Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

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Montag, 14. Januar 2019

Abt.: Irgendeine Sprache wird schon passen…

Na, was wird mir denn angeboten? Schade, dass das nicht wie bei jedem vernunftbegabten Wesen einfach im Betreff steht. Mal reinschauen:

Von: infoh@nc-import.co.uk
Antwort an: impactfundscorp@gmail.com

Kenne ich nicht – und die Absenderadresse ist gefälscht.

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Aha, dieser dumme Hirnkrepel von Vorschussbetrüger, der offensichtlich schon irgendwann aufgeschnappt hat, wie man Google Translate bedient, hat es leider immer noch nicht gelernt, wie man die dabei hervorkommenden lustigen Zeichen mit irgendwelchen Kringeln dran in eine HTML-formatierte E-Mail bringt, obwohl das jedes aufgeweckte Kind weiß. Weil der Vollidiot sein peinliches Gestrokel nicht testet, bevor er das Spamskript startet und auf ein paar Millionen E-Mail-Konten loslässt, hat er es auch nicht vorher gemerkt, und hinterher konnte er es halt nicht mehr ändern, falls es ihm überhaupt aufgefallen ist. Einmal ganz davon abgesehen, dass er einfach UTF-8 als Kodierung angeben könnte, damit er niemals mehr derartige Probleme hat.

Aber dafür hat der Spambankier angeblich Darlehen. Sagt er. Wer auf seine Spam antwortet – aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten, denn die ist gefälscht – hört lustige Lügen und muss ein paar Vorleistungen bezahlen. Nein, nicht mit einer Banküberweisung, einem Scheck oder einer Kreditkarte, sondern vollständig anonymisierend über Western Union und Konsorten. Das Geld ist natürlich weg, wenn man darauf reingefallen ist. Und vorher kommunziert man in unverschlüsselter E-Mail, also offen wie mit Postkarten, mit einer kostenlos und anonym eingerichteten Freemailer-Adresse über Geldsachen und gibt Spammern auf diesem Weg auch noch genug persönliche Daten, um damit allerlei Betrugsgeschäfte machen zu können. Das ist alles keine gute Idee.

Animierter Briefumschlag mit HakenVirus-free. www.avast.com

Das Wörtchen „Spam“ in dieser Animation ist natürlich von mir. 😉

Solche Sprüche unter einer E-Mail sind sozusagen das Siegel dafür, dass es sich um Sondermüll handelt, den man einfach automatisch in die Glibbertonne schmeißen kann.

Denn ein fühlendes Wesen, das etwas Lesens- und Wissenswertes mitzuteilen hat, würde die Empfänger seiner Mitteilungen niemals mit derartiger Reklame belästigen.

Aber auf der anderen Seite hindert nichts und niemand einen Verbrecher daran, an seine E-Mail eine Kollektion frischer Schadsoftware anzuhängen, und anschließend diesen Text mit „Virusfrei dank Avast“ nebst hochnotlächerlicher Briefumschlag-Animation einzufügen, um naive Empfänger damit einzulullen. Ich habe diesen Text eben gerade in einem Blogartikel eingefügt. Das war nicht schwierig. (Es war schwieriger, das Wort „Spam“ in die Grafik zu fummeln.) Er lässt sich genau so einfach in eine E-Mail einfügen. Er ist reine Reklame. Er sagt nichts über die Sicherheit einer Mail aus. Er ist reinster Bullshit, der das Schlangenöl-Prinzip der „gefühlten Sicherheit“ in Regionen bislang ungekannter Hirnlosigkeit trägt.

Deshalb würde ja auch ein fühlendes Wesen niemals ein Schlangenöl einen solchen Reklametext unter seine lesenswerten Mitteilungen pappen lassen. Und deshalb findet man Werbesprüche wie diesen Avast-Spruch nur unter den Lügen von stinkenden Reklameheinis und unter den kriminellen Versuchen spammender Gauner, die in der Intelligenzliga regelmäßig gegen eine Brennnessel verlieren.

Wenn man eine E-Mail mit diesen Spruch unbesehen löscht, ist das wie bei der Phrase „Click here“. Es gibt keine einzige Fehlerkennung.

