Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Ohne Betreff

Samstag, 18. April 2026, 14:57 Uhr

Der Wiedergänger des Tages

Lizzy hört auch nicht damit auf, mir grundlos Geld zu schenken, obwohl sie von mir nur den Namen „Hallo“ und meine Mailadresse kennt… erstaunlich dass die nach den ganzen Jahren überhaupt noch etwas übrig hat! 😁️

Dieser Text ist Spamgenießern wohlbekannt. Gut, manchmal stehen auch 3,6 Megaeuro als Spende drin, und manchmal 1,4 Megaeuro. Aber immer hat Lizzy mindestens eine halbe Million für „Herrn Hallo“ mit der schönen Mailadresse. Immer ziemlich grundlos, denn Klang und Wohlgeruch meines Namens können hier ja nicht den Ausschlag gegeben haben. Die Spams werden beinahe immer über Google, den dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers, versendet, die Antwortadresse liegt beinahe immer bei GMail, weil irgendwelche Geldsackfrauen nicht die paar Groschen übrig haben, eigene Mailserver zu betreiben und in Gelddingen Vertraulichkeit völlig unwichtig finden. Vermutlich klebt die Geldsäckin auch jeden Monat ihre Kontoauszüge an die nächste Litfasssäule, damit die Nachbarn etwas zum Lesen haben. Dass solche Mails nicht verschlüsselt sind, versteht sich von selbst. Die Zielgruppe dieses Betruges würde damit nicht klarkommen. Die Zielgruppe dieses Betruges ist leichtgläubig, naiv und technisch ahnungslos.

Heute ist die dumme und betrügerische Spam zur Einleitung eines Vorschussbetrugs mal wieder HTML-formatiert, ihr Text ist fett gesetzt und dennoch eigentümlich schlecht strukturiert. Die lustige und lächerliche Formulierung „ich möchte in ihrem Namen spenden“ statt „ich möchte ihnen spenden“ habe ich auch schon häufiger in dieser Masche gesehen. Die Leute, die diesen Betrug durchziehen, können nicht so gut Deutsch, haben erst recht kein Sprachgefühl und sind völlig auf Computerübersetzungen angewiesen, wenn sie nicht wie ein Clown klingen wollen. Texte, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, werden einfach immer wieder verwendet. Die Mutter der Dummen ist ja immer schwanger. Und wenn man für deutlich unter fünfzig Euro für einen kriminellen Dienstleister aus den dunklen Ecken des Internet hunderttausend Spams raussendet, und dreißig Leute fallen noch einmal auf die längst uralte Masche rein, hat es sich doch auch gelohnt. Denn einen hohen dreistelligen Betrag leiern die aus jedem raus, und einige verschulden sich sogar voller Hoffnung auf die Millionen und tragen fünfstellig das Geld zu Western Union und Konsorten. Manche lernen auch, wie man sich Bitcoin beschafft und mit Bitcoin bezahlt. Weil sowohl Kryptogeld als auch Western Union besser als Banküberweisungen ist – aus Sicht der Kriminellen, die lieber völlig anonym bleiben. Natürlich gibt es keine Millionen. Mit dem Geld macht sich eine Betrügerbande ein schönes Leben, prasst im Puff und kauft dicke Autos.

Hallo
Ich bin Maria Elisabeth Schaeffler, eine deutsche Unternehmerin, Investorin und Philanthropin. Ich bin die Vorsitzende der Wipro Limited. 25 % meines persönlichen Vermögens sind für wohltätige Zwecke bestimmt. Die restlichen 25 % habe ich bis 2026 an Privatpersonen gespendet. Ich habe mich entschieden, 1.500.000,00 € in Ihrem Namen zu spenden. Wenn Sie an meiner Spende interessiert sind, kontaktieren Sie mich bitte für weitere Informationen.
Mehr über mich erfahren Sie unter folgendem Link:
https://cs.wikipedia.org/wiki/Maria-Elisabeth_Schaeffler Mit freundlichen Grüßen,
Vorstandsvorsitzende der Wipro Limited
Maria Elisabeth Schaeffler
E-Mail: mariaeliisabethschaefflerr1@gmail.com

Eigentlich kann da niemand mehr drauf reinfallen. Aber es läuft immer und immer und immer wieder einmal. Also wird wohl noch jemand darauf reinfallen. 😐️

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