ihr Account freischalten konnen.
Schliesslich, konnen Sie Ihr Paypal-Konto wieder uneingeschrankt nutzen.

Klicken Sie bitte Jetzt Zugriff wiederherstellen.

Viele Grabe!! [sic!]

Email id:55v1d _ f3sd2668×2ga

Ohne Worte. Aber mit vielen Gräbern. :mrgreen:

Konto-Status

Donnerstag, 2. April 2015

Oh, wie schön: Etwas Phishing inmitten der ganzen Vorschussbetrüger. Bei welcher Bank bin ich denn heute mal wieder so sehr „Kunde“, dass sie nicht einmal meinen Namen kennt?

Lieber PayPal Kunde,

Ah ja, bei PayPal.

Aufgrund der jüngsten betrügerischen Aktivitäten haben wir ein neues Online-Sicherheitssystem für den maximalen Schutz der persönliche Daten [sic!] unserer Kunden gestartet.
Nach dieser Tatsache, [sic! Komischer Begriff und falsches Komma.] wird Ihnen angeboten, ihr PayPal-Konto zu aktualisieren.

Wie üblich, wenn PayPal mir schreibt, sind Grammatik, Wortwahl und Zeichensetzung ein bisschen komisch. Und wenn PayPal etwas an seiner Programmierung ändert, dann muss ich deshalb tätig werden. Ein großes Problem der Phisher ist und bleibt es, dass ihnen kaum gute Gründe einfallen, warum man jetzt seine Anmeldedaten auf einer anderen Seite als auf der Anmeldeseite eingeben sollte.

Um Ihr PayPal-Konto zu aktualisieren, liegt Ihnen in Ihrer E-Mail Adresse [sic! Deppen Leer Zeichen] ein Formular zur Verfügung [sic! Ausdruck].

Da dieser Phisher nicht so wirklich gut deutsch kann, weiß er auch nicht, wie er es ausdrücken soll, dass es einen Mailanhang gibt…

Bitte laden Sie das Formular aus [sic!], rufen Sie über Ihren Internet-Browser [sic!] und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm.

…den man öffnen, ausfüllen und beklicken soll. Es handelt sich dabei um ein HTML-Dokument mit der stolzen Größe von 177,9 KiB, das einem die Möglichkeit einräumt, die gegenüber PayPal benutzte Kombination von Mailadresse und Passwort direkt an die organisierte Internet-Kriminalität zu senden. Dem Idioten, der diesen ziemlich aufgeblähten HTML-Code mutmaßlich aus der echten PayPal-Seite schnell zusammenkopiert hat, ohne ihn auch nur halbwegs zu verstehen…

Screenshot der Darstellung der angehängten HTML-Datei im Browser

…ist leider während der Arbeit sein Wörterbuch verloren gegangen, so dass er nicht mehr nachschlagen konnte, was „new“ denn jetzt auf deutsch heißt. :mrgreen:

Hinweis: Das Formular muss in einem modernen Browser geöffnet werden, dass JavaScript aktiviert hat [sic!]. (z.B. Internet Explorer, Mozilla Firefox)

Von nichts könnte ich weniger abraten als davon, einem Spammer das Privileg einzuräumen, Programmcode auszuführen. In diesem Fall wäre es relativ harmlos gewesen, denn hier dient ein verhältnismäßig komplexes Skript nur dazu, zu verbergen, dass die Daten nicht etwa an die Domain von PayPal gesendet werden, sondern an die ungleich weniger Vertrauen erweckende Domain s (punkt) psereu (punkt) us, die erst frisch vor einer Woche unter Angabe mutmaßlich irgendwo abgegriffener Daten registriert wurde. (Der vermutlich völlig unbeteiligte Einwohner der USA, dessen Identität hier von Verbrechern missbraucht wird, darf sich vermutlich in Kürze wegen des gewerbsmäßigen Computerbetrugs anderer Leute mit dem FBI herumschlagen. Das ist einer der Gründe, weshalb man sehr zurückhaltend mit seinen Daten umgehen sollte – egal, wie viel „Datenschutz“ auch versprochen wird.)