Gruß auch an Avast! :mrgreen:

Rudolf Leder

Donnerstag, 10. Januar 2019

So nannte sich der Evolutionsverlierer mit seiner rumänischen IP-Adresse, der ausgerechnet hier auf Unser täglich Spam den folgenden, in bestem Spamdeutsch formulierten Kommentar zur Einleitung eines Vorschussbetruges eigenhändig ins Kommentarfeld kopierte, um sich am Spamfilter vorbeizumogeln, was allerdings aus inhaltlichen Gründen nicht gelang. Ich habe den dadaistisch wertvollen Ausfluss seine geringen Bemühungen eben aus dem Spamglibber rausgezogen, um dieses beeindruckende Meisterwerk für die Ewigkeit zu erhalten:

Freund, ich möchte mein Zeugnis darüber abgeben, wie ich meine leere Bankomatkarte bekomme, die mein Geschäft heute verändert. von Business war Dawn, selbst das Bezahlen meiner Arbeiten war sehr schwierig für mich, ich suche einen Darlehensgeber, der alles vergeblich war, und ich entscheide mich, online nach einer Hilfe zu suchen, in der ich Zeugenaussagen über leeren Geldautomaten sah Weil die meisten Dinge im Internet nicht wirklich auf Betrügereien basieren, habe ich mich entschieden, es auszuprobieren und zu sehen, wohin es mich führen wird, wenn es mein Geschäft endgültig verändern kann. Ich habe mich mit diesem Hacker namens Jose Larry Hacker World in Verbindung gesetzt, und er hat mir erzählt, dass sie aus Vereinigte Staaten von Amerika stammen und außerdem haben Sie Niederlassungen in der ganzen Welt, in denen Sie ihre Geldautomatenkarten World entwickeln, dass sie echt sind und kein Betrug, den sie Hilfe haben so viele Leute da draußen. Um die Geschichte kurz zu machen, sind diese Männer gut und Experten für die Programmierung von ATM-Karten. Ich beantragte die leere Bankomatkarte und sie wurde mir innerhalb von 4 Tagen zugesandt und tat, wie mir gesagt wurde, sie zu benutzen, und heute hat sich mein Geschäft geändert. Ich könnte meine Arbeiter und meine Geschäftsfinanzen bezahlen. Es gibt keine Geldautomaten, die nicht eindringen können die leere ATM-Karte in die Welt, weil sie mit verschiedenen Tools und Software programmiert wurde. Die leere ATM-Karte kann Sie unter folgender Adresse nicht kontaktieren: wwwatm@hxxxxl.comwwwatm@hxxxxl.com

Ich winke noch einmal mit leerer und nicht kontaktierbarer Bankkarte in die Geldautomatenkarten Welt und muss mich jetzt erst einmal von meinen Lachschmerzen erholen. 😀

Gutes Investment Venture

Donnerstag, 3. Januar 2019

Klar, so etwas kommt mit Spam auf Honigtopfadressen.

Von: Frederick <info@test.com>
Antwort an: fmr267743@gmail.com

Der Absender ist gefälscht. Alle weitere Kommunikation soll über eine anonym und kostenlos eingerichtete Mailadresse bei Googles Freemail-Angebot laufen. Wenn die sechsstellige Zahlenfolge nach „fmr“ eine laufende Nummer ist, kann man sich leicht vorstellen, wie viele Mailadressen dieser Spammer schon „verbrannt“ hat. :mrgreen:

Schцnen Tag,

Schon vor dem Lesen des eigentlichen Textes wird klar, dass der Absender die kyrillische Codepage verwendet. Warum er nicht einfach – wie es in jeder modernen Mailsoftware Standardeinstellung ist – UTF-8 nimmt und niemals wieder ein Problem mit irgendwelchen Sonderzeichen fremder Sprachen hat? Das wäre doch eine gute Idee. Aber woher soll ein Spammer schon wissen, wie sein irgendwo runtergeladenes Spamskript funktioniert und es anpassen, um seine Schwächen zu beheben‽ Der will doch nicht programmieren, der will doch nichts lernen, der will Computer nur zum Spammen verwenden.

Ich bin Herr Frederick, ein Rechtsanwalt mit langjдhriger Erfahrung in den Bereichen Hauptinvestitionen, Private Equity, Projektfinanzierung und Syndizierung und Beratung in GroЯraum MENA und Teilen Afrikas ьber mehrere Anlageklassen hinweg (z. B. Public Equity, Private Equity, Immobilien, Fonds, Industrielle Landwirtschaft, Baugewerbe, Bergbau, Цl und Gas, Fluglinien und verschiedene festverzinsliche Wertpapiere) und Sektoren.

Der Spammer denkt zwar, dass ich „Schöner Tag“ heiße, er hat aber zum Glück für sich selbst einen ausgedachten Namen und einen ausgedachten Beruf: Er ist Anwalt und Geldzauberer und gibt im Rahmen so genannter „Investments“ das Geld anderer Leute überall in der Welt aus. Was das jetzt mit mir zu tun hat, der ich nicht einmal mehr einen Euro zusammenzählen kann, wenn ich in mein Kleingeld greife? Schauen wir der tollen, wenn auch recht absehbaren Geschichte des tollen Investmentanwalts mal in ihrer Entwicklung zu.

In diesem Zeitraum habe ich starke Kontakte in den GCC- und Asien-Mдrkten aufgebaut und verfьgt ьber starke Originierungskapazitдten, die den Zugang zu zehn ausgereiften Transaktionen in verschiedenen Mдrkten und Sektoren ermцglichen. Ich vertrete Investitionsinteressen aus Asien / Afrika, die an auslдndischen Investitionen in Ihrem Land interessiert sind.

Er hat Connections, der Anwalt mit dem Geldzauberstab, und von überall aus der Welt kommen die Leute zu ihm hin und tragen ihm Geld zu, weil er so ein toller Anwalt mit so einem tollen Geldzauber ist. Er kann da zwar niemanden nennen, aber ansonsten ist er durchaus fähig, den Text mit Aufzählungen aller Art aufzublähen, damit ein Eindruck von Substanz entstehe. Eigentlich schade, dass sein Deutsch da – völlig unabhängig von der Unfähigkeit, ein passendes und international verwendbares Encoding für den Text anzugeben – ein bisschen holprig klingt. Von nichts kommt eben nichts, und die paar Euro zwanzig für einen richtigen Dolmetscher hat sich unser Großinvestor und Großhirnkleinanleger mit Spamhintergrund dann doch lieber gespart.

Tja, und einige seiner namenlosen Connections von weither wollen jetzt in meinem Land (das genau so viel Name wie ich hat) „investieren“, und da fängt es an, in mein Leben reinzuragen:

Derzeit sind meine Kunden an Finanzierungsprojekten interessiert und haben mich beauftragt, eine zuverlдssige Person oder ein Unternehmen mit Interesse ьber den oben genannten Projekten zu suchen und zu finden. Bitte haben Sie Verstдndnis dafьr, dass dies eine seriцse Person ist. Wenn Sie sich also bei mir melden, werde ich Sie geben weitere Verfahren.

Ich suche Ihre Partnerschaft, indem Sie sich in ein Multi-Millionen-Dollar-Investmentprojekt begeben. Kцnnen wir Ihnen gerne ein schnelles Gesprдch organisieren?

Jetzt plaudert der investierende Anwalt aus seinem Nähkästchen. Er hat Kunden, die einen zuverlässigen Partner brauchen, und er sucht deshalb eine zuverlässige Person. Er tut dies, indem er völlig Unbekannte, die er nicht einmal namentlich ansprechen kann, anmailt, weil sie so eine schöne Mailadresse haben, um mit ihnen in unverschlüsselter E-Mail über anonym und kostenlos eingerichtete Freemailer-Adressen über ein paar Megadollar zu schwätzen. Wir kennen das ja alle: Wenn man ein paar Milliönchen irgendwo sicher ablegen will, gibt man sie einfach einem wildfremden Menschen. Schließlich sind ja alle Leute immer ehrlich in Gelddingen…

Freuen Sie sich auf Feedback von Ihnen.

Freuen sie sich auf Selbstgespräche!

Freundliche GrьЯe,
Herr Frederick

Freundlich wie die Pest und dumm wie Stroh
Dein spammender Vorschussbetrüger

DONATION !!!

Dienstag, 1. Januar 2019

Na, das neue Jahr fängt ja gut an! Mit einer Spende. Warum wurde die eigentlich als Spam erkannt? Das wird doch nicht etwa einer dieser Vorschussbetrüger sein, der seinen Opfern (nicht exisistente) Millionenbeträge vor die Nase hält, um ihnen eine anonym über Western Union bezahlte Vorleistung nach der anderen aus der Tasche zu quasseln. Mal reinlesen:

Hallo

Genau mein Name!