In einem zweiten Schritt „darf“ man übrigens einen umfassenden Datenstriptease hinlegen und jede Menge Daten gegenüber „PayPal“ angeben, die das echte PayPal schon lange kennt. Was machen die Verbrecher mit solchen Daten? Na ja, das übliche: Kreditkartenbetrug und hin und wieder mal unter einer fremden Identität auftreten, damit andere Leute ins Visier der Ermittler geraten.

Nach Abschluss dieser Phase [sic! Meinen die eine Mondphase?!] wird die Aktualisierung Ihres PayPal-Kontos normal funktionieren.

Genau wie vorher.

Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und danken Ihnen für Ihre Zeit.

Ja ja, ich verachte euch auch!

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte den Kundenservice.

Es war offenbar kein Platz mehr auf dem Mailpapier, so dass nichts von Substanz gesagt werden konnte.

Mit freundlichen Grüßen,

PayPal-Team.

Ihr mich auch!

hi gammelfleisch

Donnerstag, 2. April 2015

Oh, das ist aber schön, dass du aus der Zeichenkette vor dem @ einfach eine Anrede gebaut hast. Und vor allem fühle ich mich sofort persönlich davon angesprochen. 😀

Hi gammelfleisch. I‘m waiting for you online now. Jessica gave me your contact. Let’s meet here

Du hast ja keinen Namen, sondern nur einen Link in eine offenbar gecrackte Website in persischer Sprache, die sich um die Behandlung von Augenerkrankungen dreht¹. Dort hast du eine tolle Seite namens backup.html hochgeladen, um sie zu verlinken. So wird auch ohne Nennung eines Namens auf der Stelle klar, mit was für einem Geschmeiß man sich nach dem Klick in diesen „Liebesbrief“ trifft.

Natürlich ist das nur eine – dann mit Affiliate-ID angereicherte – Weiterleitung auf die richtige Website der Spammer unter der Domain myshland (punkt) com, wo einem dann eine der vielen Fassaden angeblicher Dating-Sites entgegentritt:

Screenshot der betrügerischen und möglicherweise gefährlichen Dating-Site

Wer dort Daten eingibt, weil er meint, entzückende russische Frauen kennenlernen zu können, lasse alle Hoffnung fahren! Diese Daten landen direkt bei Kriminellen, und die werden dafür jede Menge Anwendungen finden, die keinem Menschen gefallen können – ein sehr gefährliches personalisiertes Phishing ist nur eine davon. Das scheint aber nur ein Nebengeschäft zu sein, was sich auch schon daran vermuten ließ, dass die Spammer es nicht einmal für nötig befanden, das im Copyright-Vermerk angegebene Jahr mal schnell an den Kalender anzupassen, denn diese Domain…

Ausgabe des Lookups bei SURBL: myshland.com is on SURBL list: MW

…befindet sich zurzeit in mindestens einer Blacklist für Websites, über die Schadsoftware verteilt wird. Statt warmer Zärtlichkeiten und erregenden Schriftverkehrs gibt es also einen „kostenlosen Sicherheitscheck“ und – wenn Browser und Betriebssystem nicht völlig sicher waren – eine aktuelle Kollektion frischer Trojaner, die kein Mensch auf seinem Computer haben möchte.

Aber dass man es mit Verbrechern zu tun hat, war ja schon an der Spam klar. Deshalb klickt man ja auch nicht in eine Spam.