Sie haben eine Spende von 4.800.000,00 $, ich habe die Amerika-Lotterie im Wert von 40 Mio. $ gewonnen und ich gebe einen Teil davon fünf glücklichen Menschen und Wohltätigkeitshäusern zum Andenken meiner verstorbenen Frau, die an Krebs gestorben ist.

Aha, die Frau ist an Krebs gestorben, und deshalb kriegt „Hallo“ beinahe fünf Megadollar geschenkt. Weil er so schön „Hallo“ heißt und so eine schöne Mailadresse hat.

Referenznummer der Spende: BBIB / AVL017 / 28392

Die Spende muss echt, ernst und wichtig sein. Sie hat sogar eine Nummer. 😉

Kontaktieren Sie mich für weitere Informationen: tom.cristdonor@gmail.com

Wer sich jetzt seine Spende abholen möchte – und glaubt mir, da wird nicht einfach ein Scheck relativ preiswert als versicherter Brief versendet, da wird richtig viel Vorleistung für allen möglichen Bullshit unter Beteiligung mehrerer ausgedachter Banken, Notare und Sicherheitsfirmen fällig – sollte einfach dem Spammer antworten. Aber bitte nicht an die Absenderadresse der Spam antworten! Die ist nämlich gefälscht.

Seien Sie versichert, dass dies zu 100% legitim ist. Besuchen Sie zur Bestätigung die folgende Seite:

http://globalnews.ca/News/1036498/who-is-40-Million-Jackpot-Winner-Tom-Crist/

Ansonsten stehen aber keine Lügen in der Spam. :mrgreen:

Und dass gelegentlich sogar mal irgendwer in einer Lotterie gewinnt und es damit sogar zur Nachrichtenmeldung bringt (die brauchen ja Content für die Nachrichten, um Werbeplätze vermarkten zu können, und deshalb wird auch der unwichtigste und dümmste Trash noch vermeldet, weil die meisten Menschen halt lieber Nachrichten als Reklame sehen), macht die ganze Spam gleich viel glaubwürdiger… denkt der Spammer.

Prost
Tom Crist

Komm, Spammer, trink noch zwei, drei Flaschen lecker Wodka! Je eher du an deiner Leberzirrhose krepierst, desto weniger naive Internetnutzer kannst du mit deinen asozialen Betrugsnummern abziehen!

Dein dich auch im Jahr 2019 widerwillig genießender
Nachtwächter

Antwort

Freitag, 28. Dezember 2018

Von: FU CHENG <lupos71@alice.it>
Antwort an: FU CHENG <fucheng2@web.de>

Der Absender ist gefälscht, und für die weitere Kommunikation soll eine Mailadresse beim beliebten deutschen Freemailer Web.de verwendet werden. Da wird der Absender aber gewiss sehr gut Deutsch können, wenn er sich durch die Einrichtung einer Mailadresse bei einem deutschen Freemailer hangeln konnte. Mal reinschauen:

Es ist verst"andlich, dass Sie ein bisschen besorgt sein k"onnten, weil
Sie kennen mich nicht, aber ich habe einen lukrativen Gesch"aftsvorschlag von Gegenseitigkeit
Interesse, mit Ihnen zu teilen. Ihre fr"uheste Antwort wird gesch“atzt.
Mit freundlichen Gr"ussen, E-Mail:
Herr FU CHENG

Vielleicht sollte das Spammchen besser in einer Sprache spammen, die es wenigstens ein bisschen beherrscht. Dann vergisst es auch die (überflüssige) Angabe der Mailadresse nicht, wenn es aus irgendeiner anderen Spam ein paar Texttrümmer übernimmt. 😀

Wichtig.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Muss wohl was Wichtiges sein. Mal reinschauen:

Lieber Freund, Guten Morgen. Mein Name ist Robert Mbeki, ich bin Kreditmanager bei der Standard Bank Plc, Südafrika. Ich schreibe einen Geschäftsvorschlag für die Überweisung einer großen Summe von 4,5 Millionen Euro (4,500.000 Euro). Dieses Konto befand sich im Besitz von Herrn Manfred Gunther, einem Kunden unserer Bank, der bei einem Flugzeugabsturz mit seiner Familie gestorben ist. Manfred Günther war deutscher Abstammung. Ich brauche die Zusammenarbeit eines ausländischen Partners wie Sie, um das Geld in Ihrem Land zu erhalten, denn die südafrikanische Regierung sammelt das Geld als nicht eingefordertes Geld, wenn wir das Geld nicht außerhalb der Bank überweisen. Ich werde alles tun, um mit Hilfe meines Anwalts alle rechtlichen Unterlagen zu erhalten, damit unsere Bank das Geld in Ihrem Namen als rechtlicher Begünstigter / Partner an den verstorbenen Herrn Manfred Günther überweisen kann. Nach der Freigabe des Geldes liefert die Bank das Geld durch unseren diplomatischen Bankdienst nach Europa, wo Sie das Geld problemlos erhalten können. Ich werde später kommen, um Sie zu treffen, um meinen Anteil zu erhalten. Für Ihre Hilfe erhalten Sie 50% des Gesamtgeldes, während der Rest 50% für mich und meine Kollegen ist. Beachten Sie, dass bei dieser Transaktion kein Risiko besteht. Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf, wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit mir haben E-Mail: mbeki.robert@aol.com für weitere Informationen. Bitte lesen Sie: http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/859479.stm Herzliche Grüße, Robert Mbeki

Das ist alles so irre wichtig, dass nicht einmal die Zeit da war, den Text in ein paar Absätze zu gliedern. So, als großer strukturloser Block von Wörtern und Sätzen liest sich der Text zwar schwer, aber wenn es um 4,5 Megaeuro geht, kann man ja auch nicht erwarten, dass Menschen eine einigermaßen kultivierte Sprache anstreben.

Ich wills mal so sagen, „Robert“: „Deine“ BBC-Meldung und „deine“ Masche hatte ich schon etwas häufiger, nur der ausgedachte Name des „Kreditmanagers“ und der „Bank“ wechselt öfter mal dabei. Und inzwischen kriegt ihr es in eurer Betrügerbande sogar hin, dass Umlaute im Text erscheinen und nicht wie früher diese kyrillischen Kringel, die gar nicht nach Südafrika aussehen wollen.

Für euch Spammer sind diese 109 Todesopfer eines Flugzeugabsturzes im Jahr 2000 wohl so richtige Vielzwecktote, die ihr immer wieder mal rausholen könnt, um eure hirnverhungerte und intelligenzverachtende Story an ein paar Millionen Empfänger zu senden.

Ich kann es ja fast verstehen. Ihr seid halt nicht so motiviert, dass ihr euch nach fast zwanzig Jahren mal eine neue Geschichte zur Einleitung eines Vorschussbetruges ausdenken wollt. Denn wenn ihr euch Mühe geben wolltet, könntet ihr ja gleich arbeiten gehen. Und genau so sehen eure Betrugsversuche dann auch aus.

Ich hoffe, dass keiner mehr auf euch reinfällt und ihr einfach verhungert.

Denn: Vermissen würde euch niemand.

HOW ARE YOU?

Sonntag, 16. Dezember 2018

Och, es geht so. Nur, wenn ich in meine Spam schaue, wird mir immer ein bisschen übel. Zum Beispiel, wenn so ein schäbiger Vorschussbetrüger auf das Elend von Kriegsflüchtlingen aufspringt, um seinen Betrug voranzutreiben.

Von: Daniel Parenti <jranjesports@yahoo.com>
Antwort an: Daniel Parenti <postinglinnk@hotmail.com>

Kenne ich nicht.

Nicht an die Absenderadresse antworten! Alle weitere Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Microsofts Freemail-Dienst laufen.

My name is Daniel Parenti.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I am a Citizen of United States Of America (USA).

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I was born on 16th Septemberr, 1960.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

Wenn damals doch nur dein Vater gegen einen Zug masturbiert hätte! Du wärst heute noch unterwegs… 😀

Here is my international passport.

Wo ist dein Pass? (Nein, die Spam hatte keinen Anhang.)

I have prostate cancer disease and the doctor says that i have just little days to live in this world before i die.

Schön für die Welt. Denn jedesmal, wenn ein Spammer und Vorschussbetrüger stirbt, wird das Internet und die Luft ein bisschen sauberer. Schade nur, dass es genau so „wahr“ wie dein angeblicher Name, dein angebliches Geburtsdatum und deine angebliche Staatsbürgerschaft ist.

I want you to inherit my wealth, my millions of dollars, but you must assure me that you will use my wealth to help the Syrian refugees suffering in Europe.