¹Nein, ich verstehe kein Wort Persisch. Die Sprache habe ich an den paar arabischen Zeichen identifiziert, die es nur in der persischen Sprache gibt, vor allem ein P (B mit drei Punkten) und ein G (auffälliger Doppelstrich) – und daran, dass das Schriftbild von deutlich weniger Punkten und anderen Diakritika über und unter der Schriftlinie als in anderen mit arabischen Zeichen geschriebenen Sprachen ausgezeichnet ist. Den mutmaßlichen Inhalt der Website kann ich anhand der Fotos und Abbildungen erraten. Leider ist meine Mail beim Sitebetreiber nicht angekommen; entweder versteht er kein Englisch (unwahrscheinlich bei einem Mediziner oder doch zumindest einem Menschen mit medizinischer Bildung) oder ich bin an der strikten Internet-Zensur der gegenwärtigen Islamischen Republik Iran gescheitert (was leider wahrscheinlich ist). Die gecrackte Website kann deshalb den Halunken noch lange als Schleuder für ihre diversen Machenschaften dienen. Auch das sind Kollateralschäden einer weitgehenden Internet-Zensur.

Geben Kredite ohne burgen

Mittwoch, 1. April 2015

Das ist aber nett von euch! Wenn ich erstmal eine Burg bauen müsste, um ein Darlehen von euch zu kriegen, brauchte ich ja gar kein Darlehen.

Ansonsten ist es mal wieder ein Härtetest für das Zwerchfell. Der Text wird ja mit leichten Abwandlungen immer wieder verwendet – siehe zum Beispiel den Bullshit aus dem Sommer 2013 – aber das ist eben auch ein Problem: Die Spamfilter kennen diesen Text inzwischen auch. Unser heutiger Spammer hat sich deshalb dazu entschlossen, einen Screenshot einer aktuellen Version des Mülltextes zu machen und diesen als 191,2 KiB schwere JPEG-Grafik in die Mail einzufügen. Da der Mailanhang, der dabei entsteht, base64-codiert wird, kommt es zu einer Übertragung von rd. 250 KiB Daten, nur um rd. 1000 Zeichen Text zu übertragen. Immerhin hat der Spammer einen kurzen Anfall designerischen Exzellenzstrebens gehabt und sich deshalb dazu verstiegen, den Bullshit des Textes durch lustig eingestreute Bullshit-Bildchen aufzulockern, und das Ergebnis dieser eher geringen Mühen sieht beim Empfänger dann so aus:

Screenshot der Ansicht der betrügerischen Spam im Mailprogramm -- und nein, ich habe heute keine Lust, diesen dummen Text abzutippen.

Einfach nur unterwältigend! Ich muss sagen, dass der Absender dieser Spam eine viel größere Begabung zum Komiker denn zum Betrüger hat und lege ihm nahe, diese Gabe etwas besser zu pflegen. Vor allem das Bäumchen mit den Banknoten – übrigens mutmaßlich ohne Lizenz von Shutterstock „mitgenommen“ – macht völlig klar, dass hier Nachrichten aus einer geistigen Welt ins Postfach geprasselt sind, die man gar nicht näher kennenlernen möchte.

Dass in diesem Bilde auch recht klar wird, wie real die als Köder für die Einleitung eines Vorschussbetruges ausgelegten „Darlehen“ sind, ist ein Eingeständnis des Spammers, dem ich nicht widersprechen mag.

Wer allen Ernstes glaubt, ein Darlehen würde mit der Spam ins Haus kommen, nehme sich ein halbes Stündchen entspannter Zeit und lese bitte das Archiv zum Schlagwort „Darlehen“ ein bisschen quer. Leider ist es nicht immer so komisch wie bei der vorliegenden Spam.

Persoenliche E-mail

Montag, 30. März 2015

Die ist bestimmt irre „persönlich“, diese Spam. Das sehe ich schon daran, dass ich sie auf verschiedenen Adressen habe, und auf meiner hauptsächlich genutzten Mailadresse kam sie sogar gleich doppelt an, wohl, damit sie auch doppelt persönlich sei: Einmal um 3:22 Uhr mit dem Absender info (at) bsk (strich) ag (punkt) ch und um 9:29 Uhr mit dem Absender no (strich) reply (at) mx2 (punkt) 4shared (punkt) com.

Da hat es jemand derart nötig, Opfer für seinen Vorschussbetrug zu finden, dass er sich beim Schießen mit E-Mail-Schrotmunition selbst ins Knie schießt. Ich vermute, dass im Kopf kein lohnendes Ziel mehr vorhanden war.

Guten Tag,

Ich heiße aber „Lieber Bruder in Christus Jesus“, so wie neulich, als du eine sterbende, kinderlose Witwe aus Texas warst, die mir ein paar Millionen Dollar schenken wollte.

Ich bin Herr Juan Sebastian Morato, der Auditor General von Unicaja Bank Madrid. Im Zuge meiner Abschlusspruefung, entdeckte ich eine schwimmende Fonds [sic!] auf einem Konto, das 1990 bei der Cam Bank eroeffnet wurde, bevor der Besitz von Unicaja Gruppe gekauft wurde, ich bin der Abschlusspruefer der einem toten Auslaender Herr Kenny, der im Jahr 2004 starb, zugeteilt wurde. Jede Anstrengung, ein Mitglied seiner Familie oder einen naechsten Angehoerigen zu Ermitteln sind gescheitert. Bei meinen Ermittlungen habe ich festgestellt, dass Sie zu den naechsten Angehoerigen gehoeren, da Sie den gleichen Nachnamen tragen [sic!]. Er verstarb ohne Nachkommen oder einen Testament.

Das ist ja toll, dass ich den gleichen Nachnamen wie der Erblasser habe. Warum kannst du mich dann nicht damit ansprechen, Idiot! Ist doch klar, aus dem gleichen Grund, aus dem du mir den Namen des Erblassers erst mitteilst, wenn ich dir gesagt habe, wie ich heiße, weil ich schwimmende Fonds an Land ziehen will. :mrgreen:

Meine Absicht ist es, diese Summe von 5,5 Mio. von den oben genannten Konto auf ein sicheres Konto zu ueberweisen.

Ich denke, du bist Banker. Da wirst du doch wohl eine betrügerische Buchung hinbeommen?!

Aber hey, wer glaubte, es ginge hier um eine Erbschaft für jemanden, der wegen des gleichen Nachnamens „verwandt“ ist, sich mit gefälschten Dokumenten einen Erbschein ausstellen lässt und sich damit dann einfach das Geld von der Bank abholen kann: Es ist keine Erbschaft, sondern…

Ich schlage daher vor, dass ich Sie als stillen Teilhaber eintrage und Sie mir ein Konto zur Verfuegung stellen, […]

…man wird stattdessen zum „stillen Teilhaber“ gemacht. Nun, einen besonderen Namen oder so etwas wie Verwandtschaft benötigte man dafür ebensowenig wie eine letztweilige Verfügung des Verstorbenen. Das ist aber auch kompliziert mit diesen ganzen Rechtsbegriffen, woher soll so ein spammender Verbrecher… ähm… spanischer Bankier die auch alle kennen und auch noch halbwegs auseinanderhalten, wenn er aus vielen alten Betrugsmails eine neue Betrugsmail macht?! :mrgreen:

Spanien ist übrigens das Land, wo sich hin und wieder mal ein fröhlicher kyrillischer Buchstabe in den Text schleicht:

[…] oder ein neues Konto eroeffnen um dieses Geld dorthin zu ueberweisen. Fuer Ihre Unterstьtzung bei diesem Vorhaben, bin ich bereit, mit einem guten Prozentsatz des gesamten Fonds zu trennen [sic!]. Beim durchsehen der Aufzeichnungen und Akten der verstorbenen Person, entdeckte ich dass

(1) Niemand dieses Konto seit 2004 betrieben hat
(2) Er starb ohne Erben, daher das Geld weiter floss.
(3) Keine andere Person ьber dieses Konto bescheid weiss und auch kein Empfaenger eingetragen ist