Aha, du kennst nicht einmal meinen Namen, aber willst mir ein paar Milliönchen vererben, damit ich damit ein paar geflüchteten Syrern helfe. Einfach nur, weil ich so eine schöne Mailadresse habe.

United Nation Refugee Agency (UNHCR) said that the number of Syrian refugees in Europe has exceeded five million. You must promise me that you will use 70% of my wealth to help the Syrian refugees suffering in various refugee camps in Europe:
http://www.unhcr.org/europe-emergency.html

Alles, was ich dafür tun muss, ist dir etwas zu versprechen. Dafür darf ich dann auch fast ein Drittel von deinem Zaster behalten.

Take the remaining 30% of my wealth for yourself.

Wir kennen das ja alle. Die Bankgebühren sind so gigantisch, da mag der freundliche Spammer nicht an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen spenden (gern auch mit entsprechender Auflage) und eine einfache Überweisung ausfüllen oder einen Scheck versenden. Stattdessen gibt er das Geld lieber einem völlig Unbekannten mit schöner Mailadresse und glaubt einem Versprechen. Das reduziert die sonst anfallenden Gebühren auf dreißig Prozent… :mrgreen:

I dash you the remaining 30% of my wealth if i get assurance and honest promise that you will follow all my instructions.

Immerhin, da es „Millionen“ sind (Plural), handelt es sich bei der milden Gabe für mich um mindestens 600.000 Dollar. Und das alles dafür, dass ich versichere und echt jetzt mal ganz ehrlich verspreche, irgendwelchen bis jetzt noch nicht genannten Anweisungen zu folgen. Aber erstmal…

Write down your telephone number and your address before i give you more details.

…muss ich dem Spammer sagen, wer ich überhaupt bin. 😀

I am tired now and want to sleep now.

Komm, leg dich sterben, Spammer!

I will read your reply after i wake up from sleep.

Möge dir ein langer Schlaf gewährt werden, aus dem du niemals mehr aufwachst!

Regard,
Daniel Parenti

Dein dich genießender
Nachtwächter

Schöne Grüße.

Samstag, 15. Dezember 2018

Schöne Grüße.

Geliebte Familie von Herrn Howhannes Sarkisjan [sic!]. Angela Maxwell hat Ihnen die Summe von 800.000 Euro (800.000 Euro) aus einem glücklichen, lebensverändernden Jackpot [sic!] von 53 Millionen Euro aus einer Millionen-Euro-Lotterie gespendet. Sehen Sie sich unser Interview an, indem Sie die folgende Webseite besuchen. Link anzeigen:
https://www.national-lottery.co.uk/life-changing/winner-euromillions-maxwell

Ihre E-Mail-Adresse wurde vom Google-Management-Team meiner Frau und mir übermittelt [sic!], und Sie haben diese E-Mail erhalten, weil wir Sie als einen der glücklichen Millionäre [sic!] aufgeführt haben. Senden Sie uns bitte die nachstehenden Angaben, damit wir unsere Bank mit einer gültigen Bank beauftragen können [sic!] Zeichnen Sie in Ihrem Namen auf Ihr operatives Bankkonto in Ihrem Land ein [sic!].

Vollständiger Name:
Land:
Alter:
Besetzung: [sic!]
Sex: [sic!]
Mobil / Tel:

ICH___________ _______hiermit

Erklären Sie, dass die obigen Informationen für mich zutreffend und verbindlich sind. Sollte sich herausstellen, dass ich falsche Angaben gemacht habe, werde ich meine Spendenrechte einbüßen.

Link anzeigen:
https://www.national-lottery.co.uk/life-changing/winner-euromillions-maxwell

Vielen Dank und nehmen Sie unsere herzlichen Glückwünsche entgegen!
Herzliche Grüße,

Herr Richard und Frau Angela Maxwell
E-Mail: hechlerandreas4@gmail.com

Aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten, die ist nämlich gefälscht. Und ganz fest daran glauben, dass der Rest wahr ist. :mrgreen:

(Nein, besser nicht! Alle Daten gehen an eine Betrügerbande, was schon einmal sehr schlecht ist. Und diese Betrüger werden am Telefon versuchen, einem eine Vorleistung nach der anderen aus der Tasche zu ziehen, zahlbar nicht mit Scheck oder Banküberweisung, sondern vollständig anonymisiert über Western Union.)