Was, in einer Bank gibt es ein Konto, auf das seit zehn Jahren aus dem Nichts das Geld geflossen ist und über das niemand etwas weiß? Nicht einmal in der Buchhaltung? Der Bank würde ich aber kein Geld geben…

Wenn ich mich nicht schnellstens dieser Angelegenheit annehme, wird dieses Geld verfallen […]

…womöglich würde es da einfach verfallen. :mrgreen:

[…] und anschliessend in Gesellschaftsmitteln fliessen, von denen nur die Regisseure [sic!] meiner Firma profitieren werden. Ich kann Ihnen dieses Geld rechtlich zukommen lassen, wenn Sie einige notwendigen Genehmigungen, die auf Ihren Namen zugelassen sind ausfuellen, wobei ich Ihnen selbstverstaendlich behilflich sein werde.

Nun, wenn du schon Regisseure in deiner „Firma“ hast, dann lass dir von denen mal helfen, deine Nummer wenigstens ein bisschen überzeugend aufzuführen! So schmeißt sich doch jeder vor Lachen weg, wenn er deine Spam liest.

Bitte geben Sie mir eine Antwort auf meine private E-Mail juan (punkt) morato1 (at) 1email (punkt) eu oder Fax 00 34 917 69x xxx, so dass ich Ihnen detaillierte Informationen ueber die Modalitдten meines Vorschlages zu senden kann.

Tja, dass du mit gefälschtem Absender mailst, habe ich schon gemerkt: Jede deiner „inhaltlich“ gleichen Spams hatte einen anderen Absender. Klar, dass man dir darüber keine Antwort geben kann.

Ich bitte Sie eingehend dieses Schreiben absolut vertraulich zu behandeln. Bitte senden Sie mir Ihre Telefonnummer auf der sie leicht zu erreichen sind. Ich freue mich auf Ihre baldige Antwort.

Ganz vertrauliches und geheimes Geheimschreiben, das offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wurde, bitte sofort nach dem Lesen aufessen! Auch, wenns zehn Stück sind! :mrgreen:

Mit freundlichen Gruessen
Herr Juan Sebastian Morato
Fax 00 34 917 69x xxx

Wenn du weiter so doof schreibst, wird das nie was mit dem Geld, dass dir leichtgläubige Deppen über Western Union zustecken, Spammer.

Lieber Freund

Sonntag, 29. März 2015

Qualitätsbetreff, und die Spam hält, was der Betreff verspricht!

Sehr geehrter Herr,
Ich habe eine Investitionsmöglichkeit, um mit Ihnen die die Übertragung einer großen Geldsumme zu teilen. [sic! Oh, wie nett, jemand will Geld mit mir teilen!]
Ich arbeite für ein Finanzierungsinstitut hier in Hong Kong. Ich brauche dich [sic!], mich im Umgang mit der Übertragung eines riesige Summe Geld ($ 12 Millionen USD) aus Hong Kong, um Ihr Land zu unterstützen [sic!].
Alles an dieser Transaktion rechtlich ohne Probleme durchgeführt werden.[sic!]
Sobald das Geld auf Ihr Konto übergegangen ist, werden wir im Verhältnis zu teilen, die von mir und euch zu vereinbaren [sic!].
Kontaktieren Sie mich durch meine private E-Mail-Adresse: wlia24 (punkt) hk (at) aol (punkt) com
Wenn Sie interessiert sind, und ich gebe Ihnen mehr Details.
Ihre schnelle Antwort sind wir dankbar [sic!].

Herzliche Grüße,

Herr Wu Liang.
wlia24 (punkt) hk (at) aol (punkt) com

Ich erspare mir mal jeglichen Kommentar. Derartige Kaliber von spammenden Spam-Bankiers sprechen schon gut für sich selbst.